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Publicly Available Published by De Gruyter July 3, 2019

Data Librarian – ein neuer Studienschwerpunkt für wissenschaftliche Bibliotheken und Forschungseinrichtungen

Data Librarian – A New Study Focus for Academic Libraries and Research Institutions
Simone Fühles-Ubach, Philipp Schaer, Klaus Lepsky and Ragna Seidler-de Alwis

Zusammenfassung

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem neuen Studienschwerpunkt „Data Librarian“ im Studiengang „Data and Information Science“, der seit dem Wintersemester 2018/19 am Institut für Informationswissenschaft der Technischen Hochschule Köln angeboten wird. Im Rahmen einer gemeinsamen Akkreditierung aller Bachelor-Studiengänge des Instituts entwickelt, bündelt bzw. vermittelt er u. a. umfassende Kenntnisse in den Bereichen Datenstrukturen, Datenverarbeitung, Informationssysteme, Datenanalyse und Information Research in den ersten Semestern. Das sechsmonatige Praxissemester findet in einer wissenschaftlichen Bibliothek oder Informationseinrichtung statt, bevor die Schwerpunkte Forschungsdaten I+II, Wissenschaftskommunikation, Szientometrie und automatische Erschließung vermittelt werden.

Abstract

The article deals with the new specialization “Data Librarian” in the program “Data and Information Science”, which has been started in winter semester 2018/19 at the Institute for Information Science at TH Köln – University of Applied Sciences. As part of a joint accreditation of all Bachelor’s programmes of the Institute, it develops, bundles and imparts comprehensive knowledge in the areas of data structures, data processing, information systems, data analysis and information research in the first semesters. A six-month practical semester takes place in a scientific library or information facility, before the main topics research data I+II, science communication, scientometry and automatic indexing are taught.

Studienreformen sind häufig nicht von umwälzenden Änderungen geprägt, sondern von überwiegend formalen Prozessen und Vorgaben, die alle sieben Jahre im Bereich der Programmakkreditierung an einer Hochschule durchlaufen werden müssen. Am Institut für Informationswissenschaft der TH Köln hat sich dies jedoch von Anfang 2017 bis Ende 2018 deutlich anders entwickelt. Angeregt durch die gravierenden Veränderungen in der Praxis des Bibliotheks- und Informationsbereichs (schwierige Lage der ZB MED in Köln und Bonn) und auch im Hochschulbereich (Informationswissenschaft der HHU) hat sich das Institut für eine gemeinsame Reakkreditierung und eine Neuausrichtung seiner Bachelor-Studiengänge entschieden. In einem anderthalbjährigen Studienreformprozess sind drei deutlich reformierte, teilweise sogar ganz neue Studiengänge entstanden, wobei sich auch ein neuer Studienschwerpunkt bzw. ein neues Berufsbild, speziell für wissenschaftliche (Spezial-)Bibliotheken entwickelt hat – der Data Librarian.

1 Studiengangsentwicklung anhand der Curriculumswerkstatt

Der Hochschulentwicklungsplan 2020 der TH Köln stellt unter anderem die Kompetenzorientierung in den Fokus ihrer Bildungs- und Entwicklungsziele,[1] wie dies seit mehreren Jahren auch von der Hochschulrektorenkonferenz gefordert wird.[3][2] Zentraler Aspekt ist dabei die Ausrichtung der Hochschulbildung auf die „Employability“ der Studierenden und damit auf die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der Arbeitswelt. Das Instrument, um eine kompetenzorientierte Studiengangsentwicklung zu erreichen, ist die sogenannte „Curriculumswerkstatt“. Dies ist an der TH Köln sowohl der Prozess bei Einführung neuer Studiengänge als auch das Instrument der kontinuierlichen Studienreform bestehender Studienangebote.

Abb. 1 Prozessablauf CurriculumswerkstattSzczyrba (2017).

Abb. 1

Prozessablauf Curriculumswerkstatt[3]

1.1 Kompetenzorientierung als Basis des Absolventenprofils

Im ersten Schritt wurde das Absolventenprofil erarbeitet. Dieser Vorgang zeichnet sich dadurch aus, dass in einem integrierten Verfahren insgesamt vier Perspektiven berücksichtig werden (siehe Abb. 3).

