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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter April 13, 2015

Reading Wittgenstein (on Belief) with Tillich (on Doubt)

Gorazd Andrejč

Abstract

In this paper, I explore the possibility of reading Wittgenstein’s understanding of religious belief with Tillich’s concept of existential/religious doubt, especially as developed in his Dynamics of Faith. I argue, first, that Wittgenstein’s understanding of religious belief as a deep certainty of a grammatical remark is not the same as his understanding of hinge-certainty of “hinge propositions”, and that the relevant difference is that Wittgenstein leaves room for the possibility of doubt in the former but not in the latter. Second, I argue that Tillich’s concept of dynamic faith by which Tillich explicates the role of doubt internal to religious believing can enrich the Wittgensteinian conception of religious belief. Despite the notable differences between Wittgenstein’s thoughts and Tillich’s overall system of theology, Tillich’s treatment of the concept of “faith” signals a possibility of a more positive way of relating Wittgenstein’s grammatical investigation and Tillich’s mature understanding of philosophical theology. At the end of the essay, responding to D. Z. Phillips’ negative assessment of Tillich’s theology in the name of Wittgenstein, I suggest what such positive way of relating the two might look like.

Zusammenfassung

In diesem Artikel erkunde ich die Möglichkeit des Lesens von Wittgensteins Verständnis des religiösen Glaubens in Bezug auf Tillichs ­Begriff des existentiellen/religiösen Zweifels, vor allem in seiner Dynamik des Glaubens. Als Erstes werde ich argumentieren, dass Wittgensteins Verständnis des religiösen Glaubens als eine tiefe Gewissheit einer grammatischen Bemerkung nicht das Gleiche ist wie sein Verständnis von Angelsicherheit der »Angelsätze.« Der Unterschied ist, dass Wittgenstein ein Raum für die Möglichkeit von Zweifel im ersten Konzept lässt, aber nicht im Zweiten. Ich werde dann argumentieren, dass Tillichs Konzept des dynamischen Glaubens – in welchem er die Rolle des internen Zweifels am religiösen Glauben expliziert – Wittgensteins Konzeption des religiösen Glaubens signifikant bereichern kann. Trotz der bemerkenswerten Unterschiede zwischen den Gedanken Wittgensteins und Tillichs Gesamtsystem der Theologie, signalisiert Tillichs Behandlung des Begriffs des »Glaubens« eine Möglichkeit eines positiven Bezuges zwischen Wittgensteins grammatischer Untersuchung und Tillichs reifer philosophischer Theologie. Am Ende des Aufsatzes, als Reaktion auf D.Z. Phillips negative Beur­teilung von Tillichs Theologie im Namen von Wittgenstein, werde ich einen Vorschlag machen, wie die positivere Art der Beziehung der Beiden aussehen könnte.

Online erschienen: 2015-4-13
Erschienen im Druck: 2015-3-1

© 2015 by Walter de Gruyter Berlin Boston