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BY 4.0 license Open Access Published by De Gruyter Saur June 2, 2023

Neue Bibliotheken in alten Häusern – Ein Reisebericht zu Bibliotheken in den Niederlanden

Modern Libraries in Ancient Buildings – A Travelogue on Libraries in the Netherlands
  • Eva Göring

    Fotografie Anna Kaduk.

    , Vlatko Momirovski

    Foto privat.

    and Felix Stenert

    FernUniversität in Hagen / Hardy Welsch.

From the journal Bibliotheksdienst

Zusammenfassung

Glückliche Niederlande, du hast es besser! – Inspiration, Vorstellungskraft und Partizipation sind die Hauptmerkmale des Bibliothekswesens in den Niederlanden. Dort findet der bibliothekarische Geist eine Heimat in architektonischen Meisterwerken wie einer industriellen Lokomotivfabrik, einem alten Postgebäude oder gar einer Kathedrale. Was die Bibliotheken des Nachbarlandes ausmacht, was dort anders und was manches Mal besser läuft, wird im folgenden subjektiven Reisebericht erläutert.

Abstract

Oh, happy Netherlands, you get it right! – Inspiration, imagination and participation are the mainstays of the library sector in the Netherlands, where the library spirit has a home in magnificent architectural landmarks like an old industrial locomotive factory, an ancient post office building, and even a cathedral. Our subjective travelogue describes what makes the libraries in our neighbouring country so special, what is different and what works better across the border.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er viel erzählen. Die 20 Kolleg*innen, die im Oktober 2022 aus ganz Deutschland in die Niederlande gereist sind, können getreu dem geflügelten Wort von Matthias Claudius einiges über ihre Exkursion (oder Expedition) erzählen. Dieses unmittelbare Erfahren und Kennenlernen war nicht immer möglich. Denn während der dreijährigen Kooperation von 2019 bis 2022, in denen die Niederlande Partnerland des BID war, herrschte der Corona-Ausnahmezustand. So konnten viele Treffen und Austauschformate nur digital stattfinden.

Abb. 1: In „Rozet“ in Arnhem gibt es eine Alternative zu Treppe und Aufzug: Eine Rutsche verbindet die Etagen.
Abb. 1:

In „Rozet“ in Arnhem gibt es eine Alternative zu Treppe und Aufzug: Eine Rutsche verbindet die Etagen.

Umso schöner, dass wir zum Abschluss der dreijährigen Partnerschaft ins Nachbarland reisen konnten. Großzügig unterstützt wurde die Reise durch BI International und das Goethe-Institut. An den vier Tagen haben wir neun Bibliotheken besucht und dank der großartigen Planung noch mehr gesehen, gehört und erlebt. Verantwortlich dafür war in erster Linie der „Reiseleiter“ Marc de Lange, der im Alltag Geschäftsführer der ekz Benelux ist. Die Teilnehmenden kamen aus ganz Deutschland: aus öffentlichen, wissenschaftlichen und Spezialbibliotheken, aus kleinen Orten sowie Metropolen. Schließlich trafen in der Gruppe Erfahrung und Kompetenz zusammen, was zu vielen Diskussionen in den Bibliotheken wie auch im Reisebus zwischen den Stationen geführt hat.

Zunächst geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über unsere Reiseroute und die besuchten Bibliotheken und kommen dann zu einigen grundsätzlichen Punkten.

Abb. 2: Die Petruskerk in Vught vereint auf eindrucksvolle Weise Vergangenheit und Gegenwart – Bibliothek, Museum und Fair-Trade-Laden werden in einem beeindruckenden architektonischen Ensemble zusammengeführt.
Abb. 2:

Die Petruskerk in Vught vereint auf eindrucksvolle Weise Vergangenheit und Gegenwart – Bibliothek, Museum und Fair-Trade-Laden werden in einem beeindruckenden architektonischen Ensemble zusammengeführt.

In Arnhem, ganz in der Nähe des Niederrheins, hat uns „Rozet“ empfangen. Ein Neubau in der Innenstadt mit viel Glas, sehr offen – schon von außen macht die Architektur neugierig. Von der oberen Etage kann man den großartigen Blick über die Altstadt genießen. Die namensgebende Rosette findet sich als zentrales Gestaltungsmerkmal an vielen Stellen im Gebäude wieder.

Was uns gleich an der ersten Reisestation aufgefallen ist: viel Frontalpräsentation, eine sehr angenehme Atmosphäre und so mancher Hingucker wie eine zwei Stockwerke verbindende Rutsche. Und hier begegnet uns schon ein Möbel zum Staunen: Intelligente RFID-Smart-Tables ändern automatisch den Standort des Mediums im System. Ideal, wenn man einen Thementisch oder eine kleine Buchausstellung macht. Im Haus gibt es zudem ein Kino, ein Theater, Café und Restaurant.

