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BY 4.0 license Open Access Published by Oldenbourg Wissenschaftsverlag December 6, 2022

Algorithmische Strukturen in der alltäglichen Lebenswelt

Massimo Airoldi, Machine Habitus: Toward a Sociology of Algorithms. Cambridge: Polity 2021, 200 S., kt., 18,99 € Andréa Belliger / David J. Krieger, Essays zur digitalen Transformation. Bielefeld: transcript Verlag 2021, 232 S., kt., 30,00 € Anna Sophie Kümpel, Nachrichtenrezeption auf Facebook. Vom beiläufigen Kontakt zur Auseinandersetzung. Wiesbaden: Springer VS 2019, 270 S., kt., 49,99 € Andreas Langenohl / Katrin Lehnen / Nicole Zillien (Hrsg.), Digitaler Habitus: Zur Veränderung literaler Praktiken und Bildungskonzepte. Frankfurt/ New York: Campus Verlag 2021, 299 S., kt., 34,95 € Annelie Pentenrieder, Algorithmen im Alltag. Eine praxistheoretische Studie zum informierten Umgang mit Routenplanern. Frankfurt am Main/New York: Campus 2020, 272 S., kt., 39,95 €

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From the journal Soziologische Revue

Rezensierte Publikationen:

Massimo Airoldi, Machine Habitus: Toward a Sociology of Algorithms Cambridge: Polity 2021, 200 S., kt., 18,99 € ■

Andréa Belliger / David J. Krieger, Essays zur digitalen Transformation. Bielefeld: transcript Verlag 2021, 232 S., kt., 30,00 €

Anna Sophie Kümpel, Nachrichtenrezeption auf Facebook. Vom beiläufigen Kontakt zur Auseinandersetzung. Wiesbaden: Springer VS 2019, 270 S., kt., 49,99 €

Andreas Langenohl / Katrin Lehnen / Nicole Zillien (Hrsg.), Digitaler Habitus: Zur Veränderung literaler Praktiken und Bildungskonzepte Frankfurt/ New York: Campus Verlag 2021, 299 S., kt., 34,95 €

Annelie Pentenrieder, Algorithmen im Alltag. Eine praxistheoretische Studie zum informierten Umgang mit Routenplanern. Frankfurt am Main/New York: Campus 2020, 272 S., kt., 39,95 €


Einleitung

Die digitale Transformation – verstanden als die schrittweise sozioökonomische Aneignung digitaltechnischer Strukturen und die damit einhergehende Rekonfiguration gesellschaftlicher Ordnungsmuster – ist im deutschsprachigen Raum im Vergleich zum internationalen Diskurs (z. B. Castells, 1996; Lupton, 2014) relativ spät in den Fokus der übergreifenden soziologischen bzw. sozialtheoretischen Debatte gerückt. Insbesondere in den letzten Jahren sind zwar eine Reihe an groß angelegten Büchern erschienen, die nicht zuletzt auch darauf abzielen, die Soziologie als Adresse in den öffentlichen Diskussionen um die digitale Transformation sichtbarer zu machen (z. B. Staab, 2019; Weyer, 2019; Nassehi, 2019; Pfeiffer, 2021). In der gesellschaftswissenschaftlichen Beobachtung der vielfältigen algorithmisch automatisierten datenbasierten Kuratierungs- und Entscheidungsunterstützungssysteme, die inzwischen in nahezu sämtlichen alltäglichen Lebenszusammenhängen in der ein oder anderen Form mit im Spiel sind, der damit verbundenen milieu- und kontextspezifischen Adaptions- und Aneignungsprozesse sowie der situativen Wechselwirkungen zwischen technischen und sozialen Strukturierungsleistungen herrschen allerdings nach wie vor Forschungslücken.

Die hier versammelten fünf Buchpublikationen aus den zurückliegenden vier Jahren versprechen gemäß ihrer Titel, zumindest etwas Licht in die „unglamorous everyday realities of algorithms“ (Burrell & Fourcade, 2021, S. 231) zu bringen, und führen dabei gleichzeitig vor Augen, dass eine allumfassende Theorie der digitalen Gesellschaft schon alleine deshalb noch gar nicht vorliegen kann, weil sich auch Sozialwissenschaftler:innen dem Strudel der Faszination bzw. Nervosität um einen laufenden soziotechnischen Umbruch nicht vollends entziehen und zudem stets nur Ausschnitte des gesellschaftlichen Lebens betrachten können. Das inhaltliche Spektrum der durch die Redaktion vorgelegten Buchbände reicht von einer qualitativ-quantitativen Untersuchung der Nachrichtenrezeption auf Social-Media-Plattformen (Kümpel) und einer praxistheoretischen Analyse zum algorithmisch unterstützten Navigieren im Straßenverkehr (Pentenrieder) über eine konferenzbasierte explorative Annäherung an einen ‚digitalen Habitus‘ im Lern- bzw. Bildungsalltag (Langenohl et al.) und einen ebenfalls an Pierre Bourdieu orientierten Entwurf einer Soziologie der Algorithmen (Airoldi) bis hin zu gebündelten essayistischen Vignetten zu dem Wandel der menschlichen Lebenswelt im Zuge der laufenden digitalen Transformation (Bellinger & Krieger).

