Julian Degen

Alexander III., Dareios I. und das speererworbene Land (Diod. 17, 17, 2)

De Gruyter | Published online: September 22, 2018

Abstract

This article aims to shed new light on Diodorus’ episode about Alexander’s crossing of the Hellespont by bringing ancient Near Eastern evidence into discussion. I assume that Diodorus’ “report” is a nesting of three different narrative-elements woven to a composition which provides a purposeful view ex post facto on the event in 334 BCE. By showing that Alexander adapted Achaemenid strategies to legitimize his power over the new won empire as well his awareness of older Mesopotamian geographical ideas, this article argues that the Argead ruler exposed himself with predominant concepts of ancient Near Eastern kingship. The argumentation underlines for the most part that Diod. 17, 17, 2 is an intentional episode containing Greek-Macedonian propaganda and Persian elements. Especially the famous scene of Alexander hurling a spear in the coast of Asia Minor and the belief that the Persian empire is a gift of the gods root in Teispid and Achaemenid royal ideology. However, Diodorus’ portrayal of Alexander as the first of the Macedons who landed on the coast is an element of his propaganda used during the early phase of his conquest. Finally, this article aims to bring new insights into the discussion about Alexander being the “last Achaemenid”.

1 Einleitung

In Diodors Alexandergeschichte ist uns folgendes Schauspiel zu Beginn von Alexanders Feldzug gegen das achaimenidische Imperium überliefert:

„Selbst fuhr er (scil. Alexander) mit sechzig Kriegsschiffen zum troischen Land, warf dort als erster Makedone vom Schiff aus seinen Speer, und nachdem er ihn in der Erde befestigt hatte, sprang er selbst von Bord und machte damit sichtbar, dass er Asien von den Göttern als speererworben empfangen erklärte.“ [1]

Diodors Darstellung von Alexanders Übergang nach Asien wohnt unweigerlich ein ideologisches Moment inne, das den Ausgang des Feldzugs im Jahr 334 bereits im Moment seines Beginns vorwegnimmt. Denn will man Diodor Glauben schenken, dann zeigte Alexander bereits beim bloßen Erreichen der kleinasiatischen Küste mittels eines Speerwurfs an, dass er das ganze achaimenidische Imperium erobert habe. [2] Aber frühestens im folgenden Jahr 333 wird er sich nach dem militärischen Erfolg bei Issos und spätestens 331 nach dem Sieg bei Gaugamela als König von Asien bezeichnen. [3] Und schließlich wird Alexander erst im Jahr 326 am Fluss Hyphasis an die östlichste Grenze des persischen Weltreichs gelangen und nach symbolträchtigen Handlungen bei seiner Fahrt auf den Indischen Ozean den Feldzug als abgeschlossen erklären. [4] Deshalb ist die Stelle bei Diodor inhaltlich als konstruierte Erzählung ex post facto zu verstehen, [5] da ihre Aussage im Kontext des Alexanderzuges einem inhaltlichen Vorgriff gleichkommt und somit den Beginn mit dem Ende des Feldzuges verknüpft. [6] Des Weiteren sind auch die zwei Themen, um die der Inhalt der Stelle gesponnen ist, unverkennbar zu dem Ende von Alexanders Indienfeldzug in Relation gesetzt. Am Hellespont und an der Indusmündung führte Alexander symbolische Handlungen durch, die auf jeweils spezifische Art mit dem Erreichen von Grenzen verbunden sind und denen eine unübersehbare Metaphorik innewohnt. Obwohl sich die einzelnen Handlungen Alexanders am Hellespont, Hyphasis und an der Indusmündung im Detail zwar unterscheiden, finden sind sie aber alle an hoch aufgeladenen Markierungen des achaimenidischen Weltreichs statt. In diesem Zusammenhang muss auch der auffällige Speerwurf Alexanders verstanden werden, der im Kontext des Alexanderzuges nur für die Überquerung des Hellesponts belegt ist und aufgrund seines Seltenheitswerts in den Quellen interpretatorische Schwierigkeiten verursacht. Wie bereits ein flüchtiger Blick in die ausufernde moderne Literatur zu Alexander zeigt, bleibt dessen Deutung äußerst problematisch, wie auch dessen Sitz im Leben nebulös. Trotzdem wird dem Speerwurf in der Alexander-Forschung meist der Charakter eines auf realen Ereignissen beruhenden Fixpunktes im chronologischen Gerüst des Alexanderzuges zugemessen, der schließlich den Beginn des Feldzuges markiere. Dies hat zur Folge, dass Diodors Erzählung auf der Ebene des Faktischen betrachtet und somit in einem Atemzug mit den nicht wegzudenkenden Schlüsselereignissen des Alexanderzuges genannt wird, wie etwa den vier großen Schlachten oder der Durchquerung der Gedrosischen Wüste. Dass die Frage nach der Intentionalität der Stelle bei Diodor für die Forschung aber normalerweise nebensächlich war und die Faktizität der Szene deswegen ohne Bedenken angenommen wird, verwundert daher umso mehr. [7] Berechtigten Zweifel an der Historizität des Speerwurfs ergibt bereits eine oberflächliche Betrachtung der heterogenen Erzählungen der einzelnen Alexander-Autoren über den Übergang nach Asien. Dabei ist der Speerwurf das entscheidende Element um literarische Abhängigkeitsverhältnisse zu erörtern. Lediglich die zu der „Vulgata“-Tradition zählenden Werke von Diodor und Trogus-Justin, aber auch der spätantike, anonyme griechische Alexanderroman sind die einzigen Zeugnisse für den Speerwurf Alexanders. [8] In Anbetracht der eben geschilderten Überlieferungsstituation sieht die Quellenforschung fast einheitlich die Alexandergeschichte des Kleitarchos von Alexandreia (FGrH 137) als Vorlage für die Speerwurfszene an. [9] Durchforstet man aber die moderne Alexanderforschung nach Auffassungen zum historischen Gehalt des Speerwurfs, ist die Heterogenität der einzelnen Interpretationen augenscheinlich. Maßgeblich können drei Positionen festgestellt werden: Entweder wird dem Speerwurf kommentarlos Historizität zugesprochen, [10] oder es wird auf literarische Vorbilder verwiesen, die einen rational handelnden Alexander inspiriert hätten. [11] Meines Wissens nach vertraten in den vergangenen 20 Jahren lediglich M. Zahrnt und A. Lehmann ausdrücklich die Meinung, dass der Speerwurf ein literarisches Konstrukt sei, das durch Kleitarchos Eingang in die Werke der Alexander-Autoren fand. [12] Divergierende Meinungen sehen vorranging die homerischen Epen und auch Herodots Historien als mögliche Vorbilder eines rational handelnden Alexanders für das Schauspiel am Hellespont an. [13] Aber die Stelle bei Diodor lässt sich nicht als bloße Reminiszenz an die homerischen Epen verstehen, sondern ist inhaltlich, wie auch strukturell um einiges komplexer. Zusätzlich sticht die Singularität der Motive hervor, da die griechisch-römische Überlieferung keine einzige vergleichbare Szene mit ähnlichen Handlungen aufweist, was für den konstruierten Charakter der Stelle spricht. [14] Dadurch erscheint eine Komposition, im Sinne einer Anordnung mehrerer erzählerischer Elemente, durch Diodors Quelle Kleitarchos – oder dessen Vorlage – [15] zumindest als denkbar, beziehungsweise könnte Diodor an diesem Punkt seiner Alexandergeschichte auch einer anderen Quelle gefolgt sein. [16] Um unsere Stelle daher umfassend zu analysieren, bietet sich ihre Aufschlüsselung in drei einzelne Erzählelemente an:

  1. Alexander erreicht die Küste Asiens als erster Makedone (=Protesilaos-Motiv), [17]

  2. Alexander wirft einen Speer, um damit anzuzeigen, dass er Asien speererworben hat (=Speererwerb), und

  3. Asien von den Göttern empfangen habe (=Legitimation durch göttliche Landübereignung).

Bei Diodor sind diese Erzählelemente ineinander verschachtelt und zu einer Einheit verwoben. Schließlich führt diese Komposition zur Aussage, dass das achaimenidische Imperium unmittelbar nach der Landung Alexanders makedonische δορίκτητος χώρα wurde. Dass diese Schlussfolgerung im griechischen Kontext gelesen jedoch interpretatorische Schwierigkeiten bereitet, betonte die Forschung bisher mehrfach. [18] Meiner Ansicht nach ist die Fokussierung der althistorischen Forschung auf den Speerwurf als symbolische Handlung allein deswegen problematisch, da die beiden anderen Erzählmotive sowie deren Verschachtelung zu einer zusammenhängenden Erzählung dadurch ausgeblendet werden. Ebenso wenig wurde unsere Stelle bei Diodor als Zeugnis für die Praktik von symbolischen Handlungen zur Herrschaftsrepräsentation im Kontext des Erreichens von Grenzen begriffen. Primär fehlt aber ein tieferes Verständnis für das Ineinandergreifen der drei Erzählelemente. Um die Komposition möglichst von allen Seiten her zu diskutieren, sollte unsere Stelle vor einem möglichst breiten kulturellen Hintergrund gelesen werden. Bisher wurden Speerwurf und Speererwerb als Produkte griechischen Eroberungsrechts oder griechischer Siegessymbolik gelesen, aber nie durch die Folie altorientalischen Vergleichsmaterials betrachtet. [19] Diese Vorgehensweise bietet sich allein schon deswegen an, da die griechisch-römischen Quellen keine Basis für Vergleiche bieten. Das Ausblenden altorientalischer Quellen trifft generell auf die Arbeiten zu Alexanders politischer Positionierung in Asien zu, wodurch die achaimenidische Perspektive kaum zur Kenntnis genommen wird und die vorherrschenden altvorderasiatischen Herrschaftskonzeptionen nicht in die Diskussion miteinbezogen werden. [20] Dabei haben in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Einzelstudien Alexanders Positionierung gegenüber dem achaimenidischen Erbe neu bewertet und sind zum Ergebnis gekommen, dass der junge Makedone spätestens nach dem Tod des Dareios III. im Jahr 330 ein Vakuum zu füllen hatte. [21] Deswegen sollte unsere Stelle mit einem möglichst weiten Blickwinkel auf das Überschreiten von Grenzen als Rahmenerzählung, der Präsenz und Kombination der drei Erzählelemente sowie Alexanders imperialer Politik betrachtet werden. Ziel ist es, die Komposition und Hintergründe der drei Erzählmotive zu erklären. Schenken wir dazu vorerst der Präsenz des Protesilaos-Motivs unsere Aufmerksamkeit.

2 Das Protesilaos-Motiv

Im Kanon der Alexander-Autoren nennen lediglich Diodor und Arrian Alexander explizit als den Ersten der überfahrenden Makedonen, der asiatischen Boden betreten hatte (τὴν Τρῳάδα πρῶτος τῶν Μακεδόνων). [22] Durch die Emphase auf seiner hervorstechenden Position beim Übergang nach Asien scheint Alexander hier mit dem homerischen Heros Protesilaos assoziiert zu sein. Protesilaos landete zwar als Erster der Achaier an der troischen Küste, doch in der Ilias erfüllte er dadurch die ihm gegebene Prophezeiung, dass er im Verlauf des Krieges dort auch im Kampf fallen werde. [23] Da manche Stellen bei den Alexander-Autoren Parallelen zu den homerischen Epen aufweisen, sehen einige Expertisen eine bewusste Angleichung Alexanders an Achilleus, und in unserem Fall Protesilaos, als faktisch an. [24] Dagegen lassen sich einige Argumente anführen. Aufgrund der knappen Äußerungen über Protesilaos in den homerischen Epen sind abseits der literarischen Ebene zwei Münzemissionen für die Wahrnehmung und Darstellung des Heroen in der ägäischen Welt entscheidend. Für das erste Drittel des 5. Jhds. v. Chr. ist aus dem nordägäischen Raum die Prägung von silbernen Tetradrachmen fassbar, die den Kopf des Protesilaos am Avers zeigen. [25] Ein mit Schwert und Schild gerüsteter, bereits vom Schiff an Land gesprungener Protesilaos ziert einen weiteren Münztypus aus dem 3. Jhd. v. Chr. [26] Freilich verdeutlicht der numismatische Befund zunächst, dass der Rekurs einzelner Poleis auf Protesilaos zur Bildung von intentionalisierten und identitätsstiftenden Erzählungen dienlich war. [27] Abseits der epischen und numismatischen Darstellungen des Protesilaos gilt es in diesem Kontext auf Protesilaos’ Präsentation bei Herodot aufmerksam zu machen. In seinen Historien wird das Heiligtum des Protesilaos zum Gegenstand einer Ringkomposition, die auf künstlerische Art und Weise den Stoff der Ilias mit der athenischen Gegenoffensive gegen die Perser im Jahr 478 v. Chr. in Verbindung bringt. [28] Aus den literarischen Bildern Homers und Herodots sowie den ikonographischen Darstellungen von Münzen, sowie dem konstruierten Charakter unserer Stelle bei Diodor, geht hervor, dass die Assoziation Alexanders mit Protesilaos keine Erklärung für die beiden weiteren Erzählelemente Speererwerb und göttlich sanktionierter Landübereignung bietet. Mit dem Fingerzeig auf Homer allein lässt sich die Strahlkraft unserer Stelle bei Diodor somit nicht erklären. [29] In diesem Fall ist die Wirkung des Protesilaos-Motives damit zu erklären, dass der Beginn von Alexanders Feldzug mit bekannten Erzählungen assoziiert werden sollte, um eine Symbolträchtigkeit und Spezifik für das Ereignis zu kreieren. Schließlich lassen sich einige Argumente dagegen anführen, dass Alexander als erster der Makedonen die Küste Kleinasiens betrat. Bereits Philipp II. hatte Parmenion und Attalos mit einem Expeditionsheer dorthin entsandt, die aber durch das Anrücken eines überlegenen persischen Heeres bald zum Rückzug gezwungen waren. [30] Jedenfalls setzte Alexander 334 v. Chr. in ein bereits besetztes Gebiet über – wahrscheinlich wurde er sogar von dort stationierten makedonischen Truppen empfangen – [31] wodurch die Assoziation mit Protesilaos höchstens propagandistischen Zwecken dienen konnte. Diodors Quelle scheint daher nicht auf Berichten von Augenzeugen zu basieren, sondern weist vielmehr einen konstruierten Charakter auf. Der Bedeutung dieses eindeutig griechisch codierten Motives in der Gesamtheit unserer Stelle bei Diodor wird später noch Aufmerksamkeit zukommen. Widmen wir nun dem Hellespont in seiner Eigenschaft als Schauplatz in den griechischen und altorientalischen Weltbildern unsere Aufmerksamkeit.

