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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter Oldenbourg October 1, 2020

„Kaiser ohne Kleider“?

Der Nationalstaat und die Globalisierung

Andreas Wirsching EMAIL logo

Abstract

Globalisierung gehört zu den wichtigsten Bewegungsbegriffen unserer Zeit und bedarf einer systematischen Analyse, um wissenschaftlich brauchbar zu sein. Insbesondere stellt das spannungsreiche Verhältnis von Nationalstaat und Globalisierung für die zeitgeschichtliche Forschung eine bedeutende fachliche und methodische Herausforderung dar. Die Zeitgeschichte sollte sie annehmen und über diese wichtige Thematik in einen Dialog mit den Sozialwissenschaften treten. Der Artikel plädiert für einen engeren Globalisierungs-Begriff, der die jüngeren Entwicklungen von früheren Jahrhunderten unterscheidet und um 1970 ansetzt. In dieser Zeit begann die Globalisierung als ein politisches Projekt der westlichen Industriestaaten, angeführt von den USA. Seit den 1990er Jahren veränderte sie grundlegend die Raumvorstellungen der Nationalstaaten. Die Verflüssigung nationaler Grenzen wurde in längerfristige nationale Traditionen eingeordnet, was erhebliche Unterschiede in den jeweiligen nationalen Haltungen zur Globalisierung erzeugte.

Abstract

Globalisation is one of the most important concepts of our time and requires systematic analysis in order to become accessible for research. The relationship between the nation state and globalisation is particularly laden with tensions and thus poses a methodological challenge for contemporary historiography. Contemporary history should accept this challenge and enter into a dialogue with the social sciences about this important topic. The article pleads for a narrow concept of globalisation starting around 1970, which helps distinguish recent developments from those of earlier centuries. During this time, globalisation began as a political project of the Western industrialised countries, headed by the USA. Since the 1990s, it fundamentally changed the concepts of space of the nation states. The increasing fluidity of national borders was declared to be part of long-term national traditions, which led to considerable differences in the respective national attitudes to globalisation.

Online erschienen: 2020-10-01
Erschienen im Druck: 2020-09-25

© 2020 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Downloaded on 27.1.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/vfzg-2020-0042/html
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