Im ersten Schritt wurde die Binnensicht der Lehrenden am Institut für Informationswissenschaft erhoben, d. h. es erfolgte eine kritische Reflektion von Inhalt und Struktur der bisherigen Studiengänge und die Erarbeitung einer Stärken- und Schwächenanalyse (SWOT), um interne Einschätzungen und Ansatzpunkte für Veränderungen und Verbesserungen zu ermitteln. Darüber hinaus gab es eine Sichtung von Daten und Publikationen zur Arbeitsmarktsituation, Stellenausschreibungen und aktuellen Positionspapieren aus Verbänden und Wirtschaft,[4] um die sich ändernden zukünftigen Rahmenbedingungen und Erwartungen auf dem Arbeitsmarkt gezielt zu erfassen. Auch ein Benchmark mit ähnlichen Studiengängen anderer Hochschulen wurde durchgeführt.

Während die interne Erarbeitung der Ergebnisse in verschiedenen Arbeitsgruppen und Konstellationen erfolgte, wurden die externen Treffen in Form von sogenannten Zukunftswerkstätten erarbeitet. Dies ist eine Methode, die unter Einbeziehung von Moderatoren die Selbstorganisation, Wahrnehmungsfähigkeit, Fantasie und Handlungskompetenz der Teilnehmenden fördert und so Möglichkeiten zur Realisierung gemeinsamer Ideen entwickeln hilft und in der Umsetzung beratend begleitet. Durch die dialog-orientierte, partizipative und ergebnisoffene Form bietet sich diese Methode für Such- und Aushandlungsprozesse von Gruppen und Organisationen an.[5]

Eine Zukunftswerkstatt besitzt drei Stufen: Sie startet als Kritikphase für die Bestandsaufnahme und geht dann über in eine Utopie- und Kreativphase und endet dann in der Realisierungsphase bzw. Praxisphase (s. Abb. 2).

Abb. 2 Zukunftswerkstatt

Abb. 2

Zukunftswerkstatt

1.2 Der Blick von außen: Bibliotheksleitungen und IT-Verantwortliche/Ausbildungsleiter/Alumni

Moderiert durch ein Team von ein bis zwei Kollegen aus dem Zentrum für Lehrentwicklung (ZLE) der Hochschuldidaktik der TH Köln wurde eine halbtägige Zukunftswerkstatt mit ca. 20 Vertretern aus Öffentlichen (ÖB) und Wissenschaftlichen und oder Spezial-Bibliotheken (WB) unterschiedlicher Größenordnung sowie Fachstellen veranstaltet. Die bisherigen Studieninhalte wurden vorgestellt und auf Ihre Zukunftsfähigkeit hin analysiert. Es wurde expliziert formuliert, wo ein „mehr“ oder ein „weniger“ oder ein „anders“ gewünscht wurde. Gleichzeitig wurden neue Bedarfe hinsichtlich der Fähigkeiten und Kompetenzen artikuliert und gänzliche Streichungen vorgeschlagen und abschließend themenspezifisch gesammelt und geclustert.

In einem weiteren Treffen mit den Ausbildungsleitern von Bibliotheken (Schwerpunkt NRW) stand die Zuordnung von Kompetenzen und Kompetenzniveaus zu den bisher erfassten Spezialisierungen ÖB, WB und Data Librarian im Vordergrund. Diskutiert wurden die Unterschiede zwischen Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken bei den gewünschten Vertiefungsstufen, z. B. in den Bereichen der Formalerschließung (u. a. RDA), Informationskompetenz oder Bibliotheksmanagement.

Die Zukunftswerkstatt mit den Studierenden bezog sich in der Hauptsache auf das Erleben und die Wahrnehmung des aktuellen bzw. des früheren Studiengangs, seiner Organisation (u. a. Praxisphase) und seiner inneren Struktur des Aufeinanderfolgens der Module. Gleichzeitig wurden die Vorschläge aus den vorangegangenen Zukunftswerkstätten mit den Bibliotheks- und IT-Leitungen sowie den Ausbildungsleitern thematisiert und mit den Vorstellungen der Studierenden abgeglichen.

