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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter June 23, 2006

Die Heimat des Johannesevangeliums

Ulrich B Müller
From the journal

Abstract

Über die Heimat des Johannesevangeliums ist viel gerätselt worden. So werden alle möglichen Vorschläge gemacht: Palästina, Transjordanien, Syrien, Ägypten oder eher die Asia erscheinen auf der Vorschlagsliste. Diese Unsicherheit hatte bereits Adolf Schlatter beklagt, »weil das vierte Evangelium längst schon heimat- und namenlos hin und her geschoben wird und dabei zahlreiche Ausflüge in den Bereich der Phantasie unternommen worden sind: zum großen ephesinischen Presbyter II, zur Täufergemeinde in Ephesus, zu einer Schule Philos, der alles fehlen soll, was der alexandrinischen Theologie wichtig war …« Fragt man nach dem Grund der auch heute noch weit divergierenden Meinungen über den Ort der johanneischen Gemeinde, so könnte als Erklärung die Einsicht dienen, die von der These »einer relativen Abgeschiedenheit der joh Gemeinden innerhalb der frühen Christenheit« ausgeht. Das wichtigste einleitungswissenschaftliche Faktum des vierten Evangeliums sei »gerade seine Besonderheit, das heißt theologie- und sozialgeschichtlich seine Isolation gegenüber den sonstigen Traditionsströmen der frühen Christenheit.« Daraus folgt dann die Schwierigkeit, das JohEv bekannten und sicher lokalisierbaren Zeugnissen im frühen Christentum zuzuordnen.

Published Online: 2006-06-23
Published in Print: 2006-01-26

© Walter de Gruyter