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Publicly Available Published by De Gruyter Oldenbourg September 22, 2021

Corona, Bankeinlagen und Verwahrentgelte

Corona, Bank Deposits, and Custody Fees
  • Richard Reichel

Abstract

Die Corona-Pandemie hat das Konsum- und Sparverhalten der Deutschen schockartig verändert. Lockdowns und die allgemeine Unsicherheit über den Fortgang der Pandemie haben zu einem starken Anstieg des Vorsorgesparens geführt. Große Teile des zusätzlichen Sparaufkommens sind auf Giro- und Geldmarktkonten angelegt und unterliegen damit den immer häufiger anzutreffenden Negativzinsen auf Bankeinlagen. Die deutschen Kreditgenossenschaften sind als traditionell passivlastige Institute von diesen Entwicklungen besonders betroffen.

1 Sparverhalten und Bankguthaben

Die Sparquote der privaten Haushalte ist im ersten Jahr der Corona-Pandemie sprunghaft angestiegen, von 10,9 Prozent in den Jahren 2018 und 2019 auf 16,2 Prozent im Jahr 2020.[1] Einerseits fielen - bedingt durch Lockdowns - Einkaufsmöglichkeiten im Einzelhandel weg, andererseits kam es bei ganzen Sektoren (Gastronomie, Beherbergungsgewerbe, Luftverkehr) zu einer dramatischen Reduktion der ökonomischen Aktivität. Die Einkommen blieben demgegenüber nominal konstant[2], sodass die Sparquote zwangsläufig anstieg. Das absolute nominale Sparaufkommen hat sich von 215,4 Mrd. € (2018) bzw. 220,3 Mrd. € (2019) auf 331,1 Mrd. € (2020) erhöht. Dabei stand nicht die Sachvermögensbildung, sondern die Geldvermögensbildung im Vordergrund. Letzte stieg von etwa 265 Mrd. € (Durchschnitt 2018/19) auf 393 Mrd. € (2020) an. Dies führte zu stark steigenden Bankeinlagen, insbesondere im sehr kurzfristigen Bereich. So stiegen die Sichtguthaben bundesweit von 2019 auf 2020 um etwa 80 Mrd. € an, aber auch die Vermögensbildung in Wertpapieren verzeichnete einen Zuwachs um 35 Mrd. €.[3]

Kreditgenossenschaften waren als traditionell passivlastige Institute von diesem Mittelzufluss besonders betroffen. Hier stiegen die Einlagen von 2019 auf 2020 bundesweit um 55,8 Mrd. € an. Allein im Gebiet des Genossenschaftsverbands - Verband der Regionen wuchsen die Sichteinlagen um 35 Mrd. €, die Kredite hingegen nur um 20 Mrd. €.[4] Der Passivüberschuss betrug bundesweit 125,8 Mrd. €; das entspricht 11,7 Prozent der aggregierten Bilanzsumme.[5] Diese Mittel müssen anderweitig angelegt werden, beispielsweise können sie bei der Europäischen Zentralbank deponiert oder am Interbankenmarkt als Kredite vergeben werden. Allerdings sind die Zinssätze bei beiden Alternativen bekanntlich seit einigen Jahren negativ. Banken entstehen also Verluste, die an anderen Stellen aufgefangen werden müssen. Eine vielfach genutzte Möglichkeit ist die Anhebung der Kontoführungsgebühren.

2 Neuere Entwicklungen bei Einlagenzinsen und Freibeträgen

Allerdings waren die Kreditgenossenschaften seit Beginn der Negativzinspolitik der EZB mit der Weitergabe dieser Belastungen an ihre Kunden sehr zurückhaltend. Als erste Genossenschaftsbank stellte die thüringische Skatbank bereits 2014 Negativzinsen in Rechnung. Damals ging der BVR (Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) davon aus, dass dies ein Einzelfall bleiben würde.[6] Offenbar rechnete man damit, dass die Phase der Minuszinsen nur von überschaubarer Dauer sei. Dies sollte ein Irrtum sein. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Genossenschaftsbanken nachgezogen. Hatte man es anfänglich meist mit einem Freibetrag von 100.000 € und einem Zins von -0,4 Prozent zu tun, so senkten immer mehr Banken die Freibeträge ab und stellten im Zuge der weiteren Zinssenkung bei der Einlagefazilität der EZB auf - 0,5 Prozent auch den (als Verwahrentgelt bezeichneten) Strafzins auf denselben Satz um. Waren anfänglich eher Firmenkunden betroffen, sind es nunmehr auch Privatkunden.

