Accessible Published by De Gruyter February 14, 2020

Der Holocaust: Kulturelles Narrativ und Heterotopie Deutschlands

The Holocaust: Cultural Narrative and Heterotopy of Germany
Matthias Springer

Zusammenfassung

Der Beitrag zeigt, wie die Thematik des Holocaust im Rahmen von z. B. Orientierungskursen vermittelbar ist. Dazu führt er die Konzepte der Kultur als Erzählgemeinschaften nach Müller-Funk sowie der Heterotopien als „Andere Orte“ nach Foucault in der Auseinandersetzung um die Erinnerung an den Holocaust zusammen. Der Holocaust, so die These, vergegenwärtigt sich an zahlreichen Orten des täglichen Lebens. Diese Heterotopien eröffnen Erinnerungsräume des kommunikativen Gedächtnisses, die wiederum einen Dialog mit Erinnerungssubjekten anderer kultureller Gemeinschaften ermöglichen.

Abstract

The article shows how the topic of the Holocaust can be conveyed within the framework of, for example, orientation courses. To this end, it brings together the concepts of culture as narrative communities according to Müller-Funk and heterotopias as Other Places according to Foucault, in the debate on the memory of the Holocaust. The authors argue that the Holocaust is visualized in numerous places of daily life. These heterotopias open up spaces of communicative memory, which may in turn enable a dialogue with subjects of commemoration in other cultural communities as well.

1 Der Holocaust ist Pflicht!

Wer nach Deutschland migrieren möchte, die deutsche Staatsbürgerschaft oder einen dauerhaften Aufenthaltstitel in der Bundesrepublik Deutschland anstrebt, muss sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des Deutschen Reiches, dessen Rechtsnachfolger die Bundesrepublik Deutschland ist, auseinandersetzen. Das ergibt sich aus § 10 StaG und § 43 AufenthG sowie den nachgeordneten Einbürgerungstest- und Integrationskursverordnungen. Auf letztere greift wiederum das Curriculum für einen Bundeseinheitlichen Orientierungskurs (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2017) zurück, welches dem Modul „Geschichte und Verantwortung“ 20 Unterrichtseinheiten widmet (ebd. 32). Ein Thema dieses Moduls ist „Der Nationalsozialismus und seine Folgen“ (ebd. 33), in das die Beschäftigung mit dem Holocaust eingebettet ist. Dieser ist jedoch nicht explizit aufgeführt, sondern in den Kann-Beschreibungen „die ideologischen Grundprinzipien des Nationalsozialismus beschreiben [können]“ und „Auswirkungen dieser Grundprinzipien auf die Menschen in der NS-Diktatur erkennen [können]“ (ebd. 34) implizit operationalisiert.

Die Behandlung des Nationalsozialismus im Orientierungskurs ergibt sich aus der Verantwortung, in der Bürger der Bundesrepublik gegenüber der Vergangenheit stehen. Diese erwächst insbesondere aus dem Verbrechen des Holocausts sowie dessen Unvereinbarkeit mit dem „Grundgesetz, seinen Grundrechten und der demokratischen Staatsordnung in Deutschland“ (ebd. 33), wie es das Rahmencurriculum des Orientierungskurses etwas allgemeiner mit Bezug auf die nationalsozialistische Ideologie als übergeordnetes Lernziel formuliert.

Auf diesen Grundlagen wird der Holocaust als wesentliche Folge nationalsozialistischer antisemitischer Rassenideologie nicht nur als Element der deutschen Geschichte zum Unterrichtsgegenstand, sondern zugleich quasi von Staats wegen zum substanziellen Bestandteil deutscher Vergangenheit erhoben. Dies ist Ausdruck dessen, dass er einen zentralen Platz im deutschen kulturellen Gedächtnis besetzt. Er wird zentrales Element der deutschen Kultur als einer Erzählgemeinschaft, welche die Erinnerung an die Opfer und die Verbrechen der Täter immer wieder neu erzählt.

Der Holocaust lässt sich damit als das zentrale Narrativ Deutschlands deuten (Müller-Funk 2008: 255) und der Nationalsozialismus ist gewissermaßen der negative Gründungsmythos des heutigen Deutschlands. Der deutsche Staat fordert von seinen migrations- und integrationswilligen Bürgerinnen und Bürgern die Beschäftigung mit dem Holocaust, der staatlich geplanten und vollzogenen industriellen Tötung von Juden in Europa, als einem der schwerwiegendsten Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Erinnerung und das Gedenken an den Holocaust werden zur Bürgerpflicht erhoben.

Aus der Perspektive des Faches Deutsch als Fremdsprache ergibt sich damit eine doppelte Herausforderung der Vermittlung: Im Ausland im Rahmen einer Landeskunde, die über Deutschland und die deutsche Kultur und Gesellschaft informieren soll, da es sich um ein Narrativ von nationaler Schuld, Scham und Schande handelt, Themen, die keine Gesellschaft gerne als Teil ihrer Selbstbeschreibung erzählt. Die zweite Herausforderung, und diese ist der eigentliche Anlass dieses Beitrags, ergibt sich aus dem Integrationskontext, wenn der Holocaust im Orientierungskurs behandelt und eine zumindest partielle Identifikation mit diesem Narrativ im Rahmen des Integrationsprozesses in die bundesdeutsche Gesellschaft angestrebt wird. Kompliziert und emotional aufgeladen wird die Thematik, wenn das deutsche anti-antisemitische Holocaustnarrativ[1] auf mehr oder weniger antisemitisch aufgeladene antizionistische Opfernarrative, wie sie in arabischen Gesellschaften des Nahen Ostens in Nachbarschaft zum Staat Israel auftreten können, trifft, oder mit einem anderen durch den deutschen Nationalsozialismus bedingten Opfernarrativ konfrontiert wird, wie es beispielsweise in der ehemaligen Sowjetunion und noch heute in deren Nachfolgestaaten als Mord an sowjetischen Bürgern erzählt wird.

Das kulturelle Erinnerungsnarrativ der Bundesrepublik Deutschland deckt sich selten mit den Narrativen der integrations- bzw. einbürgerungswilligen Migrantinnen und Migranten; diese folgen anderen Narrativen, mit denen sie sozialisiert wurden. Es entsteht eine Distanz, ein Raum zwischen den Narrativen. Diesen Raum gilt es zu nutzen, auszufüllen und vor allem das den Migrantinnen und Migranten noch fremde Narrativ, welches ja zu einem aus der geschichtlichen Erzählung erwachsenen Verantwortungsbewusstsein im Sinne von Menschlichkeit, Völkerverständigung und Rechtsstaatlichkeit transformiert ist und im Bewusstsein gehalten wird, als Ressource zu nutzen und auszuschöpfen.