Vor den Toren von Den Bosch liegt der Ort Vught. Die Petruskerk, eine ehemalige katholische Kirche, wurde entweiht und sollte abgerissen werden. Dank einer Bürgerinitiative im wohlhabenden Vught gelang es, das Gebäude zu retten und fortan als Bibliothek zu nutzen. Jetzt verbinden sich hier alt und neu. Das Gebäude wurde umgebaut und eine neue Ebene eingezogen: unten die große Fläche im Kirchenschiff, oben nun exklusive Besprechungsräume.

Abb. 3: Riesige Treppen in der LocHal – hier kann man sitzen, arbeiten und den Charme der Industriehalle bewundern.
Abb. 3:

Riesige Treppen in der LocHal – hier kann man sitzen, arbeiten und den Charme der Industriehalle bewundern.

Die bunten Glasfenster und Wandmalereien sind geblieben, im Eingangsbereich kann vor einer Marienfigur gebetet werden. Die Bibliotheksregale laufen auf Schienen, sodass bequem eine große Freifläche für Veranstaltungen geschaffen werden kann. Sideboards mit Monitoren können in wenigen Handgriffen zu Sitzmöbeln (mit Kunstrasen) umgebaut werden. Wie auch in Arnhem wird deutlich: Kooperation wird in den Niederlanden ganz großgeschrieben. Alles im Gebäude ist gut verzahnt, die Bibliothek, dazu eine kleine Museumsecke, ein Fair-Trade-Laden und ein Café. Ein Billardtisch steht bereit und die Beichtstühle sind zu Arbeitskabinen umgebaut worden. Die Petruskerk[1] beeindruckt und begeistert das Publikum vor Ort.

Abb. 4: „Industrie-Design“ in der Chocoladefabriek in Gouda – aus günstigen Materialien entstehen individuelle Möbel.
Abb. 4:

„Industrie-Design“ in der Chocoladefabriek in Gouda – aus günstigen Materialien entstehen individuelle Möbel.

Ebenso großartig verbinden sich alt und neu in der LocHal in Tilburg. In der Nähe des Bahnhofs dieser Industriestadt liegt eine ehemalige Industriehalle zur Reparatur von Lokomotiven. Viel von diesem Charme ist geblieben und wurde erhalten, als die Bibliothek einzog: Es gibt Schienen im Boden, alte Kranelemente ragen in die Halle und eine riesige Treppe bestimmt den Raum. Auf der Treppe wird gesessen, gearbeitet und bei Veranstaltungen dient sie als Auditorium. Der Platz ist wirklich gigantisch, die Grundfläche umfasst rund 75 Hektar und das Volumen der Halle ist kaum zu fassen. Doch sorgen Einbauten, eingezogene Ebenen und riesige Vorhänge dafür, dass der Raum trotz seiner Vielseitigkeit Struktur hat. Seitlich der Treppe gibt es verschiedene „Labore“, u. a. die sogenannten „FutureLab“, „GameLab“ und „FoodLab“. Ein Leitmotiv der gesamten Reise zeigt sich auch hier wieder deutlich: Multifunktionalität. Die Treppe dient als Sitz- und Arbeitsort, riesige Arbeitstische auf Schienen werden als kommunikativer Platz zum Austausch beim Arbeiten und Essen genutzt. Außerdem können sie bei Veranstaltungen als Bühne verwendet werden.

Inzwischen ist die LocHal eine Marke und ein wichtiger Baustein im Citymarketing. Es kommen Besucher*innen (Bibliothekar*innen wie Architekt*innen) aus aller Welt, um diese Ikone der Industriekultur zu besuchen und zu bewundern. Und noch etwas: ein riesiges Gebäude und nur eine einzige Theke! Dafür allerdings rund 11.000 Steckdosen, denn die Besucher haben meist mehr als ein Endgerät dabei.

Abb. 5: Während der Corona-Pandemie hat sich das Platzreservierungssystem der Erasmus-Universität als äußerst effektiv erwiesen.
Abb. 5:

Während der Corona-Pandemie hat sich das Platzreservierungssystem der Erasmus-Universität als äußerst effektiv erwiesen.

Die Finanzkrise des Jahres 2008 hat auch die Niederlande getroffen und war ein Schlag ins Kontor für das Budget der Stadt Gouda. Der Rotstift wurde angesetzt und auch die Zukunft der Bibliotheken stand zur Diskussion. Es gab eine radikale Idee: Alle Bibliotheken werden geschlossen, stattdessen wird eine neue in der ehemaligen Chocoladefabriek im Stadtzentrum eingerichtet. Und da auch diese (fast) nichts kosten durfte, hat man eben einen Teil der bisherigen Möbel nachgenutzt und darüber hinaus kreative und preisgünstige Lösungen im „industrial style“ gefunden und geschaffen: Tische aus Paletten, Möbel aus Siebdruck- oder Holzfaserplatten, ein Schiffscontainer als Arbeitsraum, Regale aus Elementen des Eisenwarenhandels und eine flexible Beschriftung durch Magnetstreifen. Wieder ist eine große Treppe das Zentrum der Bibliothek. Sie verbindet die Etage und kann als Auditorium genutzt werden. Die Geschichte der Schokolade und des Gebäudes sind beinahe allgegenwärtig auf den Fußböden – vieles erinnert an Kakao, Schokolade und den Genuss.