Empirisch fundierte Studien zu Algorithmen im Alltag

Die empirisch fundiertesten Untersuchungen bieten in dieser Zusammenstellung zweifelsohne die beiden Dissertationen von Pentenrieder und Kümpel, die sich dem weiten Feld der sozialwissenschaftlichen Medien- und Kommunikationsforschung zuordnen lassen.

Anna Sophie Kümpels Buch aus dem Jahr 2019 nimmt die Rezeption aktueller Nachrichten auf der Online-Plattform Facebook in den Blick, die in ihrer Popularität mittlerweile indes insbesondere in den jüngeren Altersgruppen durch andere Angebote wie Instagram oder TikTok abgelöst worden ist (Newman et al., 2022). Das verweist auf die hohe Volatilität des Untersuchungsfeldes; die Einsichten, die sich aus Kümpels aufwändiger Untersuchung ergeben, lassen sich bis zu einem gewissen Grad allerdings durchaus auf andere Social-Media-Plattformen übertragen, wie das die Autorin später auch selbst getan hat (Kümpel, 2022). In der vorliegenden Studie entwickelt Kümpel auf der Grundlage ihrer Durchsicht internationaler Literatur und auf der Basis des in der empirischen Medienwirkungsforschung einschlägigen dynamisch-transaktionalen Ansatzes (Früh & Schönbach, 1982) eine orientierende Systematisierung zu den maßgeblichen Einflussfaktoren im hochindividuellen Prozess der persönlichen Nachrichtenrezeption, darunter die Merkmale des Nachrichtenanbietenden (z. B. die subjektiv empfundene Glaubwürdigkeit), der Botschaft (z. B. der Informationswert) und des Nachrichtenvermittelnden (z. B. persönliche Nähe) sowie die Art und Weise des Nachrichtenerfahrens (z. B. durch das Liken eines Beitrags von einem Nachrichtenanbietenden durch einen Nachrichtenvermittelnden) und die Persönlichkeitsmerkmale des Rezipierenden.

Darauf aufbauend beobachtet Kümpel im empirischen Teil ihrer Arbeit (der freilich auf Untersuchungen aus den Jahren 2016 und 2017 gründet) zunächst in einer qualitativen Analyse die Facebook-Nutzung von 16 Studienteilnehmenden aus vorrangig jüngeren und höher gebildeten sozialen Milieus und befragt diese nachkommend zu den Gründen der beobachteten Nutzung oder Nichtnutzung spezifischer Nachrichtenposts. In diesen Interviews tritt hervor, dass neben dem persönlichen Themeninteresse vor allen Dingen die sozialen Merkmale des Nachrichtenvermittelnden und die Art und Weise des Nachrichtenerfahrens eine wesentliche Rolle für die jeweilige Nutzungsentscheidung spielen. In einer anschließend durchgeführten experimentellen Online-Befragung mit über 500 Teilnehmenden werden diese Befunde anschließend eingehender geprüft und vorrangig mit Blick auf die soziale Nähe zum Nachrichtenvermittelnden sowie das persönliche Themeninteresse bestätigt.

In der Abschlussbetrachtung ihrer insgesamt überaus umsichtig erarbeiteten Studie bilanziert Kümpel (S. 203), dass die Nachrichtenrezeption auf Facebook durch einen ähnlichen „Matthäus-Effekt“ wie auf vielen anderen Kommunikationsfeldern gekennzeichnet ist, „‚Newsjunkies‘ durch Formen der im- und expliziten Personalisierung auf Facebook häufiger auf Nachrichteninhalte stoßen als ‚Nachrichtenmuffel‘“ – und die algorithmische Selektion bzw. Kuratierung von Nachrichten auf Social-Media-Plattformen „primär an persönlicher Bedeutsamkeit orientiert ist und eine gesellschaftliche Bedeutsamkeit (aktuell) keine Rolle spielt“. Das, so Kümpel, werde im gegenwärtigen öffentlichen wie sozialwissenschaftlichen Diskurs fraglos zu Recht kritisiert. Da aber Social Media und Social Networking Sites (SNS) – dies zeigt erneut der aktuelle Reuters Digital News Report (Newman et al., 2022) – mittlerweile für weite Teile der Bevölkerung zu einem wesentlichen Zugangsweg zu tagesaktuellen Nachrichten avanciert sind, gelte es „die gegenwärtige Informationsrealität anzunehmen und kooperativ (d. h. Medienunternehmen, Forscher und SNS-Betreiber gemeinsam) Strategien zu entwickeln, die die Potenziale der SNS-Informationsumgebung forcieren und nachteilige Auswirkungen bestmöglich eindämmen“ (Kümpel, S. 207).

