Accessible Published by De Gruyter Saur October 31, 2015

Zentren für Digital Humanities in Deutschland

Manuel Burghardt ORCID logo and Christian Wolff ORCID logo

Zusammenfassung

Dieser Artikel thematisiert den Bedarf für und die Anforderungen an Informationsinfrastrukturen für die Geisteswissenschaften. Im Vorfeld wurden die Verantwortlichen dreier etablierter Digital Humanities-Zentren (Trier Center for Digital Humanities, Cologne Center for eHumanities, Göttingen Centre for Digital Humanities) in Deutschland gebeten, insgesamt 16 Fragen zu wesentlichen Charakteristika und Funktionen zu beantworten, und so einen kurzen Steckbrief der jeweiligen Institution zu erstellen. Auf Basis dieser Steckbriefe erfolgt ein Überblick zu Digital Humanities-Zentren in Deutschland, der im Wesentlichen die Bereiche (1) Struktur und Genese, (2) Profil, Aufgaben und Dienste, (3) Nutzer, Vernetzung und Projekte und schließlich (4) Ausblick und Strategie näher betrachtet. Der Artikel schließt mit einem Fazit zur aktuellen Situation der Informationsinfrastruktur in den digitalen Geisteswissenschaften und stellt darüber hinaus einige Betrachtungen zur künftigen Weiterentwicklung des Themas an.

Abstract

This article takes into account the need for information infrastructure in the digital humanities and discusses requirements for such infrastructure. Previously, we asked three existing centers for digital humanities in Germany (Trier Center for Digital Humanities, Cologne Center for eHumanities, Göttingen Centre for Digital Humanities) to answer a set of 16 questions about the specific characteristics and functions of their institution. This information was used to create an overview of digital humanities centers in Germany that addresses the following areas: (1) Structure and development, (2) profile, functions and services, (3) users, networks and projects, and (4) future perspectives and strategy. At the end of the article we provide a conclusion and discuss the future prospects for digital humanities centers.

Résumé

Cet article décrit la nécessité et les exigences relatives à l’infrastructure de l’information pour les sciences humaines. Auparavant les dirigeants de trois centres d’humanités numériques bien établis en Allemagne (Trier Center for Digital Humanities, Cologne Center for eHumanities, Göttingen Centre for Digital Humanities) ont été demandés de répondre à 16 questions sur les caractéristiques et fonctions essentielles de leur institution et d’en établir ainsi une brève fiche descriptive. L’auteur se base sur ces profils pour donner un aperçu des centres d’humanités numériques en Allemagne et examiner notamment les domaines suivants: (1) la structure et la genèse, (2) le profil, les tâches et les services, (3) les utilisateurs, les réseaux et les projets, et enfin (4) les perspectives futures et la stratégie. L’article se termine par une conclusion sur la situation actuelle de l’infrastructure de l’information dans les sciences humaines numériques et fournit également quelques considérations sur les développements futurs de ce sujet.

Einleitung

Mit der Konjunktur der Digital Humanities in den vergangenen Jahren wird einerseits deutlich, dass sich Forschungsmethoden und -inhalte in den Geisteswissenschaften unter dem Einfluss des allgemeinen Digitalisierungstrends wandeln, andererseits ist mit diesem Wandel auch die Frage nach geeigneten Informationsinfrastrukturen für die Geisteswissenschaften verbunden. Während es für viele Disziplinen einschlägige Infrastrukturen und Fachinformationszentren gibt (vgl. etwa FIZ Karlsruhe[1] für Mathematik, Naturwissenschaft und Technik, GESIS[2] für Sozialwissenschaften oder DIMDI[3] für Gesundheitswesen und Medizin), existieren für den großen Bereich der Geisteswissenschaften de facto keine solchen Institutionen. In der Einrichtungsphase des IuD-Programms der 1970er und 1980er Jahre war es nicht gelungen, das ursprünglich geplante FIZ Geisteswissenschaften zu etablieren. Aufgaben im Bereich der Informationsversorgung haben neben den lokalen Rechenzentren und Bibliotheken die Staatsbibliotheken in Berlin und München, teilweise auch Einrichtungen bei den wissenschaftlichen Akademien (z. B. die TELOTA-Initiative der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften[4] oder die Digitale Akademie an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz[5]) übernommen. Der Wandel der Aufgabengebiete der Fachinformationszentren im Zuge der Digitalisierung ist bereits durch den Wissenschaftsrat (2011, 2012) und die Kommission Zukunft der Informationsinfrastruktur (KII, 2011) herausgearbeitet worden. Vor kurzem wurde zudem als Pilotprojekt der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) ein „Rat für Informationsinfrastrukturen“ etabliert, der „Informationsinfrastruktur“ in seiner Auftakterklärung wie folgt definiert:[6]

Informationsinfrastrukturen sind technisch und organisatorisch vernetzte Dienste und Angebote zur Arbeit mit wissenschaftlich relevanten Daten, Informationen und Wissensbeständen. Digitalität steht hierbei im Fokus. (RfII, 2015, S. 11)

Einen kurzen Abriss der Entwicklung von DH-Zentren gibt Hockey (2004); zur „Frühgeschichte“ von DH-Zentren, vgl. Burton (1981). Ein aktueller Überblick zu DH-Zentren weltweit findet sich auf http://dhcenternet.org/, in dem 179 Einträge für Zentren weltweit zu finden sind, darunter neun in Deutschland. Hinter den Einträgen verbergen sich sehr unterschiedliche Institutionen, z. T. werden auch Forschungsförderungseinrichtungen (DFG), Projekte (DARIAH) oder einzelne Fachbereiche an Universitäten (z. B. die Arbeitsstelle Computerphilologie in Hamburg oder die Historische Fachinformatik an der HU Berlin) aufgeführt. Neben DH-Kompetenzzentren, die sich vor allem Aufgaben in Lehre und Forschung, Beratung und Projektdurchführung widmen, haben sich DH-Datenzentren als eigener Typus von Infrastruktureinrichtung etabliert.[7]

Überblick: Zentren für Digital Humanities

Nachfolgend soll kein vollständiger Überblick zu allen DH-Zentren in Deutschland erfolgen, sondern auf der Basis eines hierfür entwickelten Fragenkatalogs der Status und das Leistungsspektrum von drei exemplarischen DH-Zentren vorgestellt werden. Dazu wurden solche Zentren ausgewählt, die als eigenständige Einrichtung (also nicht als Teil einer Bibliothek oder eines Fachbereichs) erkennbar sind und die ein entsprechendes Serviceportfolio anbieten, das über reine Basisservices oder DH-Lehrangebote hinausgeht: Neben dem wohl ältesten Zentrum in diesem Feld an der Universität Trier (seit 1998) haben wir die DH-Zentren in Köln und Göttingen in die Betrachtung einbezogen, die beide jeweils seit 2009 existieren (vgl. Tabelle 1). Erkennbar ist allerdings, dass demnächst weitere Zentren das Spektrum erweitern werden, so etwa drei Zentren, die mit Hilfe von BMBF-Förderung etabliert werden[8], oder – wie beispielsweise das eScience-Center in Tübingen[9] – bereits erfolgreich gestartet sind. Man darf vermuten, dass weitere Zentren folgen werden, da typischerweise das Aufgabenprofil eines DH-Kompetenzzentrums von der Projektbegleitung und -durchführung vor Ort geprägt ist.

