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Publicly Available Published by De Gruyter Saur April 4, 2018

Der Fachinformationsdienst Geowissenschaften der festen Erde (FID GEO):

The Specialised Information Service for Solid Earth Geosciences (FID GEO):

Inke Achterberg, Roland Bertelmann, Kirsten Elger, Andreas Hübner, Norbert Pfurr and Mechthild Schüler
From the journal Bibliotheksdienst

Zusammenfassung

Der Fachinformationsdienst Geowissenschaften der festen Erde (FID GEO), betrieben durch die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen und die Bibliothek des Wissenschaftsparks Albert Einstein am GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam, entwickelt diverse Angebote in den Bereichen E-Publizieren, Forschungsdaten und Digitalisierung. Auf der Homepage www.fidgeo.de sind die Services zusammengestellt. Auf dem Publikationsserver des FID GEO, GEO-LEOe-docs, werden Inhalte dauerhaft frei zugänglich angeboten. Für die Publikation von Forschungsdaten über den FID GEO steht das Repositorium GFZ Data Services zur Verfügung. FID GEO kooperiert eng mit den geowissenschaftlichen Fachgesellschaften.

Abstract

The Specialised Information Service for Solid Earth Geosciences (FID GEO), run by the Göttingen State and University Library and the Bibliothek des Wissenschaftsparks Albert Einstein at the GFZ German Research Centre for Geosciences Potsdam, offers services for E-publishing, research data publishing, and digitisation. All services are presented on the website www.fidgeo.de. Texts and maps are permanently accessible on the repository GEO-LEOe-docs; research data are published in cooperation with GFZ Data Services. FID GEO cooperates closely with learned societies.

1 Einleitung

Für eine überregionale Literaturversorgung in Deutschland existierte bis 2014 das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte System der Sondersammelgebiete, in dem die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) u. a. für die Sondersammelgebiete (SSG) Geographie (14), Geophysik (16.13), Thematische Karten (28.2) sowie – bis 1998 – Geologie, Mineralogie, Petrologie und Bodenkunde (13) zuständig war. Dieses seit 1949 durch die DFG unterstützte Förderprogramm zur überregionalen Literaturversorgung hatte den vorsorgenden Bestandsaufbau im Sinne einer verteilten Nationalbibliothek zum Ziel. Das Sondersammelgebietsprogramm zielte darauf ab, dass möglichst jede wissenschaftlich relevante Publikation in mindestens einem Exemplar in Deutschland vorhanden war und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden konnte. Damit war eine zuverlässige Versorgung der Fachdisziplinen mit Spezialliteratur mit kurzen Lieferfristen gewährleistet.[1]

Vor dem Hintergrund veränderten Publikations- und Nutzerverhaltens wurde das System umgestaltet und die neue Förderlinie zum Aufbau von Fachinformationsdiensten für die Wissenschaft etabliert. Als zentrale Prämisse wurde angenommen, dass forschungsrelevante Informationen bereits heute bzw. in absehbarer Zukunft ausschließlich digital nachgewiesen, vermittelt und genutzt werden. Die Aufgabe der Fachinformationsdienste ist die Versorgung der Spitzenforschung mit Spezialliteratur, die nicht durch die lokalen Universitätsbibliotheken geleistet werden kann, sowie mit Informationen für den Umgang mit digitalen Forschungsdaten und der Veröffentlichung elektronischer Forschungsliteratur. Sie sind als Ergänzung der klassischen Bibliothekssysteme zu verstehen. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung des jeweiligen fachinternen Diskurses gerichtet, da ein vorausschauendes Engagement für den Aufbau neuer Services und fachspezifischer Dienstleistungen erwartet wird. Demnach stehen bei der Ausgestaltung der Fachinformationsdienste diejenigen Interessen der Forschung im Mittelpunkt, die einen Mehrwert gegenüber den Grundaufgaben wissenschaftlicher Bibliotheken darstellen. Die ehemaligen Trägereinrichtungen der Sondersammelgebiete wurden aufgefordert, sich diesem neuen System in einem Wettbewerb zu stellen und Projektanträge einzureichen, in denen sie spezifische Services und Konzepte zu deren Umsetzung darlegen sollten.[2]

