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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter Oldenbourg June 9, 2023

Editorial

From the journal Arbeit

Die ARBEIT geht Open Access! Dies ist ihr erstes Heft, das in vollem Umfang unter freier Lizenz zugänglich ist. Das wurde möglich durch das Modell „Subscribe to Open“, das der Verlag De Gruyter uns zur Verfügung gestellt hat – und durch die Abonnentinnen und Abonnenten, die zugestimmt haben, ihre Abonnements im bisherigen Umfang weiterzuführen. Alle Beiträge des Jahrgangs 2023 werden nunmehr unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht, ohne dass das die Autorinnen und Autoren etwas kostet. Sie sind damit in ihrer zitierfähigen Form über die Internetseite der ARBEIT frei abzurufen und nachzunutzen. Damit wird die Sichtbarkeit der Zeitschrift und der einzelnen Beiträge entscheidend gestärkt.

Die Entscheidung über die Fortführung muss für jeden Jahrgang neu getroffen werden. Sie hängt davon ab, ob auch im nächsten Jahr ausreichend viele Abonnements weiterlaufen. Wir danken dem Verlag und den Abonnentinnen und Abonnenten für ihre Bereitschaft, dieses Modell zu ermöglichen – und bitten darum, dies auch für die kommenden Jahre zu tun.

Was bedeutet das kryptische Kürzel CC-BY-NC-ND? Es sagt aus, dass die Beiträge unter folgenden Bedingungen nachgenutzt werden können: Namensnennung der Urheber und Urheberinnen (BY), nicht-kommerzielle Nutzung (NC), keine Bearbeitung (ND). Was diese Bedingungen bedeuten, lässt sich nachlesen unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de.

Ursprünglich war als erstes Heft dieses Jahrgangs ein Schwerpunktheft zum Thema „Remote @ Distance – Zum Strukturwandel von Büroarbeitswelten“ vorgesehen. Dieses Heft ist fast fertig, aber eben noch nicht ganz. Es wird im Mai 2023 als Nr. 2 des 32. Jahrgangs erscheinen. Damit ist das vorliegende offene Heft die erste Open-Access-Ausgabe der ARBEIT.

Was erwartet Sie in diesem Heft?

Peter Birke und Johanna Neuhauser diskutieren in ihrem Beitrag Migration und Prekarität in der Pandemie anhand zweier empirischer Studien aus Österreich und Deutschland die multiple Prekarität migrantischer Arbeiterinnen und Arbeiter im Kontext von Covid-19. Sie konzentrieren sich dabei auf Branchen und Betriebe, die bereits vor der Pandemie für ihre problematischen Arbeitsbedingungen bekannt waren und zugleich gerade im Corona-Kontext einen Boom erlebt haben: ein Postverteilzentrum und die Produktion und Verpackung von Masken in Österreich, die Fleischindustrie und Amazon-Distributionszentren in Deutschland. In ihrem Fazit arbeiten sie drei Elemente heraus, die bei diesen Beschäftigten zu den Ursachen erhöhter Gesundheitsgefährdung (bis hin zu Masseninfektionen) und Belastung zählen: den erhöhten Arbeitsdruck, den die prekär Beschäftigten im Zusammenhang des Pandemie-Aufschwungs zu bewältigen hatten; die „Migrantisierung“ prekärer Beschäftigung, die zusätzliche Restriktionen mit sich brachte, vor allem was den Aufenthaltsstatus angeht; und schließlich „rassifizierende“ informelle Ordnungen in den Betrieben.

Martina Wellnitz und Katharina Friederike Sträter untersuchen in ihrem Beitrag Die Situation von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit einer innovativen Methode Meinungen und Einstellungen zur Beschäftigung dieser Menschen im allgemeinen Arbeitsmarkt: Sie werten mithilfe einer qualitativen, softwaregestützten Analyse Kommentare und Diskussionsthreads aus Online-Medien aus. Ein wichtiges Ergebnis ist es, dass Aspekte der Leistungsfähigkeit eine zentrale Rolle in den Diskussionen spielen. Es geht dort um „Passgenauigkeit zwischen Mensch und Job“ und generell um die Vorstellungen von Leistung und Leistungsgesellschaft. Ein Schwerpunkt der Analyse liegt auf den Bedingungen einer guten Zusammenarbeit, wie sie in den untersuchten Texten impliziert sind.

Yalcin Kutlu, Bettina Seibold, Walter Mugler, Eva Kirner und Sandra Klatt betrachten in ihrem Beitrag Betriebliche Digitalisierungsprozesse auf der Basis von sechs Betriebsfallstudien die Partizipationsmöglichkeiten von Betriebsräten und Beschäftigten. Den Rahmen dafür bildet eine Unterscheidung von arbeits- und effizienzorientierten Partizipationsparadigmen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass auch das effizienzorientierte Paradigma, dem die untersuchten Digitalisierungsprozesse mehrheitlich zuzuordnen waren, den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen die Chance einräumt, arbeitsorientierte Gesichtspunkte (u.a. Arbeitsbedingungen) in den Prozess einzubringen. Diese Chance konnte in den untersuchten Fällen auch mehrfach genutzt werden. Die Autorinnen und Autoren erklären dies mit dem Aushandlungscharakter von Partizipation, der den Beschäftigten Handlungsspielräume eröffnet.

Ralf Dorau schließlich analysiert in seinem Beitrag Berufseinstiegsverläufe – Eine vergleichende Untersuchung anhand einer eigenen Erhebung, die als Zusatzmodul zur BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung realisiert wurde, die Chancen beruflicher Integration nach unterschiedlichen Typen von Berufsabschlüssen: vollzeitschulischen, dualen, fachhochschulischen und universitären. Für die Messung der beruflichen Integration entwickelt er Indikatoren, die eine Zuordnung zu den Castel’schen Zonen der Integration, der Prekarität und der Entkopplung ermöglichen. Im Ergebnis zeigt sich, dass nach vollzeitschulischen Abschlüssen deutlich erhöhte Anteile von Niedrigeinkommen und Entkopplung bestehen, während Absolventinnen und Absolventen universitärer Abschlüsse einem erhöhten Befristungsrisiko ausgesetzt sind.

Published Online: 2023-06-09
Published in Print: 2023-03-28

© 2023 Redaktion ARBEIT, publiziert von De Gruyter

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 4.12.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/arbeit-2023-0001/html
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