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BY-NC-ND 3.0 license Open Access Published by De Gruyter Saur December 2, 2015

Flüchtlinge willkommen! – Zusammenstellung für Bibliotheken

From the journal Bibliotheksdienst

Bibliotheken leisten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe und gelingenden Integration von Zuwanderern, aber auch von geflüchteten Menschen und Asylbewerbern. Der Schlüssel zur Integration liegt in der Beherrschung der deutschen Sprache und in der Bildung. Speziell konzipierte Bibliotheksangebote für Flüchtlinge unterstützen beides. Sie bilden einen wichtigen Baustein im langjährigen interkulturellen Angebot und Programm der Bibliotheken für Migranten, deren Schwerpunkte jetzt angepasst und auf andere Sprachen erweitert werden.

In seiner Erklärung fordert der Beirat des dbv die Unterstützung auf allen politischen und administrativen Ebenen, auf Bundesebene, auf Länderebene und den einzelnen Städten, Gemeinden und Hochschulen. Die Teilhabe an den Angeboten und Veranstaltungen der Bibliotheken soll so barrierefrei wie möglich gestaltet sein. Nur so kann es gelingen, geflüchtete Menschen bei uns gut aufzunehmen und ein bereicherndes Miteinander zu ermöglichen.

Hier eine Kurzzusammenstellung der Aktivitäten des Bibliotheksverbandes sowie Hinweise auf Angebote seiner Partner:

Willkommensplakat

Bibliotheken in Deutschland können ab sofort dank der guten Kooperation des Deutschen Bibliotheksverbandes mit dem Büchereiverband Österreichs (BVÖ) ein vom BVÖ entwickeltes Willkommenplakat nutzen, um Flüchtlinge auf ihr Bildungs- und Kulturangebot aufmerksam zu machen. Die Willkommensschriftzüge in unterschiedlichen Sprachen, die man auf dem Plakat lesen kann, können beim BVÖ einzeln heruntergeladen und genutzt werden.

Interkulturelles Wimmelbild

Die dbv-Kommission Interkulturelle Bibliotheksarbeit stellt seit einigen Jahren verschiedene Arbeitsmaterialien bereit, um Bibliotheken die Arbeit mit Menschen aus anderen Kulturen zu erleichtern. Hierzu zählt auch ein interkulturelles Wimmelbild, das ohne Worte auskommt und zeigt, was Bibliotheken zu bieten haben. Es animiert zum gemeinsamen Entdecken, zum Sprechen und zum Erzählen. Verschiedene Formate, von der Postkarte bis zum DIN-A1-Plakat, mit und ohne Freifläche für eigene Texte, stehen allen dbv-Mitgliedern als Download zur Verfügung.

Gute Praxisbeispiele

Bibliotheken und verwandte Einrichtungen engagieren sich auf vielfältige Weise in der Arbeit mit Flüchtlingen bzw. Asylbewerbern. Viele gute Beispiele von Bibliotheken, die in Form von Projekten, Führungen, Veranstaltungen und fortlaufenden oder speziellen Angeboten aktiv sind, können auf dem Bibliotheksportal zur eigenen Inspiration nachgelesen werden.

Fördermöglichkeiten für die Arbeit mit Flüchtlingen

Mit ihren Ressourcen und Kompetenzen sind Bibliotheken ein wichtiger aktiver Partner, um Flüchtlingen in ihrer neuen Umgebung einen freien Zugang zu Informationen zu bieten sowie Begegnungsorte zu schaffen und somit zur langfristigen Integration beizutragen. Um dieses Angebot zu verstetigen, bedarf es langfristig einer substanziellen Unterstützung durch öffentliche Förderer.

Einen hilfreichen Überblick über die große Bandbreite an Fördermöglichkeiten für die Arbeit mit Flüchtlingen verschafft der Artikel „Sponsoring, Stiftungen, Partnerschaften“, den die Referentin für EU- und Drittmittelberatung im Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (knb), Julia Borries, verfasst hat.

Fremdsprachige Arbeitsmaterialien für die interkulturelle Bibliotheksarbeit

Um sinnvoll interkulturelle Bibliotheksarbeit leisten zu können, benötigen Bibliotheken Arbeitsmaterialien in verschiedenen Sprachen sowie textfreie und somit universelle Medienangebote. Ob Texte für die bibliothekarische Arbeit, Textvorlagen zur Sprach- und Leseförderung, landeskundliche Informationen zu Deutschland oder Linksammlungen zu fremdsprachigen Wikipedia-Plattformen, Medien, Zeitungen und Zeitschriften – eine umfangreiche Sammlung fremdsprachlicher Arbeitsmaterialien steht auf www.interkulturellebibliothek.de bereit.

„Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ für Flüchtlinge

Vor allem die Kinder und Jugendlichen aus asylsuchenden Familien benötigen kurzfristige Angebote der kulturellen Bildung. Die Aktionen im Rahmen des Projektes des Bibliotheksverbandes „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ richten sich bereits auch an Kinder und Jugendliche nichtdeutscher Herkunft. Mit der aktuellen Ausschreibung können nun ebenfalls Aktionen gefördert werden, die direkt junge Flüchtlinge ansprechen.

Projekte der Stiftung Lesen für Flüchtlinge

Geschichten öffnen Türen – Vorlesen und Erzählen mit Kindern aus aller Welt. Die Stiftung Lesen hat Leseempfehlungen, die sich für Aktionen mit jungen Flüchtlingen sowie Kindern mit und ohne Migrationshintergrund eignen, zusammengestellt.

Auch von dem bereits laufenden Programm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ werden Flüchtlingskinder profitieren. Um zum Lesen und Vorlesen zu motivieren, werden alle Flüchtlingskinder bis zum Alter von fünf Jahren in Erstaufnahmeeinrichtungen ein speziell konzipiertes Lesestart-Set erhalten. Zudem wird all diesen Einrichtungen eine Lese- und Medienbox für die pädagogische Arbeit mit den Kindern vor Ort zu Verfügung gestellt. Ehrenamtliche Lesepaten können außerdem professionelle Unterstützung erhalten, um sich auf die Arbeit mit Flüchtlingskindern vorzubereiten. Die Vernetzung mit Einrichtungen vor Ort wie z. B. Bibliotheken wird angestrebt.

Kostenfreie Sprachlernangebote des Goethe-Instituts

Flüchtlinge, die in Deutschland schnell und kostenfrei Deutsch lernen wollen, finden beim Goethe-Institut eine Vielzahl von Sprachlernangeboten: Selbstlernkurse, Sprechübungen und Videos sowie Informationen zum Umgang mit Behörden, im Alltag oder bei der Arbeitssuche. Alle Angebote funktionieren auf Smartphones und Tablets. Ein interaktives Wortschatztraining in 16 Sprachen kann ohne Vorkenntnisse genutzt werden, zahlreiche Angebote sind begleitend zu Präsenzkursen hilfreich.

Zudem bietet das Goethe-Institut einen kostenlosen Grundlagenkurs „Deutsch als Fremdsprache“ für ehrenamtliche Deutschlehrende an. Der Kurs kann jedoch nur auf Vermittlung von Partnerinstitutionen des Goethe-Instituts in Deutschland besucht werden.

Published Online: 2015-12-02
Published in Print: 2016-01-01

© 2016 by De Gruyter

This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 License.

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