3 Die Meeresenge zwischen Europa und Asien als faktische und imaginierte Grenze

Besonders bei Herodot stellen die modern als Bosporus und Dardanellen bezeichnete Meerenge – in den Historien die aus Hellespont und Bosporus bestehende Propontis – eine Trennlinie zwischen den beiden Kontinenten Europa und Asien dar. Aufgrund der besonderen geographischen Lage ist das Gewässer ein bedeutsamer Orientierungspunkt von geopolitischer Relevanz in der Weltkonzeption des Halikarnassiers. [32] Dabei kommt der gesamten Propontis weniger die Bedeutung einer natürlichen Grenze zwischen Europa und Asien zu, als vielmehr die einer Demarkationslinie, [33] welche die größten Teile der griechischen Welten und ihrer Nachbarn vom persischen Weltreich trennt. [34] Bemerkbar ist diese separierende Funktion in den Erzählungen Herodots, die von den Überquerungen des Bosporus und Hellesponts durch die Perser mittels ihrer Schiffbrücken berichten. Dabei zeugt das Darstellungsinteresse des Halikarnassiers von wenig Bewunderung für die altorientalischen Pioniertechniken, denn vielmehr steht die Missachtung von göttlichen Grenzen durch die Achaimeniden klar im Vordergrund. [35] Im werkinternen Kontext der Historien entsprechen Xerxes’ I. Ambitionen, die persische Herrschaft von Asien auch über Europa auszudehnen, einer Zuwiderhandlung göttlichen Rechts. [36] Neben der Funktion als Grenze kommt der Propontis auch Bedeutung als Ort von Symbolhandlungen zu. Herodot erzählt in diesem Zusammenhang von Xerxes’ Waffenopfern am Hellespont und dem Befehl zu dessen Auspeitschung, womit ein folgenreicher Frevel am Gewässer vollzogen ist. [37] Liest man diese Passage durch die griechische Brille, dann setzte Herodot der asiatischen Despotie und dem persischen Imperialismus an dieser Stelle seines Werks ein literarisches Sinnbild, das bei näherer Betrachtung einen genuin altorientalischen Kern offenbart. [38] Denn die Struktur der herodoteischen Erzählung weist Parallelen zu gut bezeugten Praktiken mesopotamischer Herrscher in vorachaimenidischer Zeit auf, die diese beim Erreichen der Grenzen ihrer Reiche vollzogen haben. Anhand symbolträchtiger Handlungen, wie etwa dem Waschen der Waffen im Meereswasser und dem Hinausfahren auf das Meer, propagierten die altorientalischen Herrscher auf symbolträchtige Art und Weise die Ausdehnung ihres Reiches und betonten Herrschaftsansprüche. [39] Obwohl entsprechende Passagen bei Herodot einen deutlichen altorientalischen Hintergrund besitzen, sind ihre literarischen Präsentationen dennoch keine wertfreien Schilderungen achaimenidischer Symbolhandlungen, sondern Ausdruck von Herodots Perzeption asiatischer Monarchie. Besonders die weitreichenden Eroberungen der persischen Großkönige bis in die unmittelbare geographische Nähe der ägäischen Welten sind als ein werkinterner Diskurs fassbar. Letztlich scheitert der großkönigliche Imperialismus aufgrund der „Fatalität der ultimativen Grenzüberschreitung“. [40]

In besonderem Maße kommt dabei dem Hellespont als dem Teil der Propontis, über den Xerxes mittels der Schiffsbrücke seine Invasion gegen Hellas begann, eine entscheidende Rolle in der griechischen Erinnerungskultur zu. Aischylos’ Tragödie die Perser und Herodots Historien halten ihrer Leserschaft die Bedeutsamkeit der Grenze vor Augen. [41] Neben Herodots theatralischen Darstellungen der Grenzüberschreitungen der Perser kommt der Propontis auch die Bedeutungsebene einer faktischen Grenze zu. Schließlich markiert das Gewässer den westlichsten Punkt der territorialen Ausdehnung des teispidisch-achaimenidischen Imperiums. [42] Dafür spricht letztendlich, dass die Achaimeniden Grenzmarkierungen auf der asiatischen Seite der Propontis errichteten. [43] Dadurch ist in Herodots Historien die Wahrnehmung der Propontis durch die persischen Großkönige als finis imperii auszumachen, deren Überschreitung durch die Achaimeniden in seinem Werk negativ konnotiert ist. Herodots Präsentation gilt es, nun anhand der keilschriftlichen Zeugnisse zu hinterfragen.

Die Darstellungen der Grenzen des Imperiums durch die Achaimeniden stehen in den Traditionen ihrer altorientalischen Vorgängerreiche des 1. Jahrtausends v. Chr. [44] Es lohnt sich daher die Präsentation der westlichen Reichsgrenze in den teispidisch-achaimenidischen Weltbildern in ihrem altvorderasiatischen Kontext zu betrachten. Im so genannten Kyroszylinder wird zur Beschreibung der Ausdehnung des teispidischen Imperiums gezielt auf ältere Traditionen zurückgegriffen:

„[ … Auf seinen] (scil. Marduks) erhabenen [Befehl] brachte mir die Gesamtheit der Könige, die auf Thronen sitzen, der ganzen Welt, vom oberen Meer bis zum unteren Meer, die in [fernen] Be[zirken] wohnen, (und) die Könige des Landes der Amoriter, die in Zelten wohnen, allesamt ihren schweren Tribut, und in Bābil küßten sie meine Füße.“ [45]

Die Konzeption der imperialen Grenzen in der Weltvorstellung des Kyroszylinders rekurriert dabei auf neuassyrischen Traditionen, die bekannte Elemente aus Epik und älteren Strategien zur Repräsentation der imperialen Ausdehnung rezipieren und somit bewusst an vorherrschende Vorstellungen anzuknüpfen. [46] Eine bewusste Anknüpfung an die assyrischen Herrscher aus vorpersischer Zeit ist durch die Weltbegrenzung „vom oberen bis zum unteren Meer“ (tâmti elīti adi tâmti šaplīti) erkennbar. Im Kyroszylinder ist die Ausdehnung des teispidischen Reiches somit in derselben Art und Weise artikuliert, wie es die neuassyrischen Herrscher in ihren Inschriften propangierten. Dadurch lässt sich die babylonische Proklamation von Kyros’ II. deutlich in einer altorientalischen Traditionslinie begreifen, die sich bis zu Lugalzagesi von Uruk in die Mitte des 24. Jhds. v. Chr. zurückverfolgen lässt. [47] Dass die neuassyrischen Herrscher die Angaben über die Reichsausdehnung auch dafür instrumentalisierten, um mit ihren Vorgängern zu kompetieren, war der entscheidende Grund dafür, immer neue Herrschaftsansprüche zu formulieren und das bestehende Weltbild gemäß der Herrscherinschriften zu erweitern. [48] In diesem Prozess ist für uns die Nennung einer lydischen Gesandtschaft in der Regierungszeit Assurbanipals von Interesse: „Gyges, König von Lydien, einem Gebiet von jenseits des Meeres (ša ina nēberti tâmtim), einem fernen Ort, dessen Namensnennung die Könige, meine Väter nicht gehört haben.“ [49] Neben der klaren Anspielung auf die Erweiterung des geographischen Horizonts der Ahnen ist für uns die geographische Verortung des Herkunftslandes von Gyges’ Gesandtschaft interessant. [50] Da sich Lydien bis zum Meer erstreckte und im Westen des Landes daher die Propontis zu lokalisieren ist, scheint Gyges’ Reich im neuassyrischen Weltbild jenseits des Meeres (tâmtu) gelegen. Dass das Meer dabei die Grenze des mesopotamischen Kosmos darstellt, ist dadurch ersichtlich, dass Lydien als Insel (nagû) im Meer am Weltenrand verortet ist. [51] Die Erstreckung von Gyges’ Reich im und auch jenseits des Meeres deutet deswegen auf eine terra incognita hin, die jenseits der Grenzen des mesopotamischen Kosmos gelegen ist und deren Betreten mit dem Fall in die Unterwelt verbunden wurde. [52] In ähnlicher Art und Weise greifen die Herrscherinschriften der Achaimeniden dieses neuassyrische Konzept der Benennung des fernen Westens auf, aber erweitern es bis hin zu den entferntesten Rändern der altorientalischen Weltkonzeptionen. Besonders die babylonische Inschrift des Dareios I. am Apadāna in Persepolis zeigt die Erweiterung bisheriger altorientalischer Herrschaftsansprüche auf:

„(Ahuramazdā, der) dem König, die Herrschaft übertrug auf dieser Erde, in der Weite, in der viele Länder sind, in dessen Herzen Parsa, Madaya und die anderen Länder anderer Zunge(n) sind, (die Länder) der Berge und der Ebene, (die Länder) diesseits des Weltenstroms und jenseits des Weltenstroms, (die Länder) diesseits des Landes des Dursts und jenseits des Landes des Dursts.” [53]