Das Obergeschoss bietet unterschiedlichste Möglichkeiten zum Arbeiten, Lernen und Experimentieren: ein Makerspace mit gut ausgestatteter Werkstatt, eine Druckwerkstatt (zum Ausprobieren und kreativ sein, hier können aber auch Aufträge [z. B. Einladungskarten] gedruckt werden). Außerdem gibt es hier ein VR-Unternehmen und einen Tanzsaal zum Mieten.

Als einzige wissenschaftliche Bibliothek unserer Reise stand die Bibliothek der Erasmus-Universität in Rotterdam auf dem Programm. Manches ist sicher typisch für eine Universitätsbibliothek, doch gab es daneben Spannendes und Besonderes zu berichten. Die Bibliothek wurde neu organisiert. Eines der Ergebnisse dieser Neustrukturierung der Arbeit ist, dass die Mitarbeitenden keine festen Büroarbeitsplätze mehr haben. Das „Shared desk“-Prinzip sorgt für eine harmonische Durchmischung der Belegschaft und automatisch mehr Kommunikation im Haus. Ein besonderes Highlight war der für unsere Gruppe vorbereitete Sitzungsraum, der auch vom gemeinsamen Betriebssport genutzt wurde, dessen Teilnehmer allesamt Kollegen waren! Eine bestens ausgestattete Selbstbedienungs-Kaffeebar im Lesesaal steht allen Besucher*innen zur Verfügung.

Abb. 6: Die Informations- und Servicetheke in Delft ist besonders und bleibt aufgrund ihres einzigartigen „Recycling“-Konzepts im Gedächtnis.
Abb. 6:

Die Informations- und Servicetheke in Delft ist besonders und bleibt aufgrund ihres einzigartigen „Recycling“-Konzepts im Gedächtnis.

Fachlich ist das ausgeklügelte Buchungssystem für die Lesesaalplätze in Coronazeiten hervorzuheben, die Studierenden konnten für bis zu fünfzig Stunden in der Woche einen Arbeitsplatz in der Bibliothek buchen. Wer trotz aller Gemeinschaft und Kommunikation gern für sich ist, nutzt eine der „silent study cabins“.

Wie schon in Gouda wurde auch in Delft der Rotstift angesetzt. Das Erfolgsmodell „DOK“ musste Federn lassen und ist jetzt Teil von „Open“ im Stadtzentrum.[2] Untergebracht in einem ehemaligen Supermarkt teilt sich die Bibliothek das Gebäude mit einem Künstlerkollektiv. So selbstverständlich, dass man es kaum erwähnen muss, gilt auch hier: Kooperation steht wieder ganz oben. Auch die Partizipation und Interaktion mit den Besucher*innen zeigte sich besonders plastisch, weil Kinder und Jugendliche die Aufstellung und Präsentation ihrer „Bibliothek“ mitbestimmen durften. Das Haus ist voll – mit Menschen, Medien und allerhand Dekoration.

Was manchem wie beim Trödler anmuten mag ist aber ebenso Ausdruck der Liebe zum Detail, etwa wenn ein ausgedientes Moped in der Bibliothek steht.

Verlässt man den Hauptbahnhof Amsterdams nicht Richtung Altstadt, dann erreicht man schon bald ein neues, immer weiterwachsendes Areal: Am Oosterdok haben sich inzwischen viele Hotels, Restaurants, Firmen und andere Einrichtungen angesiedelt. Darunter ein gigantischer Bau mit der Hauptbibliothek der Openbare Bibliotheek Amsterdam (OBA). Auf mehr als zehn Etagen und rund 28.500 qm erlebt man Kaufhausarchitektur mit Rolltreppen und einem großen Empfangsbereich. Auf den Stockwerken gibt es hunderte Arbeitsplätze, die nahezu alle besetzt sind. Auf anderen Etagen finden sich ein Theater, eine Dachterrasse (mit traumhaftem Blick auf die Altstadt) und ein Fernsehstudio, das aus der Bibliothek und über die Bibliothek berichtet. Und trotzdem wirkt es hier nicht trubelig oder laut. Im weitläufigen Magazin im Keller sind teilweise sehr spezielle Sammlungen und Austauschbestände für die Zweigstellen im Stadtgebiet untergebracht. Die OBA ist immer in Bewegung und fast bei jedem Besuch ist etwas verändert worden. Dieses Erfolgsmodell soll noch ein zweites Mal am anderen Ende der Stadt entstehen. Allerdings sind die Planungen für „OBA next“ in Zuidas im Herbst 2022 von der Stadt Amsterdam gestoppt worden.

