Accessible Published by De Gruyter April 17, 2020

Roche, Jörg; Terrasi-Haufe, Elisabetta (Hrsg.): 33 Methoden: DaZ in der Sekundarstufe. Fundiert, praktisch, kompakt. Augsburg: Auer, 2017. -- ISBN 978-3-403-07461-8. 72 Seiten, € 16,90.

Irene Bundschuh

Der Band 33 Methoden: DaZ in der Sekundarstufe, erarbeitet von Martina Hoffmann, Oliver Leuchte und Andrea Neulinger, richtet sich an Lehrkräfte aller Fächer. Er beinhaltet Methoden für die Unterrichtspraxis, mit welchen zum einen die fachliche und sprachliche Kompetenzentwicklung von Schüler/innen unterstützt wird, zum anderen aber auch ihre sozialen Kompetenzen angesprochen werden. Dabei haben die Autor/innen nicht nur Schüler/innen mit DaZ im Blick, sondern eine heterogene Schülerschaft, bei der leistungsstarke und -schwache, DaM- und DaZ-sprechende Schüler/innen gleichermaßen von den methodischen Zugängen zum Lernstoff profitieren. Ausgewählt wurden praxisbewährte Methoden, die sich in unterschiedlichen Unterrichtsphasen und zu verschiedenen Zwecken einsetzen lassen. Ein gemeinsames Merkmal besteht in der Aktivierung der Schüler/innen zu einem handlungsorientierten Lernen.

In einer überschaubaren Einführung werden Einsatzmöglichkeiten der Methoden in den verschiedenen Fächern vorgestellt sowie die mit dem Einsatz verbundenen Intentionen, wie z. B. die sprachliche Sensibilisierung oder die Unterstützung des fachlichen Lernens. Weiterhin beinhaltet dieser Teil Hinweise zum Aufbau und zur Benutzung des Bandes sowie die Legenden zur Verwendung von Abkürzungen und Symbolen.

Die vorgestellten Methoden werden einer der folgenden fünf Phasen unterrichtlichen Handelns zugeordnet: 1. Orientieren und informieren, 2. Planen und analysieren, 3. Durchführen, 4. Präsentieren, 5. Bewerten und reflektieren. Sie bilden als Kapitel die Struktur des Buches und erleichtern das Auffinden spezifischer Methoden. So lassen sich als geeignete Methoden zum „Orientieren und informieren“ bspw. das Placemat, die Textoptimierungsmethode (TOP) und die Buchstabensuppe finden. Alle Methoden werden jeweils auf ein bis maximal drei Seiten übersichtlich dargestellt, beginnend mit einer kurzen Orientierung hinsichtlich des Einsatzes. Daran schließen sich anhand von Symbolen übersichtliche Hinweise zu Kompetenzen und Lernzielen, der Zeitdauer und den erforderlichen Materialien an. Es folgen gut strukturierte Erklärungen zur Durchführung der Methode sowie Aufgabenbeispiele aus unterschiedlichen Fächern und Klassenstufen, mit welchen die Einsatzmöglichkeiten verdeutlicht werden. Unter der Überschrift „Hinweise/Stolperstellen“ finden sich didaktische Hinweise, Erklärungen über den Nutzen der Methode für Schüler/innen mit DaZ oder durchführungspraktische Informationen. Diesen schließen sich Möglichkeiten zur Variation der Methode an, z. B. hinsichtlich ihres Einsatzes zur Differenzierung oder im Rahmen anderer Themen und Fächer. Sofern erforderlich, folgt im Anschluss eine Kopiervorlage oder Beispiele derselben zur Anregung für die Selbsterstellung. Unter den 33 Methoden finden sich bekannte, wie z. B. Teekesselchen, und weniger bekannte wie Pecha Kucha. Teilweise handelt es sich um Methoden des kooperativen Lernens, wie z. B. beim Placemat, oder um Methoden, die zur Förderung der Lernerautonomie beitragen wie das Führen eines Lerntagebuchs. Ihr zeitlicher Umfang reicht von 5 Minuten bis hin zu mehreren Unterrichtsstunden.

Auch wenn die ein oder andere Methode Lehrkräften bekannt sein dürfte, so liegt der Gewinn des Buches in den über eine bloße Methodenbeschreibung deutlich hinausgehenden Ausführungen. Sie zeigen auf, wo und wie ihr Einsatz Schüler/innen sprachlich unterstützt, die Kommunikation gefördert wird oder wie eine wenig aufwendige Aufgabendifferenzierung möglich ist. Die Vielfalt der Methoden zeigt sich auch hinsichtlich der jeweils geforderten kognitiven Leistungen, ihr Einsatz ist überwiegend fachunabhängig möglich. Hervorzuheben ist außerdem die sehr gute Strukturierung und übersichtliche inhaltliche Darstellung, die den schmalen Band nicht nur zu einem praktischen Hilfsmittel für die Unterrichtsvorbereitung werden lässt, sondern überdies zur Erweiterung des eigenen Methodenrepertoires anregt.

Online erschienen: 2020-04-17
Erschienen im Druck: 2020-04-08

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