In den nachfolgenden Ausführungen befasse ich mich mit der Frage der Narrativik des Holocausts und gehe auf dessen räumliche Vergegenwärtigung ein, wozu ich auf den theoretischen Entwurf der Heterotopien nach Michel Foucault zurückgreife. In dieses Konzept lassen sich die Erinnerungsorte als Vergegenwärtigungen eines kulturellen Gedächtnisses integrieren, es geht jedoch über jene institutionalisierten und ritualisierten Erinnerungsorte hinaus und reicht weit in unseren Alltag hinein, wo es Erinnerungsräume öffnet. Darin liegt die Wirksamkeit der Heterotopien, jener „Andere[n] Räume“ (Foucault 1992: 34), nämlich in der Vergegenwärtigung des Holocaustnarrativs in seiner latent-dauerhaften Präsenz und als Ressource für einen Dialog im Rahmen von Maßnahmen und Projekten wie dem Orientierungskurs. Dieser Dialog mit den Anderen im Erinnerungsraum des Narrativs kann zugleich auf dessen Selbstverständlichkeit innerhalb der deutschen Gesellschaft zurückwirken und zu einer Form von Normalisierung führen, wenn die Zeitzeugen eines lebendigen kommunikativen Gedächtnisses nicht mehr zur Verfügung stehen (Müller-Funk 2008: 266).

2 Kulturen als Erzähl- und Erinnerungs-gemeinschaften und das Holocaustnarrativ

Kulturen im Plural, sprich Gesellschaften, soziale Gruppen, Gemeinschaften, die sich aus einzelnen Menschen zusammensetzen und die etwas verbindet, was ihnen in ihrer Existenz Sinn, Orientierung, Sicherheit und Stabilität, das meint eine Identität gibt, lassen sich auf vielfältige Art beschreiben und unterscheiden. Solche Beschreibungen können sich auf Artefakte, Rituale, Handlungen, Normen und Verhaltensweisen, Codes oder symbolische Formen beziehen.

Ein weiteres Merkmal sind gemeinsame unmittelbare oder mittelbare Erfahrungen und Erlebnisse von Ereignissen, also Erinnerungen, wodurch sich diese kulturellen Gemeinschaften als Erinnerungsgemeinschaften bestimmen lassen. Aleida (2010) und Jan Assmann (2013) sehen dieses als eines der konstituierenden Elemente einer kulturellen Gemeinschaft, einer Kultur an, wenn man von Kulturen im Plural, das heißt sich unterscheidenden Gemeinschaften ausgeht. Eine wichtige Funktion nimmt in diesen Erinnerungskulturen die Erzählung der eigenen Geschichte ein, mit der man sich als Einzelner, zumindest partiell, identifiziert. Darin aufgehoben ist gewissermaßen der Gründungsmythos der eigenen Gruppe, sei es die Familie, die Ethnie, das Volk oder die Nation (Fornoff 2016: 135–136).

Für Wolfgang Müller-Funk sind es

[z]weifelsohne [...] Erzählungen, die kollektiven, nationalen Gedächtnissen zugrundeliegen und Politiken der Identität bzw. Differenz konstituieren. Kulturen sind immer auch als Erzählgemeinschaften anzusehen, die sich gerade im Hinblick auf ihr narratives Reservoir unterscheiden. (Müller-Funk 2008: 14)

Narrative sind „kulturell besehen höchst leistungsfähig“ (Müller-Funk 2010: 308) und erfüllen mehrere Funktionen. Sie vergegenwärtigen Vergangenes, wodurch sie Erinnerung speichern und konstruieren. Damit konstruieren sie zugleich „Differenz, Unverwechselbarkeit und Individualität“ sowie „Zusammengehörigkeit zwischen dem einzelnen Individuum und dem Kollektiv“ (ebd.).

Das Gedenken an den Holocaust trägt zweifelsfrei Züge, die dieser Bestimmung entsprechen. Zugleich nimmt es durch seine Gedenkstätten und -tage einen prominenten Platz im kulturellen Gedächtnis Deutschlands ein. Der Holocaust ist das zentrale Nachkriegsnarrativ der deutschen Gesellschaft. Es setzt den kulturellen Code der Expansion, Beherrschung und kulturellen Hegemonie, vor allem über die slawischen Völker im Osten, außer Kraft, der bis 1945 das bestimmende Narrativ war. Das Narrativ der Erinnerung an den Holocaust ist darauf fixiert, alle politischen Ereignisse auf diese dunkle Seite der deutschen Vergangenheit zu beziehen und im Hinblick auf sie zu interpretieren (Müller-Funk 2008: 254–255). „Die Shoah“, so Müller-Funk (ebd.: 256), „ist der negative Mythos Deutschlands“. Die Shoah gehört zur Identität eines jeden Menschen, der sich mit der deutschen Gesellschaft und ihren kulturellen Narrativen zumindest partiell identifiziert. Das Narrativ der Shoah ist Staatsräson und es gehört zum politischen und gesellschaftlichen Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Länder, dieses latent im Bewusstsein zu halten, es zu vermitteln und weiterzugeben. Daher steht es in den nationalen Bildungs- und Erziehungsplänen und ging ebenso als Teil des Themenfeldes „Geschichte und Verantwortung“ in das Rahmencurriculum des Orientierungskurses ein.

Dieser Befund ist eine Herausforderung, denn Mythen, insbesondere wenn es sich um nationale Mythen handelt, sind in der Regel identitäts- und sinnstiftende Erfolgs- oder Opfergeschichten. Nationale Narrative erzählen Heldengeschichten, von Siegen und von Fortschritt oder von Schmerz, Niederlagen, Vertreibung und Unterdrückung (Fornoff 2016: 135, 137).

