Open Access Published by De Gruyter April 14, 2021

Ehrensache – Freiwillig für die Stadtbücherei Münster

Volunteering in Public Libraries-Examples from Münster Public Library
Christiane Schelletter and Carsten Topp

Zusammenfassung

Der Freiwilligenarbeit der Stadtbücherei Münster ist dieser Beitrag gewidmet. Die vielfältigen Facetten werden am Beispiel des „Freiwilligenmodells“ zum Erhalt der Stadtteilbibliotheken, den Vorlesepatenschaften in den Büchereien, aber auch außerhalb in Schulen und Kitas oder mittels Bookbike an öffentlichen Orten (Spielplätze etc.) beschrieben. Hinzu kommen Förderverein und Freundeskreis, die eine Vielzahl von Projekten (Bücherflohmärkte, offene Bücherregale, Jahreszeitenfeste, Büchereigartenpflege) unterstützen.

Abstract

This article scrutinises the voluntary work of Münster Public Library, Germany, North Rhine-Westphalia. Various aspects of the “volunteer model” as a way of maintaining the branch libraries will be explored, such as reading sponsorships, which take place in libraries, schools, and day care centres or by means of a cargo bike in public places (playgrounds etc.). In addition, the sponsoring society and the library friends association support a large number of projects (e.g. book flea markets, open book shelves).

1 Einführung

1.1 Die Stadtbücherei Münster – ein Ort der Bildung und Begegnung

Seit 1993 steht der prägnante Bau der Stadtbücherei Münster am Alten Steinweg und gehört zu den architektonischen Highlights der Stadt – zentral gelegen, ein gesellschaftlich offener Ort. 230 000 Medien stehen in der Hauptstelle und den Stadtteilbüchereien insgesamt zur Verfügung und 1 554 708 Mal nahmen 34 658 Kundinnen und Kunden diese mit nach Hause. Darüber hinaus leisten fünf Stadtteilbüchereien und ein Bücherbus kompetente Arbeit in den Stadtteilen. Damit sind die Stadtbücherei und ihre Stadtteilbüchereien wie kaum eine andere Bildungseinrichtung im ständigen direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern und Kooperationspartnern der Stadt. Sie sind verlässliche Partner in der Stadtgesellschaft und realisieren niederschwellig und konsumfrei seriöse Informationsvermittlung, bieten Wissen und Kultur, unterstützen beim Erwerb (digitaler) Medienkompetenz und sind Orte des Miteinanders.

Obwohl 1,5 Millionen Ausleihen im Jahr bei 315 000 Einwohnerinnen und Einwohner eine beachtliche Zahl bleibt, sind sowohl Ausleih- als auch Besucherzahlen seit Jahren tendenziell rückläufig. Nach wie vor sind die Bereitstellung von Informationen und die Ausleihe von Medien Kernaufgaben der Bücherei. Doch allein durch die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche verändern sich die Anforderungen: Aus dem Ort der Bücherausleihe ist ein Ort des Lernens und ein Treffpunkt geworden. Sowohl im Leitbild der Stadtbücherei als auch im Bibliotheksstärkungsgesetz Nordrhein-Westfalens sind die Chance auf freie Information und Bildung für alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten sowie auf individuellen Zugang zu Medien und die Förderung der Lese- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen als Ziele fest verankert. Doch Information und Bildung finden schon lange nicht mehr nur zwischen zwei Buchdeckeln statt. Veranstaltungen wie z. B. Diskussionsforen, Vorträge, Workshops, Kreativräume für unterschiedliche Zielgruppen und möglichst langer Zugänglichkeit stehen im Widerspruch zu knapper werdenden personellen und finanziellen Ressourcen. Die Einbindung des Ehrenamtes ist ein Weg, mit diesem Dilemma unterstützend umzugehen.

1.2 Ehrenamt: Möglichkeiten, Projekte, Aktivitäten – ein kurzer Überblick

Seit fast 15 Jahren engagieren sich mehr als 100 Freiwillige regelmäßig und in unterschiedlichster Art und Weise für die Stadtbücherei. So wird der Ausleihbetrieb der beiden Stadtteilbüchereien am Hansaplatz und am Aaseemarkt jeweils in Begleitung einer hauptamtlichen Leitung mit je rund 20–40 vertrauensvollen Helferinnen und Helfern betrieben. Diese sind zum Teil seit mehr als zehn Jahren in ihren Stadtteilbüchereien tätig und haben der damals drohenden Schließung durch die Haushaltskonsolidierung in den Jahren 2005/2006 motiviert und erfolgreich entgegengewirkt.

Außerdem bereichern mehr als fünfundzwanzig Vorlesepatinnen und Vorlesepaten, „Münsters Leseluchse“, in der Kinderbücherei und in den Stadtteilbüchereien zahlreiche Vorleseaktionen, die mit großem Aufwand und sehr individuell durchgeführt werden. Zu dieser Gruppe sind seit dem Jahr 2018 weitere rund zwanzig „mobile Leseluchse“ hinzugekommen, die sich der Aufgabe gestellt haben, ein mit Kinderbüchern beladenes Lastenrad an viele verschiedene öffentliche Orte zu fahren, um Leseförderung im Rahmen der aufsuchenden Kulturarbeit zu leisten.

Neben diesen großen Gruppen, die sich innerhalb der Stadtbücherei engagieren, wird die Stadtbücherei sowohl von einem Freundeskreis als auch in den mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführten Stadtteilbüchereien von zwei Fördervereinen unterstützt. Diese übernehmen Veranstaltungsplanung und -finanzierung für z. B. Jahreszeitenfeste oder kleine Abendveranstaltungen. Sie stellen Gelder zur Verfügung für Babygutscheine, besondere Aktionen oder Werbemaßnahmen. Auch organisieren sie einmal im Monat einen Bücherflohmarkt. Sie unterstützen Projekte wie die offenen Bücherregale für geflüchtete Menschen oder die „Klötzchentage“, an denen sich über mehrere Tage viele Menschen jeglichen Alters begeistert mit Legosteinen in ihrer kreativen Bauaktivität auslassen können.

Besonderes ehrenamtliches Engagement bringen die „Garden Girls“ mit – eine kleine Gruppe Frauen mit „grünem Daumen“, die den Lesegarten der Stadtbücherei mit großer Leidenschaft bewirtschaftet. Ein kleines Gartenhäuschen und Gartengerät wurden mittlerweile angeschafft, ein Lesegarten-Blog dient der Kommunikation innerhalb des Teams, die Beete wurden umgegraben und sozusagen „in Dauerblüte“ bepflanzt.

Eine Ehrenamtliche, die im Stadtteil Gievenbeck ein Seniorenheim mit Lektüre versorgt und Romane vorstellt, wird in der vor Ort gelegenen Stadtteilbücherei unkompliziert durch den hauptamtlichen Kontakt mit Beratung und Medien versorgt.