Tabelle 1:

Ausgewählte DH-Zentren, für die Steckbriefe erstellt wurden.

NameURL
Trier Center for Digital Humanities (TCDH)http://kompetenzzentrum.uni-trier.de/
Cologne Center for eHumanities (CCeH)http://www.cceh.uni-koeln.de/
Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH)http://www.gcdh.de/en/

Die Informationen zu den drei genannten DH-Zentren wurden in Form eines Fragenkatalogs mit 16 Teilfragen (vgl. Tabelle 2) zu unterschiedlichen Bereichen erhoben, der von den jeweiligen Ansprechpartnern schriftlich beantwortet wurde.

Tabelle 2:

Fragebereiche und Fragen für den DH-Zentren-Steckbrief.

Struktur und Genese
1. Wie lange gibt es das Zentrum schon?

2. Was war vorher bzw. was war der Grund für die Schaffung des Zentrums?

3. Wer ist Hauptansprechpartner(in) / Leiter(in) des Zentrums?

4. Wie viele Mitarbeiter(innen) hat das Zentrum?

5. Wie ist das Zentrum finanziert, wer ist der Träger?
Profil, Aufgaben und Dienste
6. Kurze Selbstbeschreibung: Was sind die wesentlichen Aufgaben, Funktionen und Dienstleistungen?

7. Inwiefern erfüllt das Zentrum typische Infrastrukturaufgaben für die Digital Humanities?

8. Ist das Zentrum auch in die Lehre der Universität integriert?
Nutzer, Vernetzung und Projekte
9. Wer nimmt die „Dienste“ des Zentrums hauptsächlich in Anspruch, was sind die fachlichen Bezüge?

10. Welche grundsätzlichen Kooperationsformen gibt es?

11. Sind die Kooperationen eher national oder international?

12. Ist der Bezug des Zentrums eher lokal, regional oder beides?

13. Ist das Zentrum in einen übergeordneten DH-Forschungsverbund integriert (z. B. CLARIN[10], DARIAH[11], etc.)?

14. Was sind typische Projekte / konkrete Use Cases, welche die Arbeit des Zentrums illustrieren?
Ausblick und Strategie
15. Was ist die weitere Perspektive, was sind langfristige Zielsetzungen bzw. gibt es Überlegungen zum Ausbau des Zentrums?

16. Wie schätzen Sie allgemein die Lage „Informationsinfrastruktur“ für die Digital Humanities ein, was sind wesentliche Herausforderungen?

So entstanden insgesamt drei charakteristische Steckbriefe für die DH-Zentren in Trier, Köln und Göttingen, welche nachfolgend zusammengefasst werden, um einen knappen Überblick zu Status und Angeboten der Zentren zu geben. Die vollständigen beantworteten Fragebogen sind am Schluss dieses Beitrags als Anhänge A bis C angefügt.

Struktur und Genese

Während die Zentren in Göttingen und Köln seit 2009 existieren, wurde das Trierer Zentrum bereits 1998 durch Kurt Gärtner etabliert. An allen drei Standorten führte die Notwendigkeit fachübergreifender Zusammenarbeit einerseits, die Vielzahl von Projekten im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften andererseits, zur Gründung eines eigenen Zentrums. Trier verweist zudem auf die Vorbilder im europäischen Raum, an denen man sich orientiert hat. Auch die Etablierung von Lehrstühlen und Lehrangeboten im Bereich der angewandten Informatik und Informationswissenschaft spielt eine Rolle. Genannt wird auch die Vernetzung nicht nur über Fachgrenzen hinweg, sondern auch mit der Verlagswirtschaft und benachbarten Akademien.

Neben ihren akademischen Leiterinnen bzw. Leitern (Prof. Dr. Claudine Moulin und Prof. Dr. Caroline Sporleder (WiSe 2012/13 bis SoSe 2015) in Trier, Prof. Dr. Dr. Andreas Speer in Köln, Prof. Dr. Gerhard Lauer in Göttingen) verfügen die Zentren in der Regel auch über eigene Geschäftsführerinnen bzw. Geschäftsführer (Dr. Patrick Sahle in Köln), in Trier auch nach fachlichem Bezug differenziert (Dr. Thomas Burch für Informatik, Dr. Vera Hildenbrandt für Digitale Philologie). Die Zentren werden – neben einer in der Regel überschaubaren infrastrukturbezogenen Unterstützung durch die Trägerhochschulen – vor allem durch eingeworbene Drittmittel finanziert. So beziehen sich auch die hohen Mitarbeiterzahlen von 25 (Köln) bzw. 35 (Trier) vor allem auf eingeworbene Drittmittel und Stipendien. Als Träger fungieren die jeweiligen Universitäten (Göttingen, Trier) bzw. die philosophische Fakultät (Köln).

Profil, Aufgaben und Dienste

Die drei Zentren nennen als primäres Angebot die Unterstützung aller geisteswissenschaftlichen Fächer beim Einsatz digitaler bzw. computergestützter Arbeitsmethoden und die Funktion als Kooperationspartner bei der Projektakquise. Ein wichtiges Anliegen ist es dabei auch, die Digital Humanities selbst als Arbeitsfeld voranzutreiben. Zudem bieten die Zentren jeweils ein entsprechendes Lehr- oder Fortbildungsangebot an. Trier nennt darüber hinaus explizit auch die Etablierung neuer Forschungsmethoden, Publikationskulturen in den digitalen Medienformen, die Nachwuchsförderung und die internationale Vernetzung.

Bei der Frage nach der Durchführung von Infrastrukturaufgaben führt Göttingen ein grundlegendes Beratungs- und Vernetzungsangebot an. Köln verweist ebenfalls auf das Beratungsangebot des Zentrums sowie auf die Beteiligung am Aufbau einer technischen Basisinfrastruktur in Zusammenarbeit mit den dafür zuständigen Einrichtungen (Rechenzentrum, Bibliothek) in der Einrichtung des Data Centers for the Humanities (DCH[12]). Schließlich rekurriert Trier explizit auf die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu Forschungsinfrastrukturen (Wissenschaftsrat, 2011), wobei über die oben bereits angesprochenen Aspekte auch der verbesserte Forschungszugang zu Digitalisaten, der Aufbau innovativer Publikationsinfrastrukturen, die Funktion einer Clearing-Stelle und die Nachwuchsausbildung genannt sind.

Die Zentren sind an der akademischen Lehre sowohl über eigene Studiengänge (Köln: Informationsverarbeitung / Medieninformatik, Trier: M. Sc. Digital Humanities) als auch über Zertifikationslehrgänge (Köln) oder Studienschwerpunkte (Göttingen: Digital Humanities) beteiligt.