Das Narrativ ist [...] jene symbolische Konstruktionsform, die Dissonanz in Konsonanz überführt. [...] In der Erzählung wird [...] das Dissonante und Diskontinuierliche in einen kontinuierlichen Zeitfluss gebracht, damit aber auch das Irritierende gelöscht. (Müller-Funk 2010: 303)

Diesem steht der nationale Gründungsmythos Deutschlands diametral entgegen. Er erzählt ein Opfernarrativ, nämlich das der Brandopfer (Holocaust) und des Verschwindens (Shoah) des jüdischen Volkes aus der deutschen Gesellschaft. Es ist die Integration einer „spezifisch jüdischen Form des Erinnerns“ in die deutsche Kultur, das Schicksal der europäischen Juden ist Teil des kollektiven Gedächtnisses der Deutschen geworden (Müller-Funk 2008: 255). Das Narrativ des Holocausts unterläuft damit die Tendenz zur Konsonanz und Kontinuität sowie den Trend, der Narrativen im Erzählen und Wiedererzählen von Generation zu Generation innewohnt, nämlich störende Elemente zu eliminieren, was die kollektive Selbstbeschreibung zum Erfolg gerinnen lässt, denn „Menschen, die in diese Welt ,geworfen‘ [...] werden, finden eine Welt vor, die bereits symbolisch narrativ geformt ist, auf die sie als neue Generation reagieren und die sie modifizieren“ (Müller-Funk 2010: 297).

Das Narrativ der Shoah „ist unmöglich [...] mit traditionellen nationalen Narrativen und anderen ethnischen Narrativen zu versöhnen, die immer schon als Erfolgsgeschichten organisiert waren“ (Müller-Funk 2008: 265). Der Holocaust ist weder eine deutsche Helden- noch eine deutsche Opfererzählung, er ist eine Erzählung von Tätern und deren Schuld. Es ist die Übernahme eines traumatisierenden Opfernarrativs, dessen Erinnerungsformen

sich von den herkömmlichen Repräsentationsmustern [z. B. eines heroischen Opfergedächtnisses, M. S.] deutlich unterscheiden, indem sie Aspekte einer sowohl emotional wie auch moralisch verstandenen Trauer über Leid und Tod an die Stelle der traditionellen nationalen Heldenverehrung setzen. (Fornoff 2016: 143)

Diese Übernahme dient auch der Legitimation ideeller und materieller Ansprüche auf Wiedergutmachung seitens der Opfer durch die Täter. Damit ist die Aneignung des Narrativs eine Herausforderung für jede neue Generation, die in die deutsche Erzählgemeinschaft hineinwächst. Es drohen die den Narrativen inhärenten Gesetze der Modifikation und des Eliminierens störender bzw. ver-störender Elemente das Holocaustnarrativ zu verändern, von einer Verharmlosung über einen Schlussstrich bis hin zur Leugnung oder dem Vergessen.

Gleiches gilt, wenn integrationswillige Mitbürgerinnen und Mitbürger in die deutsche Erzählgemeinschaft eintreten wollen, denn sie kommen mit anderen Narrativen, die in der Regel im klassischen Muster Helden- oder Opfergeschichten mythischen Charakters erzählen. Diese Funktion der Narrative ist ihnen, wenn nicht bewusst, so doch durch ihre eigene Erfahrung als Erzähl- und Erinnerungssubjekte bekannt. Müller-Funk konstatiert, dass „[v]erschiedene Kulturen [...] unterschiedliche Modi und Konzepte der Selbstbeschreibung, Selbstreflexion, verschiedene symbolische Muster und Markierungen“ (Müller-Funk 2008: 253) entwickeln. Ein weiteres Zitat an gleicher Stelle lautet: „Die Differenz zwischen den Kulturen und der Wandel in der jeweiligen Kultur gehen mit dem Wechsel der symbolischen und narrativen Formen einher“ (ebd.). Differenz und Wandel sind hier die entscheidenden Stichworte. Intrakultureller Wandel bezieht sich auf die grundlegende Tendenz der Narrative zur Modifikation, so dass die Nationalgeschichten zur eigenen Erfolgsgeschichte gerinnen, was Diskontinuitäten und Inkonsistenzen dem Vergessen übereignet, Traditionen begründet und den eigenen Mythos bearbeitet, der letztlich seine Zeitlichkeit verliert – es war schon immer so. Das interkulturelle Merkmal der Differenz markiert Unterschiede und hebt das Besondere der eigenen Geschichte gegenüber jener der Anderen hervor, macht also Kulturen unterscheidbar.

Dazu ist anzumerken, dass das postmoderne Konstrukt der Differenz hier in der Anwendung auf Kulturen – im Plural – als Erzähl- und Lebensgemeinschaften problematisch ist, denn es beschreibt nicht nur Abgrenzung, sondern befördert Ausgrenzung, indem es eine innere kollektive Identität voraussetzt, was wiederum auf reduktionistische Weise nationale und damit kulturelle Homogenisierungstendenzen befördert und eine klare Trennlinie zwischen Innen und Außen zieht. Kulturgemeinschaften sind dagegen als Erzählgemeinschaften in sich vielfältig und vielschichtig. Das kulturelle Gedächtnis eines derartigen sich erinnernden und erzählenden Makro-Subjekts folgt nicht nur einem Narrativ, sondern einem Ensemble von Narrativen, was zu einer inneren Heterogenität führt, die sich nach außen hin zum Anderen weitet und die Grenzen verwischt. Daher ist es angemessener, nicht von Differenzen, sondern von der Diversität der Narrative zu sprechen und diese im Sinne von Francois Jullien (2018) als Abstände zwischen den Kulturen zu deuten. Diese Abstände, die sich zwischen den Narrativen auftun, lassen Raum für wechselseitige Interpretationen und Aneignungen innerhalb eines Dialogs.

Für das Anliegen dieses Beitrags lässt sich an diesem Punkt festhalten: Wenn das Holocaustnarrativ der deutschen Erzählgemeinschaft migrations- und integrationswilligen Individuen zu vermitteln ist, die anderen Erzählgemeinschaften entstammen, in denen das Holocaustnarrativ anders oder nicht erzählt wird, dann bilden diese Abstände eine Ressource, die es zu nutzen gilt. Das Ziel für integrations- und einbürgerungswillige Mitbürgerinnen und Mitbürger lautet nicht, sich in Form von Assimilation mit der Vergangenheit und dem Holocaustnarrativ zu identifizieren. Es muss darum gehen, sich die Ressource unterschiedlicher Narrative im Dialog zu erschließen und sich Sichtweisen anzueignen, wie daraus zum einen aus historischen Erfahrungen geronnene Verantwortung erwächst und zum anderen eine Verpflichtung eingegangen wird, dieses Narrativ weiterzutragen, gerade wenn man in einem kulturellen Abstand dazu aufgewachsen ist.