2 Bürgerschaftliches Engagement und der stete Wandel am Beispiel der Stadtteilbücherei im Aaseemarkt

2.1 Gründung des Fördervereins – Rekrutierung der Freiwilligen

Im Jahr 2006 drohte der Stadtteilbücherei im Aaseemarkt die Schließung. Dagegen gab es vielfältigen Widerstand aus der lokalen und stadtweiten Bürgergesellschaft. Das Ergebnis: Die Lokalpolitik bot den Erhalt mit reduzierter Personalausstattung, Freiwilligenarbeit und geringeren Öffnungszeiten an. Der „Förderverein für die Stadtteilbücherei im Aaseemarkt e.V.“ wurde gegründet und ein Team von 20 Freiwilligen wurde aufwändig rekrutiert. Die Anwerbung erfolgte über alle öffentlichen Kanäle wie lokale Tageszeitungen, Bürgerversammlungen, die Homepage der Stadtbücherei über Folder, Plakate oder Mundpropaganda.

Circa 30 Interessierte meldeten sich. Es folgten Einzelgespräche mit jeweils einem Vertreter der Stadtbücherei und des Vereins, gestützt durch einen Gesprächsleitfaden und Protokollierung. Nach Abschluss der Gespräche wurden die Ergebnisse dann in gemeinsamer Runde von Stadtbücherei und Verein bewertet und über die Teilnahme der Bewerber entschieden. Eine Aufnahme erfolgte bei einstimmiger, positiver Entscheidung.

Es folgten Auftakt- und Einführungsveranstaltung, Kleingruppenschulungen in der Haupt- oder Stadtteilbücherei sowie Einzelhospitationstermine und die Einarbeitung in die verschiedenen Elemente der Bibliotheksarbeit.

Mit jedem Mitarbeitenden wurden Vereinbarungen abgeschlossen, in denen formale Verbindlichkeiten definiert sind, wie z. B. Kassentätigkeit, Datenschutz, Information zu Verfahren und Regeln des Büchereibetriebs. Alle freiwillig Tätigen vertreten in ihrer Arbeit die gesamte Einrichtung gegenüber den Kundinnen und Kunden.

Überzeugungsarbeit ist zu diesem Zeitpunkt sowohl bei der Bürgerbewegung, die zur Wahrnehmung des staatlichen Bildungsauftrags einen vollprofessionellen Stadtteilbüchereibetrieb forderte, als auch bei den Mitarbeitenden der Stadtbücherei notwendig, die ihrerseits ein Verdrängungs- und Qualitätsverlustrisiko fürchteten.

Von Anfang an gelang und gelingt die Arbeit zwischen allen Beteiligten auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt. Der Betrieb ist gekennzeichnet von bibliothekarischer Qualität, Probleme werden von allen Seiten – Stadtbücherei, Leserschaft, Freiwillige und Verein – meist mit Wohlwollen und hoher Fehlertoleranz bearbeitet, Routine stellt sich nach wenigen Monaten ein. Die durchgängige Präsenz der Stadtteilbüchereileitung während der Öffnungszeiten wirkt sich in verschiedener Hinsicht positiv aus. Zunächst entlastet sie die Freiwilligen, besteht doch jederzeit die Möglichkeit, professionelle Kompetenz in der Tätigkeit hinzuzuziehen, etwa bei fachlich anspruchsvollen Einsatzkontexten mit der Bibliothekssoftware, mit seltenen Ausleihpraktiken oder im Umgang mit „schwierigen“ Kunden. Darüber hinaus fördert gemeinsames Arbeiten das Vertrauen auf beiden Seiten in die personenbezogene Kompetenz.

Die Freiwilligen bringen eine starke Motivation („Beitrag zum Erhalt der Stadtteilbücherei“) und eine hohe Verbindlichkeit ein und mit ihnen und ihrer „Brückenfunktion“ in Leser- und Nachbarschaft sinkt zudem die Hürde, das ohnehin schon niedrigschwellige Angebot der Stadtteilbücherei zu nutzen. Erhebliche Aufwände werden geleistet für Organisation, Kommunikation und inhaltliche Motivation und Vermittlung. Dies betrifft Themen wie das Selbstverständnis, die Hausregeln ebenso wie z. B. die Zusammensetzung des Medienbestands in der Stadtteilbücherei oder technische Hürden.

2.2 Organisation des Teams

Die Schichten der Freiwilligen werden so organisiert, dass sich bald Teilteams etablieren, die an einzelnen Wochentagen zum Einsatz kommen. Diese übernehmen Zusatzaufgaben wie Buchpflege, Organisation und Verwaltung des Brettspielbestands, Reinigungsarbeiten im laufenden Ausleihbetrieb.

Die geringe Größe der Teilteams erleichtert soziale Gruppenerfahrung und Vertrauensaufbau. Im gesamten Team mit einer Größe von 20 Personen kennen sich alle Mitglieder zumindest durch die gemeinsamen Teilnahmen an Teamveranstaltungen und gelegentlichen Schichtvertretungen.

Die Kommunikation mit den Freiwilligen erfolgt über persönliche Gespräche, Telefonate, E-Mails, ein in der Stadtteilbücherei geführtes Info-Buch und später einen Team-Blog als Informationsplattform zum Austausch der Stadtteilbüchereileitung mit den Freiwilligen. Begleitend finden regelmäßige Teamsitzungen statt, ebenso ein Austausch zwischen Stadtteilbüchereileitung und Verein zur Betriebsbegleitung und Modellentwicklung.

Die Kommunikation und Koordination mit der Hauptstelle der Stadtbücherei läuft vorrangig über die Stadtteilbüchereileitung, eine übergeordnete Koordinationsstelle zur Begleitung der Ehrenamtsmodelle gibt es in der Stadtbücherei in dieser Zeit noch nicht.

Beteiligt sind aber auch Vertreter spezifischer Funktionsbereiche der Stadtbücherei und der Führungsebene etwa mit der gelegentlichen Teilnahme an Teamsitzungen. Neben der Vermittlung fachlicher Informationen zeigt dies auch – besonders gegenüber den Freiwilligen – das Engagement der Stadtbücherei und deren Wertschätzung der Freiwilligenarbeit. Das trägt zur Motivation und Identifikation seitens der Freiwilligen bei.

Ein mittelfristig zweimal jährlich tagender Beirat wird ebenfalls etabliert. Dem Beirat gehören die Leitungsebene der Stadtbücherei, der Vereinsvorstand, die Stadtteilbüchereileiterin und eine Vertretung der Freiwilligen an.

Ergänzend werden themenorientierte Veranstaltungen durchgeführt mit (externen) Referenten zu allgemeinen fachlichen Neuerungen der Stadtbücherei oder mit themenspezifischer Ausrichtung z. B. „Kundenorientierung und schwierige Kunden, Autoritätsausübung und Rolle der Freiwilligen im Praxisbetrieb“ oder „Team-Identität und Selbstverständnis der Stadtbücherei, wo stehen wir, wohin wollen wir?“.

Unterstützt wird das Projekt auch durch besondere Begleitmaßnahmen. Die Stadtteilbüchereileitung nimmt Weiterbildungsangebote der Freiwilligenagentur wahr.

Gut angenommen werden außerdem die vom Verein ein- bis zwei Mal jährlich organisierten „Dankeschön“Veranstaltungen, bei denen im Rahmen eines Ausflugs (Abb. 1) der soziale Austausch und gemeinschaftlicher Freizeitgenuss im Vordergrund stehen.