Klein, aber fein: Im historischen Gebäude „Korenbeurs“ in Schiedam, wie an einer Gracht gelegen, wurden früher Getreide und das niederländische Nationalgetränk Genever gehandelt. Heute ist hier die sehr grüne Bibliothek zu Hause. Unter einem Glasdach gibt es, wie in einem Gewächshaus, eine Art Urwald mit riesigen Bäumen, die den Innenhof zu einem Atrium oder Marktplatz werden lässt. Hier finden sich Sitz- und Arbeitsplätze und eine kleine, feine Saatgutbibliothek. Eine Entspannungslandschaft mit grünem Kunstrasen lädt mit Kopfhörern zum Ausruhen und Musikhören ein. Und die Pflanzen sind viel mehr als nur „Dekoration“: Laut dem Bibliotheksleiter gibt es in „Korenbeurs“ kaum Auseinandersetzungen oder schlechte Stimmung, was er auf die Pflanzen zurückführt, die für eine ausgeglichene, entspannte Atmosphäre sorgen.

Abb. 7: In der „Korenbeurs“ in Schiedam erwartet Besucher*innen eine faszinierende „Dschungelbibliothek“, die dem Ort als „grüne Lunge“ eine einzigartige Atmosphäre verleiht.
Abb. 7:

In der „Korenbeurs“ in Schiedam erwartet Besucher*innen eine faszinierende „Dschungelbibliothek“, die dem Ort als „grüne Lunge“ eine einzigartige Atmosphäre verleiht.

Abb. 8: Von Utrecht in die Welt: „Miffy“ bzw. „Nijntje“ darf in der Bibliotheek Neude nicht fehlen.
Abb. 8:

Von Utrecht in die Welt: „Miffy“ bzw. „Nijntje“ darf in der Bibliotheek Neude nicht fehlen.

Anders „grün“, eben nachhaltig, ist das Regalsystem aus Pappelementen, wie sie auch zur Ladungssicherung in Überseecontainern eingesetzt werden. Die einzelnen Teile werden durch Spanngurte zusammengehalten. Auch die Geschichte der Bibliothek als Geneverbörse ist präsent. Es gibt Brennuntensilien als Dekoration, ein Kronleuchter besteht aus 560 Gläschen und der hauseigene Laden bietet Schnaps zum Mitnehmen an. Nicht weniger beeindruckend ist aber, dass sich 300 Freiwillige um die vielen verschiedenen Veranstaltungen in der Bibliothek kümmern. Alles wird von Kooperationspartnern angeboten – die Bibliothek selbst bietet keine Veranstaltungen an, stellt bei Bedarf / Nachfrage aber den Kontakt zu „Anbietern“ her und koordiniert die Termine etc. Es gibt in den Niederlanden eine lange Tradition des bürgerschaftlichen Engagements, dessen Hintergrund der Dienst an der Gemeinschaft ist, der seinen Ursprung im kirchlichen Umfeld hat.

Ein weiteres großes Gebäude, allerdings mit relativ junger Geschichte, ist die Heimat der Bibliotheek Neude in Utrecht. Im ehemaligen Post- und Telegraphenamt der Stadt, erbaut im Stil der Amsterdamer Schule (die niederländische Form der expressionistischen Architektur, typisch mit Backsteinen). Geblieben ist die imposante Schalterhalle, die den Fluss der Menschen im Gebäude steuert. Auf den eingezogenen Etagen liegt dann die eigentliche Bibliothek. An vielen Stellen lassen sich Teile der Geschichte des Gebäudes finden, darunter historische Telefone an den Wänden oder ein Postamt für kleine Besucher*innen. Weltbekannt und ein Exportschlager ist „Miffy“ (in den Niederlanden nennt sich das weiße Kaninchen „Nijntje“). Ihr Erfinder Dick Bruna stammt aus Utrecht, weswegen seine Figur in der Kinderbibliothek nicht fehlen darf.

Die Bibliothek in Utrecht hat außerdem das wohl schönste Café der besuchten Bibliotheken und – typisch Niederlande – ein großes Fahrradparkhaus.

Natürlich sind die neun mit Bedacht ausgewählten und besuchten Bibliotheken nur ein Ausschnitt der niederländischen Bibliothekslandschaft. Sicher wird es daneben auch Bibliotheken mit Investitionsbedarf geben, deren Konzepte nicht auf dem neuesten Stand sind. Auch ist nicht alles Gold, was glänzt. Ganze Landesteile, wie etwa den Norden, haben wir gar nicht besucht, auch wenn die Bibliotheken in Groningen und Zwolle sicherlich einen Aufenthalt wert gewesen wäre. Wieder ein Anlass, sich aufzumachen …

Was macht die Bibliotheken in den Niederlanden so anders und warum schauen wir manches Mal mit Bewunderung und auch ein wenig Neid über die Grenze?