Bevor diese Distanz zwischen den Narrativen jedoch als Ressource genutzt werden kann, muss sie erst einmal als solche zugänglich werden, d. h., man benötigt Manifestationen der Vergegenwärtigung. Das kann über Orte geschehen, an denen man dem Holocaust begegnet, denn Narrative, das sind „Handlungen und Begebenheiten, von denen erzählt wird, bedürfen eines Raumes“ (Müller-Funk 2010: 302). Von dieser Einsicht, dass Narrative eines Raumes zu ihrer Entfaltung bedürfen, und wenn man Narrative nicht nur als fiktionale Erzählungen, sondern als Ausdruck von gemeinsamer geteilter und identitätsstiftender Erinnerung mehrerer Erinnerungssubjekte auffasst, die als ein gemeinschaftliches Makro-Subjekt die Narrative als Teil „kultureller Selbstentwürfe sprachlich, ethnisch oder national definierter Kollektive“ (Fornoff 2009: 500) erzählen, dann ist der Schritt zum Konzept der Erinnerungsorte nicht mehr weit, welches mit dem Erscheinen der von Pierre Nora herausgegebenen Les Lieux de Mémoire (1984–1994) Frankreichs vor gut 30 Jahren in den kulturwissenschaftlichen Gedächtnisdiskurs einzog und sich seither ungebrochener Beliebtheit erfreut. Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass dieses Konzept von Erinnerung bisher noch nicht in seiner vollen Leistungsfähigkeit im Rahmen einer kulturwissenschaftlichen Theorie gedächtniswissenschaftlicher Wissenskonzepte mit der narrativen Dimension von Erinnerung in Beziehung gesetzt wurde. Fornoff (2016: 126–137) bietet dazu wichtige Impulse an, die es verdienen, weiter ausgearbeitete zu werden. Erinnerungsorte werden nicht als rein geographische Orte gedeutet, sondern der metaphorisierte Ort umfasst „all jene historischen und kulturellen Phänomene, über die eine Nation [...] ihre kollektive Erinnerung und Identität konstruiert und kontinuiert“ (Fornoff 2009: 502). Dazu gehören verschiedenste Formen, darunter Gedenktage, Rituale und auch Texte, über deren kulturelle Aneignung sich Nationen als Erinnerungsgemeinschaften konstituieren. Aber das all diesen realen und symbolischen Orten Gemeinsame, was sie erst zum Erinnerungsort werden lässt, nämlich das Narrativ, welches durch sie und in ihnen als verkörperndes Medium im Raum oder als konkreter geographischer Ort erzählt wird, wird kaum thematisiert. Diese Verknüpfung von Erinnerungsnarrativ des Vergangenen und seiner Vergegenwärtigung im topographischen wie metaphorisierten Raum öffnet das Gedächtniskonstrukt für das Konzept der Heterotopien.

3 Narrativ und Heterotopie

Im nächsten Schritt gilt es, sich der Verknüpfung von Narrativen und Heterotopien innerhalb der Erinnerung an den Holocaust zuzuwenden. Dazu ist zunächst einmal festzuhalten, dass sich der Holocaust nicht nur in antisemitischem Denken und antisemitischen Einstellungen sowie konformistischen, opportunistischen Haltungen und entsprechenden Handlungen manifestierte, die das Narrativ erzählt, sondern dass er Spuren an Orten und Plätzen im deutschen Raum – in der Bundesrepublik Deutschland wie im Ausland – hinterließ, an denen sich das Narrativ noch heute vergegenwärtigt. Das sind zum einen eben jene repräsentativen und geographisch zugänglichen Erinnerungsorte wie die im heutigen Deutschland verorteten KZ-Gedenkstätten Buchenwald oder Dachau sowie das Holocaust-Mahnmal oder das Jüdische Museum in Berlin, zum anderen aber auch im Alltag unauffällige Orte, an denen das Erinnerungssubjekt in seiner eigenen Lebenswelt täglich vorbeikommt und an denen man dem Narrativ in einer latenten und selbstverständlichen Präsenz täglich begegnen kann. Diese Heterotopien, die sich in nahezu jeder Gemeinde Deutschlands finden, gilt es zu erschließen und sichtbar zu machen, um daran anschließend den kulturellen Abstand einer Migrantin oder eines Migranten zum deutschen Holocaustnarrativ als Ressource für den Dialog über verantwortliches Handeln zu nutzen. Es ist m. E. davon auszugehen, dass das Heterotopiekonzept Michel Foucaults besser erklärt, wie der Zugang zum Gespräch über das Holocaustnarrativ mittels dieser latenten Orte der Erinnerung gelingen kann, und für die Vermittlungsarbeit entsprechend leistungsfähiger ist als die topographischen Erinnerungsorte großen Stils, obwohl diese wiederum auf den ersten Blick als prototypische Heterotopien gedeutet werden können, die jedoch lediglich einen Monolog führen.

Heterotopien sind jene „Andere[n] Räume“ (Foucault 2002: 34) oder „tatsächlich realisierte Utopien“ (ebd.: 39), die Michel Foucault zwischen den normalen Orten und den echten Utopien jenseits der realen Welt ansiedelt. Das Konzept bleibt in seinen Konturen unscharf und wird nur in zwei kurzen Beiträgen umrissen. Für Foucault sind Heterotopien ganz konkrete Orte unserer Lebenswelt, die von unserem normalen Alltag umgeben sind, diesen jedoch auf unterschiedliche Art durchbrechen. Er führt eine ganze Reihe von Beispielen an wie Museen, Archive oder das Schiff, das für ihn der Prototyp aller Heterotopien ist, denn in ihm vereinen sich sämtliche Charakteristika und Funktionen, die eine Heterotopie kennzeichnen. Heterotopien erfüllen dreierlei Funktionen, wonach sie sich in Krisen-, Abweichungs- und Kompensationsheterotopien einteilen lassen. Heterotopien sind durch fünf Merkmale gekennzeichnet, Foucault spricht von Prinzipien oder Grundsätzen – „principe“ (Foucault 2017: 41) –, die für sie gelten: Heterotopien finden sich in jeder Gesellschaft und Heterotopien sind dynamisch, d. h., Gesellschaften können sie schaffen aber auch auflösen. Heterotopien bringen „an ein und demselben Ort mehrere Räume gleichzeitig zusammen, die eigentlich unvereinbar sind“ (ebd.: 14) und oft stehen sie „in Verbindung mit besonderen zeitlichen Brüchen“ (ebd.: 16), weshalb sie „mit den Heterochronien verwandt“ (ebd.) sind. Als letzten Grundsatz der Heterotopologie führt Foucault an, „dass Heterotopien stets ein System der Öffnung und Abschließung besitzen“ (ebd.: 18). Mehr als diese Auflistung von Grundsätzen, Beispielen, Funktionen, Bedeutungen und Beschreibungen findet sich in den beiden Beiträgen nicht. Sie sind Ausdruck eines Raumdenkens, das sich auch in seinem Hauptwerk Die Ordnung der Dinge (Foucault 2009) und einem weiteren kurzen Aufsatz mit dem Titel Der utopische Körper (Foucault 2017) erschließen lässt.