Nutzer, Vernetzung und Projekte

Alle drei Zentren sehen sich als Kooperationspartner grundsätzlich aller geisteswissenschaftlichen Fächer und sind für unterschiedliche Nutzergruppen (Studierende, Doktoranden, Habilitanden, Professoren) und Partner (interne und externe Partner, insbesondere aus dem Bereich der Akademien, aber auch der aus der Verlagswirtschaft) offen. Die Notwendigkeit des Angebotszuschnitts in Abhängigkeit von Fach und Thema bringt Trier exemplarisch wie folgt auf den Punkt:

Je nach Schwerpunktsetzung im konkreten Vorhaben bietet das TCDH Unterstützung bei der Digitalisierung und Erschließung, bei Data Mining und Visualisierung, bei der Entwicklung von Analysealgorithmen und -tools und bei der Konzeption und Programmierung komplexer, speziell auf geistes- und kulturwissenschaftliche Bedürfnisse zugeschnittener Sofware(systeme). Dabei liefert das Zentrum auch Forschungsimpulse für die informatiknahen Fächer (vgl. Anhang, Steckbrief Trier, Frage 9).

So vielfältig wie Fächer, Themen und Probleme, sind auch die Kooperationsformen: Von der kostenlosen Beratung über die Hilfe bei kleineren Projekten bis hin zur Rolle als Partner und Koordinator in größeren und großen, auch internationalen, Projekten sind vielfältige Formen der Zusammenarbeit benannt. Auch die Übernahme strategischer Aufgaben (Göttingen: Unterstützung der Etablierung des einschlägigen Fachverbands DHd[13]) oder die förmliche Kooperation mit wissenschaftlichen Akademien bei der Betreuung der DH-Anteile von Akademieprojekten (Köln) werden beschrieben. Alle drei Zentren können sowohl nationale als auch internationale Kooperationen aufführen, Trier kann aufgrund der längeren Tätigkeitsdauer auf mittlerweile über 100 Projekte und mehr als 150 Partner verweisen.

Bei allen drei Zentren zeigt sich eine Verschränkung von lokalem und regionalem Versorgungsanspruch, der jeweils auch benachbarte Hochschulen und Einrichtungen einschließt, z. B. in Göttingen die Kooperation mit dem „Learning Lab Lower Saxony“ in Hannover und dem Georg-Eckert-Institut in Braunschweig. Hinsichtlich der internationalen Forschungsverbünde, insbesondere DARIAH und CLARIN, nennen alle drei Zentren projektbezogene Kooperation. Darüber hinaus werden zahlreiche Mitgliedschaften und Kooperationen in Gremien der Forschungsförderung genannt.

Alle drei Zentren können umfangreiche Projektlisten als Beispiele erfolgreicher Forschungsarbeit in den digitalen Geisteswissenschaften benennen. Diese hier einzeln aufzuführen, würde zu weit führen, es sei insofern auf die einzelnen Steckbriefe im Anhang bzw. auf die Websites der Zentren verwiesen.

Ausblick und Strategie

In strategischer Perspektive stellen Göttingen und Köln u. a. auf die Einrichtung dedizierter DH-Lehrstühle ab, die dabei helfen sollen, die digitalen Geisteswissenschaften zu etablieren. Trier macht zudem darauf aufmerksam, dass nach Jahren, in denen Arbeitsschwerpunkte vor allem im Bereich der Digitalisierung, der Erschließung und dem Aufbau digitaler Ressourcen lagen, für die Zukunft eine Verlagerung der Arbeiten an das hintere Ende der digitalen Prozesskette zu erwarten ist, also stärker in Richtung Analyse, Exploration und visueller Aufbereitung, da die digitalen Materialien mittlerweile in hinreichender Quantität und Qualität vorliegen. Außerdem sollen bisher weniger stark berücksichtigte Fächer in der Zukunft besser integriert werden.

Die Rolle der Informationsinfrastruktur wird durchaus unterschiedlich gesehen: während Göttingen vor allem eine stärkere Verankerung in der Lehre als vordringliches Problem ansieht, fordert Köln, die Institutionalisierung der DH-Infrastrukturen und die Lösung des Nachhaltigkeitsproblems gemeinsam mit den einschlägigen Einrichtungen (Bibliotheken, Datenzentren) voranzutreiben. Trier schließlich verweist auf die zunehmend kooperativen und auch überörtlich betriebenen Projekte, für die geeignete IT-basierte Infrastrukturen bereitgehalten werden müssen, was trotz bereits erfolgter Förderprogramme im Bereich der virtuellen Forschungsumgebungen in der Forschungspraxis nach wie vor ein wichtiges Desiderat ist.

Fazit

Zunächst verdeutlichen alle drei Steckbriefe, dass auch mit einer verhältnismäßig überschaubaren, festen Ressourcenausstattung in Form gesicherter Planstellen o. ä nichtsdestotrotz erfolgreiche und leistungsfähige Digital Humanities-Zentren aufgebaut werden können. Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zentren auch mit Problemen, etwa im Bereich der Mitarbeitergewinnung und -bindung, zu kämpfen haben. Die Organisation als bedarfs- und anwenderorientiertes Zentrum, das sich im Wesentlichen über eingeworbene Drittmittel finanziert, hat sich als erfolgreiche Strategie bewährt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die drei genannten Zentren lokal und regional ausstrahlen, zudem auch international vernetzt sind, aber damit keinesfalls eine flächendeckende Digital Humanities-Versorgung der einschlägigen Fachbereiche und Fakultäten in Deutschland gewährleistet werden kann. Mit anderen Worten: Weitere Zentren müssen und werden folgen, wobei auf der Angebotsseite Beratungs-, Methoden- und Projektkompetenz entscheidende Faktoren sein werden, weil damit die Chancen für erfolgreiche Drittmitteleinwerbung steigen. In der Regel setzt dies die Tätigkeit qualifizierter Ansprechpartner vor Ort voraus. Denkbar ist dabei durchaus, dass komplementär dazu technische Infrastrukturleistungen wie Datenzentren, Cloud-Services (Speicher, Rechenleistung, bspw. das LRZ in München[14]), oder das Hosting von Forschungsinfrastrukturen nicht lokal, sondern überregional angeboten werden. Ähnliches gilt für die traditionellen Fachinformationsangebote, die ebenfalls durch Digitalisierungsprozesse transformiert werden, und die auch künftig überregional angeboten werden können.

Für die Berührungspunkte mit der Lehre ist zu erwarten, dass bestimmte Basiskompetenzen in die Curricula der einzelnen Fächern integriert werden können, so wie heute etwa die Benutzung von Computern und Standardsoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Statistikpakete, Präsentationssoftware) zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Daneben verlangen avancierte Methoden etwa im Bereich des maschinellen Lernens, der semantischen Technologien oder im Bereich der Informationsaufbereitung und -visualisierung künftig nach zusätzlichen Lehrangeboten, auch über die üblichen Lehrformate hinaus, die von den DH-Zentren geleistet werden können. Insofern ist auch für die Zukunft ein Mix aus eigenen DH-Studiengängen, zusätzlichem Lehrangebot (ggf. als Zertifikatsangebot) und unmittelbarer Integration von DH-Themen und -methoden in die grundständige Lehre, ggf. unter Beteiligung der DH-Zentren, zu erwarten.

