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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter August 24, 2010

Juden in der Wiener Kultur. Zur (Un-)Angemessenheit dichotomer Kategorisierungen

Klaus Hödl
From the journal Aschkenas

Abstract

The article questions dichotomous differentiations, such as Jews vs. Non-Jews, Eastern vs. Western Jews, etc. Rather than clearly identifiable groups, they represent categorizations whose boundaries are fluid. Affiliations change according to the context in which they are brought to expression, and thus articulate themselves in many and varying ways. From this conceptual framework arises the thesis that Jews and non-Jews in finde- siècle Vienna both participated in the shaping of society. Jews did not solely adapt to its culture, but took part in its constitution. Examples to confirm this thesis are taken from the synagogue service, the Yiddish theatre, and popular culture at the turn of the century.

Zusammenfassung

Zwischen Juden und Nichtjuden gab es Gemeinsamkeiten und Differenzen. Häufig führten Entwicklungen, die auf einem Miteinander basierten, zur Hervorhebung von Unterschieden. Wie sich eine Konstellation genau darstellte, war situativ bedingt und muss punktuell untersucht werden.

Im vorliegenden Artikel wurde ein weiter Bogen gespannt, von jüdischen Gottesdiensten, die als ein Beispiel spezifisch jüdischer Kultur gelten können, über performative kulturelle Kontexte zur Massenkultur. Sie alle weisen auf eine dichte Verwobenheit von Juden und Nichtjuden hin. Sie bezeugt, dass neben jüdisch-nichtjüdischen Differenzen Felder existierten, auf denen beide Gruppen kulturelle Bedeutung gemeinsam gestalteten. Von dieser Warte aus gesehen, ist eine ›Jüdische Geschichte von innen‹ problematisch, sofern sie beim Verfassen eines historischen Narrativs Nichtjuden ignoriert.

Published Online: 2010-08-24
Published in Print: 2009-12-01

© 2010 by Walter de Gruyter Berlin/Boston