Der Mensch im Mittelpunkt: Ganz oben auf der Agenda der niederländischen Kolleg*innen stehen die Menschen. Auf die Bedürfnisse der Menschen in der Stadt eingehen. Partizipation[3] ist ein Stich- und Schlagwort, das uns immer wieder begegnet ist. Es gibt eine lange Dienstleistungstradition und -orientierung in den Niederlanden. Was eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist dort bereits angekommen: Nicht das Gebäude, die Regale oder die Bücher machen eine Bibliothek aus, sondern die Menschen, die dorthin gehen, sich treffen, austauschen oder arbeiten. Rob Bruijnzeels, Vordenker und Spiritus Rector des niederländischen Bibliothekswesens, ist Teil des 2013 gegründeten (nicht staatlichen) Ministeriums für Vorstellungskraft („Ministerie van Verbeelding“)[4] und hat uns am Anfang der Reise begleitet. Er beschreibt den Wandel des Bibliothekswesens so: Das „Konzept der traditionellen Bibliothek als reiner Ort der Buch- und Medienausleihe befindet sich schon länger im Verschwinden.“[5] Die Idee der Community Library bringt den Austausch auf den Punkt: Die Bibliothek wird nicht für Menschen geschaffen, sondern von Menschen! Dazu gehört auch ein Perspektivwechsel, nämlich „Fragen stellen statt Antworten liefern!“ oder wie es Bruijnzeels formuliert: „Besucherinnen der Bibliothek herausfordern, bisher unbekannte Verbindungen zu entdecken und neue Erkenntnisse zu gewinnen.“[6]

Abb. 9: Hier sieht man gleich: Ein Krimi! U.a. in Arnhem werden Piktogramme verwendet.
Abb. 9:

Hier sieht man gleich: Ein Krimi! U.a. in Arnhem werden Piktogramme verwendet.

Eine andere Art auf Menschen zuzugehen und ggf. auch Hürden der bibliothekarischen Praxis zu senken sind Präsentation und Regalordnung: Gerade für die Kolleg*innen aus öffentlichen Bibliotheken war eine wesentliche Erkenntnis, dass die Signaturschildchen auf den Medien oft mit Piktogrammen (und ggf. einem Autorenkürzel) ausgestattet sind. Nicht nur für die Kindermedien, sondern auch die Erwachsenen. Gerade auch vor dem Hintergrund der vielen Nationalitäten in den Niederlanden (und z. T. noch nicht so ausgebauten Sprachkenntnissen) eine schöne Art, Barrieren abzubauen.

Neues aus Altem schaffen: Nichts Neues, aber gerade wieder im Trend ist das Re- bzw. Upcyclen von Vorhandenem. Das fängt schon beim Gebäude an, wie einzelne von uns besuchte Bibliotheken beispielhaft zeigen. Es werden neue Bibliotheken gebaut, etliche sind allerdings auch in schon vorhandenen Gebäuden untergebracht. Gebäude „nachnutzen“ geht manches Mal schneller, ist vielleicht sogar günstiger und allemal nachhaltig. Das Bauen im Bestand hat oft einen besonderen Charme, das Ergebnis ist dann kein klinisch reiner „White Cube“, sondern eine Bibliothek mit „Seele“. Und manches Gebäude konnte dank neuer Nutzung vor dem Abriss bewahrt werden. Bei der Neugestaltung der Gebäude wurden auf die Besonderheiten und Wiedererkennungsmerkmale des ursprünglichen Gebäudes bzw. der ursprünglichen Nutzung geachtet, die Bibliothek in Vught ist noch immer auf den ersten Blick als Kirche zu erkennen, Elemente des Utrechter Post- und Telegraphenamts blieben erhalten.

Moderne Ansprüche werden schon bei der Planung berücksichtigt und, soweit es die Rahmenbedingungen (z. B. Denkmalschutz) erlauben, auch umgesetzt: Barrierefreiheit ist in Niederländischen Bibliotheken selbstverständlich. Neben den oft zentralen Treppen gibt es natürlich Aufzüge. Die meisten Regale sind nicht besonders hoch, die Wege lassen sich auch mit Kinderwagen und Rollstuhl nutzen.[7]

Die Niederländer*innen haben den Ruf, besonders schön zu wohnen, das zeigt sich auch in der Einrichtung. Und auch Möbel lassen sich neu verwenden oder aus preiswerten Materialien anfertigen (man denke an die Möbel aus Paletten und Holzplatten in Gouda).

