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Publicly Available Published by De Gruyter Saur June 10, 2016

Forschungsdatenmanagement und Bibliotheken

From the journal Bibliotheksdienst

Die Datenmengen, die bei wissenschaftlichen Forschungsprozessen entstehen, steigen in den letzten Jahren – bedingt durch die verstärkte Digitalisierung – rasant an. Daher gewinnt die Frage des organisierten und strukturierten Umgangs mit diesen Daten, der Sammlung, Dokumentation und Archivierung, mehr und mehr an Bedeutung und Brisanz.

Neben den Rechenzentren sind auch wissenschaftliche Bibliotheken in diese Prozesse eingebunden und stehen hier vor neuen Aufgaben und Herausforderungen, die als konsequente Weiterentwicklung ihrer traditionellen Aufgaben Sammeln, Vermitteln, Bewahren zu sehen sind.

Vieles ist bei diesem Aufgabengebiet noch in der Diskussion und muss gemeinsam entwickelt werden, so z. B. die Fragen, wie die Aufgabenverteilung zwischen Rechenzentrum und Bibliothek konkret aussehen kann, welche Services und Standards die Forschenden erwarten – bis hin zu Fragen der Langzeitarchivierung. Bibliotheken müssen sich hier neu orientieren und in den Prozess aktiv einbringen, wenn sie nicht an Bedeutung verlieren wollen.

Im vorliegenden Heft des Bibliotheksdienstes wird diese Thematik sowohl mit Beispielen aus der Praxis einzelner Bibliotheken, als auch anhand konkreter allgemeiner und fachbezogener Projekte im Bereich Forschungsdatenmanagement beleuchtet.

So stellt Beate Tröger eine Befragung zum Thema Forschungsdatenmanagement im Sommer 2014 an der Universität Münster vor, die für die Planung der weiteren Entwicklungsschritte der Universität in diesem Feld maßgeblich wurde.

Eine Gruppe von Fachkolleginnen und -kollegen, die im RADAR-Projekt engagiert sind, erläutern detailliert RADAR Research Data Repository, ein Repositorium für Forschende und Forschungsinstitutionen, das im Sommer 2016 an den Start gehen wird.

Birte Lindstädt zeigt am Beispiel von ZB MED Leibniz- Informationszentrum Lebenswissenschaften auf, welche Schritte notwendig sind und welche Aufgaben anfallen, wenn Bibliotheken Forschungsdatenmanagement umfassend betreiben wollen.

Die Entwicklung des neuen Services SowiDataNet, eine im Aufbau befindliche Forschungsdateninfrastruktur für die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mit einem web-basierten Forschungsdatenrepositoriums wird von Patrick J. Droß und Monika Linne dargestellt.

Abschließend diskutiert Alice Keller in ihrem Beitrag die Frage der Publikationskompetenz als neues Arbeitsfeld von Bibliotheken. Das neue Modell des wissenschaftlichen Publizierens verlangt sowohl von den Autoren als auch von den Bibliotheken Fähigkeiten, die von ihr unter dem Begriff Publikationskompetenz zusammengefasst werden, wobei es im Bereich der Publikationskompetenz bei den Bibliotheken um den Aufbau von publikationsunterstützenden Services geht.

Die Redaktion möchte mit diesem Themenheft einen Beitrag zur Diskussion dieses neuen Arbeitsfeldes in der Fachwelt leisten.

Published Online: 2016-06-10
Published in Print: 2016-07-01

© 2016 by De Gruyter

Downloaded on 30.1.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/bd-2016-0075/html
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