Die Grenzen von Dareios’ I. Herrschaftsanspruch sind nicht nur „das Land des Durstes“ (qaqqar ṣumami), womit die Wüsten gemeint sind und der Weltenstrom (marratu), der in der babylonischen Weltvorstellung des 1. Jahrtausends die Weltscheibe umfließt, sondern er erstreckt sich über den Rand des Kosmos hinaus. Die Totalisierung des Herrschaftsanspruchs auf die bekannte Welt und darüber hinaus ist für die Herrschaftsrepräsentation Altvorderasiens eine Neuheit. Ausschlaggebend dafür ist die Verwendung des Begriffes marratu, wodurch das Mittelmeer zwar als begrenzter Wasserkörper ausgewiesen ist, aber gemäß der Weltkonzeption der babylonischen Weltkarte zugleich auch dem Weltenstrom als dem Rand des Kosmos entspricht. [54] Vergleicht man Dareios’ I. Vorstellung von den Rändern des Imperiums mit dem besprochenen Text von Assurbanipal, dann ist unweigerlich eine Totalisierung des Herrschaftsanspruches auf den Kosmos zu bemerken. Daher entsprachen in der Vorstellung der achaimenidischen Herrscherinschriften die Weltränder den fines imperii, was den Eindruck eines imperium sine fine erwecken sollte. [55] Begreift man nun Dareios’ I. Inschrift vor dem Hintergrund des Konkurrenzverhältnisses neuassyrischer Herrscher mit deren Vorgängern hinsichtlich der imperialen Ausdehnung, dann stellt der Achaimenide die Leistungen seiner altorientalischen Vorgänger bewusst in den Schatten. Letzteres verdeutlicht schließlich der Umstand, dass die Inschrift am Apadāna in Persepolis bewusst nur auf Babylonisch verfasst wurde. Diese ideologische Komponente der Weltbilder der Achaimenideninschriften hat auch eine historische Tiefendimension. Nach Dareios’ I. Regentschaft wurden dem persischen Weltreich keine neuen Gebiete durch Eroberung längerfristig hinzugefügt, weshalb der Formationsprozess der persischen Reichsbildung als abgeschlossen galt. Schließlich entsprang aus der lokalen Herrschaft in Anšan das größte Imperium seiner Zeit. Die rezente Forschung spricht deshalb von der „end of history“-Theorie, die das nahezu statische Formular und das Fehlen jeglichen historischen Inhalts in den Herrscherinschriften ab Xerxes I. erklärt. [56] Interessant dabei ist, dass die achaimenidischen Länderlisten [57] „Ionien“ (bab. iāmana) als das einzige Land nennen, das sowohl diesseits wie jenseits des marratu gelegen ist. Letzteres vermittelt in besonders expliziter Weise Xerxes’ I. Anspruch über „Ionien“ zu herrschen, wie der Achaimenide in der babylonischen Version der berühmten Daiva-Inschrift (XPh) proklamieren lässt [58]:„Ionien, das am Weltenstrom liegt und das jenseits des Weltenstroms liegt.“ [59] Ob der Inschriftentext mit der Bezeichnung für „Ionien“ noch andere ägäische Regionen und deren Bewohner inkludiert, wie beispielsweise Makedonien und Thrakien, die zeitweilig unter achaimenidischem Machteinfluss standen, bleibt aber offen. [60] Jedenfalls spricht die Formulierung der Lokation von iāmana) für die Identifikation mit der Ägäis und der Meerenge Propontis als Teil des Weltenstroms. Dadurch imaginiert der Großkönig die globale Ausdehnung seines Reiches, die in groben Zügen wiederum als Weltherrschaftsanspruch in Herodots Historien erkennbar ist. Denn sowohl Dareios I. als auch Xerxes I. unternahmen Feldzüge, die über die Propontis hinaus reichten und von Herodot jeweils mit Weltherrschaft assoziiert sind. [61] Wesentlich dabei ist, dass die Historien von Grenzmarkierungen und Symbolhandlungen an der Küste der Propontis durch die Achaimeniden berichten, was letztendlich verdeutlicht, dass das Gewässer auch als faktische Grenze wahrgenommen wurde. Anhand dieses Einblicks in die altorientalischen Weltbilder erklärt sich auch die hohe ideologische Bedeutung für das geographische Setting von Alexanders Grenzüberschreitung. Schenken wir nun den beiden anderen Erzählelementen unser Augenmerk.

4 Speerwurf und Speererwerb als Elemente imperialer Repräsentation

Die Diadochen betonten in der Sprache ihrer Diplomatie mehrfach die Rechtmäßigkeit von militärischen Eroberungen durch das Argument der δορίκτητος χώρα, wie sie ihre annektierten Gebiete nannten. [62] In seiner scharfsinnigen Studie über die Tragweite dieses Begriffs hat A. Mehl drei Kriterien herausgearbeitet, die gemeinsam als essentiell dafür gelten dürfen, um in hellenistischer Zeit ein Gebiet als speererworben auszuweisen: 1) Der Aggressor hat die Absicht, seinem Gegner Gebiete im Zuge eines Feldzuges zu entreißen, 2) der Aggressor muss im Zuge einer Schlacht auf dem Gebiet des Gegners als Sieger hervorgehen und 3) der Aggressor muss das eroberte Gebiet annektieren. [63] Entwicklungsgeschichtlich differenzierte A. Mehl zwei Arten des Begriffs δορίκτητος, für den die griechische Literatur von der Archaik bis zu Polybios zahlreiche Belege liefert. Zum einen zielte ein frühgriechisches Siegerrecht nicht auf die Annexion von Territorien ab, sondern auf die Gefangennahme von Personen. [64] Letztere Bedeutungsebene ist vor allem in den homerischen Epen und in den Tragödien des 5./4. Jhds. v. Chr. präsent. Zum anderen zielt der hellenistische Speererwerb auf territoriale Ansprüche ab und stellt ein schlagkräftiges Argument zur Legitimation von Besitzergreifungen feindlicher Gebiete dar. [65] Dieser vererbbare Anspruch stellte auch eine essentielle Strategie hellenistischer Herrschaftslegitimation dar. [66] Ob unsere Stelle bei Diodor als Speererwerb im faktischen Sinne zu gelten hat, ist fragwürdig, denn sie erfüllt lediglich das erste Kriterium von A. Mehl. Wie bereits erwähnt, ist in unserem Fall Asien als δορίκτητος χώρα im Jahr 334 als eine konstruierte Erzählung ex post facto zu klassifizieren, da Erzählzeitpunkt und Ergebnis nicht denselben Moment beschreiben. Denn wird unsere Stelle bei Diodor in einem rein griechischen Kontext gelesen, dann erfahren wir nur, dass Alexander von Europa nach Asien übersetzte, Symbolhandlungen praktizierte und die Ereignisse am Hellespont mit dem Abschluss des Feldzuges in Indien in irgendeiner Hinsicht in Relation stehen. [67] Alexanders Speerwurf zeigt demgemäß de iure und de facto keine Eroberung von Asien an, da er zum Zeitpunkt des Speererwerbs noch keine Schlacht gegen die Perser erfolgreich geschlagen hat. Die Argumentation, dass der Argeade bereits zu Beginn seines Feldzuges Asien mittels Siegerrecht erobert habe, ist daher im Kontext des hellenistischen Siegerrechts eine leere Worthülse und muss unter anderen Gesichtspunkten betrachtet werden. [68] A. Mehls Studie erweitert zwar unser Verständnis für den Speererwerb, geht aber nicht von dessen propagandistischem Wert als dritte mögliche Bedeutungsebene aus.

Zu einer hypothetischen Erklärung könnte der bei Diodor überlieferte Orakelspruch der Pythia an Philipp II. führen. Will man dem Sizilianer Glauben schenken, dann blickte Alexanders Vater hinsichtlich des pythischen Spruchs seinem künftigen Feldzug gegen Asien erwartungsvoll entgegen: „Doch er vermeinte, die Götter als Verbündete zu haben, und zeigte sich hocherfreut, daß Asien den Makedonen als Kriegsbeute (αἰχμαλώτου) zufallen würde.“ [69] Der Zusammenhang zwischen Alexanders Überquerung des Hellesponts und dem Orakelspruch an Philipp ergibt sich aus dem auffallenden Adjektiv αἰχμάλωτος, das eines von mehreren Synonymen für δορίκτητος ist. [70] Dadurch wurde Alexander in der Forschung bislang als konsequenter Verfolger der Pläne seines ermordeten Vaters angesehen. [71] Inwieweit diese Analogie mit der symbolischen Handlung des Speerwurfs zusammenhängt, bleibt durch diesen Erklärungsversuch aber weiterhin im Dunkeln. Ebenso erweist sich eine werksinterne Analyse des Begriffes δορίκτητος bei Diodor nicht als aufschlussreich, da der Begriff lediglich den Anspruch erfüllt, eine legitime militärische Eroberung von Gebieten durchgeführt zu haben. [72] Maßgeblich führt das Fehlen weiterer Befunde für Speererwerbe durch Speerwurf zu argumentativen Schwierigkeiten. Deshalb muss die Suche nach Ausdrücken imperialer Ansprüche auf Territorien und Imperialismus im Allgemeinen ausgeweitet werden. Richten wir unseren Blick deshalb auf die Präsentation von eroberten Gebieten in den Herrscherinschriften der Achaimeniden.

