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De Gruyter | Published online: September 25, 2017

BIS und SAB wollen zu Bibliosuisse fusionieren

Die Vorstände von Bibliothek Information Schweiz (BIS) und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB) haben nach intensiven Beratungen mit überwältigender Mehrheit beschlossen, ihren Mitgliedern die Gründung eines neuen Verbands zu empfehlen und sich unter dem Namen Bibliosuisse zusammen zu schließen. Die gemeinsame Arbeitsgruppe Bibliosuisse hat den Vorständen in einem Arbeitspapier «Zusammenarbeit oder Zusammenschluss?» die Vor- und Nachteile der beiden Konzepte unterbreitet und den Vorständen einstimmig empfohlen, sich zusammenzuschließen und einen neuen Verband zu gründen. Sie wird bis im Oktober die Grundlagen der Fusion erarbeiten. Die rund 2500 Mitglieder von BIS und SAB werden dann auf dieser Basis in außerordentlichen Versammlungen am 12. März 2018 in Biel definitiv über die Gründung des gemeinsamen Verbandes entscheiden. Die Auflösung der beiden Organisationen und die Gründung des neuen Verbandes Bibliosuisse erfordern gemäß Fusionsgesetz die Zustimmung von drei Vierteln der anwesenden Mitglieder. Tritt dies ein, finden die erste Generalversammlung und die Gründungsfeier beim Kongress in Montreux vom 29. August bis 1. September 2018 statt.

Neue Fachwirte für Informationsdienste

Fast ein Dutzend FaMIs aus Archiven, IuD-Stellen und Bibliotheken in Hessen sowie dem Rheinland haben den dritten Lehrgang zum Fachwirt für Informationsdienste erfolgreich beendet. Eine Weiterführung der Fachwirtlehrgänge beim Hessischen Verwaltungsschulverband ist vorgesehen. Anmeldungen sind ab sofort möglich bei: Hessischer Verwaltungsschulverband Verwaltungsseminar Frankfurt am Main, Niddagaustraße 32–38, 60489 Frankfurt am Main, Telefon: 069 978461-0 bzw. 069 978461-12, Telefax: 069 7894748, E-Mail: frankfurt@hvsv.de bzw. jutta.schiebold@hvsv.de. Weitere Informationen: Karin Holste-Flinspach, Stauffenbergschule, Frankfurt am Main, Telefon: 069 212-35274

Anonymes crowdbasiertes Peer Review im Test

Peer-Review ist ein wichtiger Teil des wissenschaftlichen Publikationsprozesses. Eine der zentralen Herausforderungen ist den Review-Prozess zu beschleunigen ohne Kompromisse bei Qualität oder Integrität in Kauf zu nehmen. Benjamin List, Direktor des Max Planck Instituts für Kohlenforschung in Mülheim und Chefredakteur von SYNLETT, einer wissenschaftlichen Zeitschrift für synthetische organische Chemie, hat dazu einen innovativen Ansatz ausgearbeitet. Dieser kombiniert ein crowdbasiertes Konzept mit einer neuen Technologieplattform. So wurde eine vorab ausgewählte Menge hochqualifizierter Chemiker eingeladen, sich einer geschützten, anonymisierten Umgebung anzuschließen. Dazu mussten die eingereichten wissenschaftlichen Texte innerhalb von 72 Stunden überprüft werden. Erste Tests haben sowohl schnelle, als auch qualitativ hochwertige Bewertungen geliefert. Informationen: https://www.thieme.de/de/presse/synlett-crowd-peer-review-115307.htm

Millionen-Urteil für Elsevier gegen Sci-Hub

Sci-Hub, die von Alexandra Elbakyan aus Kasachstan gegründete Schattenbibliothek mit über 60.000.000 wissenschaftlichen Artikeln, wächst täglich. Dagegen und gegen andere Schattenbibliotheken wie LibGen geht der Verlag Elsevier juristisch vor. Nachdem schon im Oktober 2015 ein New Yorker Richter zugunsten von Elsevier urteilte, wurde dem dänischen Großverlag am 2. Juni 2017 die Summe von 15 Millionen US Dollar zugesprochen. Vorangegangene Versuche des niederländischen Wissenschaftsverlages solche Schattenbibliotheken vom Netz nehmen zu lassen, waren nur für kurze Zeit geglückt. Es bleibt abzuwarten, ob Elsevier seinen Anspruch wirklich durchsetzen kann.

Informationen unter: https://www.nature.com/news/us-court-grants-elsevier-millions-in-damages-from-sci-hub-1.22196 und https://www.heise.de/tp/features/Sieg-ohne-Wert-gegen-die-Schattenbibliotheken-3782827.html.