Danksagung

Herzlicher Dank gebührt Thomas Burch, Vera Hildenbrandt und Claudine Moulin (TCDH, Trier), Patrick Sahle (CCeH, Köln) sowie Frank Fischer und Gerhard Lauer (GCDH, Göttingen) für die freundliche Bereitschaft uns mit Informationen zu drei wichtigen Zentren für Digital Humanities in Deutschland zu versorgen.

Literatur

Burton, D. M. (1981). Automated Concordances and Word Indexes: The Early Sixties and the Early Centers. Computers and the Humanities 15: 83–100. Search in Google Scholar

Hockey, S. (2004). The History of Humanities Computing. In Schreibman, S., Siemens, R., Unsworth, J. (Hrsg.), A Companion to Digital Humanities. Oxford: Blackwell. http://www.digitalhumanities.org/companion/ Search in Google Scholar

KII (Kommission Zukunft der Informationsinfrastruktur) (2011). Gesamtkonzept für die Informationsinfrastruktur in Deutschland. Empfehlungen der Kommission Zukunft der Informationsinfrastruktur im Auftrag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder. Berlin: GWK / WGL. Search in Google Scholar

RfII (Rat für Informationsinfrastrukturen) (2015). Auftakterklärung 2015. Göttingen: RfII. Search in Google Scholar

Wissenschaftsrat (2011). Empfehlungen zu Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Drucksache DRS. 10465–11, Januar 2011. Berlin: Wissenschaftsrat. Search in Google Scholar

Wissenschaftsrat (2012). Empfehlungen zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen in Deutschland bis 2020. Drucksache DRS. 2359–12, Juli 2012. Berlin: Wissenschaftsrat. Search in Google Scholar

Manuel Burghardt hat Informationswissenschaft, Englische Sprachwissenschaft und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Regensburg studiert und wurde im Fach Informationswissenschaft promoviert. Derzeit ist er in Regensburg am Lehrstuhl für Medieninformatik tätig und betreut dort unter anderem das Modul „Digital Humanities“ in den Masterstudiengängen der Medieninformatik und der Informationswissenschaft. Die Forschungsinteressen von Manuel Burghardt liegen in den Bereichen Digital Humanities (vgl. www.dhregensburg.de), Social Media Analytics und Usability Engineering.

Christian Wolff (geb. 1966) ist seit 2003 Professor für Medieninformatik am Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur der Universität Regensburg. Er ist promovierter Informationswissenschaftler (1994, Universität Regensburg) und habilitierter Informatiker (2000, Universität Leipzig). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen: Mensch-Maschine-Interaktion, multimediale und webbasierte Informationssysteme, (Multimedia) Software Engineering sowie Information Retrieval (dort insbesondere auch Informationskompetenz und soziale Medien). Er ist seit 2009 Vorsitzender des Hochschulverbands Informationswissenschaft (HI e. V.). Weitere Informationen: http://www.medieninformatik.it

Anhang A – Steckbrief des „Trier Center for Digital Humanities“ (TCDH)

Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier

Wie lange gibt es das Zentrum schon?

Das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier (engl. Bezeichnung „Trier Center for Digital Humanities“ (TCDH)) wurde 1998 von Kurt Gärtner und seinem Team an der Universität Trier gegründet. Es ist damit eines der ältesten Zentren im deutschsprachigen Raum und in Europa.

Was war vorher bzw. was war der Grund für die Schaffung des Zentrums?

Die Einrichtung des Zentrums erfolgte mit dem Ziel, den in den Nachbarländern vorhandenen Vorsprung an gut ausgestatteten Forschungszentren für das damals sogenannte „Humanities Computing“ (in Großbritannien: London, Oxford, Glasgow, in Frankreich: Nancy, in den Niederlanden: Leiden, in Italien: Pisa) in Deutschland aufzuholen. Der Auf- und Ausbau eines derartigen Zentrums für Informationstechnologie in den Geisteswissenschaften konnte erfolgreich umgesetzt werden. Dies gelang nicht zuletzt deswegen, weil die dafür nötigen Konzepte und Planungen, deren Umsetzung und alle über das Zentrum initiierten Forschungsaktivitäten in enger Zusammenarbeit von Geisteswissenschaftlern verschiedener Disziplinen, Informationswissenschaftlern und Informatikern, aber auch von Vertretern aus der Verlagsbranche und der Wirtschaft und in Kooperation mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften durchgeführt wurden. Die Voraussetzungen für eine derart enge Zusammenarbeit waren an der Universität Trier besonders günstig.

Wer ist Hauptansprechpartner(in) / Leiter(in) des Zentrums?

  • Leitung: Prof. Dr. Claudine Moulin (Germanistik) und Prof. Dr. Caroline Sporleder (Digital Humanities, Computerlinguistik)

  • Geschäftsführung: Dr. Thomas Burch (Informatik) und Dr. Vera Hildenbrandt (Digitale Philologie)

Wie viele Mitarbeiter(innen) hat das Zentrum?

Zurzeit sind im Zentrum 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wissenschaftliche Hilfskräfte und Stipendiaten verschiedener geisteswissenschaftlicher und informationstechnologischer Fachdisziplinen beschäftigt. Das Zentrum ist bewusst interdisziplinär und international aufgestellt.

Wie ist das Zentrum finanziert, wer ist der Träger?

Das TCDH wird von der Universität Trier und dem Land Rheinland-Pfalz (Forschungsinitiative des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur) gefördert. Die zentralen, durch Universitäts- und Landesmittel finanzierten Stellen des Zentrums werden ergänzt durch Drittmittel insbesondere der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der EU sowie durch Mittel des Akademienprogramms.

Kurze Selbstbeschreibung: Was sind die wesentlichen Aufgaben, Funktionen und Dienstleistungen?

Das TCDH möchte

  • durch die Entwicklung und Anwendung innovativer informationstechnologischer Methoden und Verfahren geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Forschungsvorhaben unterstützen,

  • neue Forschungsansätze in diesen Fachdisziplinen und im Bereich der Digital Humanities als solches begründen,

  • zur Ausbildung neuer Forschungsfelder und Methoden in den informatiknahen Fächern beitragen,

  • die Ausbildung neuer Publikationskulturen (von der Mikropublikation bis hin zu digitalen Großformaten) in den Geisteswissenschaften unterstützen und die Akzeptanz der neuen Publikationsformen fördern,

  • den wissenschaftlichen Nachwuchs durch die „Betreuung“ innovativer Dissertationsvorhaben und Postdoktorandenprojekte sowie durch die Vergabe von Stipendien an ausländische Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und die Organisation internationaler Workshops und Kolloquien fördern,

  • im Rahmen eines interdisziplinären Masterstudiengangs „Digital Humanities“ zur Ausbildung der nächsten Generation digitaler Geisteswissenschaftler beitragen,

  • gezielt den fachwissenschaftlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg fördern.