Der erste Teil zweier zusammengehörender altpersischer Inschriften von Dareios I. aus der königlichen Nekropole der Achaimeniden in Naqš-i Rustam (DNa + DNb) berichtet von der Ausdehnung des persischen Weltreichs [73]:

„Es kündet Dareios, der König: Ahuramazdā, als er diese Erde in Aufruhr geraten sah, da(raufhin) hat er sie mir verliehen; mich hat er (zum) König gemacht; ich bin König. Nach dem Willen Ahuramazdās habe ich sie (wieder) an den (rechten) Platz gesetzt, was ich ihnen sagte, das taten sie, wie es mein Wunsch war. Wenn du nun überlegen solltest: ‚Wie viele (sind) jene Länder, die Dareios, der König, in Besitz hatte?‘, (so) betrachte die Abbilder (Stützfiguren), die das Throngestell tragen; da wirst du erkennen, da wird dir bewusst werden: ‚Des persischen Mannes Lanze ist weit in die Ferne hinausgegangen‘; da wird dir bewusst werden: ‚Der persische Mann hat fernab von Persien den Feind zurückgeschlagen.‘“ [74]

Die Grabinschrift des Dareios I. muss vor allem zusammen mit dem gigantischen Relief seiner Ruhestätte betrachtet werden. Der Großkönig selbst steht auf der höchsten Ebene eines Throngestells und interagiert mit dem Mann in der Flügelsonne. Das Throngestell wird von 29 Thronträgern gestützt, welche die einzelnen Ethnien des Imperiums symbolisieren und mit spezifischen Charakteristika versehen sind. Diese „imperiale Charta“ soll den Zweck erfüllen, den Betrachtern die globale Dimension des Weltreiches vor Augen zu führen. [75] Dabei sind zwei Aspekte im Zusammenspiel von Relief und Inschrift für das Verständnis der Inschrift von besonderer Bedeutung: Zum einen werden die Perser als Ethnie auf dem Grabrelief prominent an erster Stelle präsentiert und erscheinen in den Länderlisten anderer Achaimenideninschriften auch nie als tributpflichtige Ethnie auf. [76] Gerade der ethnische Marker einer persischen Abstammung war die nötige Qualifikation für die Zugehörigkeit zu der so genannten „ethno-classe dominante“, wie P. Briant den Charakter der elitären Zirkel des persischen Reichs bezeichnet. Letztere bekleideten als Eliten alle hohen Ämter im Imperium. [77] Einzigartig für die bekannten altorientalischen Strategien zur Herrschaftslegitimation ist der Anspruch der Achaimeniden, sich durch diese ethnische Markierung für die Herrschaft zu qualifizieren. [78] Zum anderen betont die Inschrift die Entstehung des Großreichs ganz deutlich als Summe militärischer Eroberungen und nicht als Produkt friedlicher territorialer Zusammenschlüsse, was die Phrase „[d]es persischen Mannes Lanze ist weit in die Ferne hinausgegangen“ auf ausdrückliche Weise kommuniziert. [79] Die Metaphorik, welche Dareios’ I. Grabinschrift hier vermittelt, beruht auf der Symbolik des Speeres als Waffe, wodurch auf die weitgestreckten militärischen Eroberungen seiner Vorgänger Kyros II. und Kambyses II. fernab von den persischen Stammlanden hingedeutet wird. Die kurze Formel, dass das persische Imperium durch einen in die Ferne gelangten Speer geschaffen wurde, lässt sich aufgrund des Arguments der Eroberung sowie durch den Rückgriff auf den Speer als Waffe mit hoher Symbolik als Hintergrund zu Diodors Speerwurferzählung bezeichnen. [80] Nur ein Blick in alle drei Versionen der Grabinschrift kann die Metaphorik der Phrase im persischen Kontext verdeutlichen:

Altpersisch: „Pāsahyā martiyahyā dūrai rštiš parāgmatā“[81]

Schmitt 2009b: 103: „Des persischen Mannes Lanze ist weit in die Ferne hinausgegangen“

Elamisch: „v.LÚ.lg.ir-ra v.bar-sir-ra-na šá-da-ni-qa GIŠ.si-ru-um hi pa-ri-ik[82]

Hinz und Koch 1987: 149: „des persischen Mannes Lanze drang weit vor.“

Babylonisch: „ša amēlu Parsaja GIŠ azmarušu rūqu illik[83]

CAD 1: 528: „the Persian’s lance has gone into far countries.” [84]

Zunächst fällt auf, dass die Art und Weise der Fortbewegung des Speeres in allen drei Versionen unterschiedlich nuanciert ist. In der elamischen Version wird mit dem Verb pa-ri-ik das Resultat eines Erreichens oder Hingelangens beschrieben. [85] Dagegen sieht das altpersische Pendant mit dem Verb parāgam vielmehr ein „in die Ferne gehen“ des Speeres (ap. ṛšti-) als Waffe vor, wodurch die große Distanz der Eroberungen fernab vom persischen Stammland betont ist. [86] Mit dem Verb illik ist die Fortbewegungsart des Speeres in der babylonischen Fassung relativ offen formuliert. Da der Speer als Stich- und Wurfwaffe verwendet werden kann, könnte ein Mitführen des Speeres durch den persischen Mann sowie ein Fliegen des Speeres gemeint sein, wobei das Verb alāku „gehen/erreichen“ auch „kommen“ bedeuten kann. [87] Ich schlage deshalb die wortwörtliche Übersetzung als „des persischen Mannes sein Speer ging weit hinaus“ vor. Entscheidend aber ist, dass die Phrase sowohl in den altorientalischen Sprachen als auch im griechischen Text Diodors jeweils dasselbe Resultat beschreiben: die Eroberung von Gebieten mit einem Speer. Daneben muss die persische Herkunft dieser Vorstellung betont werden, da die babylonische Version der Trilingue in dem uns bekannten Corpus von Keilschrifttexten der einzige Beleg für die Metaphorik von Eroberungen durch den symbolischen Gebrauch eines Speeres ist. [88] Deshalb darf anhand der schriftlichen Zeugnisse des Alten Orients der Speererwerb als exklusives Element achaimenidischer Herrschaftssprache mit genuin persischem Hintergrund gelten. Dafür sprechen letztlich zahlreiche Belege aus den autochthonen achaimenidischen Quellen sowie einige Belegstellen aus der griechischen Historiographie, welche die Bedeutung des Speeres als symbolträchtiger Waffe für die Perser aufzeigen.