Selbst alte Bücher – und davon gibt es in Bibliotheken jede Menge – lassen sich als „Rohstoff“ verwenden: In der LocHal gibt es Sitz- und Präsentationsmöbel aus Bücherstapeln, Buchrücken gestalten die Decke eines Besprechungsraums in Tilburg und Seiten sorgen im Utrechter Café für eine wunderbare Wandgestaltung.

Das Medium Buch ist auch heute wichtig und Teil der Marke „Bibliothek“, doch manchmal steht uns das klassische Bild im Weg: „Wir möchten die Zukunft entwerfen, werden dabei aber von unseren Gedanken voller nostalgischer Bilder beschränkt.“[8] Oder man verbindet Recycling mit dem Gedanken der Partizipation. So werden etwa in Delft Schränke verwendet, die entweder vom Trödler oder aus Spenden stammen. Man denke auch an die Leuchten in der von Aat Vos gestalteten Stadtbibliothek Langenfeld, die zusammen ein „Lichtkunstwerk“ ergeben und sämtlich von Bürger*innen gespendet wurden.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit zeigt sich auch im Nachnutzen und dem Wiederverwenden oder Umwidmen von vorhandenen Dingen. Man kann Regale aus Papier und Spanngurten bauen oder sich an modularen Systemen bedienen, die dann zerlegt und andernorts wiederaufgebaut werden können.

Abb. 10: Früher standen die Bücher im Regal – heute sind sie „Rohstoff“ für Möbel in der LocHal.
Abb. 10:

Früher standen die Bücher im Regal – heute sind sie „Rohstoff“ für Möbel in der LocHal.

Großzügigkeit und Vertrauen: Fast überall gibt es Selbstverbuchung mit RFID-Technologie, Diebstahlschutz ist kaum sichtbar (oder vorhanden). Vertrauen ist ein hohes Gut. Pizzen in einer wissenschaftlichen Bibliothek sind so ungewöhnlich, dass sie direkt ins Auge fallen. In der Universiteitsbibliotheek Rotterdam gibt es eigene (ziemliche große) Sammelbehälter für leere Pizzakartons. Die meisten Cafés sind nicht räumlich getrennt, sondern in der Bibliothek untergebracht. Wahrscheinlich wird es niemanden stören, wenn man hier auch Bücher und Zeitschriften aus dem Bestand (an)liest. Auch wir selbst haben Großzügigkeit erlebt: An viele Orten sind wir mit Kaffee, Tee und Gebäck begrüßt worden. Die Kolleg*innen vor Ort gaben bereitwillig Auskunft, gewährten uns den einen oder anderen Blick hinter die Kulissen und waren auch offen für (kritische) Fragen.

Dem Wandel offen begegnen: Mut und Freude an / zur Veränderung begegnen uns tagtäglich, dazu gehören eben Ausprobieren, Beobachten, Befragen und Anpassen. Eine Fehlerkultur soll die Angst vor Rückschlägen oder Misserfolgen nehmen. Das Feiern von Fehlern an sogenannten „fuck off days“ gehört wohl eher selten in den Alltag deutscher Bibliothekar*innen. Manche Bibliothek auf unserer Route ist das Ergebnis „herausfordernder“ Situationen und es galt das Beste aus den bescheidenen Ressourcen zu machen. Veränderung ist nie zu Ende, Change ein stetiger Kreislauf. Selbst die beste und schönste Bibliothek kann im kommenden Jahr schon wieder anders aussehen, wenn die Rahmenbedingungen es verlangen. Rob Bruijnzeels zitiert den US-amerikanischen Künstler Willem de Kooning, der in Rotterdam geboren wurde, „I have to change to stay the same.“ Die Idee der Inspiration und Schöpfung ist als Kreislauf zu verstehen: Aus dem Bestand Neues entwickeln, in Werkstätten und Laboren, neue Zusammenhänge schaffen und gleichzeitig die Beteiligung voranbringen, d. h. die Integration aller Beteiligten im Gebäude.

Abb. 11: Eine Bibliothek ohne Café ist in der niederländischen Bibliothekslandschaft kaum noch vorstellbar. Wie die LocHal ist auch die Gastronomie in Tilburg bemerkenswert, ebenso die Lampen.
Abb. 11:

Eine Bibliothek ohne Café ist in der niederländischen Bibliothekslandschaft kaum noch vorstellbar. Wie die LocHal ist auch die Gastronomie in Tilburg bemerkenswert, ebenso die Lampen.

Bibliothek als Ort zum Wohlfühlen: Die besuchten Bibliotheken haben allesamt eine hohe Aufenthaltsqualität – ein Café ist obligatorisch. Das ist kein Kaffeeautomat, sondern ein üppiges Angebot mit Kuchen, Snacks etc. Sogar ein Restaurant liegt in Arnhem im Untergeschoss der „Rozet“.