Besonders in den Forschungsschwerpunkten Digital Philology, eCulture, semantische Datenerschließung und Software-Systeme hat das Kompetenzzentrum umfangreiche Ressourcen aufgebaut. Neben den im Trierer Wörterbuchnetz zur Verfügung stehenden Nachschlagewerken betreut das Zentrum eine Reihe von retrodigitalisierten und borndigital Editionen, Primärquellen und Artefakten und entwickelt Werkzeuge zur Transkription, Edition, Analyse und Erschließung unterschiedlichster Quellentypen. Das Zentrum ist maßgeblich mitverantwortlich für die Entwicklung einer virtuellen Forschungs- und Arbeitsplattform(FuD), die den gesamten Forschungsprozess für räumlich verteilt arbeitende Projekte in digitaler Umgebung bis hin zur Publikation der Forschungsergebnisse und Forschungsdaten abbildet.

Inwiefern erfüllt das Zentrum typische Infrastrukturaufgaben für die Digital Humanities?

Das TCDH orientiert sich an den 2011 vom Wissenschaftsrat ausgesprochenen Empfehlungen zu Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften und

  • baut durch die Erstellung forschungstauglicher Digitalisate Forschungsinformationsinfrastrukturen auf, die den Zugang zu wissenschaftlicher Information wesentlich erleichtern und deren langfristige Speicherung und Nachnutzung gewährleisten,

  • beteiligt sich an neuen Initiativen zur Entwicklung von innovativen Publikationsinfrastrukturen,

  • entwickelt informationstechnische Konzepte und Lösungen, die die Grundlage dafür schaffen, thematisch fokussierte Forschungsprojekte durchzuführen,

  • schafft soziale Infrastrukturen, die den diskursiven Austausch und die Begründung neuer Forschungsfragen in Laborsituationen fördern,

  • fungiert als Clearing-Stelle zwischen national und international geförderten Projekten und gewährleistet damit die effektive Nachnutzung entwickelter Lösungen,

  • optimiert Arbeitsabläufe insbesondere im Hinblick auf den Einsatz digitaler Strategien,

  • bildet wissenschaftlichen Nachwuchs aus, der sich die Berufsfelder der Digital Humanities erschließt und zu deren Weiterentwicklung beitragen wird.

Ist das Zentrum auch in die Lehre der Universität integriert?

Das TCDH ist aktiv beteiligt an der Durchführung des im Wintersemester 2014/15 an der Universität Trier neu eingerichteten Master of Science-Studiengangs Digital Humanities (Kernfach ohne Nebenfächer). Die wissenschaftlichen Leiterinnen des Zentrums lehren zudem in Studiengängen der Germanistik und Computerlinguistik und betreuen eine Reihe von Dissertations- und Habilitationsvorhaben in diesen beiden Fächern und den Digital Humanities.

Wer nimmt die „Dienste“ des Zentrums hauptsächlich in Anspruch, was sind die fachlichen Bezüge?

Das TCDH führt eigene Forschungsprojekte durch, ist aber auch Ansprech- und Kooperationspartner für Universitäten, Bibliotheken, Wissenschaftsakademien, Archive und Verlage im In- und Ausland. Kooperationen bestehen dabei mit nahezu allen geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen – von der Germanistik, Romanistik und klassischen Philologie über die Kunstgeschichte und die Geschichtswissenschaften bis hin zur Musik- und Medienwissenschaft. Je nach Schwerpunktsetzung im konkreten Vorhaben bietet das TCDH Unterstützung bei der Digitalisierung und Erschließung, bei Data Mining und Visualisierung, bei der Entwicklung von Analysealgorithmen und -tools und bei der Konzeption und Programmierung komplexer, speziell auf geistes- und kulturwissenschaftliche Bedürfnisse zugeschnittener Software(systeme). Dabei liefert das Zentrum auch Forschungsimpulse für die informatiknahen Fächer.

Welche grundsätzlichen Kooperationsformen gibt es?

Das Kompetenzzentrum ist gleichberechtigter Forschungspartner, führt aber auch Vorhaben in den Bereichen der Auftragsforschung oder der Anwendung gesicherter Erkenntnis durch. Dabei unterstützt es die Kooperationspartner auch durch Schulungen und Workshops.

Sind die Kooperationen eher national oder international?

Das Zentrum hat seit seiner Gründung mehr als 100 Projekte mit rund 150 Partnern im In- und Ausland durchgeführt und ist somit Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Digital Humanities auf nationaler wie internationaler Ebene. Dadurch hat das TCDH die Entwicklung und den Ausbau der Digital Humanities sowohl in Deutschland als auch im Ausland wesentlich mitgeprägt.

Ist der Bezug des Zentrums eher lokal, regional oder beides?

Das TCDH leistet nicht nur einen maßgeblichen Beitrag zum Ausbau des Forschungsprofils der Universität Trier und der sogenannten Großregion (Deutschland/Frankreich/Luxemburg/Belgien), sondern auch zur innovativen Weiterentwicklung von deren Forschungsinfrastruktur. Darüber hinaus führt es einige Vorhaben durch, die lokal eingebettet sind (z. B. die virtuelle Rekonstruktion der mittelalterlichen Bibliothek der Benediktinerabtei St. Matthias).

Ist das Zentrum in einen übergeordneten DH-Forschungsverbund integriert (z. B. CLARIN, DARIAH, etc.)?

Das TCDH ist nicht direkt in einen übergeordneten Forschungsverbund integriert, kooperiert aber in verschiedenen Verbundprojekten mit CLARIN und DARIAH.

  • Claudine Moulin ist nicht nur eingebunden in zahlreiche Gremien der Forschungsförderung (u. a. Standing Committee for the Humanities (SCH) der European Science Foundation (ESF), Mitglied der Cross Team Working Group on the Impact of Research Methods on Scholarly Publishing im „ESF Research Networking Programm“ NeDiMAH, Social und Cultural Innovation Strategy Working Group von ESFRI (European Strategy Forum on Research Infrastructures) der Europäischen Kommission), sondern auch Vorsitzende des Verbands „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“.

  • Caroline Sporleder ist Mitglied in den COST Actions IS 1312 „TextLink: Structuring Discourse in Multilingual Europe“ und IS 1307 „The European Network on Integrating Vision and Language (iV&LNet)“.

  • Vera Hildenbrandt ist Mitglied in der COST Action IS 1305 „European Network of e-Lexicography (ENeL)“ (Mitglied der Steering Group, des Management Committee und Chair der Arbeitsgruppe 2 „Retro-digitised dictionaries“) sowie in der COST Action IS 1310 „Reassembling the Republic of Letters, 1500–1800: A Digital Framework for Multi-Lateral Collaboration on Europe’s Intellectual History“.