Abb. 1 Ausflug der Freiwilligen der Stadtbücherei Münster: Anerkennung durch sozialen Austausch und gemeinsame Freizeit

Abb. 1

Ausflug der Freiwilligen der Stadtbücherei Münster: Anerkennung durch sozialen Austausch und gemeinsame Freizeit

2.3 Herausforderungen

Angesichts sich verändernder Anforderungen wie z. B. stärkerer IT-Orientierung, Digitalisierung, neuer Medienformate, Verfahrensänderungen im professionellen Gesamtbetrieb Stadtbücherei, geänderter Kundenansprüche usw. steigen die Komplexität und die Ansprüche an die Freiwilligen. Diese sind vielfach schon in der berufsbiografischen Spätphase oder bereits verrentet, oft in höheren Altersstufen, so dass den Ansprüchen tendenziell nicht in gleichem Maß erweiterbare Kompetenz- und Leistungsgrenzen gegenüberstehen.

Gerade die auf Dauer gestellte, mehrjährige Teamzugehörigkeit verlangt wegen der mit dem Älterwerden einhergehenden Kompetenz- oder Belastbarkeitsminderungen eine Begleitung zur Qualitätssicherung. Dies dient auch dem Schutz der Freiwilligeninteressen, ihrem Anspruch, kompetent in der Stadtteilbücherei zu arbeiten. Der Kontext ist sehr sensibel zu handhaben. Er fordert von der Stadtteilbüchereileitung anspruchsvolle Personalführung und Freiwilligenkoordination. Bei abnehmender oder stagnierender Leistungsfähigkeit zeigt sich Konfliktpotenzial zwischen dem Ziel eines qualitativ weitgehend professionellen Stadtteilbüchereibetriebs einerseits und den psychologischen, sozialpädagogischen Ansprüchen an Freiwilligenarbeit andererseits. Verständnis für verwaltungsmäßige Abläufe ist hier hilfreich.

Zugleich sollten aber kontextbezogen auch Spielräume entwickelt und genutzt werden, um in der Modellpraxis angemessene Lösungen zusammen mit den Beteiligten zu finden. Die Beendigung der eigenen Freiwilligenarbeit ist dabei auch eine Option, die aber möglichst erst als letzte Maßnahme infrage kommt. Umgekehrt sind die Modellziele und abgeleiteten Ansprüche neben den Interessen der Freiwilligen zu berücksichtigen.

Ähnlicher Bedarf besteht auch bei gruppendynamischen oder interpersonellen Konflikten im Team. Auch hier ist eine anspruchsvolle Begleitung und Unterstützung seitens der Stadtteilbüchereileitung erforderlich, die gerade nicht wie eine Führungskraft im professionellen Angestelltenverhältnis agieren kann, sondern sich am offeneren, weniger geregelteren Rahmen der Freiwilligenarbeit orientieren muss. Institutionelle Unterstützung und ggf. Begleitung von dritter Seite wie dem Verein oder psychologischer Fachunterstützung kann hilfreich sein.

Weitere Situationen sind z. B. nicht erfolgreiche Probezeiten, erhebliche Regelverletzungen oder auch divergierende Leistungs- oder Autoritätsbewertungen und allgemein eskalierende Konflikte, die den Betrieb oder die Freiwilligen persönlich belasten.

2.4 Weiterentwicklung des Modells nach 2013

Die geringen Öffnungszeiten von 15 Wochenstunden, die kundenseitige Nachfrage nach Samstagsöffnung und die vielfältigen Kontakte zu Bildungseinrichtungen und Nachbarschaft motivieren die Weiterentwicklung des Modells. Um ähnliche Öffnungszeiten wie im früheren vollprofessionellen Betrieb – bei gleichbleibender professioneller Stellenzuordnung von 30 Wochenstunden – zu realisieren, werden zwei Betriebsmodi eingeführt: „Präsenz“ und „Service“. Der Betrieb im Servicemodus läuft grundsätzlich mit anwesender Stadtteilbüchereileitung und vollem Serviceangebot mit dem bisherigen Freiwilligenteam. Zusätzlich wird an sechs Tagen in der Woche vormittags im Präsenzmodus geöffnet. Während der Präsenzzeit sind zur Kundenunterstützung lediglich zwei Freiwillige vor Ort. Die Standardleistungen stehen über ein Selbstverbuchungsterminal für die Kunden zur Verfügung. Mit der Ausweitung der Öffnungszeiten ist die Verdoppelung des Freiwilligenteams verbunden, um alle Öffnungszeiten abzudecken. Die Anforderungen an die Freiwilligen sind nach den Modi ausdifferenziert.

Die Stadtteilbücherei wird zudem technisch so ausgestattet, dass sie für die Nutzung durch ausgewählte Partner wie Schulen oder Bürgergruppen – außerhalb der Öffnungszeiten, ohne Personal und Ausleihbetrieb – zugänglich ist.

Ergänzt wird das Angebot durch die Installation eines Rückgabekastens außerhalb der Stadtteilbücherei, so dass kundenseitig Medien rund um die Uhr zurückgegeben werden können. Die Verbuchung erfolgt mit der jeweils folgenden Öffnung der Stadtteilbücherei.

Die Stadtteilbücherei wird mit den baulichen Veränderungen auch innenarchitektonisch umgestaltet. Neu ist ein Podest als separat nutzbare Fläche – z. B. als Bühne, Spielbereich oder für kleingruppenbezogene Aktionen –, verschiedenes Mobiliar wie Sofas und Hocker, Internet- und Katalogarbeitsplätze, eine geänderte Beleuchtung und Pinnwände sowie eine reduzierte, klar strukturierte Regalaufstellung.

Während die Ansprüche an „Service-Freiwillige“ unverändert bestehen, bearbeiten die „Präsenz-Freiwilligen“ keine Vorgänge mit der Bibliothekssoftware oder den verschiedenen, zusätzlichen Ausleihverfahren. Während der Präsenzschicht steht den Freiwilligen keine Stadtteilbüchereileitung vor Ort zur Seite, ein Kontakt in die professionelle Unterstützung ist lediglich telefonisch in Notfällen möglich. Im Präsenzmodus vertreten ausschließlich Freiwillige die Stadtbücherei gegenüber den Kunden. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung der Kunden in der Stadtteilbücherei, etwa bei der Mediensuche im OPAC, im Präsenzbestand oder bei der Selbstverbuchung. Gelegentlich werden auch Anfragen und besondere Fälle aufgenommen, die dann an die folgende Serviceschicht vermittelt werden zur Bearbeitung.