Erinnerungsorte speichern und sammeln Artefakte sowie Narrative des kulturell-kollektiven Gedächtnisses. Sie sind in diesem Sinne geographische Orte eines „monumentalisierten Gedächtnisses“ (Müller-Funk 2008: 251) und seiner Narrative. Als lokalisierbare Plätze decken sich Noras Erinnerungsorte hinsichtlich ihres Krisen-, Abweichungs- oder Kompensationscharakters sowie ihrer Zeitlosigkeit und der Eigenschaft der Schließung bzw. Öffnung – man tritt bewusst in diese Orte ein, betritt gewissermaßen den Holocaust ohne an ihm zu partizipieren – mit Heterotopien. Sie sind jedoch nur scheinbare oder unechte Heterotopien, denn Foucaults Heterotopologie bleibt bei diesen Monumenten der Erinnerung des kulturellen Gedächtnisses nicht stehen, sondern greift auf Erinnerungs- und Erfahrungsräume des kommunikativen Gedächtnisses über, was den Erinnerungsorten Noras fehlt. Es ist die Gleichzeitigkeit verschiedener Räume an einem Ort, worin die Heterotopien über jene hinausgehen. Heterotopien sind „diskursive Störfelder“ (Tetzlaff 2016: 13) im, nicht neben dem Normalraum. Heterotopien sind als Erinnerungsräume die topographische Verlängerung des kommunikativen Gedächtnisses über dessen zeitliche Begrenzung und das Ableben der Zeitzeugen hinaus. Sie sichern damit die Wirksamkeit des Narrativs in seiner latenten Selbstverständlichkeit im Alltag ab.

Die wirksamsten Narrative sind eben nicht dauerhaft im Bewusstsein gegenwärtig, ihre Allgegenwart hat einen latent unbewussten Charakter. Ihre Selbstverständlichkeit, Verbindlichkeit und Gültigkeit ist „common sense“ (Müller-Funk 2008: 14) innerhalb der Erzählgemeinschaft. Wenn das Holocaustnarrativ jene starke und wirksame Stellung innerhalb der deutschen Kultur einnimmt, wie sie dargestellt wurde, dann muss es sich auch und gerade an jenen Orten vergegenwärtigen, wo es sich nicht dauerhaft und permanent ausstellt. Das geschieht gerade nicht an den monumentalisierten Erinnerungsorten, sondern in den alltäglichen Erinnerungsräumen, wo es sich wie selbstverständlich vergegenwärtigt, ohne dass man aus dem Alltag hinaustreten und in einen Erinnerungsdiskurs eintreten muss.

Monumentalisierten Erinnerungsorten fehlt diese Eigenschaft. Die Wirkung des Narrativs ist durch seine explizite und konfrontativ-provokative Ausstellung in ihnen auf sie beschränkt und durch sie begrenzt. Sie existieren gewissermaßen als Atopien, als außer-ordentliche Räume neben dem Normalraum. Sie könnten als „Ewigkeitsheterotopien“ (Foucault 2017: 17) charakterisiert werden, weil in ihnen die Zeitlichkeit aufgehoben ist. Monumentale Erinnerungsorte wie das Holocaust-Mahnmal oder die KZ-Gedenkstätten sind für die Ewigkeit konzipiert. Sie vergegenwärtigen das Narrativ, das seine Zeitlichkeit überwunden hat. Der Holocaust wird damit zum Mythos, der eine besondere Form des Narrativs ist, denn er besitzt keine Referenz zur erzählten Zeit (Müller-Funk 2008: 260–261). An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass mit diesem Blick Müller-Funks die diskursive Dimension der Erinnerungsorte an sich sowie der in ihnen gespeicherten Mythen vernachlässigt wird. Ein konstituierendes Charakteristikum der Erinnerungsorte liegt eben darin, dass sie sich immer wieder neu erfinden, sprich neu gedeutet und re-konstruiert werden, und zwar aus der jeweiligen Zeit heraus. Damit ist die absolute und dauerhafte Stilllegung der Zeit nicht gewährleistet, und die Gefahren, die etwa durch die Relativierung des Holocaustnarrativs erwachsen, zeigen genau diesen Aspekt auf. Der Diskurs, durch den sich Erinnerungsorte konstruieren, weist dies nach. Reduziert man die Orte jedoch auf die geographischen Orte und reproduziert im Diskurs den sie belebenden Mythos, besteht dennoch eine durchaus latente Tendenz der zeitlichen Verstetigung, was sie eben inkompatibel mit den Heterotopien macht. Daher greift das Merkmal der Zeitlosigkeit bei Heterotopien zu kurz und es ist bemerkenswert, dass dies gerade Foucault, dem Theoretiker des Diskurses, scheinbar entgangen ist.[2]

Für heterotope Erinnerungsräume gilt demnach neben dem Charakteristikum der Vereinigung mehrerer Räume der Grundsatz der Heterochronie, womit die Zeitreferenz paradox wird, denn an einem Ort vereinen sich in der Vergegenwärtigung gleichzeitig verschiedene Räume unterschiedlicher Zeitreferenzen. Während Noras Erinnerungsorte den nahezu zeitlosen Mythos des kulturellen Gedächtnisses vergegenwärtigen, sind die Heterotopien Erinnerungsräume zur Vergegenwärtigung der Narrative des kommunikativ-kulturellen Gedächtnisses einer Gruppe. Sie insistieren damit auf die Erinnerung im Normalraum mit deutlichem Bezug zur erzählten Zeit.

Die Deutung der Erinnerungsräume des kommunikativen Gedächtnisses als Heterotopien gegenüber den Atopien der Erinnerungsorte des kulturellen Gedächtnisses lässt sich mit Stephan Tetzlaffs Interpretation von Foucaults Heterotopiebegriff erklären, der dazu auf Foucaults Die Ordnung der Dinge zurückgreift (Tetzlaff 2017: 13–14 und 32). Tetzlaff entwickelte diese im „Bezugsrahmen von Textualität“ (ebd.: 32), weshalb sie sich sehr gut auf die Topographie der Narrative übertragen lässt. Dort heißt es, „dem inhaltlichen Paradigma1 einer Taxonomie wird ein strukturelles Paradigma2 verschiedener Taxonomien gegenübergestellt“ (ebd.). Paradigma1 lässt sich als Raumstruktur in seiner alltäglichen Nutzung dieses Ortes als Normalraum deuten, dem am gleichen Ort ein strukturell anderer Raum, das Paradigma2, beigeordnet wird, in dem sich das Narrativ der Shoah vergegenwärtigt. Der Normalraum wird am gleichen Ort zum Erinnerungsraum der Shoah, d. h., mehrere Räume überlagern sich an einem Ort, wohingegen dem Paradigma1 in den Erinnerungsorten kein weiteres Paradigma hinzugefügt wird. Diese Art von Orten werden ausschließlich zur Erinnerung genutzt, was letztlich nicht vom Heterotopiekonzept impliziert ist.