Die elamischen Verwaltungstäfelchen des Persepolis-Archivs veranschaulichen die hohe soziale Position der Titulare „Lanzenträger“ (elam. HALŠI.KAK HALku-ti-ra), zu deren Aufgaben unter anderem die Eskorte von Eliten sowie die Inspektion der königlichen Straßen zählte. [89] Durch eine kurze Beischrift einer Figur in Naqš-i Rustam erfahren wir, dass der Perser Gobyras, den Herodot und die Behistun-Inschrift als einen der sechs Mitverschwörer des Dareios I. nennen, den Titel Lanzenträger führte. [90] Besonders Herodots Historien sind gute Kenntnisse von der hohen Position und dem mit diesem Titel verbundenen Prestige zu entnehmen. Beispielsweise war der spätere Großkönig Dareios I. vor seiner Usurpation ein δορυφόρος am Hof des Teispiden Kambyses II. [91] In Ktesias’ Werk scheint der Titel Lanzenträger als gräzisierte Form des Namens des medischen Königs (Ἀστιβάρας) auf. [92] Dieser Name geht in seiner Wurzel auf die altpersische Ausgangsform *Ršti-bara zurück, der wiederum den angesprochenen Titel bezeichnet. [93] Aber die griechische Historiographie kennt nicht nur das Amt der Lanzenträger, sondern nennt Speer und Bogen als Hauptwaffen der Perser bei militärischen Auseinandersetzungen. So zeigt Xenophons Kyroupaidia nicht nur, dass im persischen Imperium vor allem der Speer als Waffe das Erkennungszeichen hochrangiger Personen war, [94] sondern eindeutig als persische Waffe zu verstehen ist. [95] Schließlich war laut Xenophon der Speer auch als Symbol auf persischen Standarten abgebildet. [96] Dass innerhalb der altpersischen Gesellschaft der Lanze eine so hohe Bedeutung zugemessen und zugleich mit der Ausdehnung des Imperiums konnotiert war, zeigt auch dessen Abbildung auf achaimenidischen Siegeln. Letztere zeigen in einigen Darstellungen, wie der Großkönig mit einer Lanze bewaffnet gefesselte Gegner abführt. [97] In diesen elitären Kontext ist auch eine Tetradrachme des Satrapen von Karien Maussollos II. einzuordnen, die auf dem Revers den Zeus Labraundos mit einem nach unten gerichteten Speer zeigt. [98] Zusammenfassend lassen sich zwei Bedeutungsebenen für die symbolische Strahlkraft des Speers im persischen Kontext konstatieren. Die grundlegende Bedeutung des Speers als Erkennungszeichen von elitären Zirkeln war mit der ethnischen Markierung der persischen Abstammung eng verwoben. Auf der zweiten Ebene ist die klare Bezugnahme der imperialen Repräsentation auf den Speer als Symbol für militärischen Erfolg auszumachen, wodurch das großflächige Reich als speergewonnen bezeichnet wird. Dass der achaimenidische Speererwerb in der kurzen Zeit der Existenz von Alexanders Imperium nicht allein auf Perser zugeschnitten war, zeigt die Bedeutung der Makedonen als zweite dominante Ethnie neben den Persern. Denn Alexander entschied in seinen letzten Jahren, Satrapenämter mehrheitlich an Makedonen zu vergeben. [99]

Laut Dareios’ I. Herrschaftsrepräsentation ist die Etablierung des Reichs das Resultat persischer militärischer Potenz, die ebenso ein entscheidendes Element in seiner Selbstsicht ist, wie der zweite Teil seiner Grabinschrift (DNb) zeigt: „als Lanzenkämpfer bin ich ein guter Lanzenkämpfer, sowohl zu Fuß wie auch zu Pferd.“ [100] Die Betonung der martialischen Fähigkeiten der Achaimeniden war den ägäischen Welten nicht unbekannt. Herodot und Xenophon nennen Elemente des großköniglichen Idealtyps als angestrebtes Ergebnis der Erziehung persischer Eliten. [101] Als Beispiel dafür kann auch die Anmerkung in der Überlieferung über Kodomannos, den späteren Dareios III., gelten, der vor seinem Herrschaftsantritt ein schlachtenentscheidender Zweikämpfer gewesen sei. [102]

Wie aber sind die Kenntnisse der griechischen Historiographie von der achaimenidischen Herrscherrepräsentation zu erklären und konnten die Argeaden Kenntnisse von diesen gewinnen? Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass die Inschriftentexte der Achaimeniden nicht unbedingt für das Lesen vor Ort geschaffen waren, sondern durch Abschriften in babylonischer und aramäischer Sprache im gesamten Reich zirkulierten. [103] Im Fall von Dareios’ I. Grabinschrift ist sogar eine aramäische Abschrift erhalten, die zur Ergänzung des teilweise schlecht erhaltenen zweiten altpersischen Abschnitts der Inschrift verwendet wurde. [104] Es scheint auch keineswegs abwegig zu sein, dass die makedonischen Eliten und die Argeaden selbst Adressaten von achaimenidischer Herrschaftsrepräsentation waren. Dafür sprechen letztlich einige Beispiele für Repräsentation makedonischer Eliten mit entsprechenden Statussymbolen. [105] Auch zeugen einige Stellen bei den Alexander-Autoren vom intensiven Kontakt zwischen dem argeadischen Hof und dem der Satrapen. [106] Besonders ausgewiesene Experten zu den Achaimeniden wie P. Briant und J. Wiesehöfer betonen deshalb, dass Alexander Kenntnisse über die großkönigliche Herrschaftskonzeption bereits vor seinem Übergang nach Asien besaß. [107] Abgesehen von Alexanders argeadischem Hintergrund konnte der Makedone auch vor Ort zu Kenntnissen über Dareios’ I. Grabinschrift gelangen. Manche Gelehrte sehen einen Besuch der achaimenidischen Nekropole durch Alexander als plausibel an, den die Werke der Feldzugsteilnehmer in ihren Berichten fast ausschließlich verschwiegen haben. Lediglich Onesikritos hat eine griechische Übersetzung des zweiten Inschriftenteils präsentiert, die im Kern dem Original entspricht. [108] Generell scheinen die Parallelen zwischen Alexander I. und Dareios I. in den Werken der Primärautoren vermieden worden zu sein, da der Großkönig im kulturellen Gedächtnis der Hellenen und Makedonen aufgrund der Perserkriege negativ konnotiert war. [109] Wahrscheinlich sind in unseren Quellen gerade deswegen des Öfteren Analogien zwischen Alexander und dem persischen Reichsbegründer Kyros II. zu finden, der deutlich positiver aufgefasst wurde. [110]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Bedeutung des Speeres als symbolträchtige Waffe im Kontext persischer elitärer Zirkel und der Dynastie der Achaimeniden sowohl der griechischen Historiographie als auch Alexander nicht fremd war. Letztendlich lässt sich mit dem Blick in die Vorstellungswelten der achaimenidischen Königsinschriften Alexanders Speerwurf sowie die Bezeichnung Asiens als speererworbenes Land als konkrete Anlehnung an die Achaimeniden erklären. [111] Dafür sprechen schlussendlich der gemeinsame ideologische, geographische und soziale Kontext, in dem dieses Motiv bei Diodor und in Dareios’ I. Grabinschrift auftritt. Richten wir nun unser Augenmerk auf das Erzählelement „göttlich sanktionierte Landübereignung“.

5 Herrschaftslegitimation durch göttlich sanktionierte Landübereignung

Sehen wir vorerst von den Werken der Alexander-Autoren ab, dann fassen die Werke von Aischylos, [112] Herodot [113] und Xenophon [114] die Vorstellung, dass territoriale Herrschaft durch die Götter sanktioniert und übergeben wird, als eindeutig persisch auf. Hierbei müssen die relevanten geographischen Begriffe untersucht werden. Aischylos spricht dabei von Ἀσία, womit sein Werk das achaimenidischen Imperium als Asien bezeichnet. Bei Herodot ist dagegen eine differenzierte Vorstellung bemerkbar, nämlich die des Eigentums der Götter am Reich der Perser (τοῖσι θεοῖσι οἳ Πέρσας λελόγχασι). [115] Vorwiegend wird der eben zitierte Ausspruch des herodoteischen Xerxes I. als interpretatio Graeca persischer Außenpolitik angesehen. [116] Vergleichen wir diese drei Stellen aber mit den Legitimationsstrategien altorientalischer Herrscher, dann sind in ihren Kernen durchaus Elemente autochthoner Quellen erkennbar.