Die praxistheoretische bzw. ethnographische Arbeit von Annelie Pentenrieder aus dem Jahr 2020 nimmt ein nicht minder einschlägiges Beispiel für den Einfluss algorithmischer Strukturierungsleistungen im Alltag in den Blick: den Einsatz von Routenplanern im Straßenverkehr. Mit Rekurs auf Lucy Suchman, die sich zuletzt kritisch mit den Narrativen um den schillernden Kompaktbegriff der ‚künstlichen Intelligenz‘ auseinandergesetzt hat (Suchman, 2022), verfolgt Pentenrieder (S. 28) das Ziel, „neue ‚Zuschnitte‘ für algorithmisch unterstützte Entscheidungsfindungen“ vorzunehmen, „um Softwarekomponenten samt ihrer technischen Komplexitäten aus Sicht der Nutzer:innen beschreibbar zu machen“. Zu diesem Zweck hat die Autorin (neben teilnehmenden Beobachtungen und Dokumentenanalysen) problemzentrierte Gespräche mit professionellen Fahrer:innen, Disponent:innen und Softwareentwickler:innen geführt, um die Logiken, Rationalitäten und Wissensbestände herauszuarbeiten, die in der Entwicklung und Nutzung von Routenplaner-Software ineinander wirken. Algorithmen lassen sich hierbei zum einen zwar klar und formal als eine endliche Kette aus definierten Handlungsschritten zur Lösung eines umgrenzten Problems beschreiben. Zum anderen, so argumentiert Pentenrieder (S. 33) mit Rekurs auf Cordula Kropp (2018, S. 35), entstünden diese aber in der Regel in analytisch höchst undurchsichtigen Situationen, weshalb neben ihren Softwarefunktionen „auch ihre Opazitäten auf das soziale Gefüge einwirken“. Dieser doppelten Wirkungsweise will die Autorin auf die Spur kommen und darauf aufbauend Vorschläge erarbeiten, „auf welche Stellen in und rund um eine Alltagssoftware Scheinwerfer gerichtet werden können, um Softwarelogiken und die neu verteilte Verantwortung in KI-Systemen nachvollziehbarer zu machen“ (Pentenrieder, S. 236).

Den Ausgangspunkt der Studie bilden die alltäglichen Praktiken interessierter Nutzer:innen (z. B. Taxi-, Kurier- und Fernfahrer:innen), welche die angezeigten Routenempfehlungen auf ihre Plausibilität hin überprüfen und, wie sich in den Interviews zeigt, in diesem Zuge bis zu einem gewissen Grad auch versuchen, die technischen Schnittstellen und Logiken der verwendeten Software zu rekonstruieren. Daran anknüpfend eruiert Pentenrieder über Interviews und die Sichtung von technischen Dokumentationen, inwiefern sich diese nutzerseitigen Vorstellungen von den tatsächlich gegebenen Softwarearchitekturen unterscheiden, mit welchen Annahmen über die Nutzer:innen wiederum die Entwickler:innen der Programmierung nachgehen, mit welchen Uneindeutigen und Unsicherheiten sich diese Seite auseinandersetzen muss – und zu welchen Kompromissentscheidungen dies von Fall zu Fall führt. Das beginnt schon mit der Frage, welche Straßen in den algorithmischen Berechnungen berücksichtigt werden und welche nicht – denn alle schier möglichen Wege zum Ziel einzubeziehen, würde das Echtzeitsystem überfordern. Viele Nutzer:innen sind sich diesen Unzulänglichkeiten des Routenplanungssystems der Autorin zufolge durchaus bewusst; nichtsdestotrotz bestimmten diese algorithmisch kuratierten komplexitätsreduzierten „Blickfelder“ (Pentenrieder, S. 102) ihre Sicht auf das jeweilige Straßennetz substanziell mit.

Insbesondere die ethnographischen Passagen in Pentenrieders Buch sind spannend zu lesen. Überdies bieten sich vielfältige Anknüpfungspunkte hinsichtlich der Frage, wie sich algorithmische Strukturen und ihre Wirkungen in soziotechnischen Zusammenhängen sozialwissenschaftlich beobachten lassen, welche durch die Autorin in einem aktuelleren und frei abrufbaren Sammelbandbeitrag noch einmal in organisierter Form und mit einem deutlicheren gesellschaftspolitischen Impetus zusammengefasst werden (Pentenrieder, 2021). Die Studie ist jedoch in methodischer Hinsicht nicht so nachvollziehbar geschrieben wie Kümpels Arbeit und könnte in ihrer Textarchitektur systematischer strukturiert sein.