„Der Raum, den der eigene Körper einnimmt, ist der ,absolute Ort‘ [Tetzlaff zitiert hier Foucault 2017: 25, M. S.], der in Vertrautheit und Automatisierung aufgeht“ (Tetzlaff 2016: 25). Die heterochrone Überlagerung zweier Räume, die man im Alltag durchschreitet, das Paradoxon des Alltäglichen mit dem Erinnerten, ermöglicht die Heterotopie. Der Normalraum wird zum Erinnerungsraum entgegen dem aus dem Normalraum ausgesonderten und vom Normalraum umschlossenen Erinnerungsort einer Gedenkstätte oder eines Museums. Heute bewohnte Gebäude oder Geschäfte ehemals jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger oder in Vorgärten überwachsene Zuggleise der Deportationszüge nach Auschwitz (Cadenbach/Adler 2018), Orte der Shoah, des Verschwindens der jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus der deutschen Gesellschaft, Arbeitsstätten, Labore, Büros jüdischer Professorinnen und Professoren, Ateliers jüdischer Künstlerinnen und Künstler – alles das sind die Paradoxien, die Heterotopien des Alltags, die das Narrativ auf Grund des latenten Charakters wesentlich wirkungsvoller erzählen als es die KZ-Gedenkstätten, Museen oder das zentrale Mahnmal in Berlin in Form ihres monumental aufgeladenen Erinnerungsmythos können. Diese letztgenannten Gedenkorte sind wichtige Orte im Diskurs um das Holocaustnarrativ, aber sie sind nicht alltagstauglich. Es sind Orte, die in die Vergangenheit gewandt sind. In ihnen ist das Narrativ als Mythos ausgestellt, aber nicht zwingend im Alltag wirksam. Sie kompensieren und sublimieren die alltägliche Erinnerungsarbeit des Erinnerungssubjektes, weil sie diese Aufgabe in die Institutionen des Makro-Subjekts außerhalb der Ordnung an außer-ordentliche atopische Orte auslagern. Sie erfüllen einen kathartischen Zweck. In ihnen ist das kollektive schlechte Gewissen aufgehoben, dessen man sich im Alltag entledigt und worauf man ständig verweisen kann. Aber mit dem Verlassen des Gedenkortes besteht zugleich die Gefahr, dass dieses seine Wirksamkeit verliert.

Mit der Heterotopie folgt Foucault der Idee, innerhalb der Ordnung einen ausgelagerten Reflexionsraum einzurichten. Sie „entgeht der Gefahr, entweder über das unbegreifliche zu spekulieren [...] oder als Teil des Systems sich letztlich immer wieder affirmativ selbst zu beschreiben“ (Tetzlaff 2016: 9). Und nichts anderes machen die Erinnerungsorte: Sie beschreiben das Narrativ immer wieder auf nahezu perfekte Art und Weise selbst, welches eher einem Narrativ über die Art der Erinnerung an den Holocaust entspricht, denn ein Narrativ über das, was erinnert wird. Das Was gehört dabei in das sozial konstruierte kollektive Gedächtnis nach Halbwachs (2012) und das Wie in eine Erinnerungskultur, welche „die durch spezifische, kulturell vorgegebene Riten und Symbole reglementierten sowie institutionell gestützten Umgangsformen einer Gesellschaft“ für diese bewahrt und „gezielt vergegenwärtigt“ (Reil 2018: 25), was wiederum mit dem Entwurf des kulturellen Gedächtnisses nach Assmann korreliert.

Heterotopien sind allgegenwärtig und sie sind auf das Lokale bezogen. Sie gehören einem lokalen und sozial konstruierten kommunikativen Kollektivgedächtnis an. Gedenktafeln an Wohnhäusern und Plätzen oder das Stolpersteine-Projekt (dazu beispielhaft Reil 2018) kennzeichnen diese „Gegenplazierungen oder Widerlager“ (Foucault 2002: 39) zu den wirklichen Orten. Lokale Erinnerungsräume nutzen den Ort nach wie vor alltäglich und man tritt eben nicht aus dieser Wirklichkeit hinaus, wie es an Erinnerungsorten im monumentalen Sinne geschieht. Heterotopien integrieren den Normalraum und den Erinnerungsraum in sich.

Eine Ausnahme ist in diesem Zusammenhang die Architektur von Daniel Libeskinds Bau im Jüdischen Museum in Berlin (Stiftung Jüdisches Museum Berlin 2016; Müller-Funk 2008: 257), das als Erinnerungsort die Shoah der ehemals in Berlin lebenden und verschwundenen Juden erzählt, indem es den Raum, wo diese gelebt haben, in Form eines Labyrinths nachzeichnet. Damit konstruiert der monumentale Erinnerungsort einen Raum für jene echten Heterotopien, in denen auf überschaubare, greifbare, alltäglich erlebbare Weise das Narrativ der Shoah erzählt wird. Das Museum verbindet verschiedene Orte miteinander: Den Erinnerungsort und die erinnerten Orte in einem Raum. Der Erinnerungsort bildet den Raum der Erzählung ab, Libeskinds Bau wird damit zur Meta-Heterotopie, zum Prototypen und Modell der Heterotopie des Narrativs der Shoah, die in der Wirklichkeit eben nicht in einem Museum, sondern im alltäglichen Wirklichkeitsraum erfahrbar und zugänglich ist, im Labyrinth unserer Städte und Orte, in denen Juden vor der Shoah lebten und aus denen sie verschwunden sind, in die Vernichtung deportiert wurden. Der Libeskind-Bau zeigt deutlich, worin der Kern der Erinnerung liegen kann, nämlich in dem Verschwinden der jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus der deutschen Wirklichkeit, welches uns an nahezu jedem Ort im Alltag begegnen kann. An diesen Orten ist es möglich, gewissermaßen in einen Dialog mit den Verschwundenen und Deportierten einzutreten und sich ihr Schicksal erzählen zu lassen. Diese Art der Erinnerung ist eine Form des sozialen und kommunikativen Gedächtnisses. Es ermöglicht den Dialog über die Shoah. Libeskinds Konzept weist einen Weg, wie dieser Erinnerungs-Dialog auch nach dem Ableben der Zeit- und Augenzeugen gestaltet werden kann, indem man eben die Shoah an allen Orten erzählt, wo sie sich ereignete.