Im Text des Kyroszylinder ist die Vorstellung der Selektion von Kyros als geeignetem König durch Marduk und von der Überreichung des Königtums durch die Gottheit an den Herrscher augenscheinlich:

„Marduk … suchte gründlich und ergriff dann mit seiner Hand einen gerechten König, seinen Herzenswunsch, Kuraš, den König der Stadt Anšan, berief er mit seinem Namen, zur Königsherrschaft über das gesamte All nannte er seinen Namen (ana malikūti kullata napḫar izzakra šumšu).“ [117]

Die Vorstellung der Übergabe von Herrschaft (malkūtu) ist in den eben zitierten Zeilen vordergründig, jedoch führt ein zweites Textzeugniss aus der Regierungszeit von Kyros II. die Vorstellung der Übergabe von Land durch die Götter noch deutlicher vor Augen. Ein Ziegel des Kyros-Tors der Egišnugal-Mauer von Ur trägt folgende Inschrift:

„Kuraš, der König der Welt, der König des Landes Anšan, der Sohn des Kambužiya, des Königs des Landes Anšan. Die großen Götter haben alle Länder (kullat mātāta) in meine Hand gefüllt und daraufhin ließ ich das Land in ruhiger Wohnung wohnen.“ [118]

Im Gegensatz zum Kyroszylinder ist hier nicht die Übergabe von Herrschaft an sich thematisiert, sondern der Inschriftentext spricht ausdrücklich davon, dass die Götter dem Kyros das Reich sprichwörtlich in die Hand gegeben haben (ana qātia si.a-ma). In beiden eben angeführten Fällen handelt es sich um eine Legitimierungsstrategie, welche die teispidische Herrschaft als gottgewollt präsentiert und die Person des Herrschers als göttlich selektiert hervorhebt. Dieselbe Vorstellung ist als ein integrales Element in der späteren Legitimationsstrategie von Dareios I. wieder erkennbar. In der Behistun-Inschrift ist eine Phrase auszumachen, die in den späteren achaimenidischen Herrscherinschriften formularhaft wiederkehrt: „Nach dem Willen Ahuramazdās habe ich dieses Reich in Besitz“. [119] Entscheidend ist, dass in den altpersischen Versionen der Inschriften der Achaimeniden mit xšaça- stets das Reich in einem territorialen Sinne gemeint ist. [120] Dagegen weicht die babylonische von der eben angeführten altpersischen Fassung der Behistun-Inschrift ab, die an dieser Stelle die Übergabe von Königswürde beziehungsweise Königtum (sarrūtu) [121] durch die Gottheit Ahuramazdā anführt. [122] Jedenfalls verleiht die höchste persische Gottheit Ahuramazdā Dareios das Königtum und Herrschaft über das Reich, wodurch seine Regentschaft als gottgewollt und in weiterer Folge als legitim qualifiziert wird. Abgesehen von der Qualifikation der Person des Königs durch göttliche Selektion wird auch die Existenz des Imperiums auf den Willen Ahuramazdās zurückgeführt. In Dareios’ I. Grabinschrift wird die Liste der in Besitz genommenen und tributpflichtigen Länder mit einem ähnlichen Formular eingeleitet: „Nach dem Willen Ahuramazdās, – dies (sind) die Länder, die ich in Besitz genommen habe.“ [123] Wie durch diese Phrase klar hervorgeht, ist in der achaimenidischen Perspektive auch die Eroberung von Territorien ein Akt, welcher der göttlichen Sanktionierung bedarf. Warum die Stelle bei Diodor und Dareios’ I. Grabinschrift die einzigen beiden bekannten Texte sind, welche die beiden Elemente Speererwerb und göttlich sanktionierte Landübereignung miteinander kombinieren, gilt es abschließend noch zu diskutieren.

6 Das Schauspiel am Hellespont im Streiflicht der Alexander-Autoren

Einige Stellen bei den Alexander-Autoren weisen im Detail inhaltliche Entsprechungen zu den Erzählelementen unserer Stelle bei Diodor auf. Deshalb sind die Kontexte dieser Stellen zu hinterfragen, um ein Bild über die Rolle der achaimenidischen Herrschaftskonzeptionen für Alexander gemäß unseren griechisch-römischen Hauptquellen zu gewinnen. Beginnen wir mit der viel debattierten Frage nach dem Charakter von Alexanders Feldzug und der Präsentation von Alexanders imperialistischen Bestrebungen. Anstelle eines Rachefeldzuges überwiegt nach J. Seibert und M. Austin deutlich der Charakter eines Raub- und Eroberungszuges in unseren Quellen. [124] Dafür spricht auch eine Stelle bei Arrian, die als Ziel des Eroberungskriegs die Angliederung Asiens an Hellas nennt (ὦ Αλέξανδρε, ἧς ἕνεκα ὁ πᾶς στόλος σοι ἐγένετο, προσθεῖναι τὴν Ἀσίαν τῇ Ἑλλάδι). [125] Dass der imperialistische Charakter von Alexanders Feldzug keine Mutmaßung Arrians ist, zeigt schließlich der Verweis des Autors auf die Werke der Feldzugsteilnehmer Aristobulos und Ptolemaios, die er hierfür als Quellen benutzt hatte. [126] Dadurch kann der Gehalt der Passage auf die Sprachregelung Alexanders und seines Umfelds zurückgeführt werden. Abseits dieser Passage zeigt auch ein genauer Blick in die makedonisch-persische Diplomatie, dass Alexander klare imperialistische Ziele verfolgte. Gemäß der Überlieferung wäre Alexanders Krieg nach Issos auf die vollständige Eroberung des altorientalischen Großreichs gerichtet gewesen. In diesem Zusammenhang tritt beispielsweise mehrfach Alexanders Selbstbezeichnung „König von Asien“ in Erscheinung. Diese Titulatur stellte eine ideologische Gradwanderung zwischen der tatsächlichen achaimenidischen Herrschertitulatur und deren griechischer Perzeption dar. [127] Dass die ganzheitliche Eroberung des Perserreichs das erklärte Ziel des Feldzuges nach der Schlacht von Issos war, zeigt unter anderem der Konsens der Alexander-Autoren hinsichtlich Alexanders Ablehnung von persischen Friedensangeboten. Der Makedone lehnte nicht nur territoriale Zugeständnisse, sondern auch ein Heiratsversprechen und schließlich die Aussicht auf geteilte Herrschaft entschieden ab. [128] Betrachten wir diese Stellen etwas genauer, dann sticht die Diskussion um Legitimität der Herrschaft über das Perserreich ins Auge. Bei Arrian betont Alexander in einem Antwortschreiben an den Großkönig die göttliche Sanktionierung seiner Eroberungen:

„So habe ich im Kampf zuerst Deine Feldherren und Satrapen besiegt und nunmehr auch Dich mitsamt all Deiner Streitmacht. Dein Land aber halte ich als Geschenk der Götter in den Händen (καὶ τὴν χώραν ἔχω τῶν θεῶν μοι δόντων); wer von Deinen Leuten nicht in der Schlacht gefallen, sondern zu mir geflohen ist, für den sorge ich, und sie sind nicht ungern bei mir, ja sie kämpfen jetzt freiwillig auf meiner Seite. So komme nun auch Du zu mir als dem Herrn von ganz Asien!“ [129]