Die Verdoppelung des Freiwilligenteams auf bis zu 40 Personen und die verschiedenen Betriebsmodi erfordern mehr Vermittlung, Koordination und Kommunikation durch die Leitung und den Verein. Der Team-Blog als Kommunikationsplattform ist unabdingbar. Im Gesamtteam aller Freiwilligen entwickelt sich keine mit der des früheren Serviceteams vergleichbare Zusammengehörigkeit. Dafür mögen neben dem Wegfall des initialen Motivs „Rettung der Stadtteilbücherei“ auch die Teamgröße und die differenzierten Modi eine Rolle spielen. Zudem scheint die Freiwilligenklientel im Präsenzteam nach soziologischen Kriterien vielfältiger, divergenter und bringt auch gelegentlich gegenüber 2007 veränderte Ansprüche ein („Soziales Projekt“, „Gemütliches Ehrenamt“), die nicht immer im Einklang mit dem Ziel einer professionellen Stadtteilbücherei zu verwirklichen sind. Hier spielt auch eine Rolle, dass der Präsenzmodus von seiner Anlage her weniger auf professionelle Dienstleistung ausgerichtet ist, da bibliothekarische Servicedienstleistungen ausgeschlossen sind und keine entsprechenden Werkzeuge verwendet werden.

Die Besonderheit der Aufgabe besteht gerade in der Wirkung durch die persönliche Anwesenheit, verbunden mit bedarfsorientierter Unterstützung kundenseitiger Aktivitäten. Solch eine Praxis stellt erhebliche Anforderungen an das Rollenverständnis, das Selbstmanagement, die persönliche Motivation und die Disziplin. So fallen doch zu besuchsschwachen Zeiten kaum Arbeiten an („Museumswärter-Situation“) und kann in fordernden Kontexten umgekehrt nicht auf Servicewerkzeuge oder professionelle Hilfe zurückgegriffen werden. In diese Situation sind von der Stadtteilbüchereileitung mehr Koordination und Kommunikation gefragt. Gegenüber dem früheren Modell sind die Aufwände für die Vermittlung von Fachinformation und die Autoritätsausübung und Konfliktbearbeitung ungleich höher. Das Volumen interpersoneller Konflikte nimmt ebenfalls zu und erfordert von der Leitung personalführende Impulse.

Die Zugänglichkeit für geeignete Kooperationspartner wird für Veranstaltungen etwa der nachbarschaftlichen Grundschule („Lesenacht“, „Lesendes Klassenzimmer“) wie auch von verschiedenen selbstorganisierten, themenorientierten Gruppen aus der Nachbarschaft („Literaturkreis“, „Konversationsgruppen für Englisch, Französisch“, „Strickkreis“) oder nichtkommerziellen Anbietern von Bildungs- und Freizeitangeboten genutzt. Dabei erfolgt die Anfrage manchmal von der Bücherei an die Einrichtung, manchmal nehmen Partner auch initiativ Kontakt zur Bücherei auf mit einer Anfrage.

Mit der räumlichen Umgestaltung, für die aus dem Vereinsumfeld auch die professionelle Unterstützung eines Architekten gewonnen wurde, steigt die Aufenthaltsqualität der Bücherei. Die erweiterte Zugänglichkeit und die räumliche Umgestaltung stärken die Bücherei als sozialen und kulturellen Ort im Stadtteil. Die neuen Öffnungszeiten, insbesondere auch der Samstagvormittag werden nach einer Einführungsphase gut angenommen, die Anzahl der Ausleihen und Kunden steigt, die Stadtteilbücherei wird bekannter im Stadtteil und darüber hinaus.

Das Projekt beteiligt sich an verschiedenen Wettbewerben und wurde 2013 als PSD-Bürgerprojekt, gesponsert von der PSD-Bank Münster, gewürdigt. Es erhielt zudem den Bürgerpreis der Stiftung Bürger für Münster 2015 und wurde 2016 für den Deutschen Engagement-Preis nominiert.

2.5 Ausblick

Im Jahr 2017 wurden erste Diskussionen zur erneuten Weiterentwicklung in Stadtbücherei und Verein geführt. Der gesellschaftliche Trend zur Hochverfügbarkeit von Dienstleistungen legt eine weitere Ausweitung der Öffnungszeiten nahe. Die zunehmende Rolle der Stadtteilbücherei als sozialer Kulturort bietet ebenfalls weiteres Potenzial über die Funktion eines lokalen Medienanbieters hinaus.

Die bisherige Entwicklung führte generell zu Ergänzung und Ausbau des Bestehenden ohne Preisgabe der Qualität. Sie konnte mit einer Erhöhung des Umfangs und der Differenzierung des Freiwilligeneinsatzes geleistet werden. Mit einem aktuellen Team von 40 Freiwilligen und den Rahmenbedingungen seitens der Stadtbücherei ist eine weitere Ausweitung des Teams aber nicht darstellbar. Haushaltpolitisch sind ebenfalls keine Spielräume zu erwarten, die eine umfangreiche Erweiterung der Stellenzuordnung erlauben. Deshalb haben Stadtbücherei und Verein die zu Projektbeginn verworfene Variante „Open Library“ als ergänzenden Betriebsmodus konzipiert und eine weitere Modellausbaustufe projektiert.

Nach der Freiwilligenrolle wird jetzt die Kundenrolle noch weiter ausdifferenziert, um trotz beschränkter personeller Unterstützung die Stadtteilbücherei noch umfangreicher nutzbar zu machen. Vorgesehen ist die Kundenzugänglichkeit der Bücherei außerhalb der Service- und Präsenzzeiten für den personallosen Ausleihbetrieb mit Selbstverbuchung sowie die stärkere Nutzung als Veranstaltungsort nichtkommerzieller Akteure, vornehmlich aus dem Nahbereich. Analog zur früheren Entwicklung wird das vorhandene Raumkonzept wieder überarbeitet, um den verschiedenen Betriebsmodi gerecht zu werden. Insbesondere im personallosen Betrieb müssen die Kunden durch die Raumgestaltung in den verschiedenen Prozessen unterstützt und geleitet werden. Erforderlich ist die Erweiterung des Sicherheitskonzepts.

Insgesamt erweist sich das Projekt seit den Anfängen als Labor für innovative Stadtteilbüchereientwicklung. Diese ist gekennzeichnet von permanentem Entwicklungsanspruch.

Die duale Teilhaberschaft von Stadtbücherei und Verein sichert die Bindung an bürgerschaftliches Engagement, bibliothekarische Qualität und etabliert eine überdurchschnittliche Attraktivität der Einrichtung im Stadtteil. Mittlerweile ist eine weitere Stadtteilbücherei, die Bücherei am Hansaplatz, ähnlich aufgestellt, so dass eine Schließung auch dort verhindert werden konnte.