4 Der inter-kulturelle Dialog im heterotopen Erinnerungsraum

Die Frage dieses Beitrags lautet, wie die Wirksamkeit des Holocaustnarrativs integrationswilligen Migrantinnen und Migranten, die anderen kulturellen Erzählgemeinschaften entstammen, vermittelt werden kann. Es wurde bereits auf das Potential des kulturellen Abstandes der Narrative verwiesen. Für Francois Jullien lässt sich diese Ressource in einem Dialog (2018: 83) erschließen, der „jede Seite Schritt für Schritt aus ihrer Ausschließlichkeit herausholt“ (ebd.: 90). Der Dialog „bringt ein Feld der geteilten Intelligenz zum Vorschein, auf dem jeder beginnen kann, den anderen zu vernehmen“ (ebd., Hervorhebung im Original). Die eigene Position wird mit jener des Gegenübers konfrontiert. Wird die Position des anderen dabei in den eigenen Horizont integriert, werden die Sichtweisen des anderen unter dem Gesichtspunkt betrachtet, „was es dort an anderem Möglichen zu entdecken gibt. [...] Sobald der Dialog einmal in Gang ist [...] und solange er andauert [...], tritt [...] ein Zwischen [...] zutage“ (ebd.: 91, Hervorhebung im Original). Es bleibt die Frage, in welcher Sprache „dieser Dialog der Kulturen“ (ebd.: 91) geführt werden könnte. Jullien schlägt vor, dass er „sowohl in der einen als auch in der anderen Sprache geführt“ werde, „im Zwischen, das sich durch die Übersetzung öffnet“ (ebd.: 92). Gemünzt auf die Konfrontation der verschiedenen kulturellen Narrative bedeutet dies, dass sie nicht nur sprachlich, sondern auch hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer Form der Übersetzung bedürfen, insbesondere wenn es sich, wie im Falle des Holocausts, eben nicht um Erfolgsgeschichten, sondern um Selbstbeschreibungen der Scham und Schuld handelt. Darin findet sich das andere Mögliche, dass nationale Selbstbeschreibungen nicht zwingend Erfolgsgeschichten sein müssen, sie jedoch zum Ursprung von Erfolgsgeschichten werden können, eben aus einer historisch begründeten Verantwortung heraus.

In einem ersten vorbereitenden Schritt sollte sich eine Lehrkraft vor diesem Hintergrund informieren, ob und in welcher Form die Lernerinnen und Lerner im Bildungssystem ihres Herkunftslandes mit dem Holocaust konfrontiert waren. Hilfreich ist dazu die Studie von Carrier, Fuchs und Messinger (2015), die im Auftrag der UNESCO die Repräsentanz des Themas „Nationalsozialismus und Holocaust“ in den Curricula zahlreicher Länder untersuchte.[3]Darüber, wie die Lernerinnen und Lerner in ihrer Bildungssozialisation mit dem Narrativ konfrontiert wurden, lässt sich bereits ein erster Dialog führen. Der zweite Dialog entfaltet sich entlang des jeweiligen bestimmenden bzw. dominierenden Narrativs der Heimatkultur der Lernerinnen und Lerner, das durchaus in der Landessprache erzählt werden kann, ehe es ins Deutsche oder in eine gemeinsame Relaissprache wie das Englische übersetzt wird. Im dritten Schritt erfolgt die Konfrontation mit dem Holocaustnarrativ, wie es in den Lehrbüchern präsentiert wird, aber auch erweitert um Unterrichtsbeiträge und Materialien, die die Lehrkraft bereitstellt. Dazu kann zudem auf Bilder der bereits genannten geographischen Erinnerungsorte zurückgegriffen werden. Neben dem eigenen Vorwissen zum Thema wird ein Bewusstsein für den heldenhaften Charakter eigener nationaler Ursprungsgeschichten geschaffen und darauf hingeführt, dass es sich beim Holocaust um eine deutsche Ursprungsgeschichte handelt, die eine traumatisierende Opfergeschichte erzählt. In dieser Form des Dialogs spielen die Heterotopien noch keine Rolle, hier erfolgt die Vermittlung auf der Ebene der Sachkompetenz bzw. des Wissens über identifikatorische Heldengeschichten und den Holocaust als eine Anti-Heldengeschichte, die damit eine kognitive Dissonanz bei den Lernerinnen und Lernern herstellt.

Um diese aufzulösen und die Aneignung im Bereich der Werte und Haltungen bzw. im Bereich der Selbstkompetenz zu initiieren, muss der Dialog auf einer empathischen Ebene weitergeführt werden, wofür sich echte Heterotopien besser eignen als Erinnerungsorte, denn sie stellen diesem Zwischen der Narrative einen Erinnerungsraum bereit, weil sie das kommunikative Gedächtnis vergegenwärtigen. Dadurch, dass erzählt wird, was sich an einem konkreten Ort ereignete, gewinnt der Raum, in dem sich das Ereignis vollzog, eine Qualität, die über den Alltag hinausgeht und ihn zur Heterotopie, zum wirksamen Gegenraum wirklicher Orte (Foucault 2002: 39), werden lässt. Es ist der alltägliche Raum, der zugleich Ort der Shoah war und das Narrativ der verschwundenen, in die Flucht geschlagenen und deportierten Juden Deutschlands vergegenwärtigt. In diesem Konzept ist dann auch der Shoah-Begriff, der Verschwinden bedeutet, gegenüber dem Brandopfer-Begriff Holocaust gewinnbringender. Diese Heterotopien, diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen an einem gemeinsamen Ort, diese mehreren Orte an einem Ort, dieses Verschwinden der Juden von diesen Orten in den Städten und Gemeinden eröffnen einen dritten Ort, der wiederum den Dialog zwischen den Kulturen über Schuld, Scham und Verantwortung ermöglicht, wie er im Integrationskontext gefordert wird.