Pierre Bourdieu in der digitalisierten Gesellschaft

Auch Massimo Airoldi arbeitet in seinem flüssig lesbaren Entwurf einer Soziologie der Algorithmen die unbedingte gesellschaftliche Eingebundenheit informationstechnischer Strukturen heraus und kritisiert, dass (lernende) Maschinen in vielen kommunikativen Kontexten nach wie vor als außerhalb der Gesellschaft stehende Entitäten angesehen würden. Ausgehend von seinen empirisch fundierten Forschungsarbeiten zu der Nutzung von algorithmischen Empfehlungssystemen in digitalen Plattformzusammenhängen plädiert Airoldi (S. 13) dafür, selbstlernende Informationssysteme als soziale Agenten zu begreifen – als „participants in society“, die in vielen Fällen mehr Informationen über ihre User haben als die User über die algorithmischen Funktionsweisen ihrer Systeme.

Orientiert an dem Habitus-Begriff von Pierre Bourdieu (1987), der in einfacher Fassung das gesamte Auftreten einer Person umschreibt (Lebensstil, Sprache, Geschmack etc.), arbeitet der Autor die Vermutung aus, dass solche Maschinen und ihre Auswahl- bzw. Entscheidungsangebote menschliche Sozialisationsprozesse substanziell mitprägen wie auch selbstlernende algorithmische Softwaresysteme durch vergleichbare Adaptions- und Anpassungsprozesse gekennzeichnet sind. Ebenso wie Menschen als soziale Akteure immer wieder unhinterfragten Regelmäßigkeiten und Gewohnheiten unterliegen, die ihr alltägliches Verhalten und Denken mitbestimmen, so Airoldis Argument, ‚habitualisieren‘ auch Algorithmen des maschinellen Lernens bestimmte Ungleichgewichte, Perspektiven und blinde Flecken, die in ihrer Grundanlage indes bereits in der Entwicklung ihres initialen Designs durch menschliche, sozial jeweils spezifisch eingebundene Softwareentwickler:innen implementiert werden. Da der Zweck eines algorithmischen Systems allerdings integraler Bestandteil seiner grundlegenden, kaum revisionsfähigen Programmarchitekturen sei, seien diese initialen Prägungen mithin sehr viel schwerer zu überwinden als bei einem Menschen.

Dementsprechend bilden die Entwicklungsprämissen und das initiale Training selbstlernender Algorithmen den ersten Schwerpunkt von Airoldis Darstellungen, die darauf abzielen, die technisch komplexe Welt algorithmischer Systeme für Soziolog:innen durch den (nicht immer tragfähigen) Bezug auf disziplinär bekannte Konzepte – v. a. die theoretischen Instrumentarien von Bourdieu – zu entschlüsseln. Anhand illustrativer und mitunter wohlbekannter empirischer Beispiele (z. B. algorithmische Auswahlsysteme in Bewerbungsverfahren) führt der Autor vor Augen, dass selbstlernende Systeme, die mit problematisch verzerrten Datensätzen trainiert werden, welche etwa vorhandene soziale Ungleichheiten widerspiegeln, architekturbedingt per se keine Möglichkeit haben, diese Verzerrungen zu erkennen und nach möglichen Alternativen zu suchen. Insofern spiegelt sich die Gesellschaft Airoldi zufolge ebenso im Code wider wie die Outputs informationstechnischer Systeme nachfolgend gesellschaftliche Verarbeitung erfahren: „The ‘garbage’ that produces data biases such as those in the examples above is nothing but society – a bundle of asymmetric social relations, culture, and practices transformed into machine-readable digital traces“ (Airoldi, S. 45).