In der Gesamtschau wurde das Absolventenprofil multiperspektivisch erarbeitet:

Abb. 3 Perspektiven für das Absolventenprofil

Abb. 3

Perspektiven für das Absolventenprofil

1.3 Ergebnisse und Entscheidungen

Nach Durchlauf aller Zukunftswerkstätten ergaben sich folgende Entscheidungen:

  1. Der Wunsch nach einer deutlicheren inhaltlichen Schwerpunktsetzung nach Bibliothekssparten (WB,[6] ÖB) aufgrund der sich immer stärker vollziehenden Ausdifferenzierung von Wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken und den sich daraus ergebenden verschiedenen Kompetenzprofilen.

  2. Der Bedarf für die Entwicklung eines neuen Profils für einen Data Librarian, d. h. einen IT-affinen Spezialisten im Bereich von Repositorien, Forschungsdaten, eScience-Prozessen und anderen neuen, datenbasierten Aufgabenfeldern in Wissenschaftlichen und oder Spezial- Bibliotheken.

Diese Entscheidungen führten zur Entwicklung von zwei Studiengängen mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen (vgl. Abb. 4). Der Bachelor Bibliothek und digitale Kommunikation hat zum neuen Studiengang Data and Information Science Überschneidungen im Bereich des Schwerpunktes für wissenschaftliche Bibliotheken, auf die später noch näher eingegangen wird.[7] Der Bachelorstudiengang Data and Information Science löst den bisherigen Studiengang Angewandte Informationswissenschaft ab und erweitert den bisherigen informationswissenschaftlichen und -wirtschaftlichen Fokus auf die mehr technisch- und datengetriebenen Methoden der Data Science.

Abb. 4 Entwicklung getrennter Bachelor-Studiengänge

Abb. 4

Entwicklung getrennter Bachelor-Studiengänge

2 Absolventenprofil Data and Information Science

Auf Grundlage der vorgenannten Prozesse und Überlegungen wurde ein neuer Bachelorstudiengang Data and Information Science (DIS) konzipiert. DIS führt zu einem Bachelor of Science, der die Studierenden an den Schnittpunkten zwischen Informationswissenschaft, Data Science und den beiden Anwendungsgebieten Wirtschaft (Data Analyst) und Wissenschaft/Bibliothek (Data Librarian) ausbildet.

Der Studiengang ist ein praxisorientierter, sieben-semestriger Bachelor-Studiengang mit interdisziplinärer Ausrichtung, in dem die Studierenden über die Bearbeitung von Fragestellungen in Laborpraktika und eigenen Forschungsprojekten mit starkem Praxisbezug Lösungen für den Bereich der Informationsbranche erarbeiten. Dies umfasst neben vorrangig informations- und datenwissenschaftlichen auch technische, regulatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte. Die Studierenden lernen forschend und unter Verwendung eines breiten Spektrums an Methoden die Herangehensweise an komplexe Probleme. Im 4. Semester findet ein Praxissemester statt, indem die Studierenden ihre theoretisch erworbenen Kenntnisse in einer Forschungseinrichtung, wissenschaftlichen Bibliothek oder einem Unternehmen praktisch umsetzen können. Die Studierenden erlangen eine reflexive Sensibilität für das Berufsfeld und entwickeln hierbei eine Schnittstellenkompetenz, die ihnen eine Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten entlang der Wertschöpfungskette der Erzeugung, Organisation und Analyse von Daten und Informationen ermöglicht. Mit dem im Studium erworbenen interdisziplinären Horizont können sie sich mit unterschiedlichen Disziplinen und Anwendungsgebieten über relevante Themen der äußerst heterogenen Informationsbranche austauschen.