3 Wie Leseförderung und Outreach erfolgreich funktionieren

3.1 Die Leseluchse

Die Leseluchse (Abb. 2) gestalten seit vielen Jahren Vorleseaktionen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Lange Zeit fanden diese Veranstaltungen für Kinder nur am Samstag in der Hauptstelle der Stadtbücherei statt, aber mit der Zeit haben sie sich auch in allen Stadtteilbüchereien etabliert. Rund 25 Ehrenamtliche möchten Kindern durch ihr Vorlesen das Buch und die Welt der Geschichten eröffnen. Sie sind dabei sehr kreativ und bringen sich je nach Fähigkeiten in unterschiedlichster Art und Weise ein. Die Präsentation der Bücher kann einerseits als schlichtes Vorlesen bezeichnet werden, andererseits zeichnen sich die Sprecherinnen und Sprecher durch gute, ausdrucksstarke Stimmen und durch eine schauspielerische Begabung aus. So bringt nicht jeder das gleiche Talent mit, die zuhörende Kinderschar in den Bann der ausgewählten Geschichte zu ziehen oder sich in der Vorbereitungszeit entsprechend hierauf zu üben. Auch geht es darum, sich kreative Elemente zu überlegen, die bei den Kindern Spannung und Fantasie erzeugen. Gutes Vorlesen ist gegeben, wenn keine Langeweile aufkommt. Hier heißt es: Miteinander ins Gespräch kommen, abwägen, ausprobieren und diskutieren. Den Leseluchsen der Stadtbücherei wird einmal im Jahr eine Plattform zum allgemeinen Austausch und darüber hinaus die Gelegenheit gegeben, an einer Fortbildung zum Thema „Vorlesen“ teilzunehmen. Im Februar 2020 nannte sich die Fortbildung, geleitet von der Sprecherzieherin Tina Kemnitz: „Spannend und gut vorlesen“ – Sprechtraining für Literaturvermittler/Innen. Dabei standen die Atemtechnik, der Ausdruck, die Stimme, der Bezug des Vorlesers zum jeweiligen Hörer, die Einhaltung von Pausen und die Lautstärke im Fokus der fünfstündigen Fortbildung, die sich nicht nur effektiv zeigte, sondern gleichsam Spaß machte und den Teamgeist und die eigene Inspiration anregte.

Abb. 2 Leseluchse der Stadtbücherei Münster: Jahrestreffen

Abb. 2

Leseluchse der Stadtbücherei Münster: Jahrestreffen

Mittlerweile lesen Leseluchse in zwei Stadtteilbüchereien regelmäßig auch Kita-Gruppen vor und bauen so einen intensiven Kontakt zu den Einrichtungen auf. Sie laden die Kinder zu festen Terminen ein, bei denen BilderBuchKino gezeigt, zum Kamishibai oder direkt aus dem Buch vorgelesen wird. Die Aktionen werden intensiv vorbereitet und die Lehrenden, Sportpädagoginnen und Sportpädagogen oder auch Buchhändlerinnen und Buchhändler lassen sich jede Menge für die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer einfallen. Zur Aufgabe der jeweiligen Ansprechpartnerin oder des jeweiligen Ansprechpartners gehört es, die Leseluchse in ihren Ideen und Wünschen zu unterstützen, die Qualität der Veranstaltung zu verfolgen und konstruktives Feedback zu geben. Das selbstständige Miteinander und Agieren der Vorlesepatinnen und -paten sollte dabei möglichst im Vordergrund stehen. Die Freiwilligenkoordinatorin informiert sich in Abständen in der Kinderbücherei und den Stadtteilbüchereileitungen über die Zusammenarbeit, die Kitakontakte und die öffentlichen Vorlesestunden.

Ihre Anerkennung bekommen die Freiwilligen in der Regel von ihrem kleinen Publikum, aber auch von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie dem Bibliothekspersonal vor Ort. Darüber hinaus ist den Leseluchsen der Austausch untereinander sehr wichtig, die Treffen, die Fortbildungen und Vieles mehr. Der Jahresgutschein für die Nutzung der Stadtbücherei ist dabei eher Nebensache, aber dennoch ein wichtiges Instrument der Anerkennung. Es handelt sich um ein attraktives und anspruchsvolles Ehrenamt, wie es viele der Beteiligten ausdrücken und darum auch über lange Zeiträume bereits dabei sind. Die langjährige ehrenamtliche Leseluchskoordinatorin Katrin zu ihrem Engagement: „Für mich sind Geschichten etwas ganz Grundlegendes – wie etwa Essen, Trinken oder die Luft zum Atmen. Indem ich in andere Welten abtauchen kann mit anderen Menschen, Wesen, Ansichten – ja manchmal sind es ja sogar mehrere Welten in einem einzigen Buch – wird meine Welt viel größer und meine Haltung zu meiner Umwelt viel offener, freier ...“

3.2 Ein „Bookbike“ für Münster

Im Frühjahr 2018 wurde die Stadtbücherei von der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendliteratur NRW mit Sitz in Dortmund (Villa Jugendstil) angefragt, ein sogenanntes „Bookbike“ über die gesamte Sommersaison bis zum Herbst im Rahmen der aufsuchenden Kulturarbeit auf Münsters Straßen und öffentlichen Plätzen zum Einsatz zu bringen.

Fünf solcher Bookbikes standen in NRW zur Verfügung, die aus Mitteln des Landes finanziert wurden. Den Eigenanteil erbrachte jede Stadt durch Ehrenamtsstunden. Zwischen der Stadtbücherei Münster und der Villa Jugendstil ist hierzu ein Kooperationsvertrag geschlossen worden. Die Idee einer „mobilen Leseförderung“ durch den Slogan „Wir machen Lust aufs Buch“ stieß bei den Verantwortlichen der Stadtbücherei auf positive Resonanz und die Begleitung des Projekts wurde durch die mittlerweile vorhandene Freiwilligenkoordinatorin ermöglicht. Finanzielle Unterstützung gab es auch vom Freundeskreis der Stadtbücherei Münster, der Aktionen wie Teamtreffen, Dienstfahrten oder zusätzliche Anschaffungen finanzierte.

Auch im darauffolgenden Jahr 2019 wurde das Angebot der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendliteratur NRW genutzt, so dass genügend Erfahrungen gesammelt werden konnten, um die Entscheidung treffen zu können: Ab 2021 wird die Stadtbücherei mit einem eigenen Lastenrad „on the road“ sein. Die Finanzierung ist mittlerweile gesichert. Mit der Bürgerstiftung Münster wird eine zusätzliche Projektakteurin gewonnen. Durch sie können mit einer öffentlichen Spendenkampagne sowie Kontakten zu Förderstiftungen ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Das Freiwilligenteam aus den vergangenen Sommern (Abb. 3) steht zum Teil auch gern weiter zur Verfügung, so z. B. Michaela: „Mir hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht und war genau das, was mir bisher in Bezug auf das Vorlesen außerhalb der Bibliothek, Schule oder an anderen üblichen Orten gefehlt hat. Die Rückmeldungen, die wir bei unseren Aktionen erhalten haben, gingen in die gleiche Richtung.“

Abb. 3 Bookbike-Team der Stadtbücherei Münster

Abb. 3

Bookbike-Team der Stadtbücherei Münster

3.3 „Bookbike“ oder „Leseleeze“ – so wird es aussehen

Das Rad wird der Stadtbücherei zur Verfügung stehen. Es wird nicht wie im Vorgängerprojekt grundsätzliche Einsatzbeschränkungen hinsichtlich der Standorte und Zielgruppen geben. Begleitende Maßnahmen wie Dokumentation dienen dem Projektzweck mobile Leseförderung. Mögliche Hersteller, Plattformen, Vertriebspartner und Aufbauanbieter wurden von den Projektbeteiligten recherchiert und verfolgt. Es kam zu Probefahrtterminen bei Vertreibern und Nutzerinnen wie Nutzern sowie zu einem intensiven Austausch mit zwei Aufbaupartnern.