Der zweite Teil des Buches widmet sich daran anknüpfend den gesellschaftlichen Effekten von algorithmischen Systemen und der Frage, wie sich die menschlichen Handlungsoptionen durch die Interaktion mit Algorithmen verändern. Auch in diesem Teil bemüht der Autor oft in eher metaphorischer Façon Bourdieus Habitus-Konzept; seine durchaus lehrkompatiblen Ausführungen kämen freilich gut auch ohne diese Bezüge aus. Zum einen zeigt Airoldi anhand lebensweltlicher Beispiele wie etwa dem plattformzentrierten Musikkonsum auf, dass algorithmische Mechanismen entlang der psychologisch einschlägigen menschlichen Präferenz konstruiert werden, aus Gründen der alltäglichen Komplexitätsreduktion nach Vertrautem zu suchen bzw. das zu mögen, was bereits bekannt ist – und diese Tendenz im Ergebnis eigentlich nur verstärken. Zum anderen entwickelt Airoldi (S. 95ff.) eine orientierende Typologie zu den Relationen zwischen algorithmischer Software und menschlichen Nutzer:innen: (1) Falls eine hohe Informationsasymmetrie zwischen Maschine und User gegeben ist und sich der Output der Software primär an den Anforderungen der User ausrichtet, spricht Airoldi von einer assisting interaction; (2) wenn die Software deutlich mehr weiß als der User, sich aber kaum für seine Präferenzen interessiert, sondern in mehr oder minder direktiver Weise die Handlungsrichtung vorgibt, nennt er das nudging; (3) sofern User algorithmische Systeme entlang ihrer Bedürfnisse mitgestalten können und eine geringe Informationsasymmetrie vorliegt, beschreibt er das als collaborating interaction; (4) und sobald die Software sich erkennbar falsch ausrichtet und als abwegig empfundene Empfehlungen ausgibt, spricht Airoldi von misunderstanding. Je mehr die Nutzer:innen über die Funktionsweisen ihrer IT-Systemen wissen, so der Autor, desto eher würden kollaborative Interaktionen zwischen Mensch und Maschine möglich – und je uninformierter die User digitaler Plattformen seien, desto eher könne die Software diese in eine Richtung treiben, die den Interessen der betreibenden Konzerne dient. „Their ability to do so effectively is likely to be inversely correlated with levels of digital literacy on the part of the users“ (Airoldi, S. 117).

Insgesamt schlägt Airoldi in seinem kompakten Buch eine instruktiv zugeschnittene Schneise in das Dickicht der soziologischen Digitalisierungsforschung, die insbesondere Studierenden der Sozialwissenschaften einen anschaulichen, anregenden und leicht verständlichen Einstieg in das Thema bieten kann. Letztlich, so der Autor selbst, bietet der Band einen ersten Ausgangspunkt für eine „sociologization of bias“ bzw. „its interpretation in the light of the socio-cultural data contexts behind its formation” (Airoldi, S. 156), die heute auch lernende Maschinen bzw. algorithmische Systeme und deren Wechselwirkungen mit Prozessen der sozialen Komplexitätsreduktion reflektieren sollte. Die zahlreichen Rekurse auf Bourdieus Habitus-Theorie wirken mitunter zwar etwas gewollt und unausgearbeitet. Sie zeigen aber nichtsdestoweniger auf, dass sich viele der Fragestellungen, die heute im Kontext der digitalen Transformation diskutiert werden, mit schon lange beforschten soziologischen Grundproblemen in Bezug setzen lassen, und tragen zu der Konsistenz des Bandes bei.

Ein solch einheitliches Leseerlebnis kann und will der von Andreas Langenohl, Katrin Lehnen und Nicole Zillien herausgegebene Sammelband dagegen nicht bieten. Er ist im Nachgang einer durch die Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten Tagung im November 2019 entstanden, ist sich seinem „explorativen Format“ (Langenohl et al., S. 12) bewusst und bietet primär mit Blick auf Bildung und Wissen eine Vielzahl an lesenswerten theoretischen wie empirischen Annäherungen an das Konzept eines „digitalen Habitus“ in der alltäglichen Lebenswelt. Das „Digitale“, so die Herausgeber:innen (Langenohl et al., S. 13), habe seinen „verstörenden Charakter“ inzwischen abgelegt und gehe „in all seiner Ambivalenz schlichtweg im Alltagsleben auf“; der Umgang mit digitaler Technik sei heute „zum selbstverständlichen Bestandteil eines jeden Habitus avanciert“. Der gut strukturierte Sammelband teilt sich in drei Teile auf, die von einem einleitenden Überblick und einer kritisch-einordnenden Abschlussreflexion gerahmt werden.

Im ersten Teil des Bandes, der theoretische und konzeptuelle Reflexionen versammelt, arbeiten die Herausgeber:innen nach einer bündigen und weithin unkritischen Diskussion soziologischer Digitalisierungsdiagnosen (u. a. Reckwitz, 2017; Nassehi, 2019) vier Facetten eines ‚digitalen Habitus‘ heraus (Langenohl et al., S. 23–26): (1) Habituell geprägte Formen der alltäglichen Selbstrepräsentation auf digitalen Plattformen, (2) die dortigen Bewertungspraktiken, (3) veränderte Prozesse der medialen Sozialisation und (4) neue Dynamiken der Reproduktion von sozialer Ungleichheit. Diese Aspekte werden danach vor allen Dingen in den Beiträgen von Sven Kommer und Jutta Hergenhan detaillierter ausgeleuchtet, die sich mit veränderten Spielarten der sozialen Distinktion und Ungleichheit sowie neuartigen Praktiken der Selbstpositionierung und Selbstdarstellung auseinandersetzen. Daneben nimmt Ralf Biermann das Wechselspiel von algorithmischen Strukturierungen und habitualisierten Denk- und Sozialmustern in den Blick: Zur „Beobachtung unterschiedlicher Verwebungen des Sozialen mit dem Technischen“ auf divergenten Feldern der Lebenswelt schlägt Biermann (Biermann in Langenohl et al., S. 84) vor, Bourdieus (1987, S. 175) klassische Formel („[(Habitus) (Kapital)] + Feld = Praxis“) zu erweitern, um dem Einfluss der Digitalisierung auf Habitus und Feld Rechnung zu tragen („[(Habitus + Feld) Digitalisierung] = Kultur/Praxis der Digitalität“). Aus seiner Sicht ist das Konzept des ‚digitalen Habitus‘ primär „als ein Konstrukt zur Betrachtung eines komplexen Zusammenspiels“ von technischen und sozialen Strukturierungsmustern anzusehen.