Die Absolventen des Studiengangs Data and Information Science können Daten, Informationen und Medien in Informationssystemen effektiv und effizient transformieren, erschließen, speichern, suchen, analysieren und aufbereiten. Dies setzen sie um mit Methoden der Information Science (z. B. Information Retrieval, Informationserschließung, Informetrie) und mathematisch/technischen Verfahren der Data Science (Programmierung, statistische Analyse) und anderer Analysemethoden vor dem Hintergrund eines konkreten Anwendungsfeldes (Wirtschaft: Data Analyst bzw. Wissenschaft und Forschung: Data Librarian). Mit diesem Methodenmix sind Absolventen des DIS-Studiengangs besonders für die Anforderungen der modernen daten- und informationsgetriebenen Arbeitswelt gerüstet. Sie bilden mit ihrem Profil die Schnittstelle zwischen IT-Entwicklung und dem Informationsbedarf in Organisationen und Unternehmen. Ihre umfangreichen informationswissenschaftlichen Kenntnisse befähigen sie zu wissenschaftlich und wirtschaftlich fundierter Arbeit und verantwortlichem Handeln in der beruflichen Praxis. Sie besitzen ein Verständnis für den interdisziplinären Kontext der Entwicklung von Daten- und Informationsverarbeitung. Darüber hinaus sollen die Absolventen gesellschaftliche Herausforderungen reflektieren und adressieren können und somit im Rahmen ihrer Aufgabenbereiche zu deren Lösung beitragen. Daher sind neben den fachlichen Schwerpunkten auch explizit Veranstaltungen zur Informationsethik, Medienrecht und Informations- und Quellenbewertung eingeplant.

Der Studiengang ist zweisprachig angelegt, d. h., es werden einige Veranstaltungen auch in englischer Sprache angeboten. Gerade in technischen Bereichen werden Inhalte, Fragestellungen und Probleme meist auf Englisch kommuniziert. Neben den englischsprachigen Studienanteilen werden Praxisaufenthalte im Ausland über ein Auslandssemester oder ein Praxissemester im Ausland explizit gefördert.

Da der Studiengang im Kern ein informationswissenschaftlicher Studiengang ist, nimmt die Ordnung und Priorisierung von Informationen einen besonderen Stellenwert im Curriculum ein. Die Absolventen sind in der Lage, relevante Zusammenhänge und Schlussfolgerungen aus gewonnen Informationen herauszuarbeiten und zu analysieren. Sie sind in der Lage, informationswissenschaftliche Erkenntnisse unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Erfordernisse in die wirtschaftsbezogene und wissenschaftliche Verwertung von Daten und Informationen zu übertragen. Sie verfügen über ein breites Spektrum an Techniken und Methoden und können diese zur Entwicklung und Analyse von Informationsprodukten anwenden. Das Ziel des Studiengangs ist es daher, die Absolventen in die Lage zu versetzen, heterogene Informationsquellen im Kontext ihrer Arbeit zu nutzen, zu analysieren und zu bewerten. Gleichzeitig sollen Sie aber auch digitale Informationssysteme gestalten und integrieren.

2.1 Schwerpunkte und Inhalte

Der Studiengang Data and Information Science bietet die Wahl zwischen zwei Studienschwerpunkten, die jeweils einen mit Anteilen von 60 ECTS umfassen:

  1. Data Analyst für den wirtschaftlich geprägten Anwendungsbereich sowie

  2. Data Librarian für die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Abb. 5 Der Studiengang Data and Information Science und seine fachlichen Ausprägungen

Abb. 5

Der Studiengang Data and Information Science und seine fachlichen Ausprägungen

Die Inhalte des Studiengangs sind bestimmt durch das Arbeiten mit Daten und Informationen in unterschiedlichen Ausprägungen und Anwendungsbereichen und sind in die folgenden Bereiche, wie in Abb. 5 zu sehen, gruppiert und den Oberbegriffen Data Science, Information Science oder Applications zugeordnet.

Grundlage für den Studienbereich Data Science sind die technischen Fertigkeiten, die im Themenfeld „Data Processing“ gelehrt werden: Identifizieren, Analysieren und Extrahieren unterschiedlicher Informationsarten (auch unter Verwendung statistischer Verfahren); Modellieren und Speichern von Daten, Information und Medien in Datenbanksystemen und deren effektive Anbindung an Informationssysteme; Extrahieren, Transformieren und Aggregieren von Information aus Massendaten unter Verwendung algorithmischer Verfahren wie Text und Data Mining.

