Accessible Requires Authentication Published by De Gruyter February 7, 2008

Catherine Brown Tkacz, The key to the Brescia casket: typology and the early Christian imagination

Jutta Dresken-Weiland
From the journal

In der vorliegenden Arbeit widmet sich die Autorin dem in theodosianischer Zeit entstandenen Elfenbeinkästchen von Brescia („Lipsanothek von Brescia“), das wegen der Qualität seiner Reliefs und der Vielfalt seiner Darstellungen in keiner Darstellung frühchristlicher Kunst fehlt. Die oft großformatigen Abbildungen täuschen über die Maße von 0,22 × 0,24 × 0,32 m hinweg. Da das Kästchen sich seit unbestimmter Zeit im Besitz der 1798 aufgehobenen Kirche S. Giulia in Brescia befindet, nimmt man an, dass es auch in Norditalien hergestellt wurde (S. 21f.). Als Funktion des Kästchens gilt in der Regel die eines Reliquiars (S. 18); das Elfenbeinkästchens von Brescia würde damit zusammen mit dem Silberkästchen von S. Nazaro in Mailand zu den ältesten erhaltenen Reliquiaren gehören. Allerdings kann auch eine profane Nutzung des Kästchens – etwa als Schmuckkästchen einer wohlhabenden Frau – nicht ausgeschlossen werden, da Alltagsgegenstände bekanntlich häufig mit christlichen Szenen geschmückt waren. Im einen wie im anderen Fall war die Öffentlichkeit der Bilder des Kästchens beschränkt: Sollte es Reliquien enthalten haben, muss das Kästchen nicht zuletzt wegen seines begehrten, diebstahlsgefährdeten Inhalts an einem sicheren Ort aufbewahrt worden und nur selten sichtbar gewesen sein; im Falle einer Verwendung als Schmuckkästchens hätte es sich in den Privatgemächern eines vornehmen Hauses befunden.

Online erschienen: 2008-02-07
Erschienen im Druck: 2004-October

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