Der Freundeskreis der Stadtbücherei Münster ist ebenfalls über die Stadtbücherei eingebunden. Mit ihm wird der Finanzrahmen ergänzt und durch die Perspektive auf den zukünftigen, laufenden Projektbetrieb ausgeweitet. Die Entscheidung für ein Gefährt ist durch die aufwändige Vorarbeit und die vielen Partner gut vorbereitet. Beinhalten soll das Rad neben (Bilder-)Büchern pädagogische Materialien und ein gemütliches Setting (Abb. 4).

Abb. 4 Materialausstattung der Bookbikes – neben den Büchern

Abb. 4

Materialausstattung der Bookbikes – neben den Büchern

3.4 Zielgruppen und Zielorte

Mit dieser mobilen Kinderbibliothek kann man Eltern und Kinder dort aufsuchen, wo sie sich aufhalten, wo sich ihr Alltag abspielt. Kinder sollen Spaß an Geschichten, Lesen und Basteln bekommen – besonders dort, wo der Bedarf an Leseförderung sehr groß ist. Spielplätze, Schwimmbäder, markante Orte in der Stadt, aber auch Kindergärten und Schulen sind Anfahrorte für die Zukunft. Hier wurden bereits gute Erfahrungen gesammelt, während sich manche anderen Orte wie Stadtfeste als nicht so günstig erwiesen.

3.5 Anforderungen an das Team

Die Anforderungen an die Bookbikerinnen und Bookbiker sind hoch. Sie müssen sowohl das Rad gut manövrieren können als auch teamfähig und aufgeschlossen sein, sie können Kinder einladen, an etwas Neuem teilzunehmen, können gut und interessant vorlesen und sich gleichermaßen auf unterschiedliche Orte und Anforderungen einstellen. Darüber hinaus ist es eine zeitintensive Aufgabe: Neben den Ausfahrten benötigt es ausreichend Zeit für die Einführung in die Bücher, die Materialien und die Gesamtaktion. In den vergangenen Bookbike-Jahren bestand die Bookbike-Gruppe aus 20 Personen, eine Gruppengröße, die sich als geeignet herausgestellt hat, wenn es um Organisation, Teambildung und Verbindlichkeit geht.

3.6 Organisatorisches

Koordiniert werden müssen Termine, Orte, Teams, Werbung und Verwaltung. Bislang liegt diese Aufgabe noch in den Händen der Freiwilligenkoordinatorin. Wünschenswert und vorstellbar wäre eine ehrenamtliche Organisation. Auch Versicherungsfragen sind zu klären. Nicht nur können kleine Schäden am Rad oder am Material auftreten, sondern auch Sicherheitsausrüstung wie z. B. Helme für die Fahrenden muss gestellt werden. Zur Organisation gehören auf jeden Fall die Bewerbung des Projekts und die einzelnen Fahrten.

3.7 Kooperationspartner

Kennzeichnend für die aktuelle Entwicklungsphase ist eine hohe Bereitschaft, mit Partnerinnen und Partnern zu kooperieren. Mit der Bürgerstiftung Münster wird eine zusätzliche Projektakteurin gewonnen. Durch sie können mit einer öffentlichen Spendenkampagne sowie Kontakten zu Förderstiftungen ausreichend finanzielle Mittel für eine anspruchsvolle Projektvariante bereitgestellt werden. Außerdem stellt diese Partnerin einen Kontakt zur Fachhochschule her, über den eine Kooperation im Rahmen eines Studienprojekts vereinbart wird. Die Bürgerstiftung ist eine erfahrene Initiatorin von Freiwilligenprojekten. Hilfreich für das Projekt sind der Austausch über Konzepte und Methoden der Freiwilligengewinnung und -organisation. Die stiftungsseitigen Zugänge zur möglichen Freiwilligenklientel können zukünftig im Rahmen der Akquirierung von Freiwilligen durch die Stadtbücherei ergänzend genutzt werden. Die Stiftung unterstützt zudem operativ auch die laufende Projektorganisation.

Mit einer engagierten Privatdozentin am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster wird eine Beteiligung im Studienprojekt „Übergänge systemisch gestalten“ entwickelt. Das Studienprojekt erstreckt sich über zwei Semester und umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil, in dem die Studierenden das Projekt begleiten und an Teameinsätzen teilnehmen. Leistungsnachweise in Form von Vorträgen, Seminargesprächen und einer Abschlussarbeit werden ebenfalls definiert. Bemerkenswert ist aus Projektsicht die offene Konzeptarbeit der verschiedenen Projektbeteiligten und der Dozentin bei der Definition der Studienelemente.

Das Freiwilligenprojekt profitiert besonders vom Zugang zu einer für die Stadtbücherei eher untypischen Freiwilligenklientel, dem erwartbar hohen Engagement im Ausbildungskontext durch Lehrende und Lernende sowie der wissenschaftlichen Begleitung.

4 Freiwilligenkoordination: ein Fazit

Die Zahl der Freiwilligen hat sich über die Jahre stark erhöht und die Aufgabengebiete wurden weiter ausdifferenziert, so dass die Notwendigkeit immer offensichtlich wurde, eine koordinierende Stelle zu installieren. Nachdem es nicht gelang, eine zusätzliche Planstelle einzurichten, wurde intern umstrukturiert und damit 2016 eine Freiwilligenkoordinationsstelle im Umfang von bislang acht Wochenstunden geschaffen. Die Stelle der Stadtteilbüchereileiterin im Aaseemarkt – 30 Wochenstunden bei 28 Öffnungsstunden und fast 40 Freiwilligen vor Ort – wurde aufgestockt. Die zusätzlichen Aufgaben werden in der Hauptstelle und somit räumlich getrennt vom eigentlichen Ausleih- und Veranstaltungsbetrieb der Stadtteilbücherei eingerichtet. Hier konnte sich die Koordinatorin

  1. einen guten Überblick über die Vielfalt der sich entwickelnden bzw. bereits bestehenden Freiwilligeninitiativen verschaffen,

  2. offene rechtliche Fragestellungen klären,

  3. neue Projekte initiieren und begleiten, sowie neue Projekte wie das „Bookbike“ oder das Gartenteam in Angriff nehmen.

Um für die Herausforderungen des Freiwilligenmanagement gut vorbereitet zu sein, konnten in den vergangenen Jahren rund um den Bereich „Ehrenamt“ zahlreiche umfangreiche Fortbildungen bei der Münsteraner Freiwilligenagentur sowie an der Fachhochschule Münster besucht werden, die insbesondere den Blick auf Wert und Nutzen von „Bürgerlichem Engagement“ schärfen konnten. Im Fokus dieser Weiterbildungen standen z. B. wichtige Themen wie die Digitalisierung, die Außendarstellung, Versicherungsfragen, Haupt- und Ehrenamt im Dialog, Resilienz und Konfliktmanagement oder auch „Der Wandel der Engagementkultur in einer alternden Gesellschaft“. Diese Seminartage sind wertvolle Möglichkeiten, um reflektiert auf die Praxis in der eigenen Organisation zu schauen. Auch das bereits 2007 veröffentlichte Onlinehandbuch „Freiwilligenarbeit in Bibliotheken“ des Verbands der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (vbnw) diente in seiner umfangreichen Form zur Einarbeitung in die Tätigkeitsfelder der Freiwilligenkoordination.