DIPF: Neue Informatik-Professur Educational Technologies

Das Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und die Goethe-Universität Frankfurt haben gemeinsam Dr. Hendrik Drachsler zum Professor für Informatik mit dem Schwerpunkt Educational Technologies berufen. Dieser war zuletzt in den Niederlanden als Professor für „Technology-Enhanced Learning“ an der Hochschule Zuyd und als Asscociate Professor für „Learning Analytics“ an der dortigen Fern-Universität tätig. Er leitet die Special-Interest-Group „Data-driven Research and Learning Analytics“ der „European Association of Technology Enhanced Learning“ (EATEL) und ist Vorstandsmitglied der weltweit vernetzten „Society of Learning Analytics Research” (SoLAR). Mit dieser Besetzung stärken die beiden Institutionen die deutsche Forschung zur Digitalisierung von Bildung, um an die internationale Spitzengruppe anzuschließen. Im Rahmen seiner neuen Aufgabe sollen alle Bildungsbereiche in den Blick genommen werden, auch das Lernen außerhalb der Hochschule und am Arbeitsplatz. Einen Schwerpunkt der Professur bildet das Thema „Learning Analytics“, das Auswerten von Daten aus Bildungsprozessen, um neue Erkenntnisse über das Bildungssystem und individuelle Lehr-Lernprozesse zu gewinnen und damit personalisierte Lernarrangements zu etablieren. Am DIPF ist die Professur der Abteilung Informationszentrum Bildung (IZB) zugeordnet. Sie wird zudem in die Arbeiten des interdisziplinären und abteilungsübergreifenden Zentrums für technologiebasiertes Assessment (TBA) eingebunden. An der Universität ist sie am Fachbereich Informatik und Mathematik verankert. So weiten DIPF und Universität ihre langjährige Kooperation auf ein weiteres Themenfeld aus. Kontakt: Prof. Dr. Hendrik Drachsler, +49 (0)69 24708-870, drachsler@dipf.de.

Schulungen zur IT-Sicherheit unzureichend

Die im Auftrag des IT-Sicherheitsunternehmens Bundesdruckerei GmbH von Kantar Emnid durchgeführte Studie „Digitalisierung und IT-Sicherheit 2017“ zeigt, dass nur 46 Prozent der Unternehmen in Deutschland seine Mitarbeiter regelmäßig zur IT-Sicherheit schult, 18 Prozent planen solche Weiterbildungen. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2016, in dem noch 55 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter regelmäßig zu solchen Themen schulten und weitere 16 Prozent beabsichtigten dies einzuführen. Befragt wurden 556 Führungskräfte, die in ihrem Unternehmen für IT-Sicherheit verantwortlich sind. Die Umfrage ist repräsentativ für Unternehmen in Deutschland mit mehr als 20 Mitarbeitern. Eine besondere Gefahr ist beispielsweise das Social-Engineering, bei dem Cyberkriminelle durch das Ausspähen der Mitarbeiter und dem direkten Kontakt mit ihnen an geheime Daten gelangen. Daher sind regelmäßige Schulungen für ein ganzheitliches Sicherheitskonzept notwendig, denn ohne IT-Sicherheitswissen und -bewusstsein nutzen auch Investitionen in modernste Sicherheitstechnologien nur wenig. Grundsätzlich ist den meisten Unternehmen die Cyberbedrohung durch die zunehmende Vernetzung bewusst. Sie sehen die IT-Sicherheit als Basis für eine erfolgreiche Digitalisierung und investieren vermehrt in konkrete Umsetzungen. Doch bisher verzichten die meisten auf aufwändige Mittel wie regelmäßige Sicherheitszertifizierungen oder ein Informationssicherheits-Managementsystem. Den größten Verbesserungsbedarf sehen die Sicherheitsverantwortlichen in ihren Unternehmen bei technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen (43 Prozent), der organisatorischen IT-Sicherheit (39 Prozent) und den personellen Maßnahmen (32 Prozent). Die Studie steht unter https://www.bundesdruckerei.de/de/system/files/dokumente/pdf/Studie-Digitalisierung_und_IT-Sicherheit.pdf kostenlos zum Download bereit.

DVMD-Frühjahrssymposium am 2. März 2018 in Duisburg

Die Verschlüsselung von Diagnosen und Therapien im Gesundheitswesen ist nicht nur für die Leistungsabrechnung wichtig, denn die kodierten Daten bilden darüber hinaus die Basis für Gesundheitsstatistiken und bieten Informationen zur Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland und im internationalen Vergleich. Für zuverlässige, vergleichbare Analysen sind einheitliche Begriffssysteme wie Klassifikationen, Nomenklaturen sowie internationale Standards unerlässlich. Das DVMD-Frühjahrssymposium 2018 widmet sich diesen Schlüsselthemen Klassifikationen und Gesundheitsstatistiken und zeigt aktuelle Entwicklungen auf diesen Gebieten sowie deren Umsetzung im beruflichen Alltag. Im Rahmen dieses Symposiums sollen zusätzlich einschlägige Erfahrung und Tipps »aus der Praxis für die Praxis« vermittelt werden. Informationen unter: http://www.dvmd-tagung.de/.

Published Online: 2017-09-25
Published in Print: 2017-08-30

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