Bei Analyse der Informationslandschaft für die Geowissenschaften zeigte sich, dass die Grundversorgung mit geowissenschaftlicher Literatur weitgehend durch die Bibliotheken der Universitäten und Forschungseinrichtungen gewährleistet wird, unterstützt durch die National- und Allianzlizenzen mit Förderung der DFG. Für die Versorgung mit spezieller forschungsrelevanter Literatur stellen die TIB Hannover als technische Informationsbibliothek[3] die überregionale Literatur- und Informationsversorgung für alle Gebiete der Technik und ihrer Grundlagenwissenschaften sowie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)[4] die Literaturversorgung für die regionalen Aspekte der Geowissenschaften umfassend zur Verfügung.

Strukturelle Defizite im Sinne von Open Science konnten dagegen in den Bereichen Open Access, Elektronisches Publizieren und Umgang mit Datensupplementen[5] ausgemacht werden. Verbesserte Strukturen sollen den Zugang zu fachlich relevanten Informationen erleichtern. Eng am Bedarf der geowissenschaftlichen Forschung orientiert, werden für forschungsrelevante Materialien und Ressourcen, die über die klassische bibliothekarische Grundversorgung hinausgehen, Services entwickelt, die einen einfachen und unkomplizierten, aber umfassenden und nachhaltigen Zugang zu digitalen Informationsressourcen schaffen.

Die SUB Göttingen mit ihrem traditionellen Sammelschwerpunkt in den Geowissenschaften und die Abteilung Bibliothek und Informationsdienste LIS am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ[6] in Potsdam, die auch als Bibliothek des Wissenschaftsparks Albert Einstein den Campus Telegrafenberg versorgt, betreiben seit Mitte 2016 den Fachinformationsdienst für die Geowissenschaften der festen Erde (FID GEO)[7]. Das Angebot dieses Kompetenzzentrums baut strukturelle Defizite im Bereich elektronischer Informationsangebote für die Geowissenschaften ab und fördert den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Produkten. Das Angebot des FID GEO ist an die gesamte Fachcommunity der Geowissenschaften der festen Erde mit ihren heterogenen Themenfeldern gerichtet und umfasst Beratung und Dienstleistungen zu folgenden Themen:

  1. die elektronische Publikation von Monographien, Pre- und Postprints begutachteter Forschungsarbeiten bis hin zu ganzen institutionellen Serien und Zeitschriften sowie grauer Literatur nach aktuellen Standards (Angebot der SUB Göttingen),

  2. die sachgerechte Publikation von Forschungsdaten nach aktuellen Standards[8]. Der Schwerpunkt liegt auf Daten, die Grundlage eines Artikels in einer Fachzeitschrift sind. Der FID GEO berät Forschende sowie Einrichtungen zur Datenpublikation und bietet darüber hinaus an, Datensupplemente in Kooperation mit GFZ Data Services, dem domänenspezifischen Daten-Repositorium am GFZ, zu veröffentlichen (Angebot des GFZ),

  3. die Digitalisierung „on demand“ z. B. älterer wissenschaftlich-institutioneller Serien, Hochschulschriften, Studienarbeiten, Bücher und Zeitschriften sowie forschungsrelevanter thematischer Karten unter Berücksichtigung der Urheberrechte (Angebot der SUB Göttingen).

Die SUB Göttingen und das GFZ gewährleisten für alle digitalen Publikationen des FID GEO die Zitierbarkeit, Nachnutzbarkeit und dauerhafte Verfügbarkeit.

Die einzelnen Services werden auf der Webseite des FID GEO dargestellt[9], die im responsiven Design vom GFZ aufgesetzt wurde und gemeinsam durch beide Projektpartner ausgestaltet wird. Die Services werden im Detail beschrieben und auf häufig zu erwartende Fragen wird eingegangen. Die englischsprachige Version der Website trägt dem internationalen Charakter der geowissenschaftlichen Fachcommunity an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen Rechnung.