4.1 Anerkennung

Ein Baustein dieser verschiedenen Fortbildungsmodule war der Themenbereich „Anerkennung und Wertschätzung“, deren Inhalte der Stadtbücherei in ihrer eigenen „Dankeschön“-Kultur überaus wichtig sind. Jährlich werden alle Freiwilligen zu einem Empfang eingeladen, erhalten einen Gutschein für die Büchereinutzung, können an Fortbildungen oder anderen Veranstaltungen teilnehmen. Insbesondere die Vorbereitung und Umsetzung des Freiwilligenempfangs oder der jährlichen Leseluchsefortbildung machen in gemeinsamer Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen viel Freude und es gab für alle Beteiligten bisher immer ein positives Feedback.

4.2 Verwaltung, Vereinbarungen, Dokumentation

Ein nicht unerheblicher Teil im Management von Freiwilligen betrifft die Verwaltung von Ausgaben, die Aktualisierung der Freiwilligendatenbank und die Vereinbarungen mit den Ehrenamtlichen. In den Vereinbarungen zwischen der Stadtbücherei und den Freiwilligen sind die wichtigsten Grundsätze der Zusammenarbeit beschrieben, die in Form eines ideellen Vertrages von beiden Seiten im Rhythmus von drei Jahren neu unterzeichnet werden. Darin werden die Freiwilligen verpflichtet, sich bei ihrer Tätigkeit am Leitbild der Stadtbücherei zu orientieren. Wichtige Inhalte der Vereinbarungen sind weiterhin der Datenschutz, das Kassengeschäft und auch der Versicherungsschutz. Darüber hinaus werden in dieser Abmachung wichtige Themen wie längerer Dienstausfall, Probephase oder die Beendigung der Zusammenarbeit geregelt. Auch der Mitarbeiterstatus für die Mitarbeitenden in den Stadtteilbüchereien Aaseemarkt und Hansaplatz wird dort behandelt. In den Vereinbarungen mit den Leseluchsen ist hervorzuheben, dass auf ein polizeiliches Führungszeugnis verzichtet werden kann, da keine Vorleseaktion von einem Leseluchs alleine durchgeführt werden darf. Die Vorlesepatinnen und -paten dürfen keinen Körperkontakt zu den Kindern aufnehmen. Allen Ehrenamtlichen wird ein Merkzettel zum Versicherungsschutz ausgehändigt, der grundsätzlich über die Unfallkasse NRW gewährleistet wird. In besonderen Einzelfällen kann sich die Freiwilligenkoordinatorin mit der Freiwilligenagentur beraten oder auch die Expertin für Versicherungsfragen, die Leiterin der Freiwilligenagenturen NRW, zu Problemstellungen heranziehen. Die Vereinbarungen werden mit der zuständigen Leitungskraft alle zwei Jahre auf Aktualität geprüft. Alle wichtigen Informationen für die hauptamtlich Mitarbeitenden rund um das Thema Freiwilligenarbeit werden von der Freiwilligenkoordinatorin im büchereieigenen Wiki dokumentiert.

4.3 Kommunikation – Information

Über den persönlichen Austausch mit den Freiwilligen hinaus werden viele Informationen gern über Wordpress-Blogs an die einzelnen Gruppen weitergegeben. Wie die Hauptamtlichen werden auch die Ehrenamtlichen mit allen für sie relevanten Informationen aus der Bücherei versorgt. Leider wird dieser Service nicht von allen Freiwilligen genutzt, sei es aufgrund mangelnder Bereitschaft oder auch der Fähigkeit, sich mit den neuen Medien auseinanderzusetzen, da z. B. Wordpress nicht für jede oder jeden gleich zugänglich ist.

Auf der stadtbüchereieigenen Homepage können sich die Besucherinnen und Besucher zum Thema Freiwilligenarbeit umfangreich informieren. Diese wird regelmäßig mit den Kolleginnen der Öffentlichkeitsarbeit aktualisiert und angepasst. Auch ein Blick auf die Seiten anderer Bibliotheken zum Thema Freiwilligenarbeit erweitert den notwendigen thematischen Horizont.

Hilfreich für die Freiwilligenkoordination sind die jährlichen Abstimmungsgespräche und der Austausch mit der Büchereileitung, bei Fragestellungen, wie welche Ziele und Schwerpunkte im Ehrenamt weiterverfolgt werden sollen, was der Freundeskreis für Vorstellungen und Wünsche hat oder inwieweit hauptamtliche Kolleginnen und Kollegen über Projekte und Ideen rund um das Ehrenamt informiert werden können. In den letzten Jahren gab es immer wieder die Möglichkeit, im Rahmen der jährlichen Mitarbeiterbesprechung mit einer Themeninsel „Freiwilligenarbeit“ auf die Tätigkeiten der freiwilligen Unterstützerinnen und Unterstützer hinzuweisen. Die Freiwilligenkoordinatorin wurde bei der Betreuung dieser Themeninseln oft von Freiwilligen unterstützt, was von beiden Seiten als Chance zur Eigendarstellung und so als hilfreich angesehen wurde.

4.4 Beteiligung

Es bleibt eine große Diskrepanz zwischen der Fülle der Aufgaben und den wenigen Wochenstunden, die für die Koordinationsaufgabe zur Verfügung stehen. So ist manches Wünschenswerte weiterhin nicht – oder noch nicht – umsetzbar. Es ist zudem schade, dass Interessierten des Öfteren abgesagt werden muss, da keine offenen Stellen im Ehrenamt verfügbar sind. So herrscht in der Regel mehr Nachfrage nach weiteren Positionen als das Angebot hergeben kann. Gleichsam sind die Anforderungen z. B. an das Bookbiker-Team so groß, dass viele Interessierte nicht einmal einen Versuch wagen.

4.5 Herausforderungen

Die Tätigkeit als Freiwilligenkoordinatorin bringt eine besondere Vielfalt an beruflichen Tätigkeiten und persönlichen Kontakten mit sich. Die Arbeit ist gleichsam herausfordernd, so sie Themen tangiert, die dem gängigen Anforderungsprofil einer Bibliotheksangestellten im Büchereialltag eher nicht entsprechen. Das betrifft zum Beispiel die Auswahl geeigneter Ehrenamtlicher, deren Beurteilung in der praktischen Tätigkeit bis hin zur seltenen Trennung. Der Umgang mit ihnen erfolgt sachlich und qualifiziert und wird freundlich und argumentativ kommuniziert. Gleichsam muss die Verantwortliche gut abwägen, wie weit und mit welchen Anforderungen sie jeden einzelnen Freiwilligen belasten darf und was sie von diesen fordern kann. Diesbezüglich ist auch der individuell hierfür notwendige Zeitaufwand stets zu prüfen. Die Engagierten repräsentieren einen Querschnitt der gebildeteren Gesellschaft mit unterschiedlichen Philosophien, politischen Überzeugungen und Gedanken. Da gibt es mitunter herausfordernde Charaktere. Es überwiegen jedoch deutlich die positiven Erfahrungen mit den vielen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern, auch wenn das Ausloten des Verhältnisses von Aufwand zum praktischen Mehrwert stets eine dauerhafte Aufgabe darstellt.

Viele Ideen, die eingangs von sehr motivierten Ehrenamtlichen mit in ihr Ehrenamt hineingebracht werden, können selten oder zuweilen auch gar nicht umgesetzt werden, da jede kleine Veränderung im Zusammenhang des Gesamtsystems der Stadtbücherei gesehen werden muss. Hier unterliegen die Entscheidungen den verschiedenen hauptamtlichen Ebenen.

Freiwilligenarbeit benötigt regelmäßigen Input sowie erweiterte Hilfeleistung vom Hauptamt zum Ehrenamt. Für die Tätigkeit im Ausleihbetrieb der Stadtteilbüchereien müssen Bibliotheksabläufe erlernt werden, wobei die bibliotheksinterne Software hierbei nur ein Kernpunkt mit vielen Finessen darstellt. Alleine mangels Routine der Ehrenamtlichen können in der Regel besondere Fragestellungen von Kundinnen und Kunden nicht umfassend beantwortet werden. Auch sind den Helfenden die vielfältigen und detaillierten Recherchemöglichkeiten nicht hinreichend bekannt, da sie noch nicht regelmäßig angewandt wurden. Viele der freiwillig Mitarbeitenden sind sehr belesene Menschen, andere wiederum haben keine besondere Nähe zum Buch und auch nicht zur Stadtbücherei, ihren Räumlichkeiten, Angeboten und Möglichkeiten.

Der stete Wandel rund um die digitalen Angebote kommt gleichsam erschwerend hinzu. Fortbildungsangebote werden unterstützend angeboten, individuelle, hauptamtliche Hilfestellung ist allerdings zeitlich nur bedingt möglich. Im Erstgespräch wird daher zunächst angeregt, die Stadtbücherei selber aktiv als Kunde bzw. Kundin zu nutzen. Hier sollten der Onlinekatalog und die Homepage regelmäßig besucht und Vorbestellungen bzw. Reservierungen vorgenommen werden. Des Weiteren gilt es, die Nutzungsgebühren zu kennen oder auch in der Hauptstelle die verschiedenen Nutzungsbereiche aufzusuchen, um ggf. entsprechend gute und richtige Auskünfte darüber geben zu können.

Nicht alle nehmen diese Möglichkeit ausreichend an. Manche haben nach einiger Zeit ihren Dienst im Ausleihbetrieb der Stadtteilbüchereien quittiert, da sie den vielfältigen Fragestellungen der Kundschaft nicht gewachsen waren. Die technischen Herausforderungen rund um die EDV spielen hierbei eine Rolle und setzen oftmals eine große Hilfsbereitschaft unter den Freiwilligen voraus, die nicht jeder im gleichen Maß annehmen kann. Auch der aus hohem Kundenaufkommen resultierende Stress, z. B. vor oder nach Ferien oder Feiertagen, stellt oftmals eine besondere Belastung in den ehrenamtlichen Teams dar.

Diese und viele andere Herausforderungen gehen einher mit der Frage nach den Grenzen der ehrenamtlichen Beteiligung. Wie viel Einsatz und wie viel Beteiligung können wir erwarten, einfordern oder ablehnen? Gibt es Altersgrenzen im Ehrenamt oder Mindestanforderungen, wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Selbstständigkeit, Kundenfreundlichkeit, Kritikfähigkeit und Lernfähigkeit?

4.6 Unser Gewinn

Viele interessante, oft in ihren ehemaligen beruflichen Tätigkeiten hoch qualifizierte Personen bieten im Zuge der Freiwilligenarbeit der Stadtbücherei unentgeltlich ihre private Zeit und Aufwand für verschiedene Tätigkeitsfelder an, was eine intensive Schulung und Begleitung dieser Personen nach sich zieht, aber gleichsam die Chance auf eine gewinnbringende und konstruktive Partnerschaft ermöglicht. Viele Ehrenamtliche füllen bereits über viele Jahre ihr Ehrenamt aus, lernen Abläufe dabei immer besser kennen und zeigen sich insbesondere auch gegenüber den Belangen der Bücherei in ihrem stetigen Wandel sehr aufgeschlossen. Es sind viele helfende Menschen, die über ihr eigentliches Ehrenamt hinaus weitere Tätigkeiten ausfüllen. Sie leeren an Weihnachten und anderen Feiertagen den Rückgabekasten, werfen spontan ihre eigentliche Tagesplanung um, damit sie eine Vertretung im Ehrenamtsteam übernehmen können oder stehen bei widrigen Witterungsverhältnissen vor dem Supermarkt und verkaufen sogenannte „Blind Books“ gegen eine kleine Gebühr für den Förderverein der Bücherei. Erwähnt werden sollen auch die vielen Stunden, die unsere Fördervereinsvorsitzenden immer wieder für die Beschaffung von Fördermitteln für die Stadtteilbüchereien aufbringen oder die die Teammitglieder auf Abendveranstaltungen benötigen, um dort Stühle zu schleppen, Gläser zu spülen und anderes mehr.

Die Verankerung im Stadtteil nimmt mit dem umfangreicheren Veranstaltungsangebot, der gestiegenen Medienöffentlichkeit und auch durch die „Botschafterfunktion“ der Freiwilligen und des Vereins zu. Umfangreiche Netzwerkaktivitäten durch Kontakte zu Schulen und Kitas, den Kirchengemeinden und einen mitgliederstarken, über den Sport hinaus auch kulturell aktiven Sportverein stärken die stadtteilbezogene Zusammenarbeit der lokalen Einrichtungen im Viertel. Der Förderverein beteiligt sich auch am „Runden Tisch Aaseestadt“. Dort tauschen sich – moderiert von einem ansässigen Bürger – die lokalen Einrichtungen, die Stadtverwaltung sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus, um stadtteilrelevante Themen gemeinsam zu bearbeiten und die Zusammenarbeit zu stärken.

Im Zuge der Zusammenarbeit kommt es auch zu einem gemeinsamen Stadtteilmarkt. Dort stellen sich die beteiligten Einrichtungen vor, zeigen sich in ihrer ganzen kulturellen Vielfalt mit kulturellen, sportlichen und gastronomischen Darbietungen und Angeboten und bringen die Nachbarschaft in einen regen Austausch.

Mit der Zeit wächst aus dieser Partnerschaft Vertrauen und ein Gespür für die Bedürfnisse und Möglichkeiten im Ehrenamt. Dieses Ehrenamt bietet Nischen für Selbstentfaltung und darüber hinaus auch ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einem kreativen Team. Im gegenseitigen Respekt, im Geben und Nehmen profitieren beide Seiten. Diese Art der Zusammenarbeit erfordert und verdient eine sensible Koordination.

Online erschienen: 2021-04-14
Erschienen im Druck: 2021-04-26

© 2021 Christiane Schelletter und Carsten Topp, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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