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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter November 29, 2022

Das Schwert, der Schild und der Igel – Die Stärkung der Abschreckung im Rahmen des neuen Strategischen Konzepts der NATO

  • Sean Monaghan

    ist Visiting Fellow

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Kurzfassung

Auf dem NATO Gipfel von Madrid wurde nicht nur ein neues strategisches Konzept der NATO beschlossen, auch wurden Maßnahmen eingeleitet, die Abschreckung und Verteidigung stärken sollen. Das Konzept setzt den Erwartungshorizont sehr hoch an und die NATO hat eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen, um den selbst gesetzten Erwartungen gerecht zu werden. Die NATO sollte die grundlegenden Lehren ihres früheren strategischen Konzeptes revitalisieren und modernisieren, mit dem sie seinerzeit erfolgreich von sowjetischen Angriffen abgeschreckt hat: das Zusammenspiel von „Schwert“, „Schild“ und „Igel.“ Das bedeutet, dass die nukleare Abschreckungsmacht der NATO gestärkt werden muss, das in eine konventionelle Vorneverteidigung zu investieren ist und dass die Fähigkeiten der östlichen Alliierten zur Abwehr und Abschreckung gegen alle Formen russischer Aggression zu verbessern sind.

Abstract

In Madrid, NATO revealed its new strategic concept and made significant force posture changes to bolster deterrence and defense. The concept sets out a high level of ambition and NATO still has plenty of work to do to meet it. NATO should revitalize — and modernize — the basic tenets of the “sword and shield” strategy and the “hedgehog defense” that contained Soviet aggression. NATO allies should follow up the concept over the coming months with three initiatives inspired by its Cold War strategy: sharpen the sword, strengthen the shield, and bring back the hedgehog. This means making NATO’s nuclear posture more credible, investing in forward defense with conventional forces, and boosting the resilience of Eastern allies to deter and resist all forms of Russian aggression.

1 Einleitung

Als sich die Staats- und Regierungschefs der NATO im Jahr 1951 in Lissabon versammelten, hoffte die Allianz, 50 Divisionen aufstellen zu können, um die Sowjetunion von einem Angriff abzuschrecken.[1] Am Ende des Kalten Krieges hatte sie über 100.[2] Ende Juni 2022, als in der Ukraine der Krieg tobte, ein revanchistisches Russland den NATO-Mitgliedstaaten mit dem Einsatz von Kernwaffen drohte und sich die Staats- und Regierungschefs der NATO unweit des Kriegsschauplatzes, in Madrid versammelten, hatte die NATO ganze acht vorgeschobene Kampfgruppen zu ihrer Verfügung.[3]

In Madrid beschloss die NATO im Juni 2022 ihr neues strategisches Konzept sowie ein Paket von Maßnahmen zur deutlichen Stärkung ihre Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beschrieb diese Maßnahmen als „die größte Revision unserer kollektiven Abschreckung und Verteidigung seit dem Ende des Kalten Krieges.“[4] Aber die NATO hat noch viel zu tun, um diese hochgesetzten Ziele zu erreichen. Während die von Russland ausgehende Bedrohung wieder das Niveau des Kalten Krieges erreicht hat, unternimmt die NATO Anstrengungen, um den großen Rückstand aufzuholen. Um die Lücke zu schließen, sollte die NATO die grundlegenden Elemente der „Schwert und Schild“-Strategie und der „Igel-Verteidigung“, mit denen sie die sowjetische Aggression eindämmte, neu beleben – und modernisieren.

2 Die Grundlagen der neuen strategischen Ausrichtung der NATO

Um das achte strategische Konzept der NATO richtig einschätzen zu können, ist es hilfreich, sich die vorhergehenden sieben zu vergegenwärtigen.[5] Die Art und Weise, wie die NATO an ihre Kernaufgabe der Abschreckung heranging, veränderte sich im Lauf des Kalten Kriegs und wandelte sich im Anschluss daran grundlegend. Ihre ersten beiden strategischen Konzepte – die in den Jahren 1949 bzw. 1952 formell beschlossen wurden – sollten durch Bestrafung (punishment) und Verwehrung militärischer Erfolge (denial) abschrecken. Die Androhung nuklearer Bestrafung stützte sich auf den Vorsprung, den die strategischen Nuklearstreitkräfte der USA der NATO verschafften. Dieser machte die zahlenmäßige Überlegenheit der konventionellen sowjetischen Streitkräfte wett. Ergänzt wurde dies durch den Plan von General Dwight Eisenhower – damals NATO-Oberbefehlshaber in Europa –, die NATO solle sich in einen „Igel der Verteidigung verwandeln.“[6] Dies umfasste sowohl die Vorneverteidigung, um „den feindlichen Vorstoß möglichst weit im Osten zum Stillstand zu bringen,[7] als auch den aktiven Widerstand gegen Aggressionen in Friedenszeiten durch „alle erdenklichen Maßnahmen unterhalb der Kriegsschwelle.“[8]

Um den immer stärker werdenden konventionellen und nuklearen Streitkräften des Warschauer Paktes entgegenzutreten, stützte sich die NATO in ihrer 1957 verabschiedeten Strategie in höherem Maße auf nukleare Abschreckung und bekannte sich zu der Doktrin der „massiven Vergeltung“ (massive retaliation). Sie sah als Reaktion auf einen konventionellen sowjetischen Angriff die Möglichkeit eines Ersteinsatzes von Nuklearwaffen vor. Diese wurde im Jahr 1968 durch die Strategie der „flexiblen Antwort“ (flexible response) abgelöst, die ein Spektrum konventioneller und nuklearer Optionen bereitstellte, welche die glaubwürdige Abschreckung unterhalb der Schwelle der nuklearen Erwiderung stärken sollten.[9] Diese grundlegende Strategie eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen nuklearer und konventioneller Abschreckung durch ihr „Schwert und Schild“ behielt die NATO bis zum Ende des Kalten Krieges bei.[10]

3 Zurück in die Zukunft

Nach 1989 bemühte sich die NATO um ein konstruktiveres Verhältnis zu Russland, während sie gleichzeitig zentrale Risiken durch Dialog und Rüstungskontrolle wirksam zu begrenzen versuchte. Sie gab „Schwert und Schild“ zugunsten eines „ausgewogenen Streitkräftemixes“ auf.[11] Dieser Wandel fand seinen Niederschlag in den drei strategischen Konzepten, die die NATO in der Ära nach dem Kalten Krieg verabschiedete. Aber die Annexion der Krim im Jahr 2014 und das russische Schüren von Konflikten in der Region Donbas hat die damalige Strategie der NATO unwiderruflich unterminiert. In der Folge verabschiedete die NATO bei ihrem Gipfeltreffen in Wales im Jahr 2014 eine Erklärung, in der die Beziehungen zu Russland neu ausgerichtet wurden; die Partnerschaft wurde auf Eis gelegt, und die Abschreckung rückte wieder in den Vordergrund.[12] Die NATO-Staaten beschlossen, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen und eine neue, schnell verfügbaren Eingreiftruppe zu schaffen. Außerdem sollten vier Missionen in Bataillons-Stärke ausländischer Truppen in den baltischen Staaten und Polen stationiert werden. Damit kehrte die Allianz zu ihrem Konzept der Vornepräsenz von Kräften zurück – allerdings in einem viel kleineren Ausmaß als die „Schildkräfte“ zur Zeit des Kalten Krieges.[13] Die erneute Bedeutung von Maßnahmen unterhalb der Kriegsschwelle erkennend, dehnte die NATO ihre Verteidigungsgarantie im Bündnisfall gemäß Artikel 5 erstmalig auf nichtmilitärische Cyber- und hybride Bedrohungen aus.[14]

Putins Einmarsch in der Ukraine am 24. Februar 2022 besiegelte das Schicksal der Strategie, die die NATO seit dem Ende des Kalten Krieges verfolgt hatte. Im neuen strategischen Konzept, das in Madrid beschlossen wurde, wird Russland wieder, wie zu Zeiten des Kalten Kriegs, als Gegner eingestuft und als „die bedeutendste und unmittelbarste Bedrohung für die Sicherheit der Bündnispartner und für Frieden und Stabilität im euroatlantischen Raum“ beschrieben. Die Bündnispartner verpflichteten sich darin überdies, „die Abschreckung und Verteidigung für alle Verbündeten deutlich zu stärken.“ Um die im neuen Konzept verankerten Ziele zu erreichen, kündigte Stoltenberg eine „grundlegende Neuausrichtung unserer Abschreckung und Verteidigung“ auf der Grundlage dreier Säulen an: mehr vorgeschobene Kampfeinheiten, mehr einsatznah bereitgestellte Ausrüstung und mehr schnell verfügbare Verstärkungskräfte auf hohem Bereitschaftsniveau.[15]

4 Madrid – ein Ausgangspunkt

Aber Madrid brachte nicht die Revolution, die sich viele der östlichen NATO-Bündnispartner erhofft hatten.[16] Statt einer grundlegenden Neuausrichtung hin zu einer glaubwürdigen Vorneverteidigung gleicht die neue NATO-Strategie mehr einem leicht verstärkten „Stolperdraht.“ Wie der britische Verteidigungsminister Ben Wallace vor dem Gipfel einräumte: „[Die östlichen Bündnispartner] haben sich mit der Auffassung durchgesetzt, dass die Stolperdraht-Strategie für ein Szenario, wie wir es in der Ukraine sehen, untauglich ist. Der erste Kampf ist der wichtigste Kampf.“[17] Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass diese Bündnispartner darauf vertrauen werden, dass die neue NATO-Doktrin ihnen eine deutlich bessere Chance geben wird, den ersten Kampf um ihre Heimatländer zu gewinnen, als dies vor dem Gipfel der Fall war. Ein estnischer Vertreter formulierte es so: „Wir müssen auf Abschreckung durch Verwehrung umstellen, also direkte Verteidigung vor Ort. Wir brauchen ein glaubwürdiges militärisches Dispositiv an der Ostflanke, das Putin abschreckt.“[18]

 Der NATO-Gipfel von Madrid

Der NATO-Gipfel von Madrid

In einer eher optimistischen Perspektive kann man den Madrid-Gipfel eher als einen Ausgangspunkt für die NATO, nicht als Endpunkt verstehen. Auch wenn einige Alliierte enttäuscht sein mögen, definiert das strategische Konzept doch neue, ehrgeizige Ziele und verschafft der NATO politischen Freiraum, um ihre Doktrin im Lauf der Zeit nachzuschärfen. Das Konzept rückt das nukleare „Schwert“ der NATO wieder in den Vordergrund – indem es „die einzigartige und besondere Rolle der nuklearen Abschreckung bekräftigt“ – und führt zu einer Rückbesinnung auf die Idee des „Schildes“, indem es sich von dem „vorgeschobenen Stolperdraht“ verabschiedet und stattdessen auf „vorgeschobene Abschreckung und Verteidigung mit robusten, einsatznah stationierten, domänenübergreifenden, gefechtsbereiten Kräften“ setzt. Bei der Neuausrichtung auf Abschreckung durch Verteidigung (denial) geht es nicht nur um Territorialverteidigung – es geht auch darum, das Konzept des modernen strategischen Umfeldes zu aktualisieren und zu erweitern und zu bestätigen, dass hybride, Cyber- oder weltraumgestützte Angriffe „den Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags auslösen“ könnten.[19]

Um diese neuen, ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen, sollten die NATO-Partner in den kommenden Monaten das Konzept mit drei Initiativen abrunden, die sich an der NATO-Strategie während des Kalten Krieges orientieren: (1) das „Schwert“ schärfen, (2) den „Schild“ verstärken und (3) den „Igel“ zurückbringen. Dies bedeutet, dass die nukleare Strategie der NATO glaubwürdiger gemacht, in die Vorneverteidigung mit konventionellen Streitkräften investiert und die Resilienz östlicher Bündnispartner gestärkt werden sollte, um sämtliche Formen der russischen Aggression abzuschrecken und ihnen im Fall eines Angriffs erfolgreich zu widerstehen.

5 Das Schwert schärfen

Als Erstes sollte die NATO ihr nukleares Schwert durch Modernisierung, Signalisierung und Aktualisierung ihrer Doktrin schärfen. Die Nuklearstrategie der NATO – die auf den strategischen Nuklearstreitkräften der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs beruht und nichtnukleare Verbündete durch Abkommen über nukleare Teilhabe einbindet – bleibt ihr stärkstes Abschreckungsmittel.[20] Allerdings wird die Glaubwürdigkeit der nuklearen Abschreckung der NATO durch die Modernisierung des russischen Kernwaffenarsenals und die russische Strategie des nuklearen Signalisierens untergraben.

Die erste Herausforderung ist die Modernisierung. Nach Einschätzung der NATO hat Russland im Lauf der letzten 20 Jahre den größten Teil seiner strategischen Nuklearstreitkräfte modernisiert und dabei auch neue Trägersysteme entwickelt.[21] Dazu zählen Hyperschallraketen und neuartige Technologien wie der unbemannte nukleare Torpedo. Russland verfügt auch über viel mehr nichtstrategische Kernwaffen: rund 1.500 gegenüber ungefähr 100 US-amerikanischen B61-Freifallbomben. Diese Waffen werden nicht von dem New START-Abkommen erfasst, das letztes Jahr bis 2026 verlängert wurde. Um sicherzustellen, dass das Gleichgewicht des Schreckens auch weiterhin Bestand hat,[22] sollten die NATO-Verbündeten in vollem Umfang die Bemühungen der USA unterstützen, ihre nukleare Triade zu modernisieren und ihre Fähigkeiten für die nukleare Teilhabe auf den neuesten Stand zu bringen.[23]

Die zweite Herausforderung ist das nukleare Signalisieren. Seit Beginn der russischen Invasion hat Wladimir Putin nukleare Drohungen dazu genutzt, die NATO von einem Eingreifen abzuschrecken.[24] Auch wenn dies beunruhigend und unverantwortlich ist, ist es gemäß der russischen Doktrin zu erwarten. So weisen Michael Kofman und Anya Loukianova Fink darauf hin, dass „Russlands Strategie der Abschreckung durch Erzeugung von Angst im Fall einer militärischen Bedrohung stark auf nukleares Signalisieren setzt. Dies soll den Eindruck erwecken, dass das Land ein viel lockereres Verhältnis zum Einsatz von Kernwaffen hat, als es tatsächlich der Fall ist.“[25] Dieses Drehbuch schließt Drohungen gegen lebenswichtige Infrastruktur ein. So sagte der ehemalige Präsident Dmitry Medwedew: „Auch in europäischen Kernkraftwerken können sich Unfälle ereignen.“[26] Die Kernwaffenexpertin Kristin Ven Bruusgaard hat argumentiert, Russlands Nuklearstrategie hänge mit seiner Unterlegenheit bei konventionellen Waffen zusammen.[27] Die Schlüsselfrage lautet daher jetzt, ob schwere Verluste in der Ukraine, Moskau dazu veranlassen werden, seinen eigenen nuklearen „Säbel“ rücksichtsloser einzusetzen – sowohl, um bei der Eskalation in der Ukraine die Oberhand zu behalten, als auch, um die NATO von einer Intervention abzuhalten.

Die NATO steht in dieser Frage vor dem gleichen Dilemma wie während des Kalten Krieges: Die Abneigung des Westens gegen den Einsatz von Kernwaffen gibt Russland die Macht, sowohl das Risiko konventioneller Angriffe einzugehen, als auch den Einsatz von Kernwaffen androhen zu können, ohne Vergeltungsmaßnahmen befürchten zu müssen.[28] Diese Lücke könnte dadurch geschlossen werden, dass man die NATO-Doktrin mit einer neuen Flexible Response-Option versieht. Im Kalten Krieg schloss diese Doktrin die Lücke zwischen konventioneller Verteidigung und massiver Vergeltung, indem sie eine mittlere Option der „vorbedachten Eskalation“ durch nichtnukleare oder selektive nukleare Schläge hinzufügte. Eine ähnliche Strategie könnte auch heute wieder verfolgt werden, ohne die NATO-Schwelle für den Einsatz von Kernwaffen zu senken – ein Schritt, der die Verbündeten entzweien und den Zusammenhalt schwächen könnte.[29]

Eine neue Flexible Response könnte die Androhung einer konventionellen Antwort auf eine russische Eskalation (zum Beispiel Angriffe auf Waffendepots in Polen oder Rumänien, die umso wahrscheinlicher werden, je länger sich der Krieg in der Ukraine hinzieht) betonen und verstärken.[30] Diese Drohung würde sich in erster Linie auf die globalen Offensivfähigkeiten der USA und ihre Fähigkeit zu luft- und weltraumbasierten Angriffen stützen, die in Russland echte Ängste geweckt haben.[31] Diese Strategie wäre zwar eine Art von „Hände weg vom Steuer“-Brinkmanship, basierend auf der Wahrscheinlichkeit, dass jeder bewaffnete Konflikt hoher Intensität zwischen der NATO und Russland in den nuklearen Bereich eskaliert.[32] In Anbetracht der Unsicherheiten, die jeder Eskalationsdynamik innewohnen, wäre es ein riskanter Schachzug.[33] Aber er dürfte den Alternativen vorzuziehen sein: entweder einfach Moskaus Zwangsandrohungen nachzugeben oder die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen durch die NATO selbst zu senken.

6 Den Schild verstärken

Wenn die NATO ihr nukleares Schwert schärfen will, muss sie auch ihren Schild aus konventionellen Streitkräften für die Vorneverteidigung verstärken. Was für Russland gilt, gilt auch für die NATO: konventionelle Strategie und nukleare Strategie sind eng miteinander verzahnt. Während des Kalten Kriegs glich die Allianz ihre Abhängigkeit von massiver Vergeltung dadurch aus, dass sie große, vorgeschobene „Schildverbände“ aufstellte, um von einem konventionellen Angriff abzuschrecken. Wie US-General Lauris D. Norstad, damals NATO-Oberbefehlshaber in Europa, im Jahr 1961 erklärte: „Unsere gezwungenermaßen große Abhängigkeit von Kernwaffen spiegelt sich in unseren Plänen wider; gleichwohl sollte es in dem Maße, wie sich unsere konventionellen Fähigkeiten verbessern oder erhöhen, eindeutig möglich sein, unter bestimmten Bedingungen, das Ausmaß zu steigern, in dem solche Waffen in das Kampfgeschehen einbezogen werden müssten.“[34]

 General Lauris D. Norstad

General Lauris D. Norstad

Die Glaubwürdigkeit der Abschreckung, die die „Schildkräfte“ der NATO während des Kalten Kriegs gewährleisteten, war ein Produkt ihrer Stärke und Größe. Putins rhetorische Drohungen gegen die NATO mögen an den Kalten Krieg erinnern – die von den russischen Streitkräften ausgehende physische Bedrohung tut dies nicht. Im Jahr 1987 begünstigte das Gleichgewicht der Kräfte in Mitteleuropa die Staaten des Warschauer Pakts, die über 69 vorgeschobene Divisionen und mehr als 20.000 Panzer verfügten, gegenüber 37 Divisionen und rund 10.000 Panzern der NATO.[35] In Anbetracht von bis zu 80.000 Verlusten mag es heute zutreffen, dass „Russlands bisherige Leistung in der Ukraine dafür spricht, dass das Kräftegleichgewicht in Europa für die NATO weniger beängstigend ist als zuvor gedacht.“[36]

Dennoch wäre es unklug, die von Russland für Osteuropa ausgehende Bedrohung zu unterschätzen. Putin hat seine Karten bereits aufgedeckt: Er hat noch viel zu tun, um „die größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts“ wiedergutzumachen, den Zusammenbruch der Sowjetunion.[37] In Anbetracht der Anstrengungen, die er in der Ukraine unternommen hat, ist es verständlich, dass Viele in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion mit großen ethnisch-russischen Bevölkerungsgruppen befürchten, als Nächste an der Reihe zu sein.[38] Der litauische (militärische) Oberbefehlshaber, Generalleutnant Valdemaras Rupsys, formulierte es folgendermaßen: „Nach einiger Zeit … werden sie versuchen, uns mit militärischen Mitteln zu bedrohen. Sie werden es erleben.“[39] Es mag daher für die militärischen Planer der NATO klug sein, bei ihren Planungen die „maximalen Absichten“ Russlands zugrunde zu legen, wie sie es während des Kalten Kriegs getan hatten.[40]

Jetzt, da sie klare Zielsetzungen formuliert hat, sollte die NATO die Gunst der Stunde nutzen und glaubwürdige vorgeschobene „Schildkräfte“ stationieren, die ihre Mitglieder in dem Vertrauen bestärken, nicht von der Landkarte getilgt zu werden.[41] Die Mitgliedstaaten der NATO sollten damit anfangen, ihre in Madrid gemachten Zusagen zu erfüllen, „bestehende Kampfgruppen zu Einheiten in Brigadegröße aufzustocken, wo und wann dies notwendig ist.“[42] In diesem Fall sollte das „Wo“ die drei baltischen Staaten und Polen sein, und das „Wann“ sollte so bald wie möglich sein. Genauso wie nach 2014 sind diese Staaten innerhalb der NATO am stärksten durch eine russische Aggression gefährdet. Die Präsenz in Estland unter britischer Führung kommt mit zwei dort stationierten Kampfgruppen diesem Ziel am nächsten.[43] Die Alliierten sollten nicht bei Brigaden Halt machen, sondern darauf hinarbeiten, in allen vier Staaten kampfbereite Divisionen bereitzustellen – etwas, was die baltischen Staaten schon vor Madrid forderten.[44] Die Zusage der USA, das Hauptquartier des 5. Korps der Army dauerhaft nach Polen zu verlegen, kann die Grundlage dafür bilden, um dort größere Verbände aufzustellen und zu führen, während Großbritannien bereits praktische Unterstützung zugesagt hat, um „in Estland eine Kommandostruktur auf Divisionsebene aufzubauen.“[45]

Wie viel ist genug? Michael O’Hanlon, Fellow der Brookings Institution, ist der Meinung, dass zusätzlich zu den seit Kriegsbeginn bereits verlegten Kräften 15.000 US-Soldaten in den baltischen Staaten und in Polen – zu denen europäische und kanadische Verbündete noch einmal ein Kontingent in gleicher Höhe stellen sollten – „eine erschwingliche und umsichtige Reaktion auf die erhöhte Bedrohung der vorgeschobenen NATO-Regionen durch Russland sind.“[46] Dies würde die NATO-Präsenz dem 1:3-Verhältnis von lokalen Verteidigungs- zu angreifenden Kräften nahe bringen, das nach Meinung von Militäranalytikern eine gewisse Abschreckungswirkung besitzt.[47] Ein Fokus auf dem Baltikum und Polen ist auch wegen ihrer fehlenden strategischen Tiefe vernünftig: Inländische Verstärkungen würden hier weniger (und andernorts mehr) zählen. Eine verstärkte US-Division in Polen hätte auch den Vorteil, dass sie in der Lage wäre, mit polnischen und anderen alliierten Kräften „kämpfend zu trainieren.“ Dies würde die Ausbildung inländischer Divisionen erleichtern und fördern, während sie durch ihre Präsenz gleichzeitig Russland abschrecken würde.[48]

Die Aufstockung der vorgeschobenen NATO-Streitkräfte in Osteuropa wird kein leichtes Unterfangen sein: Wenn es dies wäre, hätte es die NATO bereits in Madrid beschlossen. In den Vereinigten Staaten gibt es eine breite überparteiliche und öffentliche Unterstützung für mehrere große militärische Unterstützungspakete für die Ukraine und für die Rückverlegung von über 20.000 US-Soldaten nach Europa. Aber die jüngste Taiwan-Krise verdeutlicht, dass sich die Vereinigten Staaten dringend auf China konzentrieren müssen, was möglicherweise ein Hindernis für eine verstärkte US-Präsenz in Europa ist. Europäische Kräfte könnten die Lücke schließen, aber nach jahrzehntelangen Kürzungen fehlt vielen Nationen die Masse an hochwertigem Material,[49] das für die Aufstellung großer Heeresverbände[50] – ganz zu schweigen von Luftwaffen- und Marinekomponenten – benötigt wird.[51] Auch wenn sich Europa seit der russischen Invasion zu historischen Erhöhungen der Verteidigungsausgaben verpflichtet hat, wird es dauern, bis daraus einsatzfähige Kräfte hervorgehen. Hinzu kommt die Herausforderung, dafür zu sorgen, dass die Truppenverlegungen der lokalen Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und sie nicht verängstigen.[52]

7 Den Igel zurückbringen

Schließlich sollte die NATO ihre „Igel-Verteidigung“ zurückbringen. Wie der Igel – ein friedliches Tier, solange es nicht angegriffen wird – versprach das während des Kalten Kriegs umgesetzte Konzept der „aktiven Verteidigung“, einen Angriff abzuschrecken, während es zugleich das mit Truppenaufstockungen verbundene Sicherheitsdilemma minimierte. Es beinhaltete drei Elemente:[53] (1) Verzögerungskräfte, die die vordersten Teile einer einfallenden Armee aus dem Hinterhalt angreifen und aufreiben sollten; (2) sektorale Verteidigung, bei der man sich Besonderheiten des natürlichen Geländes zunutze macht, um den Vormarsch feindlicher Kräfte zu kanalisieren und diese zu zermürben; und (3) Gegenangriffe, um verlorene Gebiete zurückzuerobern und rückwärtige Angriffsstaffeln ins Visier zu nehmen. Dieses Konzept wurde dann weiterentwickelt: aus der linearen Verteidigung wurde die bewegliche Verteidigung (maneuver defense),[54] die auf neuen Technologien und einer neuen Doktrin beruhte (einschließlich des AirLand Battle-Konzepts der US-Streitkräfte).[55] Die NATO-Militärplaner sollten die aktive Verteidigung auf der Basis von bestimmten Grundprinzipien aktualisieren und so Russlands eigenem Konzept der aktiven Verteidigung Rechnung tragen.[56] Mehrere, noch nicht vollständig ausgereifte Ideen sollten in Betracht gezogen werden.

Eine Idee für die Aufstellung von Verzögerungskräften ist die „vertrauensbildende Verteidigung“, ein Konzept, das aus der Endzeit des Kalten Krieges stammt und ein Gleichgewicht zwischen Abschreckung und Provokation herstellt.[57] Es basiert auf einer „Spinne im Netz“ aus verstreuten, hochmobilen Ressourcen, mit der Option einer zügigen Aufskalierung durch einsatznah bereitgestellte Ausrüstung und Logistik. Dazu könnten jene Panzerabwehrwaffen, tragbaren Drohnen und Geschütze gehören, die von den ukrainischen Streitkräften zur Verteidigung und für Gegenangriffe eingesetzt worden sind. Laut einer aktuellen Studie des Center for Strategic and Budgetary Assessment könnten moderne gelenkte Flugkörper, Artilleriegeschosse und Mörsersysteme (G-RAMM) „die geografischen Regionen, in denen russische Kräfte tödlichen Bedrohungen ausgesetzt sein könnten, vergleichbar denjenigen, die sie in der Nordukraine erlebten, erheblich ausweiten.“[58] Außerdem sprechen sich die Autoren für eine baltische „Mini-A2/AD“-Strategie aus, um den russischen offensiven Vorteil der räumlichen Nähe zu kompensieren, in dem der Zugang mithilfe von G-RAMMs und Luftverteidigungssystemen für kurze und große Reichweiten behindert wird.

Langstrecken-Präzisionsangriffe würden zudem Angriffe in der Tiefe zur Unterstützung von Gegenangriffen ermöglichen, auch wenn ihre hohen Kosten es vielleicht notwendig machen, dass sie von größeren Bündnispartnern bereitgestellt oder ausgeführt werden. Eine kostengünstigere Option sind vielleicht die sogenannten Stay-behind-Kräfte, die von der NATO aus den Reihen von Spezialkräften und von nichtmilitärischen geheimen Einheiten aufgestellt wurden.[59] Zu diesem Zweck fordert ein Bericht des Atlantic Council die Ausweitung der Aktivitäten US-amerikanischer und europäischer Spezialkräfte,[60] während die Autoren des Center for Strategic and Budgetary Assessment die Errichtung eines neuen NATO Special Warfare Centre of Excellence in Estland empfehlen. Grundsätzlich argumentieren sie, dass ein neues NATO-Einsatzkonzept für die „Bekämpfung von Folgestaffeln“ einen „bedeutenden“ Beitrag zur Abschreckung Russlands leisten könnte.[61]

Ein solches Konzept sollte auch das einschließen, was Eisenhower seinerzeit die „sehr beachtliche See- und Luftmacht“ der NATO-Verbündeten nannte.[62] In der Luft-Domäne sollte die NATO ihren bestehenden Luftraumüberwachungseinsatz zu einem integrierten Luftverteidigungs- und Raketenabwehreinsatz erweitern.[63] Der Luftverteidigungsauftrag würde es erforderlich machen, die Kapazität des multinationalen Verbandes, der die NATO-Luftraumüberwachungseinsätze in den baltischen Staaten, Polen, Rumänien und Ungarn durchführt, zu erhöhen und zugleich die Einsatzregeln für die Piloten in Erwartung eines aggressiveren russischen Vorgehens anzupassen.[64] Allerdings sollte der größte Teil der Beiträge zur aktiven Verteidigung, die die Luftstreitkräfte leisten, in Westeuropa stationiert werden, um die Überlebensfähigkeit bei Gegenangriffen zu steigern.[65] Der Raketenabwehrauftrag würde die Stationierung von mehr Flugabwehrsystemen mittlerer und großer Reichweite in der Region erfordern – etwa durch Erhöhung der Anzahl der in Polen und in den baltischen Staaten stationierten Patriot- oder National Advanced Surface-to-Air Missile-Systeme. Die Integration könnte im Rahmen des bestehenden Integrierten Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsystems der NATO erfolgen.[66]

Was den Beitrag der Seestreitkräfte der NATO anlangt, so spricht sich eine Studie dafür aus, die Anzahl der Standing NATO Maritime Groups von zwei auf fünf zu erhöhen, um die Fähigkeit der NATO zu stärken, ihre Hoheitsgewässer von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer zu patrouillieren und zu sichern.[67] Die permanente Präsenz der Joint Expeditionary Force in der Ostsee unter britischer Führung stellt eine weitere Stufe der Abschreckung dar und sollte gestärkt werden – insbesondere jetzt, da ihr Hauptquartier in die Region verlegt worden ist.[68] Die maritime Verteidigung der NATO in der Ostseeregion wird auch von der Erweiterung der Allianz um Finnland und Schweden profitieren. Seestreitkräfte können auch durch – überseeisch oder unterseeisch abgefeuerte – präzisionsgelenkte Munition die Fähigkeit der NATO zum Gegenangriff stärken.

Das letzte Element in einem neuen Igel-Verteidigungskonzept für die NATO ist die Abschreckung sogenannter hybrider Bedrohungen unterhalb der Schwelle eines bewaffneten Angriffs.[69] Diese wurden auch die moderne Fulda-Lücke oder die wahrscheinlichste Angriffsachse Russlands genannt.[70] Wie das neue Konzept der NATO darlegt, haben die Bedrohungen in gleicher Weise im Weltraum und im Cyberspace stark zugenommen. Sie umfassen die „Anwendung politischer, wirtschaftlicher, energiebezogener, informationeller und sonstiger hybrider Taktiken zur Zwangsandrohung.“ Obgleich die NATO ein Militärbündnis ist, gehen ihre Ressourcen weit über konventionelle militärische Fähigkeiten hinaus – sie schließen fortgeschrittene Fähigkeiten in den Bereichen strategische Kommunikation, Informationsoperationen, Cyberabwehr, Cyberangriffe und Teams zur Abwehr hybrider Kriegsführung ein. Hier würde die NATO von einer engeren Koordinierung mit der Europäischen Union und dem in Helsinki ansässigen European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats profitieren, um bewährte Praktiken im Sinne des aus der Zeit des Kalten Kriegs stammenden Konzepts der „totalen Verteidigung“ zu verbreiten, vor allem weil sowohl Finnland als auch Schweden auf diesem Feld besonders gut sind.[71] Im letzten Monat zeigte Estland bei dem größten Manöver in seiner Geschichte, wie gut seine Reservisten gemeinsam mit Truppen von zehn NATO-Verbündeten die Strategie der totalen Verteidigung praktisch umsetzten.[72] Sein Name: Exercise Hedgehog.

Genauso wie zu Zeiten des Kalten Kriegs wird die Herausforderung der NATO zunehmend darin bestehen, Russland von sämtlichen Formen der Aggression gleichzeitig abzuschrecken: unterhalb der (Kriegs-)Schwelle, konventionell und nuklear. Um die Ziele zu erreichen, auf die sie sich in ihrem neuen strategischen Konzept verständigt hat, sollte die NATO ihr Abschreckungspotential dadurch revitalisieren, dass sie ihr Schwert schärft, ihren Schild verstärkt und sich auf ihre Igel-Verteidigungsstrategie zurückbesinnt. Madrid war ein wichtiger Ausgangspunkt für die NATO, aber die Allianz hat gerade erst damit begonnen, ihre Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeiten zu stärken.


Hinweis

Dieser Beitrag ist zuvor in englischer Sprache auf der Internet-Plattform www.warontherocks.com erschienen, Abdruck mit Genehmigung von War on the Rocks.


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Sean Monaghan

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Literatur

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Published Online: 2022-11-29
Published in Print: 2022-12-16

© 2022 bei den Autoren, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 29.2.2024 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/sirius-2022-4006/html
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