Abb. 1: Screenshot der Homepage des FID GEO (www.fidgeo.de).

Abb. 1:

Screenshot der Homepage des FID GEO (www.fidgeo.de).

2 Elektronisches Publizieren von institutionellen Serien und Schriften, Pre- und Postprints

Institutionelle Serien und andere Schriften, sogenannte „graue Literatur“, bilden eine wichtige Grundlage für wissenschaftliche Fragestellungen. In gedruckter Form waren und sind diese in vielen Fällen allerdings schwer zugänglich und nicht in allen Bibliotheken verfügbar. Deshalb bietet der FID GEO für die geowissenschaftliche Fachcommunity als besonderen Service die dauerhaft verfügbare und verlässlich zitierbare elektronische Publikation von institutionellen Serien und anderen Schriften an, auch in Verbindung mit einer retrospektiven Digitalisierung. Im Fachrepositorium des FID GEO, GEO-LEOe-docs[10], werden geowissenschaftliche Dokumente und Schriften gesammelt, erschlossen und dauerhaft archiviert. Das Angebot umfasst das gesamte Spektrum wissenschaftlicher Publikationen von Monographien über Pre- und Postprints begutachteter Forschungsarbeiten bis hin zu institutionellen Serien und Zeitschriften.

Alle hier veröffentlichten Werke sind frei zugänglich, ohne vorherige Registrierung oder anfallende Kosten downloadbar. Jedes Dokument erhält, sofern dies noch aussteht, eine DOI (Digital Object Identifier), um eine persistente Zitierbarkeit zu gewährleisten. Über Schnittstellen werden die Inhalte des Repositoriums in Suchmaschinen und Portalen sichtbar.

Derzeit sind bereits über ein Dutzend Serien im Repositorium präsent. So treiben z. B. die GeoUnion[11] und der FID GEO die Online-Publikation der Schriftenreihe Terra Nostra auch retrospektiv voran: fünf Bände der Reihe sind bereits auf GEO-LEOe-docs verfügbar. Die Reihe wird international nachgefragt, so dass ein direkter Online-Zugang zu ihren Inhalten die Sichtbarkeit der Forschungsaktivitäten deutlich erhöht. Für die Zukunft gilt es weitere Interessenten für die elektronische Publikation institutioneller Schriften zu gewinnen sowie zunehmend Arbeiten einzelner Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Repositorium des FID GEO frei verfügbar zu machen.

Abb. 2: Screenshot der Homepage des Repositoriums GEO-LEOe-docs (https://e-docs.geo-leo.de).

Abb. 2:

Screenshot der Homepage des Repositoriums GEO-LEOe-docs (https://e-docs.geo-leo.de).

Im weiteren Verlauf sollen die bisherigen Bestände mit Forschungsdaten vernetzt und entstehende Erfordernisse an die Funktionalitäten der Publikationsplattform ausgebaut werden, z. B. durch die Implementierung eines automatisierten Metadatenexports neuer Veröffentlichungen in andere Nachweissysteme wie z. B. den GVK und angeschlossene Kataloge und Discovery-Systeme.

3 Digitalisierung

Der FID GEO bietet für geowissenschaftliche Einrichtungen und Herausgeber kostenlos die Digitalisierung ihrer bisher nur gedruckt vorhandenen institutionellen Serien und anderen Schriften an. Auf diese Weise werden die Texte der Wissenschaft weltweit elektronisch frei zugänglich gemacht. An der elektronischen Bereitstellung von solchen institutionellen Schriften besteht nach wie vor großer Bedarf in Deutschland. Diesen wertvollen Schatz gilt es zu heben und digital verfügbar zu machen.

Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG)[12] ist einer der ersten Nutzer des Digitalisierungsservices. In einem umfangreichen Projekt wird zunächst die Digitalisierung von älteren Ausgaben der „Zeitschrift für Geophysik“ (Vorläufer des „Geophysical Journal International“) durchgeführt. Durch den FID GEO werden in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL)[13] offene Urheberrechtsfragen adressiert, um danach mit dem Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) als Dienstleister qualitativ hochwertige Digitalisate inklusive OCR-Volltexterkennung zu erzeugen. Diese werden mit DOIs versehen und elektronisch frei zugänglich gemacht.

Weitere Fachgesellschaften und Institutionen befinden sich in Zusammenarbeit mit dem FID GEO im Prozess der Rechteeinholung für die elektronische Bereitstellung ihrer Serien. Voraussetzung für die Digitalisierung und Online-Stellung der Schriften ist eine urheberrechtliche Prüfung. Die Klärung, bei wem die Rechte liegen, und die Rechteeinholung erweist sich als aufwendigster Aspekt bei der Online-Publikation, vor allem bei älteren institutionellen Serien und Sammelwerken. Die Nutzungsrechte können bei Verlagen, Herausgebern oder bei den einzelnen Autorinnen und Autoren liegen. Ein Eintrag im Impressum kann dabei irreführend sein, wenn ihm keine entsprechenden Verträge zugrunde liegen. Liegen die Nutzungsrechte ausschließlich bei den Autorinnen und Autoren, kann eine – angesichts deren Vielzahl – mühsame Rechteeinholung angezeigt sein. Generell liegt es jedoch im Interesse der Wissenschaft, die Texte allgemein zugänglich zu machen. Um diese Problematik für zukünftige Sammelwerke zu entschärfen, bietet der FID GEO ein Formular an, mit dem sich Herausgebende (z. B. Veranstaltende einer Tagung) bereits im Kontext der Erstpublikation (Tagung) die Rechte zur Onlinestellung der Tagungsbeiträge von den Autorinnen und Autoren einräumen lassen können, um so Rechtssicherheit zu erhalten.

Ein weiteres Angebot des FID GEO ist die Digitalisierung „on demand“ gemeinfreier und vergriffener Werke, bevorzugt aus den Beständen der SUB Göttingen. Sie werden auf Vorschlag seitens der Wissenschaft digitalisiert und anschließend frei zugänglich im Netz (auf GEO-LEOe-docs) allen zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise werden für die Forschung erforderliche Literaturwünsche komfortabel durch eine elektronische Bereitstellung erfüllt. Speziell für die Meldung von Digitalisierungswünschen wurde auf der Webseite des FID GEO ein Bestellformular an die Funktionsadresse integriert. Die Bedarfsmeldung direkt per E-Mail ist ebenso möglich.

Ist die Gemeinfreiheit gemeldeter Werke z. B. durch den mehr als 70 Jahre zurückliegenden Tod aller beteiligten Urheberinnen und Urheber gewährleistet, organisiert der FID GEO die professionelle Digitalisierung und Online-Veröffentlichung solcher Schriften oder auch Karten. Beispielsweise wird auf der Seite des FID GEO eine Liste der Kartenblätter der Geologischen Spezialkarte von Preußen und den Thüringischen Staaten 1:25000 (GK25) vorgehalten, die über 600 zur Digitalisierung bestellbare sowie über 900 Links bereits an verschiedenen Stellen online frei verfügbarer Kartenblätter führt.[14] Auf dem Repositorium sind bisher 35 Karten verfügbar, zahlreiche Digitalisierungsanfragen auf weitere Blätter sind derzeit in Bearbeitung. Der FID GEO fügt ergänzend die digitalisierten Erläuterungshefte den jeweiligen Karten bei.

Die entstehenden Kosten der Digitalisierung und online-Publikation werden mithilfe von DFG-Fördermitteln getragen. Das Angebot erfreut sich zunehmendem Interesse. Über GEO-LEOe-docs sind alle Inhalte anschließend dauerhaft frei zugänglich. Besonders im Bereich der retrospektiven Digitalisierung und elektronischen Publikation institutioneller Serien lässt sich ein Schneeball-Effekt beobachten, bei dem ein Digitalisierungs-Auftrag unmittelbar weitere Anfragen nach sich zieht.