Allerdings muss zwischen Bestandskunden und Neukunden unterschieden werden. Der Negativzins dient primär der Abwehr von Mittelzuflüssen von Neukunden, die unter den gegenwärtigen Umständen nicht mehr rentabel angelegt werden können. Da im deutschen Bankenmarkt aber eine hohe Wettbewerbsintensität herrscht, sind alle Anbieter gezwungen, politikbestimmte Kostenerhöhungen (mit kleinen Variationen) 1:1 weiterzugeben. Die Bestandskunden sind in der Regel geschützt, wenngleich auch hier bereits Einschränkungen gemacht werden. So findet sich beispielsweise auf der Webseite der Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck der Hinweis, dass "langjährige Kunden" vor Negativzinsen geschützt seien, solange "... das Markt- und Zinsumfeld dies zulässt.[7]

Je nach Dauer der Negativzinsphase im Einlagenbereich könnten sich auch hier Änderungen ergeben. Erhebungen zeigen, dass primär mit der Absenkung von Freibeträgen zu rechnen ist. Bereits jetzt sind Freibeträge von lediglich 20.000 bis 25.000 € keine Seltenheit mehr.[8]

Die Frage, ob eine Weitergabe der Zinskosten an die Kunden gerechtfertigt ist, ist aus mikroökonomischer Sicht einfach zu beantworten. Bei hoher Wettbewerbsintensität - und diese liegt auf dem deutschen Markt zweifelsfrei vor - müssen die Kosten an die Kunden weitergegeben werden, mit welcher Kombination aus Zinssatz, Freibetrag und Kundenkreis auch immer. Welche Wirkung die Zinspolitik der EZB auf die Bilanzen der Kreditgenossenschaften hatte, lässt sich leicht feststellen. Lag der Zinsüberschuss der deutschen Kreditgenossenschaften im Jahr 2013 - dem letzten Jahr vor der Einführung von Strafzinsen - noch bei 2,25 Prozent der Bilanzsumme, so sank er bis 2019 auf 1,70 Prozent ab.

Eine entsprechende Verringerung des Jahresüberschusses vor Steuern konnte nur durch drastisch reduzierte Verwaltungsausgaben vermieden werden.[9]

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie verstärkte sich der negative Effekt der Zinspolitik noch. Der Zinsüberschuss sank weiter auf nur noch 1,55 Prozent der Bilanzsumme.[10] Innerhalb von nur sieben Jahren hat sich damit der Zinsüberschuss - die Hauptertragsquelle der Kreditgenossenschaften - um über 30 Prozent verringert. Die EZB hat die Verschärfung ihres überexpansiven geldpolitischen Kurses mit der Corona-Pandemie begründet.[11] Eine Kurskorrektur nach dem Abklingen der Pandemie erscheint indes wenig wahrscheinlich, so dass der Druck auf das Zinsergebnis der Genossenschaftsbanken bestehen bleiben wird.