Im zweiten Teil stehen demgegenüber empirische Fallstudien im Fokus, die das Konzept (oder: den konzeptuellen Verdacht) eines ‚digitalen Habitus‘ analytisch fruchtbar machen wollen. Carolyn Blume beschäftigt sich mit dem Habitus von deutschen Lehrer:innen und ihren Vorbehalten gegenüber digitalisierten Unterrichtsformen im Kontext der COVID-19-Pandemie. Niklas Ferch untersucht den Einsatz von partizipativen Online-Verfahren durch europäische Parteien und zeigt, dass politische Partizipation auch im Internet durch den jeweiligen politischen Habitus bzw. das kulturelle Kapital geprägt ist. Bianca Reisdorf analysiert, wie sich ehemalige Gefängnisinsassen in den USA aus unterschiedlichen sozialen Milieus nach Ablauf ihrer langjährigen Haftstrafen in der digitalisierten Gesellschaft zurechtfinden. Und Ksenia Eltsova beleuchtet die Ausprägungen sozialer Distinktion in der Online-Selbstdarstellung des sogenannten ‚Intelligenzija‘-Milieus in Russland, das sich durch einen hohen Bildungsgrad sowie gleichzeitig mangelnde soziale Aufstiegsmöglichkeiten bzw. einen geringen politischen Einfluss auszeichnet und diese Defizite der vorliegenden Analyse zufolge durch spezifische Verhaltensweisen in der Online-Kommunikation zu kompensieren sucht: „Thus, the intellectuality, which is constructed in the realm of the observed ‘intellectual media‘ might be seen as a compensation for these deficiencies“ (Eltsova in Langenohl et al., S. 211).

Im dritten Teil des Bandes wird schließlich die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit des Konzepts ‚digitaler Habitus‘ ausgelotet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den unmittelbaren Nachbardisziplinen: Es geht um die Potenziale des Begriffs für soziolinguistische Analysen (Falk Seiler), für die literaturwissenschaftliche Analyse von Gegenwartsromanen (Diana Hitzke) und für die Geschichts- bzw. Fremdsprachendidaktik (Vadim Oswalt und Dietmar Rößler). Der Band schließt mit einem einordnenden Resümee von Dorothée de Nève, das die elf versammelten Beiträge aus einer macht- und demokratietheoretischen Perspektive kommentiert. Darin kommt die Autorin zu dem Schluss, dass mit der digitale Transformation „grundlegende Fragen, wie gesellschaftliche Räume entstehen beziehungsweise unter welchen Bedingungen sich bestehende Räume verändern, erneut virulent werden“ (de Nève in Langenohl et al., S. 289), wobei sich einerseits die Position vertreten ließe, dass sich „der im analogen Kontext bestehende Habitus [...] auch in den digitalen Kontext reproduzieren“ kann (de Nève in Langenohl et al., S. 291), oder andererseits argumentiert werden könne, dass sich „in der digitalen Sphäre [...] neue bzw. andere Expressionsformen und Interaktionsmuster“ entfalten (de Nève in Langenohl et al., S. 292).

In dieser subsumierenden Abschlussbetrachtung zeigt sich indes noch einmal offenkundig, wie skizzenhaft und vieldeutig die in diesem explorativen Sammelband verfolgte konzeptuelle Idee eines ‚digitalen Habitus‘ in concreto erscheint. Dennoch bietet der Band gerade in seiner Vielfalt an Perspektiven einen anregenden Aufschlag für die weitere sozialtheoretisch fundierte Forschung zu neuen oder veränderten Lebensstilen und Persönlichkeitsmustern im Kontext algorithmisch strukturierter Sozialräume. Ein entsprechendes Forschungsprogramm sollte allerdings weitaus intensiver, als dies in dem vorliegenden Sammelband wie auch in Airoldis Entwurf einer Soziologie der Algorithmen geschieht, zentrale Einsichten aus der aktuellen sozialwissenschaftlichen Technik- und Innovationsforschung reflektieren (Überblick: Rammert, 2021), so insbesondere zu dem Wechselverhältnis von technischen und sozialen Strukturierungsleistungen in der digitalisierten Gesellschaft. Dies verweist wiederum auf die Notwendigkeit nicht nur interdisziplinärer, sondern auch innerdisziplinärer Zusammenarbeit in der Erforschung des soziotechnischen Wandels der alltäglichen Lebenswelt – sowohl in konzeptueller als auch methodologischer Hinsicht (Marres, 2017).