4 Publikation von Forschungsdaten

Publikation von qualitätsgesicherten Forschungsdaten eröffnet Chancen und Potenziale für die Forschenden ebenso wie für die Wissenschaft insgesamt und rückt damit zunehmend in den Fokus von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Forschungseinrichtungen und Drittmittelgebern. Die zitierbare Veröffentlichung von Forschungsdaten analog zur Textpublikation gehört inzwischen zur guten wissenschaftlichen Praxis und wird von Datenzentren, Wissenschaftsverlagen und Forschungsförderern unterstützt[15]. Allerdings muss die geowissenschaftliche Fachcommunity stärker zu den Vorteilen und der Praxis der Veröffentlichung von Forschungsdaten beraten werden, um den Anteil an Datenpublikationen in Zukunft noch deutlich zu erhöhen.

Der FID GEO stellt Informationen zur Publikation von Forschungsdaten für die geowissenschaftliche Fachcommunity bereit und nimmt den Beratungsbedarf zu diesem Thema auf. Dazu gehören die Informationssammlungen auf der Website, Beratungen von Fachgesellschaften sowie Workshops, z. B. im November 2017 in Zusammenarbeit mit der FU Berlin und dem Geo.X-Netzwerk[16] oder im Rahmen der GeoBonn-Tagung im September 2018. Ein zentrales Anliegen ist es, die Publikationsstandards des „Statement of Commitment“ der „Coalition for Publishing Data in the Earth and Space Sciences (COPDESS)“[17] und der FAIR Data Principles[18] in der Fachcommunity weiter bekannt zu machen.

Darüber hinaus können Forschungsdaten aus dem Bereich Geowissenschaften der festen Erde über FID GEO nach aktuellen Standards veröffentlicht werden. Dieser Service beschränkt sich derzeit auf die Publikation von Daten, die Grundlage einer Textpublikation in einem Fachjournal sind. Wenn andere Daten veröffentlicht werden sollen, berät der FID GEO auch dazu.

Bei der Publikation von Forschungsdaten kooperiert der FID GEO mit dem domänenspezifischen Daten-Repositorium GFZ Data Services am GFZ. GFZ Data Services veröffentlicht bereits seit 2004 Datensätze mit DOIs.[19]

Für Forschende und wissenschaftliche Einrichtungen bietet die Datenpublikation über den FID GEO Vorteile: z. B. stimmt der FID GEO mit den Heimatinstitutionen der Forschenden den automatisierten Austausch von Metadaten ab.

Abb. 3: Screenshot der Homepage von GFZ Data Services (http://dataservices.gfz-potsdam.de/portal/).

Abb. 3:

Screenshot der Homepage von GFZ Data Services (http://dataservices.gfz-potsdam.de/portal/).

5 Abstimmung mit der Fachcommunity

Der FID GEO zielt auf den Kontakt zu geowissenschaftlichen Institutionen und Organisationen deutschlandweit und bedient sich dazu existierender Strukturen. Fachgesellschaften stehen dabei ebenso im Fokus wie strategische Netzwerke, z. B. die Koordinierungsplattform Geo.X in Berlin-Brandenburg.

Die GeoUnion als Dachverband der geowissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland übernimmt dabei die Beiratsfunktion für den FID GEO. Auch der 2015 gegründete Dachverband Geowissenschaften (DVGeo)[20] unterstützt grundsätzlich die Aktivitäten des FID GEO. Kontakte mit den Vorständen bzw. den Präsidien der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG), der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG)[21], der Paläontologischen Gesellschaft (PalGes)[22] und der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV)[23] wurden etabliert und Möglichkeiten der Kooperation mit diesen Fachgesellschaften diskutiert. Diese intensive Kontaktpflege wird auch in der Zukunft fortgeführt. Die Kommunikationskanäle der Fachgesellschaften, und dazu gehören sowohl ihre Websites als auch ihre Publikationsorgane, werden mit ihren Multiplikator-Effekten für Informationen über die Themen des FID GEO genutzt. Die DGG und die DMG haben inzwischen vom FID GEO bereitgestellte Textvorschläge zur Datenpublikation und zu Open Access auf Ihren Websites publiziert.[24]

Zahlreiche Präsentationen in verschiedenen Gremien und auf Tagungen haben Diskussionen angestoßen, aus denen konkrete Aufträge und Impulse für das Projekt abgeleitet wurden.