Der Bestand ist wichtig, ist aber nicht das Wichtigste und wird deshalb gern an Wänden oder in maximal schulterhohen Regalen präsentiert. Sicher auch ein Ergebnis der niederländischen Designtradition. Aber: Die Zeit der wie Buchhandlungen gestalteten Bibliotheken scheint fast schon wieder vorbei und man möchte sich von kommerziellen Anbietern absetzen.

Abb. 12: Der intelligente, mobile Roboter Temi begrüßt die Besucher*innen der Chocoladefabriek in Gouda und hilft ihnen dabei, sich in der Bibliothek zurechtzufinden.
Abb. 12:

Der intelligente, mobile Roboter Temi begrüßt die Besucher*innen der Chocoladefabriek in Gouda und hilft ihnen dabei, sich in der Bibliothek zurechtzufinden.

Kooperation: Nur zusammen ist man stark oder zumindest stärker. Kaum eine der besuchten Bibliotheken ist „nur Bücherei“. Kooperation mit Partnern im Gebäude oder der Kommune ist allgegenwärtig: Café, Museum, Archiv, Künstlerkollektiv etc. sind im Gebäude präsent, die Mitarbeitenden ergänzen sich und sind oft für mehrere / alle Angebote ansprechbar bzw. verantwortlich. Letztlich können alle Beteiligten / Partner in der Kooperation nur profitieren, während der Koordinationsaufwand sicherlich nicht zu unterschätzen ist.

Freiheit durch Unabhängigkeit und Zusammenarbeit: Viele niederländische Bibliotheken sind Teil eines (inter-)kommunalen Verbundsystems. Oft tragen und finanzieren private Stiftungen diese Einrichtungen, gleichzeitig kommen rund 70 Prozent der Mittel aus kommunalen Töpfen, ohne dass diese inhaltlich involviert sind. Die Zusammenarbeit in regionalen Verbünden erleichtert das Management und die Finanzverwaltung der einzelnen Einrichtung. Zentraler Einkauf, Katalogisierung und technische Bearbeitung durch den Nederlandse Bibliotheeksdienst (NBD) sind seit vielen Jahren Standard.

Abb. 13: Hier begegnen sich Menschen, tauschen sich aus und entdecken Neues – die Treppe in Delft.
Abb. 13:

Hier begegnen sich Menschen, tauschen sich aus und entdecken Neues – die Treppe in Delft.

Technisch top: Von Selbstverbuchungs- und Rückgabeautomaten bis hin zu virtueller Realität ist der Alltag in den niederländischen Bibliotheken durch eine sehr gute technische Ausstattung geprägt. Ein Besuch in der Bibliothek beinhaltet nicht nur das Lesen oder Recherchieren, sondern auch die Möglichkeit einen 3D-Druck zu entwerfen, ein Spiel zu programmieren, oder sogar mit einem humanoiden Roboter (wie Temi in Gouda) in mehreren Sprachen zu plaudern. Darüber hinaus erhält man Auskünfte über digitale Bildschirme, die die traditionellen Aushänge abgelöst haben.

Abb. 14: Unsere Reiseroute (Karte via Google My Maps).
Abb. 14:

Unsere Reiseroute (Karte via Google My Maps).

Erwähnenswert ist der Einsatz von RFID-Technologie, die die Selbstbedienung in den Niederlanden zum Standard macht. Nicht nur, dass die Benutzer*innen ihre Medien selbst während der Öffnungszeiten verbuchen können, sondern auch bei der Rückgabe von Medien gibt es eine klare Erleichterung: Die ausgeliehenen Medien können jederzeit zurückgegeben werden. Daran angeknüpft werden in einigen Bibliotheken im Handumdrehen die zurückgegebenen Medien mithilfe der integrierten Sortier- und Transportanlage einsortiert und schneller an das Regal zurückgeführt. In anderen Bibliotheken wiederum wird der Standort eines Mediums zusätzlich über einen sogenannten Smart Table ermittelt. Legt man ein Medium darauf ab, verändert sich der Standort im System automatisch und so ist die schnelle Auffindbarkeit des Mediums gesichert.

Schließlich profitieren auch die Mitarbeiter*innen von der modernen Technologie. Innovative Technologien versetzen die Bibliotheken in die Lage, ihre Arbeitsprozesse effizient zu gestalten und ihre Aufmerksamkeit auf die Menschen zu richten, um den neuen Anforderungen der Gesellschaft besser gerecht zu werden. Bibliotheken geben somit Hilfestellung und sind Ansprechpartner für all jene, die nicht im Internet zu Hause oder digital natives sind.

(Selbst-)Verständnis als sozialer Ort: Bibliotheken werden in Deutschland oft als Teil der kulturellen Infrastruktur verstanden, das zeigt sich u. a. in der organisatorischen Zuordnung vieler Stadtbibliotheken zum Kulturamt. Die Bibliothek ist (auch) „Tempel des Wissens, der Information“.