Ungezügelter Glaube an den technischen Fortschritt

Keinen unmittelbaren wissenschaftlichen Ertrag liefert dagegen die Kurzessay-Kompilation von Andréa Belliger und David J. Krieger. Ihre in diesem Band versammelten Blogposts und Pressebeiträge aus den letzten Jahren kommen bis auf wenige Ausnahmen ohne eine organisierte empirische Rückbindung oder sozialtheoretische Verortung aus. Sie adressieren offenkundig ein allgemeines Online-Publikum, dessen allseits umkämpfte Aufmerksamkeit mit möglichst weitgeworfenen Thesen und Visionen immer wieder neu gewonnen werden muss. Deutlicher könnte der Kontrast zu den eingangs vorgestellten, größtenteils mit wissenschaftlicher Sorgfalt ausgearbeiteten zwei Dissertationen nicht sein.

Schon in der einseitigen Einführung, welche die einzige verbindende Klammer zwischen den mehr als drei Dutzend „kurzen Reflexionen“ und „Gedankenexperimenten“ darstellt, wird der ungezügelte und weithin unreflektierte Glaube an den digitaltechnischen Fortschritt und seine disruptive Kraft offenkundig, der den gesamten Band durchzieht: Es gehe „vor allem um die psychologischen, sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen, die die digitale Revolution mit sich bringt“, um „die Entstehung einer globalen Netzwerkgesellschaft“ wie auch um „den Untergang der westlichen Industriegesellschaft samt ihren Weltbildern, ihrer Politik, ihrer Ethik und ihrem Menschenbild“. Kurz: Die digitale Transformation bringe „eine neue Art und Weise, wie Menschen verstehen, wer sie sind und welchen Sinn sie im Leben haben“ (Bellinger & Krieger, S. 9). Das liest sich über weite Strecken wie eine trivialisierte Version der Zeitdiagnosen vieler internet evangelists aus den 1990er-Jahren (z. B. Negroponte, 1995), die in dieser Zeit auch in den sozialwissenschaftlichen Diskurs eingegangen sind, aber inzwischen differenzierteren Betrachtungen gewichen sind.

Immerhin ist damit treffend annonciert, was die Leser:innen des Bandes erwartet. Auf jeweils drei bis fünf Seiten werden zumeist ohne orientierende Referenzen nahezu alle Themen durchdekliniert, die derzeit im öffentlichen Diskurs mit dem Kompaktbegriff der digitalen Transformation verbunden werden – von der Datafizierung und den Versprechungen künstlicher Intelligenz über digitale Öffentlichkeiten, Fake News und Privatheit bis hin zu Bildung, Liebe und Nachhaltigkeit. Vorangestellt ist diesen Betrachtungen nach dem obligatorischen Verweis auf die COVID-19-Pandemie ein wiederum sehr bündiges Textstück, das „die drei Disruptionen“ herauszuarbeiten sucht, die mit der digitalen Transformation in der „westlichen Industriegesellschaft“ einhergehen. Die erste Disruption besteht Bellinger und Krieger (S. 15) zufolge „in der posthumanistischen Revison, die das autonome rationale Subjekt [...] nicht mehr in den Mittelpunkt von Geschichte und Gesellschaft stellt“ und die Vorstellung von „Privatheit“ als einen „Versuch, die Konnektivität und den freien Fluss von Informationen zu blockieren“, durch einen Zustand der „Publicy“ ersetzt, in dem „das informationelle Selbst [...] verbunden mit zahlreichen anderen – sowohl menschlichen und nicht-menschlichen – Akteuren in verschiedensten Akteur-Netzwerken“ existiere. Die zweite Disruption münde in dem „Verlust eines uralten Prinzips der sozialen Organisation, nämlich der Hierarchie“, da die Digitalisierung „multilaterale, Viele-zu-Vielen-Kommunikation“ befördere (Bellinger & Krieger, S. 16). Und die dritte Disruption laufe auf eine „neue Ordnung des Wissens“ hinaus, „die nicht-hierarchisch, unbegrenzt, verbunden, inklusiv, komplex und offen für alle ist“ (Bellinger & Krieger, S. 17).