Was sind typische Projekte / konkrete Use Cases, welche die Arbeit des Zentrums illustrieren?

Beispielhafte Projekte für das TCDH:

Was ist die weitere Perspektive, was sind langfristige Zielsetzungen bzw. gibt es Überlegungen zum Ausbau des Zentrums?

Das TCDH wird das bestehende Portfolio unter anderem in Bereichen ausbauen, die zurzeit in den Digital Humanities noch etwas unterrepräsentiert sind: Das Zentrum wird in diesem Zusammenhang auch die seit einiger Zeit beginnende Phase der Verlagerung von der Erschließung und Bereitstellung digitaler Ressourcen hin zur Analyse, Visualisierung und Exploration aktiv und im nationalen wie internationalen Kontext mitgestalten. Auf einer Metaebene werden zudem Forschungsprozesse selbst beobachtet, um sie nicht nur in entsprechenden Werkzeugen abzubilden, sondern auch einen Beitrag zur Theorie- und Modellbildung in den Digital Humanities zu leisten. Um diesen Ausbau zu realisieren, werden aus den Informatikwissenschaften passfähige Kompetenzen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Data Mining, Visualisierung und Semantische Datenmodellierung sowie Simulation, Prozess- und Wissensmanagement in einer Art und Weise erschlossen, die nicht nur in den Geistes- und Kulturwissenschaften eine Forschungs- und Methodeninnovation erwarten lässt, sondern auch in der Informatik und angrenzenden Bereichen.

Um diesen inter- und transdisziplinären Methodentransfer langfristig zu unterstützen, wird das TCDH seine Anstrengungen im Bereich der Nachwuchsförderung intensivieren. In interdisziplinär aufgestellten Tandems aus Informatikern und Geistes- und Kulturwissenschaftlen wird der wissenschaftliche Nachwuchs in betreuten Laboren Schlüsselqualifikationen in den Digital Humanities erwerben und sich praxisnah auf einem zukunftsträchtigen Gebiet weiterqualifizieren können.

Wie schätzen Sie allgemein die Lage „Informationsinfrastruktur“ für die Digital Humanities ein, was sind wesentliche Herausforderungen?

In den Geisteswissenschaften gewinnen ebenso wie in anderen Wissenschaftsbereichen kooperative und koordinierte Formen der Forschungsarbeit zunehmend an Relevanz. Forschergruppen, die zum Teil an unterschiedlichen Orten angesiedelt sind, arbeiten gemeinsam an einem Thema. Eine systematische und strukturierte Organisation des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses stellt daher eine wesentliche Voraussetzung für die effiziente und erfolgreiche Projektdurchführung dar. Außerdem eröffnen die Entwicklung fachspezifischer IT-Werkzeuge sowie die inzwischen verfügbaren umfangreichen digitalen Wissensbestände neue methodische Vorgehensweisen und inhaltliche Fragestellungen. Zu den zentralen Aufgaben im Bereich der Schaffung moderner Informationsinfrastrukturen gehören deshalb die Entwicklung und dauerhafte Implementierung von Virtuellen Forschungsumgebungen (VFUs), die den wissenschaftlichen Arbeitsprozess in seinen verschiedenen Forschungsphasen unterstützen sowie die orts- und zeitunabhängige Zusammenarbeit ermöglichen. Eine Herausforderung ist dabei sicherlich die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle für die langfristige Betreibung und Weiterentwicklung von VFUs. Ferner sind auch die hiermit verbundenen Änderungen im Bereich der Publikationskulturen mit zu berücksichtigen. Weitere Herausforderungen sind an die zunehmende Komplexität der Primär- und Forschungsdaten geknüpft sowie an die Langzeitarchivierung dieser Daten.

Thomas Burch

Universität Trier, Trier Center for Digital Humanities

burch@uni-trier.de

Vera Hildenbrandt

Universität Trier, Trier Center for Digital Humanities

vera.hildenbrandt@uni-trier.de

Claudine Moulin

Universität Trier, Trier Center for Digital Humanities

moulin@uni-trier.de

Anhang B – Steckbrief des „Cologne Center for eHumanities“ (CCeH)

Wie lange gibt es das Zentrum schon?

Das „Cologne Center for eHumanities“ (CCeH) gibt es seit 2009.

Was war vorher bzw. was war der Grund für die Schaffung des Zentrums?

Es gibt in Köln eine lange Tradition von Digital Humanities-Lehrstühlen und DH-Studiengängen, die bis in die 90er Jahre zurückreicht. Dazu gehören etwa:

  • seit 1990, Lehrstuhl „Sprachliche Informationsverarbeitung“ (Prof. Dr. Jürgen Rolshoven)

  • seit 1997, „Informationsverarbeitung“ als Magisterfach

  • seit 2000, Lehrstuhl Historisch Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung (Prof. Dr. Manfred Thaller)

  • seit 2007, Medieninformatik als Fach

Daneben gab es immer große digitale Projekte in den Fächern:

  • Archäologie (Prof. Dr. Förtsch, Arachne)

  • Geschichte (Prof. Dr. Gersmann, historicum.net und andere)

  • Kunstgeschichte (Prof. Dr. Simon, Prometheus)

  • Phonetik, Linguistik, Philosophie und viele weitere Fächer

Grund zur Schaffung des Zentrums: Man wollte die verschiedenen digitalen Aktivitäten bündeln, besser sichtbar machen und Synergien schaffen. Es gab bereits das institutionelle Instrument der „Lehr- und Forschungszentren der Philosophischen Fakultät“, mit dem sich die Forschungsinteressen von Fakultätsangehörigen über Institutsgrenzen hinweg zusammenführen ließen. Dieses Modell hat man für die Schaffung eines DH-Zentrums gut nachnutzen können.

Wer ist Hauptansprechpartner(in) / Leiter(in) des Zentrums?

  • Gewählter Sprecher: Prof. Dr. Andreas Speer

  • Geschäftsführung: Dr. Patrick Sahle

  • Projektmanagement: Dr. Franz Fischer

Wie viele Mitarbeiter(innen) hat das Zentrum?

Es gibt derzeit ca. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Geschäftsstelle des CCeH. Für weitere Details siehe http://cceh.uni-koeln.de/mitarbeiterinnen. Getragen wird das CCeH allerdings von seinen rund 60 Mitgliedern, die fast durchweg Angehörige der Fakultät sind. Viele von diesen führen eigene Projekte mit DH-Komponenten durch und haben dazu weitere eigene Mitarbeiter(innen).

Wie ist das Zentrum finanziert, wer ist der Träger?

Träger für das CCeH ist die Philosophische Fakultät der Universität zu Köln. Die Finanzierung des Zentrums kommt zum überwiegenden Teil aus Drittmitteln und Zuwendungen externer Partner, einen Teil der Finanzierung leistet aber auch die Philosophische Fakultät.

Kurze Selbstbeschreibung: Was sind die wesentlichen Aufgaben, Funktionen und Dienstleistungen?