Auch die Bibliothekare des Arbeitskreises (AK) der Geo- und Umweltbibliotheken im deutschsprachigen Raum[25] werden regelmäßig mit Neuigkeiten aus dem FID GEO versorgt. Zudem wird bei den regelmäßigen Treffen des AK im Kontext der Bibliothekartage über die Services des FID GEO informiert.

Die Webseite des FID GEO wird stetig weiterentwickelt, z. B. mit der Einbindung eines Blogs mit Informationen zu aktuellen Projektergebnissen, neuer Veröffentlichungen oder Digitalisierungen.

6 Zusammenarbeit mit fachverwandten Fachinformationsdiensten

Zwischen der SUB Göttingen und der Staatsbibliothek zu Berlin sowie der Universitätsbibliothek Freiberg bestehen seit langem enge Kooperationen, die auf der integrativen Zusammenarbeit im Bereich der Sondersammelgebiete basieren. Deswegen haben bereits im Vorfeld der Beantragungen der Fachinformationsdienste Abstimmungen über die künftigen Fokussierungen stattgefunden, um Überschneidungen zu vermeiden und stattdessen unabhängige, aber sich ergänzende Services für die jeweilige Fachcommunity herauszuarbeiten. Die im Vorfeld enge Zusammenarbeit bleibt auch im Rahmen der neuen Services der Fachinformationsdienste gewährleistet.

Mit Beginn des Projektes wurde deshalb Kontakt zu den verwandten Fachinformationsdiensten FID Kartographie und Geobasisdaten in Berlin[26] und FID Montan (Bergbau und Hüttenwesen) in Freiberg[27] aufgenommen und jeweils mit einem Memorandum of Understanding besiegelt, um die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Austausch zu stärken. Besonders die Digitalisierung von Karten erfolgt in enger Absprache mit dem Fachinformationsdienst Kartographie und Geobasisdaten der Staatsbibliothek zu Berlin, um Mehrfacharbeiten zu vermeiden. Dabei wird nicht nur auf die oben dargestellten Absprachen im Bereich der Digitalisierung Wert gelegt, sondern auch die gegenseitige Vermittlung von Nutzeranfragen auf die ergänzenden Services der benachbarten Fachinformationsdienste betont. Mit dem FID Montan bestehen Pläne zur gemeinsamen Nutzung technischer Infrastrukturen.

7 Ausblick

Die Dienstleistungen des FID GEO erfreuen sich einer zunehmenden Nutzung durch die Fachcommunity. Daher ist ein Fortsetzungsantrag für den FID GEO für die Jahre 2019 bis 2021 geplant. Der Schwerpunkt soll weiterhin auf den Bereichen „Elektronisches Publizieren“, „Elektronische Publikation von Forschungsdaten“ und „Digitalisierung“ liegen. Dies umfasst die Verstetigung und den Ausbau erforderlicher Angebote zur Beratung von Fachgesellschaften zum Umgang mit Open Access, zur persistenten, Open-Access-gerechten elektronischen Publikation insbesondere grauer Literatur sowie Beratungen und Angebote zur elektronischen Publikation von Forschungsdaten. Schließlich sollen die Angebote zur Digitalisierung „on demand“ für geowissenschaftliche Spezialliteratur und Kartenwerke fortgeführt werden.[28]

Published Online: 2018-04-04
Published in Print: 2018-04-25

© 2018 by De Gruyter

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