In den Niederlanden sehen sich Bibliotheken zunehmend auch als soziale Räume. Hier finden Interaktion, Austausch, Begegnung etc. statt, hier fühlt man sich wohl und erlebt Komfort.

Besonders deutlich wird dies, wenn es um die Beteiligung der Menschen an der Einrichtung geht: Der Prozess der Partizipation ist sicher nicht der einfachste und schnellste Weg, doch sorgt die Einbindung der Menschen und die Entwicklung einer gemeinsamen Vision auch für ein Gefühl „meiner / unserer“ Bibliothek. Das bedeutet allerdings auch ein Umdenken bei den Entscheider*innen und Planer*innen der Bibliotheken, wenn die Menschen sich als Partner*innen auf Augenhöhe sehen: „Beim Entwerfen einer Bibliothek betrachten wir deshalb die künftigen Benutzerinnen nicht als Kunden, sondern als Produzentinnen, Experten, Designerinnen oder Kollegen.“[9]

Die niederländischen Bibliotheken zeigen, dass Inspiration, Vorstellungskraft sowie Partizipation umsetzbar sind, ohne dass der bibliothekarische Aspekt dabei verloren geht. Frei nach dem Motto „I have to change to stay the same“ wird ein inspirierender Ort geschaffen, in dem sich neues Wissen angeeignet wird und zugleich kreative Ideen in Werkstätten, Laboren etc. geschöpft werden. Ein Ort, an dem sich die Besucher gegenseitig inspirieren.

Vielleicht haben wir etwas Neugier geweckt, indem wir ein klein wenig von den vielen Erfolgsrezepten der niederländischen Kolleg*innen berichtet haben. Die niederländischen Bibliotheken sind eine Reise wert – online oder besser noch vor Ort.

Reiseroute

  1. Arnhem, Rozet www.rozet.nl [Zugriff: 28.03.2023]

  2. Vught, De Petrus www.huis73.nl/vestigingen/vught.html [Zugriff: 28.03.2023]

  3. Tilburg, LocHal www.lochal.nl [Zugriff: 28.03.2023]

  4. Gouda, Chocoladefabriek https://chocoladefabriekgouda.nl [Zugriff: 28.03.2023]

  5. Rotterdam, Erasmus University Library www.eur.nl/library [Zugriff: 28.03.2023]

  6. Delft, DOK www.dok.info [Zugriff: 28.03.2023]

  7. Openbare Bibliotheek Amsterdam www.oba.nl [Zugriff: 28.03.2023]

  8. Schiedam, Bibliotheek in De Korenbeurs www.debibliotheekschiedam.nl [Zugriff: 28.03.2023]

  9. Utrecht, Bibliotheek Neude www.bibliotheekutrecht.nl [Zugriff: 28.03.2023]

Empfehlungen zum vertiefenden Lesen und Hören

Blog zur Studienreise, vgl. https://bi-international.de/studienreise-niederlande-25-28-10-2022-tag-1-2 [Zugriff: 28.03.2023].
„Psst – Der Bibliothekspodcast“ (Stadtbücherei Norderstedt): Eine Reise in die Niederlande, vgl. https://open.spotify.com/episode/4DnVLfoXAcmwyGG4vhvuWY?si=HivXlqd-QZKg25XWbsoRgg&nd=1 [Zugriff: 28.03.2023].
„Bibliotheca – quo vadis? – Ein Podcast zur Zukunft öffentlicher Bibliotheken aus dem Bibliothekslabor Chemnitz“ – Episoden 12 „BII-Reise in die Niederlande Teil 1: Kolleg:innen“ und 13 „BII-Reise in die Niederlande Teil 2: Bibliotheken“, vgl. https://www.stadtbibliothek-chemnitz.de/biblab-c/podcast [Zugriff: 28.03.2023].
Bruijnzeels, Rob: In sieben Schritten unterwegs zur Bibliothek der Zukunft. 2020, https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/fileadmin/user_upload/download/download/hochdrei/KSB_hochdrei_Publikation_Rob_Bruijnzeels.pdf [Zugriff: 28.03.2023].
Sternheim, Joyce & Rob Bruijnzeels: Imagination and participation: next steps in public library architecture. – Rotterdam: nai010 publishers, [2021]. – Alles über die Philosophie niederländischer Bibliotheken bzw. „Bibliotheksköpfe“, dazu viele Fotos herausragender Bibliotheken.

About the authors

Eva Göring

Fotografie Anna Kaduk.

Vlatko Momirovski

Foto privat.

Felix Stenert

FernUniversität in Hagen / Hardy Welsch.

Published Online: 2023-06-02
Published in Print: 2023-06-02

© 2023 bei den Autoren, publiziert von De Gruyter.

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 5.12.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/bd-2023-0047/html
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