Im CCeH treffen sich alle Angehörigen der Philosophischen Fakultät, die digitale Forschung betreiben. Das CCeH unterstützt sie bei Bedarf dabei, führt gemeinsame Veranstaltungen durch, organisiert Fortbildungsveranstaltungen und bietet eine Plattform für gemeinsame Forschungsprojekte. Das CCeH tritt gegenüber universitätsinternen wie auch gegenüber externen Forscherinnen und Forschern als Kooperationspartner in Forschungsvorhaben auf, bei denen es alle methodisch-technischen Aspekte abdecken und die Projekte von der Entwicklung über die Antragstellung bis hin zur Umsetzung betreuen kann.

Inwiefern erfüllt das Zentrum typische Infrastrukturaufgaben für die Digital Humanities?

Das CCeH unterstützt Angehörige der Fakultät bei der technischen Umsetzung ihrer Forschungsvorhaben durch Beratung zu Methoden und Technologien und teilweise auch durch die Organisation der technischen Basisinfrastruktur mit dem Regionalen Rechenzentrum der Universität (RRZK). Seit 2013 ist das CCeH am Aufbau des „Data Center for the Humanities“ (DCH) beteiligt, das sich um die nachhaltige Bereitstellung von Forschungsdaten und laufenden Anwendungen kümmert.

Ist das Zentrum auch in die Lehre der Universität integriert?

Die Lehre an der Universität Köln wird vor allem abgedeckt

  1. a)

    durch die expliziten Studiengänge Informationsverarbeitung und Medieninformatik,

  2. b)

    durch das IT-Zertifikat der Philosophische Fakultät,

  3. c)

    durch explizite Module oder implizite DH-Lehre in den einzelnen Fächern.

Das CCeH organisiert Fortbildungsveranstaltungen und Workshops. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterrichten zudem regelmäßig auf Summer Schools und bieten zusätzliche Lehrveranstaltungen in den expliziten DH-Studiengängen oder den anderen Fächern an der Fakultät an, siehe http://cceh.uni-koeln.de/node/560.

Wer nimmt die „Dienste“ des Zentrums hauptsächlich in Anspruch, was sind die fachlichen Bezüge?

Das CCeH deckt von seinem Selbstverständnis her alle geisteswissenschaftlichen Fächer ab und ist nicht auf bestimmte Fächer ausgerichtet. Es arbeitet mit allen Angehörigen der Fakultät zusammen, dementsprechend nehmen alle die Dienste des CCeH in Anspruch. Darüber hinaus wird das CCeH sehr stark von externen Kooperationspartnern in Anspruch genommen; hier ist vor allen anderen die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste zu nennen.

Welche grundsätzlichen Kooperationsformen gibt es?

Im CCeH gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Kooperationsformen:

  • Kostenlose und informelle Beratung zur Projektentwicklung

  • Technische Hilfestellung bei kleineren Vorhaben von Universitätsangehörigen

  • Beratung und Zusammenarbeit mit Projekten der Mitglieder

  • CCeH als Zuwendungsempfänger für externe Institutionen

  • CCeH als Partner in Drittmittelanträgen anderer (Uni Köln und extern)

  • CCeH als Hauptantragsteller in Drittmittelanträgen

  • Kooperationsvertrag zwischen CCeH und Nordrhein-Westfälischer Akademie der Wissenschaften zur Betreuung der DH-Komponenten in Akademievorhaben

Sind die Kooperationen eher national oder international?

Die Kooperationen am CCeH sind sowohl national als auch international. Internationale Kooperationen erfolgen zumeist über EU-Projekte und über Projekte bei denen das CCeH als Zuwendungsempfänger ausländischer Einrichtungen auftritt.

Ist der Bezug des Zentrums eher lokal, regional oder beides?

Der Bezug des CCeH ist sowohl lokal als auch regional. Das CCeH leistet die lokale DH-Grundversorgung, ist aber gleichzeitig für jede nationale oder internationale Kooperation offen. De facto gibt es eine regionale Komponente, wenn umliegende Universitäten den Weg zum CCeH besonders leicht finden.

Ist das Zentrum in einen übergeordneten DH-Forschungsverbund integriert (z. B. CLARIN, DARIAH, etc.)?

Das CCeH ist nicht direkt in übergeordnete Forschungsverbünde integriert, aber über konkrete Projekte der CCeH-Mitglieder sowohl mit DARIAH als auch mit CLARIN verbunden.

Was sind typische Projekte / konkrete Use Cases, welche die Arbeit des Zentrums illustrieren?

Von Mitgliedern getragene Projekte sind beispielsweise:

An der CCeH-Geschäftsstelle betreute Projekte sind beispielsweise

Was ist die weitere Perspektive, was sind langfristige Zielsetzungen bzw. gibt es Überlegungen zum Ausbau des Zentrums?

Das Zentrum ist langfristig Teil einer vielfältigen DH-Landschaft an der Universität zu Köln, die perspektivisch auf vier Säulen stehen wird:

  • DH-Lehrstühle und -Studiengänge; Schwerpunkte: Forschung und Lehre

  • CCeH als mitgliedergetragenes Zentrum; Schwerpunkte: Forschung und Kooperation mit der Fachforschung

  • Data Center for the Humanities als fakultätsunmittelbare Einrichtung; Schwerpunkte: Infrastruktur und Nachhaltigkeit

  • DH in den bestehenden Fächern; Schwerpunkte: Fachforschung mit digitalen Mitteln

Das Zentrum wird in dem Maße wachsen, wie es gebraucht wird. Dafür wird eine stabilere administrative und Leitungsstruktur nötig sein. Zu den mittelfristigen Zielsetzungen gehört es, stärker eigene DH-spezifische Initiativen anzustoßen und projektübergreifende, technische Lösungen zu entwickeln.

Wie schätzen Sie allgemein die Lage „Informationsinfrastruktur“ für die Digital Humanities ein, was sind wesentliche Herausforderungen?

Die Informationsinfrastruktur muss weiter institutionalisiert und damit auf ein stabiles Fundament gestellt werden. Träger einer dauerhaften Informationsinfrastruktur können dabei sowohl Bibliotheken, als auch DH-Zentren oder spezielle Datenzentren sein.

Patrick Sahle

Cologne Center for eHumanities (CCeH), Universität zu Köln

sahle@uni-koeln.de

Anhang C – Steckbrief des „Göttingen Centre for Digital Humanities“ (GCDH)

Wie lange gibt es das Zentrum schon?

Das „Göttingen Centre For Digital Humanities“ (GCDH) wurde 2009 gegründet.

Was war vorher bzw. was war der Grund für die Schaffung des Zentrums?