Ein in diesem Sinne beispielhafter Raum, der heute ganz anders genutzt wird als im dritten Reich, befindet sich im Münchner Norden im Ortsteil Milbertshofen, wo sich die sog. „Judensiedlung“ befand.[4]Dort, einem Sammel- und Durchgangslager für die Deportation der Münchner Juden, ist heute das Forschungs- und Innovationszentrum von BMW angesiedelt. Ein schlichtes Denkmal an einem U-Bahnausgang der Station „Am Hart“, welches in seiner Formensprache auch als Kunstwerk wahrgenommen werden kann, erinnert daran – unauffällig-auffallend, so wie die Shoah sich vor der Bevölkerung vollzog. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier am zukünftigen Erfolg des Autokonzerns tüfteln, dürfte die Heterotopie des Ortes ihrer Beschäftigung wohl nur latent bewusst sein.[5] Dieser Ort und seine Geschichte lassen sich beispielhaft als Gegenentwurf zu den musealen Erinnerungsorten im Unterricht einführen, um die Überlagerung sowie die historisch-narrative Mehrdeutigkeit des nach wie vor alltäglich belebten Raumes, die ihn zur Heterotopie gerinnen lässt, vorzustellen.

Topographische Erinnerungsorte des kulturellen Gedächtnisses bieten diese Möglichkeit nur bedingt. Man kann sie nicht im Alltag aufsuchen, sie liegen nicht vor der Haustür. Die Konfrontation mit dem Narrativ erfolgt im Monolog und auf indirektem Weg über Medien, die z. B. das Lehrwerk des Orientierungskurses anbietet und die decodiert werden müssen. Dort ist das Narrativ normativ codiert, die Art der Erinnerung ist vorgezeichnet. Das Narrativ hat etwas Fertiges und erschließt sich nicht im ersten Moment als diskursiv. Es zwingt ein Stück deutscher Identität auf. Wer das nicht annimmt, wird teilweise ausgeschlossen bleiben, wer es akzeptiert, wird partiell assimiliert. Die Erinnerungsorte führen einen provozierenden Monolog der Konfrontation mit dem schlechten kollektiven Gewissen, keinen Dialog, in den Subjekte, in diesem Fall integrationswillige Bürgerinnen und Bürger, eintreten können.

Demgegenüber ermöglichen die Heterotopien jenseits der monumentalen Erinnerungsorte ein „subjektives und aktives Erinnern“, indem deren räumliche wie örtliche Beschaffenheit und semantische Konstruktion „den kategorischen Imperativ permanenter Erinnerung modifizieren“ (Müller-Funk 2008: 257), wie ihn monumentale Erinnerungsorte des kulturellen Gedächtnisses postulieren und der den Dialog verhindert, denn er trägt den Charakter einer vorgeformten Kategorie. Darin leistet die Übersetzung ihren entscheidenden Beitrag, denn in ihr werden Kategorien bewusst und hinterfragt. An den konkreten und begehbaren heterotopen Orten der Shoah innerhalb der Lebenswirklichkeit können sowohl Migrantinnen und Migranten, die sich der deutschen Erzählgemeinschaft und deren Gedächtniskultur annähern, als auch Deutsche ihre Narrative der Shoah wechselseitig miteinander konfrontieren, weil diese sich dort auf kommunikative Weise vergegenwärtigen. Dieser Dialog könnte zu Tage fördern, dass die Shoah die jüdische Religion als ein ethnisches Merkmal missbrauchte, Menschen in rassistischer Weise darauf reduzierte und ihnen damit das Recht auf Existenz und Leben, ihnen ihr Mensch-Sein absprach. Ein derartiger rassistischer, auf Religion oder Ethnie gemünzter Reduktionismus ist seit der Shoah auch heute noch in der Welt beobachtbar (Sen 2010), und es ist die Verantwortung eines jeden Menschen, jegliches politisches Handeln, auch das eigene alltägliche, auf diesen Reduktionismus zu beziehen und zu interpretieren.

An dieser Stelle erfolgt der letzte Schritt in der Erarbeitung des Holocaustnarrativs auf dem Boden der Heterotopien: Nachdem zunächst die Narrative miteinander konfrontiert und die Erinnerungsorte dabei thematisiert wurden, wurde das Heterotopiekonzept an einem Beispiel eingeführt. Daran wird sichtbar, wie das Narrativ des gegenwärtigen Alltags mit jenem der Vergangenheit konfrontiert wird und damit eine andere Form des Abstands, der zeitlicher Dimension ist, hervortritt. Dadurch wird die Dimension unterschiedlicher Geschichtlichkeit des Erinnerungsraumes sichtbar und darüber wiederum das Verschwinden, die Shoah, für den Alltag thematisiert. Der nun noch ausstehende Schritt liegt darin, den Lernerinnen und Lernern in ihrer Alltagswelt das Verschwinden der Juden aus dem Alltagsraum, die Shoah, sichtbar zu machen und ihre Alltagsnarrative mit jenem zu konfrontieren. Dazu bietet sich ein topographisches Projekt an. Die Lernerinnen und Lerner sollen ihre Alltagswege sichtbar machen und darin aufzeichnen, wo sich Synagogen befanden, jüdische Geschäfte waren oder auch Juden wohnten, die deportiert wurden. In vielen Städten, wo es die Stolpersteine gibt, ist das vergleichsweise einfach, in anderen bedarf es einer tieferen Recherche, die die Lehrkraft wohl vorbereiten muss, aber nach einmaligem Ausarbeiten dann auch wiederverwerten kann. Am Ende steht ein je eigener, individueller Weg entlang der Shoah, der zugleich die Geschichten der Verschwundenen und des Verschwindens erzählt und der jedem auf seinen täglichen Wegen ein Bewusstsein für das, was sich hier einmal ereignete und was bzw. wer dort einmal war und nun nicht mehr ist, öffnet. So kann eine empathische Annäherung an und ein Dialog mit dem Narrativ des Holocausts gelingen.

Dieser Dialog über das Holocaustnarrativ eröffnet zudem der deutschen Erzählgemeinschaft eine Chance zur Normalisierung im Umgang mit der Shoah. Der Dialog trifft sich im common sense, in der Normalisierung. Es geht dann eben nicht mehr nur ausschließlich um Schuld, Scham und eine in die Vergangenheit gewandte ritualisierte Erinnerung eines Scham-Gewissens, an der die Erinnerungssubjekte des 21. Jahrhunderts nicht beteiligt waren, sondern um eine in die Zukunft gerichtete Erinnerung, die im politischen und gesellschaftlichen Handeln im multi-kulturellen Zusammenleben den oben skizzierten Reduktionismus hinter sich lässt.

Literatur

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Online erschienen: 2020-02-14
Erschienen im Druck: 2020-02-07

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