Aufbauend auf den zuvor erlangten Kompetenzen können Daten und Informationen im Themenfeld „Information Systems“ weiterverarbeitet, durchsucht und assoziiert werden. Hierzu werden grundlegende Kenntnisse der Programmierung anhand von Python, der Softwareentwicklung und der Softwareadministration vermittelt. Weitere Inhalte dieses Bereiches sind das Entwickeln und der Einsatz der Einsatz von Dokumenten- und Content-Management-Systemen, Retrieval-Systemen und von semantischen Technologien für wissensbasierte Systeme.

Der informationswissenschaftliche Studienbereich wird durch die beiden Themenfelder „Information Structures“ und „Information Analysis“ abgedeckt, wobei Information Structures das Erschließen von Informationen für Suchprozesse, das automatische Erschließen für Suchprozesse, das Strukturieren von Informationen in Systemen zur Wissensorganisation sowie die Theorie, den Entwurf und die Evaluation von Information-Retrievalsystemen meint. Die „Information Analysis“ wird durch das Visualisieren von Information zur Unterstützung der effektiven Informationsaufnahme und Informationsanalyse und die Themen Informetrie und Messung von Impact abgedeckt.

Einen gedanklichen Unterbau bietet der Studienbereich „Information Society“, der ethisches und rechtliches Bewerten von Prozessen der Informationsgewinnung, die Kenntnisse von Informationsquellen und die Bewertung von deren Qualität sowie den Datenschutz zum Thema hat.

Die beiden Schwerpunkte Wirtschaft sowie Wissenschaft/Bibliothek/Forschung sind durch die Themenfelder „Information Research“ und „Research Data“ abgedeckt. Während Information Research effektives Suchen und Recherchieren von verlässlicher Information in externen Informationsquellen, das Analysieren von Informationen für unternehmerische Entscheidungsprozesse (z. B. Markt- und Wettbewerbsanalysen) und disruptive Entwicklungen (z. B. im e-Commerce oder im Bildungs-/Wissenschaftsbereich) sowie das Integrieren von Information aus unterschiedlichen Quellen behandelt, werden im Bereich Research Data die Themen Data Management (z. B. Erstellung und Umsetzung von Data Management-Plänen), Datenweitergabe und -nachnutzung und der Research Lifecycle betrachtet.

Modulmatrix und Veranstaltungskonzeption

Abb. 6 Modulmatrix und Studienverlauf Data Librarian

Abb. 6

Modulmatrix und Studienverlauf Data Librarian

Abb. 7 Legende Modulmatrix/farbige Themenfelder des Studienschwerpunktes „Data Librarian“

Abb. 7

Legende Modulmatrix/farbige Themenfelder des Studienschwerpunktes „Data Librarian“

Für die Absolventen des Studiengangs „Data and Information Science“ ist durch die Schwerpunktsetzung ab dem Praxissemester eine Fokussierung auf ein spezifisches Berufsfeld möglich. Dabei zielt der Schwerpunkt des „Data Librarian“ im Besonderen auf den Bereich von Bildung, Wissenschaft und Forschung. Er umfasst damit auch die Wissenschaftlichen Bibliotheken und die Spezialbibliotheken. Der Beginn des Studiums im gewählten Schwerpunkt beginnt mit dem 4. Semester (Praxissemester). Diese Praxisphase ist verpflichtend im Bereich einer wissenschaftlichen (Spezial-)Bibliothek oder einer Informations- oder Forschungseinrichtung abzuleisten und führt die Studierenden in die Bibliothekssparte ein. Im 5. bis 7. Semester werden durch vier fachliche Module, die gemeinsam mit den Studierenden des Studienschwerpunktes „Wissenschaftliche Bibliothek“ des Studiengangs „Bibliothek und digitale Kommunikation“ absolviert werden, spezifische Themen des Berufsfelds[8] vertieft:

  1. Information Consultancy; Wissenschaftskommunikation & Wissenschaftssoziologie und -politik (5. Semester)

  2. Forschungsdaten I, Lizenzmanagement, Digitales Publizieren & Open Access (6. Semester)

  3. Automatische Erschließung (6. Semester)

  4. Forschungsdaten II, Digitalisierung und Langzeitarchivierung (7. Semester)

Zwei große, jeweils zweisemestrige Projektarbeiten sollen darüber hinaus eine weitere Intensivierung schwerpunktspezifischer Themen mit deutlichem Praxisbezug ermöglichen:

  1. Projektarbeit I und II (jeweils zweisemestrig, 5./6. bzw. 6./7. Semester)

Idealerweise führen die Inhalte der beiden Projektarbeiten zum Wunsch einer weiteren Vertiefung im Rahmen einer Bachelorarbeit.

3 Fazit

Das erste Fachsemester des Studiengangs Data and Information Science ist im Wintersemester 2018/19 mit zunächst 64 Studierenden gestartet. Im Studiengang ist der Anteil der männlichen Studierenden mit 51 deutlich höher als der Anteil der weiblichen Studierenden im ersten Semester. Im Vorfeld gab es ein gravierendes Interesse der Studierenden in der Studienberatung für diesen neuen Bachelor-Studiengang. In der ersten Phase des praktisches Abgleichs mit der Berufswelt, der Berufsfelderkundung, die sechs Wochen nach Beginn des Studiums in Form einer Projektwoche stattfindet, konnten drei Bibliotheken/Forschungseinrichtungen (ZB MED, Bibliothek des FZ Jülich, GESIS) mit geographischer Nähe zur TH Köln von DIS-Studierenden besucht werden. Die Studierenden zeigten ein deutliches Interesse an dem Studienschwerpunkt Data Librarian. Für das Praxissemester (4. Semester) werden deutlich mehr Einrichtungen zur Auswahl der Studierenden für diesen Schwerpunkt stehen. Ende 2019 wird die erste Evaluation ergeben, welche Werte die Studieneingangsbefragung (Zufriedenheitsbefragung) ergeben. Mit großem Interesse sieht man den zukünftigen Zahlen der Studienanfänger entgegen, sowie den konkreten Absolventenzahlen.

Literaturverzeichnis

Fühles-Ubach, Simone (2018): Bibliothekare und Data Librarians – neue Profile für das bibliothekarische Fachpersonal der Zukunft. In: o-bib: Das offene Bibliotheksjournal, 4. Verfügbar unter https://www.o-bib.de/article/view/5415/7421. DOI: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S7-17.Search in Google Scholar

Lang, Siglinde; Zobl, Elke (2013): Über kollaborative Wissensproduktion und partizipative Lernprozesse zu zivilgesellschaftlicher Mitbestimmung. in: Magazin Erwachsenenbildung.at, (19) 10. Verfügbar unter https://www.pedocs.de/volltexte/2013/7895/pdf/Erwachsenenbildung_19_2013_Lang_Zobl_Ueber_kollaborative_Wissensproduktion.pdf.Search in Google Scholar

Leitbild des Hochschulentwicklungsplans 2030 der TH Köln (2019). Verfügbar unter https://www.th-koeln.de/mam/downloads/deutsch/hochschule/profil/hochschulentwicklungsplan2030.pdf.Search in Google Scholar

Modulbuch Bachelor-Studiengang Data and Information Science (2018): TH Köln. Verfügbar unter https://www.th-koeln.de/mam/downloads/deutsch/studium/studiengaenge/f03/180111_dis-modulbuch_vorlaufig_lz.pdf.Search in Google Scholar

Szczyrba, Birgit (2017): Curriculumswerkstatt (internes Papier TH Köln).Search in Google Scholar

Schaper, Nicolas et. al. (2012): HRK-Fachgutachten zur Kompetenzorientierung in der Lehre, Hochschulrektorenkonferenz – Projekt Nexus. Verfügbar unter https://www.hrk-nexus.de/fileadmin/redaktion/hrk-nexus/07-Downloads/07-02-Publikationen/fachgutachten_kompetenzorientierung.pdf.Search in Google Scholar

Online erschienen: 2019-07-03
Erschienen im Druck: 2019-07-01

© 2019 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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