All diese Thesen, die im vorliegenden Band beständige Wiederholung erfahren, werden dem Publikum der Soziologischen Revue im Grundsatz vermutlich bereits bekannt vorkommen, da sie in der ein oder anderen Spielart bereits seit vielen Jahrzehnten im sozialwissenschaftlichen Diskurs flottieren und inzwischen in zahlreichen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen diskutiert, relativiert oder widerlegt worden sind. Das gilt insbesondere für die zahlreichen, mit knappen Verweisen auf die Akteur-Netzwerk-Theorie (Latour, 2005) unterlegten Mutmaßungen zu einer starken künstlichen Intelligenz, die über existente algorithmische Entscheidungssysteme für eine Anwendungsdomäne hinausgehen soll – aber die es so ja noch gar nicht gibt. Nur zwei Beispiele: „In einer intelligenten Welt ist der Mensch nicht mehr der Einzige, der über Intelligenz verfügt [...]. Stattdessen sind wir Teil eines allumfassenden ‚soziotechnischen Netzwerks‘, das in seiner Gesamtheit bestimmt, was es bedeutet, smart zu sein. [...] Wenn die KI den Menschen immer ähnlicher werden und wenn die Menschen sich an das Leben mit – oder sogar in – Computern anpassen, wird es immer schwieriger und vielleicht auch sinnlos, einen von ihnen weiterhin ‚künstlich‘ zu nennen.“ (Bellinger & Krieger, S. 58) „Was werden die KIs, [...] die unsere Existenz konstituieren werden, in zweihundert Jahren zu all dem sagen? Wie werden sie über das autonome rationale Subjekt urteilen?“ (Bellinger & Krieger, S. 217) Der 1982 verstorbene Science-Fiction-Autor Philip K. Dick hätte sicherlich eine Antwort parat.

Insgesamt eignen sich die in diesem Band nebeneinandergestellten essayistischen Vignetten aus Sicht des Rezensenten allenfalls als Anschauungsmaterial in der Lehre für die mannigfaltigen Visionen und Zukunftserwartungen, die sich um den Begriff der digitalen Transformation in den letzten Dekaden herausgebildet haben. Dabei sind die versammelten Essays in sich zum Teil durchaus eloquent konstruiert und erfüllen in ihrem ursprünglichen Format – z. B. als TED-Talk, als Pressebeitrag oder als Blogimpuls – ohne Zweifel eine kommunikative Funktion. Warum aus diesen 41 kursorischen Kurztexten allerdings ein Buch mit sozialwissenschaftlicher Anmutung in der an sich umsichtig kuratierten transcript-Reihe „Digitale Gesellschaft“ werden musste, bleibt das Geheimnis des Verlags.

Bilanz

In der Zusammenschau verweisen die rezensierten Arbeiten auf der einen Seite auf das inzwischen weite Spektrum der sozialwissenschaftlichen Digitalisierungsforschung, die sich (mit Ausnahmen) bereits seit einigen Jahren nicht mehr mit schnellen Ad-Hoc-Diagnosen und aufgeregten Diskussionen um schillernde Einzelfallbeispiele zufrieden gibt, sondern die durch die Digitalisierung und Datafizierung angestoßenen Rekonfigurationen sozialer Ordnungsmuster in divergenten Bereichen der alltäglichen Lebenswelt (dazu: Burgess et al., 2022) in größere sozioökonomische Zusammenhänge und soziokulturelle Entwicklungslinien einordnen will (z. B. Dolata & Schrape, 2022; Seelinger & Sevignani, 2021; Yates & Rice, 2020). Auf der anderen Seite zeigt sich allerdings auch, wie wichtig es gerade mit Blick auf einen auch öffentlich vieldiskutierten Gegenstandsbereich bleibt, zuerst empirisch genauer hinzuschauen, bevor diese Einordnung eingeleitet wird und Thesen zu einer ‚nächsten‘ Gesellschaft formuliert werden (dazu u. a.: Schulze, 2019; Elias, 1987). Den beiden vorgestellten Dissertationen, die über viele Jahre hinweg erarbeitet worden sind, gelingt diese Verbindung von empirischer Beobachtung und theoretisch-konzeptueller Einordnung in vielen Belangen gut; auch der hier reflektierte Entwurf einer Soziologie der Algorithmen profitiert merklich von den jahrelangen Erfahrungen seines Autors im Feld. Der für die weitere sozialwissenschaftliche Forschung erkennbare Wert der besprochenen Essay-Kompilation und ihrer mit viel Aplomb präsentierten Thesen und Gedankenspiele, die jeglicher empirischer Rückbindung bzw. substanzieller sozialtheoretischer Einordnung entbehren, tendiert demgegenüber gegen Null.

Literatur

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Online erschienen: 2022-12-06
Erschienen im Druck: 2022-12-01

© 2022 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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Downloaded on 28.1.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/srsr-2022-2016/html
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