Bezüglich Alexanders Aussage, die Herrschaft über Asien erfochten zu haben, sei hier an die Stelle Diod. 17, 17, 2 erinnert, die diesbezüglich dieselbe Vorstellung kommuniziert. Denn Alexander wendet bei Arrian die achaimenidische Legitimationsstrategie der göttlich sanktionierten Landübereignung und Sanktionierung seiner Eroberungen gegen seinen persischen Opponenten an. Folglich sehen auch die ehemaligen Soldaten von Dareios’ III. den Makedonen nun als ihren rechtmäßigen neuen Herrscher an. Dass Alexander Argumente achaimenidischer Herrschaftskonzeption gegen Dareios III. vorbringt, erklärt sich zum einen aus den vorhergehenden Erörterungen, zum anderen durch die eindeutige persische Codierung der göttlich sanktionierten Landübereignung durch die Alexander-Autoren. Für Letzteres spricht, dass laut Plutarch die meisten seiner eingesehenen Quellen an anderer Stelle Dareios III. ein Gebet an Zeus basileus sprechen lassen, worin er darum bittet, dass er das von der Gottheit erhaltene Reich der Perser und Meder behalten dürfe. [130] Ein Blick in die Werke von Arrian und Curtius Rufus zeigt die einheitlichen Meinungsbilder über den Inhalt von Dareios’ III. Gebet. [131] Zwar betrachteten manche Alexander-Autoren Dareios’ III. Gebet sicherlich als eine geeignete literarische Projektionsfläche für die Zeichnung eines positiven Alexanderbildes, doch wird dadurch die Vorstellung der göttlich sanktionierten Landübereignung als eindeutig persisch ausgewiesen! [132] Alexanders Betonung der Legitimität seiner Eroberungen ist Teil einer tiefgründigen Strategie mit dem Ziel, seine Herrschaft über das ehemalige achaimenidische Imperium zu konsolidieren. Deswegen wurde von makedonischer Seite aus die Illegitimität von Dareios’ III. Herrschaft in der persisch-makedonischen Korrespondenz herausgestrichen. Gemäß unserer griechisch-römischen Hauptquellen sei Dareios III. unter Berufung auf die persischen Gesetze kein legitimer Herrscher über das Imperium, da der letzte Achaimenide Arses durch den Eunuchen Bagoas getötet worden sei und dieser in weiterer Folge Dareios zur Macht verholfen habe. [133] Somit fehle laut den Alexander-Autoren Dareios III. als Usurpator die dynastische Legitimation seiner Herrschaft, die ein essentielles Element achaimenidischer Legitimationsstrategien war. Aufgrund dieses Umstandes lassen sich die angeblich stattgefundenen Symbolhandlungen Alexanders am Hellespont rückblickend als Maßnahmen mit Rekurs auf altorientalische Legitimationskonzepte erklären, deren Zweck die Kommunikation der Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft über das achaimenidische Imperium war. [134] Alexanders Anlehnungen an die achaimenidischen Vorbilder sind besonders im Fall des persischen Gegenkönigs Bessos bemerkbar. Bessos wurde genauso vorgeführt und getötet wie zwei der Lügenkönige durch Dareios I. gemäß dessen Behistun-Inschrift. [135] Deswegen scheint sich Alexander nach dem Tod von Dareios III. vermehrt achaimenidischer Strategien zur Repräsentation und Legitimation seiner Herrschaft bedient zu haben, um das entstandene Vakuum zu füllen. [136]

Nicht nur die Strategien der Achaimeniden zur Rechtfertigung ihrer Herrschaft über ihre Eroberungen, sondern auch die Wirkung der von ihnen entworfenen Weltbilder ist in den Werken der Alexander-Autoren bemerkbar. Blicken wir auf die entsprechenden Stellen, dann ist nicht nur Alexanders Drängen, die Ränder der Welt zu erreichen, offensichtlich, sondern ebenso auch die Orientierung des Alexanderzuges an den faktischen und imaginierten Grenzen des persischen Weltreichs; wovon eine Stelle bei Arrian zeugt:

„Wie er (scil. Alexander) selbst zugab, lag ihm zur Zeit Indien am Herzen; mit dessen Unterwerfung werde er praktisch ganz Asien in seiner Hand haben; wenn dies erst einmal der Fall sei, werde er nach Hellas zurückkehren, um von dort aus mit Land- und Seemacht durch Hellespont und Propontis in das Pontosgebiet vorzustoßen … “ [137]

Mit der hier erwähnten Erstreckung Asiens ist das achaimenidische Imperium gemeint, dessen vollständige Eroberung Alexander anstrebte und an dessen Grenzen sich sein Feldzug maßgeblich orientierte. [138] Neben Arrian ist auch Curtius’ Alexandergeschichte die Ausrichtung des Feldzuges an der Erstreckung des Perserreichs zu entnehmen. [139] Die Stelle bei Arrian zeigt zunächst, dass Alexander die faktischen Ost- und Westgrenzen des persischen Reichs kannte, aber auch mit dessen imaginierten Rändern vertraut war. [140] Schließlich plante der Makedone nach der Eroberung des persischen Imperiums wie Dareios I. auf dem Pontos Euxenios hinauszufahren, um in altorientalischer Manier die imperialen Grenzen durch Symbolhandlungen kenntlich zu machen, [141] sowie die Grenzen seiner achaimenidischen Vorgänger durch Eroberungen zu erweitern. Dass Alexander diese achaimenidischen Strategien der Herrschaftsrepräsentation kannte, verdeutlichen seine symbolischen Parallelhandlungen am Hellespont, Hyphasis und dem Indischen Ozean. [142] Letztere führten vor ihm in ähnlicher Art und Weise Dareios I. im Indischen Ozean und im Pontos Euxenios sowie auch Xerxes I. am Hellespont durch. [143] Zusätzlich ließ Alexander an Propontis und Hyphasis wie die Achaimeniden Altäre errichten, um die Grenzen seines Reichs zu markieren. [144]

Sprechen alle diese Belege für die Orientierung von Alexanders Feldzug an den faktischen Grenzen des Achaimenidenreichs in dessen West-Ost-Erstreckung, deuten einige Stellen auf die konkrete Auseinandersetzung des Makedonen mit seinen Vorgängern hin. Beispielsweise sollten die gigantischen Proportionen von Alexanders Heereslager am Hyphasis davon zeugen, dass er die Taten des Herakles und Dionysos, die zuvor hier angelangt sein sollen, übertroffen habe. [145] Diesem Konkurrenzverhalten verleiht Plutarch schließlich in seiner Alexandervita durch ein Gebet des Makedonen nach der Fahrt auf dem Indischen Ozean Ausdruck. Alexander bittet, dass kein ihm nachfolgender Mensch über den Endpunkt seines Feldzugs hinauskommen solle. [146] Dadurch kann Alexander in eine Traditionslinie mit den Herrschern Altvorderasiens des 1. Jahrtausends eingereiht werden, die versuchten, die Taten ihrer Vorgänger in den Schatten zu stellen. [147] Dieses Konkurrenzverhalten ist auch an der Konfiguration von Alexanders Symbolhandlungen und deren Topographie abzulesen und spricht letztendlich für die bewusste Anlehnung des Makedonen an die Achaimeniden.

7 Conclusio

Rückblickend erscheint es deshalb als äußerst plausibel, dass Alexander wie Darios I. mithilfe der Metaphorik des Speererwerbs die Erstreckung ihres Imperiums propagierten und ihre Herrschaft dadurch legitimierten. Dass der Speererwerb mittels eines Speerwurfs nur beim Übergang nach Asien erwähnt wird, verdeutlicht die Absicht, den Beginn des Unternehmens entsprechend in Szene setzen zu wollen. Die konstruierte Erzählung wie sie uns bei Diodor entgegentritt, ist daher erst einige Zeit nach Alexanders Übergang entstanden und deutet deswegen auf ein dynamisches und keineswegs lineares Herrschaftsverständnis des Makedonen hin. Schließlich wissen wir nicht, ob Alexander in seiner Funktion als Hegemon des korinthischen Bundes oder als makedonischer Herrscher den Hellespont überquerte. [148] Meines Erachtens ist die achaimenidische Motivik bei Diodor nur dadurch zu erklären, dass Alexander in der Zeit nach Gaugamela und dem Tod des Dareios III. sich vermehrt gegenüber den altorientalischen Herrschaftskonzeptionen positionieren musste. Durch die dafür erforderliche Dynamik seines Herrschaftsverständnisses erfuhr der Übergang nach Asien nachträglich eine neue Deutung, die Elemente „panhellenischer Propaganda“ [149] (Protesilaos-Motiv) mit genuin achaimenidischen Herrschaftsvorstellungen verband (Speererwerb und göttlich sanktionierte Landschenkung). Deswegen ist Diod. 17, 17, 2 als literarisches Konstrukt zu bezeichnen, das Züge von Alexanders janusköpfiger Repräsentationsstrategie zwischen „Ost“ und „West“ trägt. Der Speerwurf und Speererwerb eigneten sich bestens als Elemente für Alexanders Propaganda, da sie sowohl für die Bewohner des Achaimenidenreichs sowie auch für die Griechen und Makedonen verständlich waren.

Abkürzungen

Ap.

Altpersisch

Bab.

Babylonisch

Mein Dank gilt den hilfreichen Anmerkungen der anonymen Begutachter sowie meinen Kolleginnen und Kollegen am Innsbrucker Institut. Alle Abkürzungen der Zeitschriften richten sich sowohl nach dem CAD als auch nach der l’Année Philologique. Die Inschriften DPg und XPh orientieren sich an der Edition von Weissbach (1911), sind aber mit leichten Veränderungen widergegeben.

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Published Online: 2018-09-22
Published in Print: 2019-05-26

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