Der Grund für die Schaffung des DH-Zentrums in Göttingen war eine Bündelung der Interessen verschiedener Partner am Standort Göttingen. Das sind zunächst verschiedene Fächer der Sozial- wie der Geisteswissenschaften, von der Archäologie bis zur Politikwissenschaft, dem Urheber- und Immaterialgüterrecht bis zur Musikwissenschaft. Schließlich war auch die Informatik mit Blick auf die Erweiterung der Studienmöglichkeiten nachhaltig interessiert und hat die Gründung mit vorangetrieben. Eine zentrale Rolle bei der Gründung spielte die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek und ihre Abteilung „Forschung und Entwicklung“, die schon seit Jahren größere Vorhaben, besonders in den Informationsinfrastrukturen, bewegt hat. Ebenso wichtig für die Gründung war die „Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen“ (GWDG), welche u. a. auch als Rechenzentrum der Max-Planck-Gesellschaft fungiert. Hinzu kamen dann auch von Anfang an die „Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel“ und die „Akademie der Wissenschaften zu Göttingen“. Auch wenn die Gründe für die Fächer und Einrichtungen im Einzelnen verschieden sind, so teilen doch alle die Auffassung, dass neue computergestützte Forschungsmöglichkeiten anderer Wege der Kooperation und der Studienorganisation bedürfen. Das Zentrum ist daher kein Institut, sondern vielmehr eine Plattform, wo diese unterschiedlichen Interessen zusammengekommen sind.

Wer ist Hauptansprechpartner(in) / Leiter(in) des Zentrums?

Gründungsdirektor: Prof. Dr. Gerhard Lauer.

Wie viele Mitarbeiter(innen) hat das Zentrum?

Das Zentrum ist eine interfakultäre Einrichtung und hat daher nur Mitglieder in Zweitmitgliedschaft (nach der Fakultätszugehörigkeit). Derzeit gibt es fünf durch Drittmittel finanzierte Mitarbeiterstellen. Außerdem gibt es ein derzeit laufendes Verfahren zur Besetzung der für das Zentrum zentralen Professur für Digital Humanities.

Wie ist das Zentrum finanziert, wer ist der Träger?

Das Zentrum ist eine überfakultäre Einrichtung der Universität Göttingen und ihrer Partner und wird bis auf die Räumlichkeiten durch Drittmittel finanziert.

Kurze Selbstbeschreibung: Was sind die wesentlichen Aufgaben, Funktionen und Dienstleistungen?

Zu den wesentlichen Aufgaben des GCDH gehören vor allem

  • die Unterstützung von Fächern, die traditionell nicht mit quantitativen Ansätzen arbeiten, durch neue, vor allem computergestützte Forschungsverfahren,

  • der Aufbau der dafür notwendigen Lehre,

  • und die Bereitstellung der dafür notwendigen Infrastruktur.

Inwiefern erfüllt das Zentrum typische Infrastrukturaufgaben für die Digital Humanities?

Das GCDH hält von der Beratung bis hin zur institutionellen Unterstützung, z. B. von DARIAH.eu, auf allen Ebenen infrastrukturelle Lösungen vor.

Ist das Zentrum auch in die Lehre der Universität integriert?

Derzeit finden am GCDH Lehrveranstaltungen mit einem Studienschwerpunkt „Digital Humanities“ im Rahmen regelmäßiger Vortragsreihen und vor allem durch Sommerschulen statt. Mit der Besetzung der neu eingerichteten Digital Humanities-Professur 2015 wird die Lehre weiter ausgebaut.

Wer nimmt die „Dienste“ des Zentrums hauptsächlich in Anspruch, was sind die fachlichen Bezüge?

Das Angebot des GCDH wir primär von Studenten (am Ort noch in kleiner Zahl, überregional dagegen in größerer Zahl), Doktoranden, Postdocs und Professoren (zumeist im Rahmen von kooperativen Forschungsvorhaben) in Anspruch genommen.

Welche grundsätzlichen Kooperationsformen gibt es?

Im GCDH gibt es folgende wesentliche Kooperationsformen:

  • Kurzfristige Kooperationen für einzelne Projekte

  • Längerfristige Kooperationen, zumeist in Form von Drittmittelprojekten

  • Befristete und auch dauerhafte Einrichtung von Professuren im Bereich Digital Humanities bzw. angrenzender Fächer

  • Zusammenarbeit für den Aufbau von Lehre

  • Fachpolitische Zusammenarbeit, z. B. bei der Einrichtung des deutschsprachigen DH-Verbands (DHd) u. ä.

Sind die Kooperationen eher national oder international?

Die Kooperationen am GCDH sind sowohl national als auch international.

Ist der Bezug des Zentrums eher lokal, regional oder beides?

Der Bezug des GCDH ist sowohl lokal als auch regional: Neben lokalen Forschungskooperationen gibt es auch regionale Formen der Zusammenarbeit, etwa mit dem „Learning Lab Lower Saxony“ (L3S) in Hannover oder dem „Georg Eckert Institut“ (GEI) in Braunschweig. Darüber hinaus gibt es internationale Kooperationen, etwa mit der „Collaborative European Digital Archive Infrastructure“ (CENDARI) oder der „Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities“ (DARIAH.eu).

Ist das Zentrum in einen übergeordneten DH-Forschungsverbund integriert (z. B. CLARIN, DARIAH, etc.)?

In Göttingen besteht über Projekte eine indirekte Integration des Zentrums in die übergeordneten Forschungsverbünde CLARIN, DARIAH.de und DARIAH.eu, DHd (http://www.dig-hum.de/), CenterNet (http://dhcenternet.org/), TextGrid (https://textgrid.de/en/), u. a.

Was sind typische Projekte / konkrete Use Cases, welche die Arbeit des Zentrums illustrieren?

Beispielhafte Projekte für das GCDH:

  • 3D-Modellierung historischer Museendarstellung antiker Plastiken

  • Sentimentanalyse der Werke Franz Kafkas

  • Erschließung der koptischen Überlieferung des Alten Testaments

  • Weltliteratur auf Wikipedia

  • Netzwerkeanalyse der deutschen Dramengeschichte

  • Edition der Notizbücher Theodor Fontanes

  • Internetregulierung in liberalen Demokratien

  • Twitteranalyse politischer Kommunikation

  • u. ä.

Was ist die weitere Perspektive, was sind langfristige Zielsetzungen bzw. gibt es Überlegungen zum Ausbau des Zentrums?

Gelingt die Besetzung der Professur für Digital Humanities, dann wird ein Masterstudiengang an den Start gehen und das Zentrum noch stärker mit Fächern wie der Bioinformatik neue methodische Wege gehen.

Wie schätzen Sie allgemein die Lage „Informationsinfrastruktur“ für die Digital Humanities ein, was sind wesentliche Herausforderungen?

Die Schwierigkeiten und Hindernisse für DH liegen nicht zuerst im Bereich der Informationsinfrastrukturen. Mehr in die Lehre zu investieren, ist im Vergleich mit der Lage der Informationsinfrastruktur für die Digital Humanities eine vorgeordnete Herausforderung.

Frank Fischer

Göttingen Centre for Digital Humanities

frank.fischer@zentr.uni-goettingen.de

Gerhard Lauer

Universität Göttingen, Seminar für Deutsche Philologie

gerhard.lauer@phil.uni-goettingen.de

Online erschienen: 2015-10-31
Erschienen im Druck: 2015-11-1

© 2015 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston