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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter June 7, 2023

Unruhefaktor Iran – Welche Kriegsrisiken bestehen im Nahen Osten?

  • Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel

1 Einleitung

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine lenkt den Blick auch auf andere Regionen verbunden mit der Frage nach Kriegsrisiken. Neben Ostasien, wo die Möglichkeit eines von China ausgelösten Kriegs zur Eroberung Taiwans die Gemüter beunruhigt, ist es vor allem der Nahe Osten. Hier gibt es viele Konfliktherde. Die nach Ansicht der meisten Beobachter größte Gefahr für Stabilität und Sicherheit im Nahen Osten geht derzeit vom Iran aus. Ähnlich wie in Russland kämpft dort eine Nomenklatura, die die Ziele der Revolution von 1979 verraten und vergessen hat, um ihr Überleben. Sie wendet brutale Gewalt im Inneren an und versucht mit einer aggressiven Außenpolitik die Region zu beherrschen. Vor allem das iranische Kernwaffenprojekt verleiht der regionalen Konfliktlage eine strategische Dimension.

Im Folgenden werden die Ergebnisse eines Forschungsprojekts vorgestellt, das das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel zu der Wahrscheinlichkeit von Kriegen in dieser und anderen Regionen durchgeführt hat. Es werden zwei Konfliktlinien im Nahen Osten behandelt, die aus strategischer Perspektive von größter Relevanz sind: erstens der Konflikt zwischen Israel und dem Iran (und den von Teheran unterhaltenen schiitischen Milizen), zweitens der Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien sowie den anderen Staaten der arabischen Halbinsel. Beide Konflikte sind nicht eindeutig voneinander zu separieren, weil sich zwischen Israel und den arabischen Staaten eine Annäherung abzeichnet, die gegen den Iran gerichtet ist. Aber jede der zwei Konfliktebenen hat ihre eigene Dynamik. Deshalb werden sie, obwohl miteinander verwoben, nacheinander behandelt. In beiden Fällen geht es um die Herausforderung des regionalen Friedens durch das iranische Regime, das zwar innenpolitisch mit dem Rücken zur Wand steht, doch gerade deswegen die außenpolitische Konfrontation sucht.

Der vorliegende Artikel basiert auf Analysen von Efraim Inbar, dem Präsidenten des Jerusalem Institute for Strategic Studie, und von Alexander Rosemann, Non-Resident Fellow am ISPK. Beide Analysen wurden im Rahmen eines internationalen Kolloquiums diskutiert und ihre Ergebnisse zusammengefasst. Die Zusammenfassung besorgte der Wissenschaftliche Direktor des ISPK, Prof. Dr. Joachim Krause.

2 Die Konfliktdynamik zwischen Israel und dem Iran

Für die „revolutionäre“ Führung des Iran ist Israel der erklärte Hauptfeind (neben den USA und den arabisch-sunnitischen Monarchien). Die Außen- und Sicherheitspolitik Teherans wurde und wird durch das Bestreben getragen, eine neue regionale Ordnung herzustellen, in der die USA und Israel keine Rolle mehr spielen und der Iran eine Vormachtstellung einnimmt. Bei der Verfolgung dieser Politik hat die Führung in Teheran in den vergangenen 40 Jahren mit erheblichem Geschick Situationen ausgenutzt. Sie konnte von der benachteiligten Situation der Schiiten im Libanon profitieren und dort mit der Hisbollah einen verlässlichen proxy etablieren, der politisch ein wichtiger Akteur im Libanon und militärisch eine Bedrohung für Israel ist (durch Terroranschläge sowie 100.000 meist ungelenkte Raketen unterschiedlicher Reichweite, die auf Israel zielen).[1] Teheran profitierte vom fehlgeschlagenen Versuch der USA, Saddam Husseins Regime durch ein demokratisches zu ersetzen, und hat heute großen Einfluss im Irak. Es destabilisiert die überwiegend sunnitisch regierten Staaten auf der arabischen Halbinsel und versucht Saudi-Arabien durch Unterstützung des Kriegs der Huthis im Jemen zu schwächen.

Das aus israelischer und westlicher Sicht gravierendste Problem stellen die nuklearen Ambitionen des Iran dar. Der Iran betreibt seit etwa drei Jahrzehnten ein Nuklearprogramm, das offiziell ziviler Natur sein soll, aber mit auffälliger Intensität genau jene Technologien nutzt, die am ehesten geeignet sind, ein ziviles Programm in ein militärisches übergehen zu lassen. Teherans Interesse an Anlagen zur nuklearen Anreicherung und zum Betrieb eines Natururanreaktors mit anschließender Plutoniumabtrennung hat international große Besorgnis hervorgerufen – zumal immer mehr Indizien dafür bekannt wurden, dass der Iran in die Produktion von nuklearen Sprengköpfen investiert hatte und eine Vielzahl seiner Anlagen unterirdisch und verdeckt betreibt.[2]

Der 2015 beschlossene Plan zum zeitlich befristeten Einfrieren des iranischen Nuklearprogramms (Joint Comprehensive Plan of Action – JCPOA) war eine politische Absichtserklärung, in deren Rahmen der Iran tatsächlich angereichertes Uran unterschiedlicher Anreicherungsstufen abgab und sich zur Einhaltung von Höchstgrenzen bei der Urananreicherung und dem Betrieb eines Natururanreaktors bereit erklärte – und zwar unter Aufsicht der Internationalen Atomenergieagentur. Das Abkommen hatte seine Mängel, führte aber tatsächlich dazu, das Programm einzufrieren.[3] Leider erfüllte sich die gerade von deutscher Seite gehegte Hoffnung nicht, dass das Abkommen eine Normalisierung der Beziehungen zu Teheran ermöglichen werde. Im Gegenteil, der Iran setzte seine Raketenrüstung unbeirrt fort und intensivierte seine Einmischung in die inneren Angelegenheiten arabischer Staaten – auch mit Gewalt untermauert. Zudem entstand bei Israelis wie sunnitischen Arabern der Eindruck, Amerikas Hauptinteresse wäre es, sich aus seinen Sicherheitsverpflichtungen im Nahen Osten zurückzuziehen.[4]

Nach Kündigung des Abkommens durch den damaligen US-Präsidenten Donald Trump am 8. Mai 2018 versuchte Washington, mit massiven Sanktionen den Iran zur Aufgabe seines Programms zu bewegen.[5] Der Iran erklärte mit einigem zeitlichen Abstand, er sähe sich nicht länger an das Abkommen gebunden und habe die Anreicherung von Uran wieder aufgenommen.[6] Mittlerweile steht der Iran wirtschaftlich und politisch am Rande des Kollapses, dürfte aber andererseits nur einige Wochen davon entfernt sein, hochangereichertes Uran in einer Größenordnung herzustellen, die für eine Kernexplosion (oder gar zwei) ausreichen könnte. Laut Schätzungen der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA dürfte der Iran heute über etwa 500 kg Uranfluroxid verfügen, dessen Anteil an Uran 235 bei 20 Prozent liegt, und über etwa 80 kg Uran 235 mit einer Anreicherungsstufe von 60 Prozent (ab 90 Prozent ist es waffengrädig). Ob er den Schritt in Richtung Waffenproduktion geht oder nicht, bleibt offenbar absichtlich im Unklaren.[7]

Die Versuche der Biden-Administration, das Abkommen wieder zu beleben, dürften mittlerweile als gescheitert gelten.[8] Die massenhaften Proteste im Iran gegen das Regime dürften dessen Haltung in der Atomfrage erst recht verschärft haben, wenngleich die Spielräume für einen „erfolgreichen“ Sturz des Regimes geringer geworden sind. Die enge militärische Kooperation mit Russland hat – das haben die Kriegsereignisse in der Ukraine gezeigt – ein Ausmaß erreicht, das gegen die Annahme spricht, Russland habe ein Interesse daran, die Nuklearrüstung des Iran zu verhindern. Es steht zu befürchten, dass Teheran im Gegenzug zur Belieferung Russlands mit Drohnen und Raketen auf russische Hilfe bei seinem Kernwaffenprogramm setzt.[9]

Sowohl in Israel wie in den USA und den arabischen Staaten wird – abgesehen von der Hoffnung auf eine Revolution im Iran – in diesem Zusammenhang verstärkt über militärische Optionen nachgedacht, die Teherans Kernwaffenprogramm stören oder um viele Jahre zurückwerfen können. Aufgrund der Breite und Komplexität des Programms ist unsicher, ob es sich mit einem Schlag zerstören ließe. Daher hat Israel in der Vergangenheit immer wieder heimliche Operationen gegen die entsprechenden Einrichtungen und gegen Personen des nuklearen Establishments im Iran ausgeführt, ebenso auch Cyber-Attacken. All diese Operationen haben den Fortschritt des nuklearen Anreicherungsprogramms lediglich verlangsamen können. Am effektivsten wäre ein Luftangriff mit bunkerbrechenden Waffen, der die tief eingegrabenen und verbunkerten Einrichtungen des Programms so nachhaltig zerstören würde, dass das Projekt für mehrere Jahre in Verzug gerät. Einen derartigen Angriff können derzeit nur die USA durchführen; Israel könnte es möglicherweise in einigen Jahren, wenngleich nicht mit derselben Effektivität.

Aufgrund dieser Lage dürfte es im Nahen Osten in den kommenden Jahren im Kontext des iranischen Kernwaffenprogramms zu größeren und strategisch relevanten militärischen Auseinandersetzungen kommen. Dabei sind folgende Szenarien denkbar, die die Sicherheitslage auch über die Region hinaus beeinflussen würden:

Szenario 1 ist ein von Israel unterstützter umfassender US-amerikanischer Luftangriff auf die zumeist unterirdischen kerntechnischen Anlagen des Iran. Ein solcher Angriff würde nicht nur das Kernwaffenprojekt um Jahre zurückwerfen, er würde für die iranische Führung eine enorme Erniedrigung bedeuten und gleichzeitig bei den arabischen Staaten am Golf wieder den Eindruck wecken, dass die USA an der Aufrechterhaltung der Sicherheit im Nahen Osten interessiert sind. Letzteres hat der Pivot to Asia im Nahen Osten sowohl in arabischen wie israelischen Kreisen wiederholt in Frage gestellt. Ob die Biden-Administration einen derartigen Schritt wagen und unternehmen wird, ist offen und derzeit wegen Ukraine-Krieg und Taiwan-Krise eher unwahrscheinlich. Es bliebe nicht bei einzelnen chirurgischen Schlägen. Die US-Luftwaffe müsste erst die iranische Luftabwehr ausschalten und auch versuchen, iranische Mittelstreckenraketen so weit wie möglich zu zerstören, denn diese würde der Iran umgehend als Racheaktion gegen Israel und arabische Staaten (insbesondere Saudi-Arabien) einsetzen. Die Luftangriffe würden mehrere Tage dauern und einen erheblichen Kräfteeinsatz in der Region erfordern – plus den starken Willen in Washington, die Operation erst dann abzubrechen, wenn das angestrebte Ziel erreicht worden ist. Vor allem müssten Israel und die arabischen Staaten zuvor umfangreiche Vorkehrungen zur Verbesserung der Abwehr ballistischer Raketen und Drohnen treffen.

Szenario 2 geht davon aus, dass ein derartiger Luftangriff der USA nicht stattfindet und Israel eigene militärische Optionen ausbaut bzw. fortentwickelt. In einer ersten Stufe wären verstärkte Anschläge vorstellbar, sowohl auf Personen, die das iranische Nuklearprogramm durchführen, als auch auf die kritische Infrastruktur des Programms. In einer zweiten Stufe muss man damit rechnen, dass Israels Luftwaffe versuchen wird, selbst einen Großangriff auf das iranische Nuklearprogramm zu starten, der genau wie der oben geschilderte US-Angriff ein hochkomplexes und riskantes Unternehmen wäre. Da Israel in absehbarer Zeit nicht über Fähigkeiten verfügen wird, die die Zerstörung tief verbunkerter Anlagen erlauben, wäre dieser Großangriff weniger effektiv als ein von den USA ausgeführter Schlag. Aber die israelischen Luftstreitkräfte sind mit ca. 350 Kampfflugzeugen (darunter 30 F-35) gut ausgestattet, auch mit Langstreckendrohnen eigener Produktion. In Israel diskutieren militärische und politische Kreise intensiv diese Option. Gegen sie spricht, dass einzelne Fähigkeiten noch fehlen oder ungenügend vorhanden sind (wie Lufttankfähigkeiten). Man geht davon aus, dass Israel vielleicht in zwei Jahren die Fähigkeiten für einen umfassenden und komplexen Lufteinsatz gegen das iranische Kernwaffenprogramm entwickelt haben wird.

Szenario 3 wäre eine Variante von Szenario 2. Derzeit argumentieren Skeptiker in Israels Militär und Politik, ein derartiger Großangriff würde einen Dauerbeschuss Israels durch Hisbollah-Raketen auslösen. Wie oben ausgeführt, dürfte die Hisbollah über etwa 100.000 ungelenkte und gelenkte Raketen verfügen, was Israels Luftraumverteidigung vor erhebliche Probleme stellen könnte. Konsequenz dieser Argumentation ist, dass der Weg nach Teheran über Beirut führt. Anders ausgedrückt, würde einem Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen ein begrenzter Krieg Israels gegen die Hisbollah vorausgehen. Ein solcher Krieg wäre eine große Herausforderung für Israels Luftwaffe, Heer und Marine, wäre sehr verlustreich, müsste innerhalb recht kurzer Zeit mit der Zerschlagung der Hisbollah enden und wäre ohne eine auch zu Lande vorgebrachte Intervention im Süden des Libanon nicht erfolgreich abzuschließen. Ob sich derartige Überlegungen in Israel durchsetzen, ist unklar. Sicher ist nur: Sollte Israel den Kampf gegen die Hisbollah suchen, wäre das ein Vorbote für eine größere Luftoperation gegen das iranische Kernwaffenprogramm.

Szenario 4 würde einsetzen, wenn die geschilderten Szenarien nicht Realität werden. Hier würde Iran einen ersten Atomtest unternehmen und sich zur Kernwaffenmacht erklären. Israel dürfte darauf vermutlich reagieren, indem es die Politik der Ungewissheit über seine Kernwaffen beendet und seinen Vorsprung in der Nuklearbewaffnung auszuspielen versucht. Das würde zum einen bedeuten, dass Israel seine Kernwaffenfähigkeiten bis zum Erreichen einer Zweitschlagsfähigkeit härtet[10] und noch stärker in die Abwehr von ballistischen Raketen investiert. Zum anderen würde es versuchen, die Kernwaffen des Iran zu zerstören – bevorzugt mit konventionellen Waffen. Doch auch der präventive Einsatz von Kernwaffen seitens Israel ließe sich nicht ausschließen. Es wäre falsch zu glauben, dass sich so etwas wie eine durch strategische Zweitschlagsfähigkeit gesicherte nukleare Stabilität zwischen Israel und dem Iran einstellen wird. Aufgrund seiner geringen Größe wäre Israel nicht in der Lage, einen nuklearen Erstschlag zu überstehen.

Alle diese Probleme würden sich mit einem Schlag lösen, käme es im Iran zu einem Machtwechsel. Seit mehreren Monaten demonstrieren die Menschen im Iran gegen das Mullah-Regime. Aber leider ist diese Opposition führungslos und den gewaltsamen Übergriffen der Milizen des Regimes schutzlos ausgeliefert.[11]

3 Die Konfliktdynamik zwischen dem Iran und seinen arabischen Nachbarstaaten

Die Konfliktdynamik zwischen dem Regime im Iran und den meist sunnitisch regierten Nachbarstaaten der arabischen Halbinsel und der Levante ist komplexer als die gegenüber Israel. Während die Auslöschung des Staats Israel unverrückbare Programmatik der iranischen Führung ist und durch Teherans Atomwaffenehrgeiz eine möglicherweise existenzielle Dramatik erfährt, geht es dem Iran bei seinen arabischen Nachbarstaaten darum, diese unter Nutzung meist schiitischer (oder dem Schiitentum nahestehender) Bevölkerungsgruppen zu destabilisieren.[12] Das schiitische Regime in Teheran fühlt sich offenkundig nur dann sicher, wenn es seine Nachbarstaaten auf die eine oder andere Weise erschüttern oder kontrollieren kann – durch Milizen und politische Parteien oder Organisationen. Darin war es relativ erfolgreich: Dank der Absetzung des Regimes von Saddam Hussein durch die USA 2003 ist der Iran heute die einflussreichste ausländische Macht im mehrheitlich schiitischen Irak. Und dank der Abhängigkeit des Assad-Regimes von iranischer Unterstützung im Bürgerkrieg übt Teheran außerordentlich großen Einfluss auf Syrien aus. Ebenso ist im Libanon die von der iranischen Revolutionsgarde gegründete Hisbollah sowohl als Miliz wie als politische Kraft führend und im Süden des Landes völlig dominierend. Im Jemen unterstützen die Revolutionsgarden die Huthi-Miliz, die sich weitgehend im Nordjemen durchgesetzt hat, dort aber in einem Dauerkampf mit Saudi-Arabien befindet. In den Golf-Staaten (besonders in Saudi-Arabien) dagegen wird der Iran als Störfaktor begriffen und hat wenig Einfluss gewinnen können.

Der Iran ist ein recht großes Land mit einer 4,5-mal so großen Fläche wie Deutschland. Teheran liegt etwa 1.000 km vom Persischen Golf entfernt. Das Land ist geprägt von Gebirgen (mit bis zu 4.500m hohen Gipfeln) und Wüsten. Weite und Struktur des Landes (die größten Städte liegen eher im Landesinneren) geben dem Iran im Fall eines Angriffs von außen strategische Tiefe. Im Iran leben etwa 80 Millionen Menschen. Infolge von Isolierung und Wirtschaftssanktionen ist das Land allerdings verarmt und verwundbar. Seine Wirtschaft lebt vor allem vom Export von Erdöl, das zum größten Teil über den Persischen Golf verschifft wird. Für die Ernährung seiner Bevölkerung ist der Iran auf Lebensmittelimporte angewiesen, hauptsächlich bei Weizen, Reis und Zucker. Zudem müssen Ölprodukte wie Kraft- und Schmierstoffe zum größten Teil importiert werden, weil die Raffineriekapazitäten nicht ausreichen. Eine komplette Störung des Handels würde den Iran empfindlich treffen. Ohne den Export von Rohöl fehlten ihm die Devisen, die er für Einfuhren von Lebensmitteln und anderen Gütern benötigt. Lebensmittel lassen sich notfalls von nördlichen Nachbarländern beziehen, doch für den Rohölexport ist die Straße von Hormus entscheidend. Das iranische Elektrizitätsnetz ist störanfällig und oft überlastet. Zerstörungen infolge von Luftangriffen dürften sich daher stark auf die Stromversorgung auswirken. Das Straßennetz ist ebenfalls verwundbar gegenüber Luftangriffen, da wegen der gebirgigen Landschaft viele Straßen über Brücken und durch Tunnel führen. Insgesamt sind Wirtschaft und Versorgung daher empfindlich gegenüber Angriffen eines kompetenten Gegners[13].

Die Streitkräfte Irans bestehen aus den regulären Streitkräften sowie den Verbänden der Revolutionsgarden (Pasdaran). Besonders letztere gelten als schlagkräftig und erfahren. Sie konnten im Iran-Irak-Krieg 1980 bis 1988 Erfahrungen in konventioneller Kriegsführung mit modernen Mitteln sammeln. Durch die Unterstützung der Hisbollah, der Hamas und der Huthi-Rebellen haben die Pasdaran auch Erfahrung in unkonventioneller, asymmetrischer Kriegsführung gegen einen überlegenen Gegner. Zudem bieten die Partner in der Region weitere Vorteile: Über die Verbündeten lassen sich Angriffe gegen Gegner Irans indirekt ausführen und mögliche Gegenmaßnahmen (z. B. Embargos) unterlaufen. Es ist allerdings fraglich, inwieweit Irans Verbündete bereit sein werden, dabei selbst große Risiken einzugehen. Um diese zu vermeiden, werden Irans Verbündete eher zu verdeckten Angriffen als zu offenem Krieg neigen. Zumal sämtliche Verbündete Irans vor eigenen Herausforderungen[14] stehen und ihre Kraft – trotz gegenteiliger Behauptungen – nicht uneingeschränkt für Teherans Zwecke einsetzen dürften.

Um die Natur von Konflikten oder gar Kriegen zu bestimmen, die der Iran in der Region verursachen könnte, muss man die Kräfteverhältnisse, die bisherigen Erfahrungen mit asymmetrischer Kriegführung, die möglichen Konsequenzen iranischer militärischer Aktivitäten und die Reaktionen von Gegnern des Iran in die Analyse einbeziehen. Aus iranischer Sicht sind die sinnvollsten Optionen der Konfliktführung in der Region jene, die verdeckt bleiben. Dazu gehören in erster Linie die Unterstützung von verbündeten Milizen und Regierungen und die indirekte Nutzung verbündeter Milizen zur Bekämpfung arabischer Gegner, der USA und natürlich auch Israels. Die Mitwirkung an einem größeren Krieg in der Region (oder gar dessen Entfesselung durch den Iran) dürfte weniger wahrscheinlich sein, weil er sofort die Schwächen des Iran erkennen ließe.

Zu den verstärkten Unterstützungsleistungen für Verbündete gehören Waffenlieferungen sowie Ausbildung und Einsatz iranischer Berater. Dieser Ansatz wird seit Jahrzehnten praktiziert und dürfte fortgeführt werden. Im Fall von Spannungen kann der Iran jederzeit verstärkte Operationen seiner Verbündeten gegen Israel (durch Hamas und Hisbollah), gegen Jordanien (durch schiitische Milizen im Irak und in Syrien[15]) und gegen die Golfstaaten (durch die Huthi-Rebellen) initiieren.

In dieser Phase könnte der Iran auch Schläge gegen kritische Infrastruktur in der Region führen, ohne dass ihm die Urheberschaft nachzuweisen wäre. Mögliche Ziele wären die Tankschifffahrt, auch Pipelines, Häfen und Fördereinrichtungen. Auf die Angriffe gegen Öltanker 2019 sei hier exemplarisch verwiesen.[16] Angriffe mithilfe von Terroristen sind ebenso denkbar wie Drohnenangriffe der Huthi-Rebellen. Jemens Huthi-Rebellen haben seit 2018 großes Geschick beim Einsatz von Drohnen gezeigt. Dabei setzten sie lokal hergestellte Drohnen ein, die iranischem Design entsprechen. Mit ihren Kurzstrecken-Drohnen (Reichweite 160 km) haben sie immer wieder taktische Ziele im südlichen Saudi-Arabien angegriffen.[17] Bei einem Angriff am 14. September 2019 griffen Huthi-Rebellen mit etwa 25 Drohnen eine über 1.100 km entfernte saudische Ölverarbeitungsanlage an.[18] Bei einem Konflikt mit dem Iran wäre verstärkt mit derartigen Schlägen zu rechnen. Es ist gut vorstellbar, dass auch Hisbollah und Hamas sowie schiitische Splittergruppen im Irak solche Systeme für Angriffe gegen Ziele in der Region einsetzen. Ein Angriff durch Verbündete hätte für den Iran zwei Vorteile. Er würde die iranische Verantwortung verschleiern und die Abwehr erschweren, da Flugabwehrsysteme oftmals in eine bestimmte Bedrohungsrichtung positioniert sind, was sich durch Aufmunitionierung der Verbündeten umgehen ließe. Als Mittel der strategischen Kommunikation genutzt, erfüllt ein Drohnenangriff eines Verbündeten eine Doppelfunktion: Er demonstriert Fähigkeiten und reduziert Zurechenbarkeit[19].

Mit Cyberangriffen könnte der Iran gegen die kritische Infrastruktur seiner Gegner vorgehen.[20] Seine eigene Cybersicherheit ist nach diversen Angriffen gut ausgebaut.[21] Und er kann dabei auf gut ausgebildete Experten zurückgreifen.[22] Seine arabischen Gegner werden auf diesem Gebiet schwächer eingeschätzt. Ihren Internetnutzern fehle es an Expertise und an Sicherheitsbewusstsein. Daher dürften iranische Cyberangriffe gegen „weiche“ Ziele in der arabischen Welt erfolgreich sein. Zu diesen Zielen gehören das Wirtschafts- und Finanzsystem sowie generell Versuche, das Ansehen von betroffenen Regierungen zu diskreditieren.[23] Die kritische Infrastruktur hingegen ist dem Vernehmen nach auch in den schwächer aufgestellten arabischen Ländern gut gesichert. Israels Cybersicherheit gilt als weltweit führend, weshalb hier kaum mit schweren Schäden durch iranische Angriffe zu rechnen ist.[24] Neben Fähigkeiten im Cyberspace verfügt der Iran über ausgeprägte Stärken in elektronischer Kampfführung, sodass Störmaßnahmen gegen GPS, Satellitenkommunikation und Radar ebenfalls eine Option für Teheran sind.[25]

Eine weitere, aus iranischer Sicht gut nutzbare Option ist die Festnahme ausländischer Staatsbürger, insbesondere von Doppelstaatlern. Attentate gegen gegnerische Staatsbürger und Funktionsträger sind ebenfalls gut vorstellbar[26].

Unterhalb der Schwelle eines offenen Konflikts stehen dem Iran bei der Störung des Seeverkehrs im Persischen Golf diverse Möglichkeiten offen. Die Straße von Hormus führt im nördlichen Teil mehrfach durch iranische Hoheitsgewässer. Dort kann der Iran hoheitliche Rechte in Anspruch nehmen und beispielsweise Schiffe kontrollieren. Bei einem Verstoß gegen iranische Vorschriften (etwa für Umweltschutz, Arbeitssicherheit oder Seeverkehr) könnte er Schiffe an- und festhalten. Auch dürfte er in seinen Hoheitsgewässern Seeminen legen – wenngleich er die Minenfelder bekannt machen müsste. Übungen seiner Seestreitkräfte (darunter Schießvorhaben mit Artillerie und Flugkörpern) könnten Schifffahrt und Luftverkehr behindern. Würden dabei unbeteiligte Fahrzeuge „versehentlich“ getroffen, würde dies den Druck erhöhen, ohne zum offenen Krieg führen zu müssen.

Jede dieser verdeckten Operationen des Iran und seiner Partner würde für die Gegner einen erheblichen Sicherungs- und Schutzaufwand bedeuten. Zudem wären die Möglichkeiten zur Bekämpfung der Verursacher und ihrer Unterstützer (z. B. Aufklärer) eingeschränkt. Der Iran könnte so erheblichen Druck auf seine Gegner ausüben, ohne dass diese angemessen reagieren könnten. Solange er Öl exportieren und Güter importieren kann, wären die Folgen für den Iran beherrschbar.

Durchaus denkbar sind Eskalationen, die zu einem offenen Konflikt unter Einsatz regulärer Land-, See- und Luftstreitkräfte führen könnten. Solche Eskalationen können vom Iran ausgehen oder von einem arabischen Staat, der sich die Provokationen nicht länger gefallen lassen will. Sie würden jedoch kaum in einen Krieg übergehen, bei dem reguläre Truppen im Kampf der verbundenen Kräfte Territorium besetzen und/oder Regierungen absetzen. Vorstellbar sind eher folgende Konflikte:

  • Strafaktionen der USA, Israels oder Saudi-Arabiens für Terroranschläge durch iranische Proxies. Stattfinden würden sie in Form von Angriffen auf verbündete Milizen oder Ziele im Iran, die für dessen Ölproduktion oder Handel wichtig sind. Dann könnte der Iran die Straße von Hormus mit Minen und Seeziellenkflugkörpern (LFK) sperren und mit seinen Flugkörpersystemen im gesamten Seegebiet wirken. Die größte Gefahr ginge von den an Land dislozierten Systemen aus. Deren Abschussstellungen können aufgrund ihrer Reichweite an Land in tief gestaffelter Form gewählt werden, was eine Bekämpfung sehr erschwert. Wegen der Flugkörpergefahr wäre eine Räumung der Seeminen kaum möglich. Die Kombination aus Seeminen und tief gestaffeltem Einsatz mehrerer Hundert Seeziellenkflugkörper dürfte auch für westliche Kräfte nur schwer zu bezwingen sein.[27] Die Seeziel-LFK bedrohen zugleich Landungsversuche von See und komplizieren eine Einnahme dieser Stellungen durch Bodentruppen.[28] Zudem sind die iranischen Landstreitkräfte und ihre Reserven so umfangreich, dass sie die entsprechenden Gebiete sichern können. Luftlandungen können durch das moderne und gehärtete Flugabwehrsystem des Iran verhindert werden.

  • Strafaktionen des Iran gegen Gegner in der Region. Der Iran könnte versuchen, gegnerische Ziele (US-Militäreinrichtungen, zivile und militärische Ziele in den Golf-Staaten etc.) mit Drohnen und ballistischen Raketen anzugreifen. Diese wären wegen der großen Reichweite und Mobilität ihrer Startsysteme am Boden schwer zu bekämpfen.[29] Überdies verfügt der Iran über eine solch hohe Anzahl derartiger Systeme,[30] dass selbst im Fall eines längeren Konflikts stets genügend Systeme überleben würden. Da der Iran seit einigen Jahren Anstrengungen unternimmt, die Zielgenauigkeit zu verbessern, ist der Einsatzwert seiner ballistischen Raketen gestiegen. So eignen sich diese inzwischen auch zur Bekämpfung von Punktzielen von der Größe eines Gebäudes.

  • Bürgerkrieg im Irak unter Einmischung externer Mächte: Diese Option wurde in der Literatur in den vergangenen Jahren gelegentlich reflektiert,[31] gilt aber heute immer stärker als wahrscheinlich.[32] Ausgangspunkt wären Versuche speziell von (sunnitischen oder schiitischen) Milizen, sich aus der Vormundschaft Teherans durch Angriffe auf rivalisierende Milizen zu befreien. Ein solcher Bürgerkrieg kann sehr schnell weitere Milizen und politische Bewegungen einbeziehen, die den iranischen Einfluss in Bagdad zurückdrängen wollen. Iranische Revolutionsgarden würden vermutlich intervenieren, sollten die ihnen nahestehenden Kräfte in die Defensive geraten. Das wiederum könnte Interventionen anderer Staaten bewirken, wobei man allerdings einschränkend anmerken muss, dass die in der Region befindlichen Kräfte, etwa Saudi-Arabiens, nicht unbedingt für schnelle Interventionen zur Verfügung stünden. Unsicher ist, wie sich die USA oder die Türkei verhalten würden. Ohne eine Intervention der USA oder der Türkei hätten die iranischen Kräfte voraussichtlich ein Übergewicht[33] und könnten einen derartigen Bürgerkrieg für sich entscheiden.

Ein Unsicherheitsfaktor sind die inneren Unruhen im Iran, die seit Monaten andauern. Sollten diese zu einem Regimewechsel führen, würden die hier aufgezeigten Sicherheitsprobleme vermutlich recht bald der Vergangenheit angehören. So gut wie alle unabhängigen Experten und Expertinnen sind sich einig, dass die Natur des Regimes die außenpolitische Aggressivität bedingt. Allerdings kann man nicht davon ausgehen, dass die Proteste einen Regierungswechsel bewirken. Manche Beobachter fürchten sogar, dass die iranische Führung und insbesondere die Pasdaran zum Zweck der Ablenkung von den inneren Problemen versuchen könnten, Saudi-Arabien anzugreifen.[34]

Summa summarum lässt sich konstatieren, dass der Iran ein potenter Gegner der sunnitisch geführten arabischen Staaten (und natürlich auch Israels) ist, der Elemente konventioneller mit Elementen unkonventioneller Kriegführung verbindet. Vor allem ist er in der Lage, mithilfe seiner Verbündeten in diversen Räumen des Nahen Ostens zu wirken. Teheran muss jedoch alles daran setzen, einen großen, offen geführten Krieg unter Einbezug der USA oder der Türkei zu vermeiden, da das Land einen längeren Krieg nicht wird überstehen können. Allein auf sich gestellt, ist es nicht überlebensfähig. Der Iran profitiert von technologischen Entwicklungen, die schwache Gegner ebenfalls zu strategisch wirksamen Angriffen gegen überlegene regionale oder äußere Kräfte (USA) befähigen und die – dank iranischer Unterstützung – auch arme Länder herstellen können. Iran wird einen offenen Krieg eher meiden, jedoch harte Schläge austeilen, die die USA und andere Mächte von Interventionen abhalten werden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer erfolgreichen Revolution im Iran.

4 Ausblick

Zusammengefasst ergibt sich ein widersprüchliches Bild. Der Iran ist in der Region in erster Linie eine indirekte Herausforderung für Staaten, die instabil sind und in denen schiitische Minderheiten oder Volksgruppen für Teheran potenzielle Ansprechpartner darstellen. Allerdings regt sich inzwischen auch unter Schiiten in der arabischen Welt – insbesondere im Irak – Widerstand gegen die zu starke Vereinnahmung durch den Iran. Der Iran wird eine Ursache für politische und militärische Instabilität in der Region bleiben, aber aus diesen Auseinandersetzungen dürfte kein großer Krieg in der Region erwachsen.

Hingegen entwickelt das iranische Kernwaffen- und Raketenprogramm eine Dynamik, die zu einem größeren Krieg zwischen Israel und der Hisbollah und zu Angriffen Israels auf nukleare Einrichtungen und möglicherweise nukleare Waffen des Irans führen könnte. Die iranischen Kernwaffen sind für Israel eine existenzielle Bedrohung von solch fundamentaler Natur, dass Israel alles unternehmen wird, dem Programm ein Ende zu setzen. Das einzige Land, das diese Eskalation verhindern kann, sind die USA. Sollte sich das Scheitern des JCPOA als endgültig erweisen, dann wird die entscheidende Frage lauten, ob sich Washington zu einer einigermaßen umfassenden Zerstörung des Programms entschließen wird oder nicht. Aller Hoffnungen liegen derzeit allerdings auf einem Sturz des iranischen Regimes, wenngleich die Aussichten derzeit bescheiden sind.

Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Annäherung von Iran und Russland. Der Iran hat Russland Kampfdrohnen überlassen, die das russische Militär vorrangig zur Bekämpfung ziviler Ziele in der Ukraine einsetzt. Im Gegenzug scheint Russland dem Iran zu helfen, neben einer funktionierenden Luftabwehr eine moderne Luftwaffe aufzubauen. Das würde wiederum für Israel zu einer Gefahr werden, denn Luftüberlegenheit ist das zentrale Element militärischer Handlungsfähigkeit in der Region.

Die beschriebenen beiden Konfliktebenen überschneiden sich durchaus, auch wenn die Interferenzen bislang wenig ausgeprägt sind. Zwar haben Israel und viele arabische Staaten angesichts der gemeinsamen Bedrohung durch den Iran mit Hilfe der USA ein wenig zueinander gefunden (Abrahams Accord). Aber die Bindungen sind nicht so stark, dass Saudi-Arabien und andere arabische Staaten Israel ernsthaft zutrauen, die vom Iran ausgehenden Sicherheitsbedrohungen ausbalancieren zu können. Es ist nicht mal sicher, ob und wie lange diese Annäherung anhält. Durch den Ukraine-Krieg und die in diesem Zusammenhang erfolgte enge strategische Kooperation Irans mit Russland sowie der Annäherung an China, ändert sich derzeit die politische Großwetterlage für den Iran. Das Interesse Russlands und Chinas an dem Iran eröffnet der Führung in Teheran die Option, sich aus der internationalen Isolation zumindest teilweise zu lösen. Die Zweifel Saudi-Arabiens an der Ernsthaftigkeit der amerikanischen Sicherheitsgarantie wiederum geben China die Möglichkeit, sich als politischer Akteur in der Region ins Spiel zu bringen und die USA zu verdrängen. Die Vereinbarung zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Teheran und Riad vom Anfang März 2023 unter chinesischer Vermittlung zeigt, was daraus folgen kann. Allerdings sind Zweifel angebracht, ob es China gelingen kann, die iranische Politik der Destabilisierung von Nachbarländern zu beenden. Von daher ist fraglich, ob es wirklich zu einer grundlegenden politischen Veränderung im Mittleren Osten infolge des chinesischen „diplomatischen Coups“ wird kommen können.[35] Eher ist davon auszugehen, dass die Konflikte zwischen Saudi-Arabien und dem Iran weiter fortbestehen werden und Saudi-Arabien diese Vereinbarung nutzt, um die USA stärker einzubinden. Ob das gelingt, bleibt offen. Sicher scheint nur zu sein, dass die von der amerikanischen Politik erhoffte Entlastung durch den Abrahams Accord erst einmal auf Eis liegt. Die oben geschilderten Kriegsrisiken bleiben vorerst bestehen.

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Published Online: 2023-06-07
Published in Print: 2023-06-05

© 2023 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von De Gruyter.

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Downloaded on 25.2.2024 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/sirius-2023-2006/html
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