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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter June 1, 2021

Öffentliche Sicherheit und Diskriminierung

Die Ermittlung von „biogeografischer Abstammung“ und Hautschattierung mittels DNA-Phänotypisierung im Rahmen der Polizeiarbeit

Annette Dufner

Zusammenfassung

Dieser Beitrag befasst sich mit der Befürchtung, dass eine Erweiterung der DNA-Analyse von Tatortspuren für Zwecke der Polizeiarbeit zu Diskriminierungen führen wird. Diese Erwartung bezieht sich insbesondere auf die Ermittlung der sogenannten biogeografischen Abstammung und der Hautschattierung. In dieser Untersuchung werden einige Stellen im Ermittlungsprozess, an denen auf Grundlage solcher Analysen Diskriminierungspotential auftreten könnte, zunächst gesammelt und dargelegt. Im zweiten Teil wird dann der Diskriminierungsbegriff genauer beleuchtet. Dabei wird sich zeigen, dass verschiedene Positionen zu der Frage, was genau eine Diskriminierung moralisch problematisch macht, zu unterschiedlichen Einschätzungen der DNAPhänotypisierung in der Polizeiarbeit führen.

Abstract

There is a concern according to which analyzing crime scene DNA to determine biogeographic origin and skin color of suspects can lead to discrimination against minority populations. This article summarizes and explains some of those parts of the investigation process that can give rise to discrimination. The second part of the paper offers an analysis of the notion of discrimination and presents different accounts of the exact ground of its moral wrongness. As it will emerge, these different accounts lead to different assessments of the use of DNA phenotype analyses in police investigations.

Online erschienen: 2021-06-01
Erschienen im Druck: 2019-07-01

© 2021 by Walter de Gruyter Berlin/Boston