Skip to content
Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter Oldenbourg October 1, 2021

Konstitutionalismus im „Systeme der coexistierenden Staaten“ Überlegungen zu einer internationalen Verfassungsgeschichte am Beispiel des Revolutionszeitalters (1776–1820)

Constitutionalism in a "System of Co-existing States". Deliberations on an International History of Constitutions in the Revolutionary Age, 1776–1820
Marcus M. Payk
From the journal Historische Zeitschrift

Zusammenfassung

Der Aufsatz plädiert für eine Ergänzung und Erweiterung der Verfassungsgeschichte durch die stärkere Berücksichtigung internationaler Perspektiven. Anhand von Fallbeispielen aus dem Zeitalter der atlantischen Revolutionen – der nordamerikanischen wie französischen Verfassungsgebung der 1780er und 1790er Jahre, des napoleonischen Konstitutionalismus sowie der Deutschen Bundesakte von 1815/20 – wird aufgezeigt, dass sich Prozesse der Konstitutionalisierung ohne ihre vielfältigen äußeren Bezüge zu Außenpolitik, Völkerrecht und zwischenstaatlicher Ordnung kaum verstehen lassen. Auf dieser Grundlage werden einige konzeptionelle Überlegungen zusammengetragen und mit Hinweisen auf weitere neuzeitliche Verfassungen ergänzt, um die Möglichkeiten einer internationalen Verfassungsgeschichte anzudeuten. Zwei komplementäre Blickwinkel werden vorgeschlagen: Einerseits sollte vermehrt nach den inneren Bezugnahmen, Erklärungen und Normen einer Verfassung zur internationalen Ordnung und zum Völkerrecht gefragt werden. Andererseits sind äußere Einwirkungen auf die Verfassungsschöpfung in den Blick zu nehmen, sei es als Vorgaben einer Besatzungsmacht, sei es als subtile Erwartungen internationaler Instanzen oder externer Akteure.

Abstract

Constitutional history, the article suggests, should more strongly engage with questions of international order, foreign policy and international law. Using case studies from the age of the Atlantic Revolutions – the North American and French constitutions of the 1780s and 1790s, Napoleonic constitutionalism and the German Bundesakte of 1815/20 –, the article argues that constitution-making can hardly be understood without considering external influences. Following this line of reasoning, the articles develops two complementary perspectives for international constitutional history: On the one hand, constitutions should be more thoroughly questioned about their ideas and references to international relations and international law. On the other hand, aspects of external influences on constitution-making need be considered, for example the pressures of an occupying power or the expectations of international institutions.

Online erschienen: 2021-10-01

© 2021 Walter de Gruyter, Berlin/Boston