3 Gewinne und Verluste

Die Negativzinspolitik stellt jedoch nicht nur eine spezifische Belastung insbesondere für das Geschäftsmodell der Kreditgenossenschaften dar, negative Effekte zeigen sich auch anderswo. So zahlten europäische Banken in 2020 insgesamt 8,5 Mrd. € an Strafzinsen, davon entfielen 2,7 Mrd. € auf deutsche Banken.[12] Allerdings werden die Banken seit 2019 auch zweifach entlastet. Zum einen durch die Ausnahme eines Teils der Überschussliquidität von der Negativverzinsung (Tiering), zum anderen durch die Möglichkeit der Inanspruchnahme vergünstigter langfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO III). Diese Entlastungen reduzieren die Nettozinsverluste auf etwa 1 Mrd. €.[13]

Genaue Berechnungen zur Belastung deutscher Sparer und Haushalte liegen indes nur sporadisch vor. Nach Angaben der Deutschen Bank verlor ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr 2019 540 €.[14] Im Coronajahr 2020 dürfen es nicht weniger gewesen sein. Verluste durch Negativzinsen verzeichnen auch die Sozialkassen. Nach einer Anfrage der Bild Zeitung teilte die Rentenversicherung mit, dass die Verluste durch Strafzinsen auf Kapitalanlagen im Jahr 2020 106 Millionen € betrugen, nach 29 Millionen € in 2019 und 49 Millionen € in 2018.[15] Diese relativ geringen Beträge resultieren aus geringen Kapitalanlagebeträgen, da die Rentenversicherung auf dem Umlageverfahren basiert. Die Angaben der Bild Zeitung stimmen nicht ganz überein mit den Zahlen, die im Geschäftsbericht der Deutschen Rentenversicherung Bund 2019 zu finden sind. Hier ist von 27 Millionen € (2018) bzw. von 33 Millionen € (2019) die Rede.[16] Immerhin stimmt die Größenordnung überein.

Demgegenüber gibt es umfangreiche Berechnungen zu den Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der EZB seit 2010. Seitens der Kunden von Banken und Versicherungen ist hier der Saldoeffekt aus Entlastung der Kreditnehmer und Belastung der Sparer zu nennen. Dieser ergibt sich einerseits aus den Volumina der Kredite bzw. Geldanlagen, andererseits aus der Entwicklung der Zinsspanne, also der Soll-Habenzins-Differenz. Da die Zinsspanne der Banken sinkt, wäre eine Verbesserung bei den Anlegern zu erwarten. Verluste der Finanzinstitute wären dann Nettogewinne der Kunden. Aber das ist nicht der Fall, wie Stappel gezeigt hat. Vielmehr haben sich bei den privaten Haushalten über die Jahre 2010 bis 2020 Nettozinseinbußen von 379 Mrd. € akkumuliert. Im CoronaJahr 2020 betrugen die Nettoeinbußen 49 Mrd. € gegenüber einem Normalzinsszenario, das als durchschnittliches Zinsniveau der Jahre 1998 bis Mitte 2009 definiert wird.[17]

Diesen Verlusten der Niedrig- und Negativzinspolitik werden nun aber positive Wirkungen der Zinspolitik gegenübergestellt. Theoretisch können Niedrigzinsen die Investitionen und das Wachstum fördern, sie können eine Abwertung der heimischen Währung herbeiführen und sie können das Problem der Staatsverschuldung entschärfen.[18] Zu diesen Punkten sei folgendes angemerkt:

1. Die Hypothese, extrem niedrige Zinsen würden Investitionen und Wachstum anregen, ist empirisch haltlos. Zwar werden solche Behauptungen - gerade auch vor dem Hintergrund der Pandemie - von der EZB aufgestellt[19], die Befunde der Literatur sprechen aber dagegen.[20]

2. Es spricht einiges dafür, dass die im Vergleich zu den USA expansivere Geldpolitik in Euroland eine geringfügige Abwertung des Euro zur Folge hatte. Der Dollar-Euro-Wechselkurs liegt heute auf etwa demselben Niveau wie zur Zeit der Euro-Einführung 1999. Zwischenzeitlich war die Inflation in den USA aber etwas höher als in Euroland, woraus eine Unterbewertung des Euro resultiert. Diese hat wahrscheinlich die europäischen Exporte gefördert und positive konjunkturelle Impulse ausgelöst. Allerdings handelt es sich - wenn auch nicht im klassischen Rahmen eines Fixkurssystems - um beggar-my-neighbourPolitik.

3. Der eigentliche "Gewinn" der Niedrigzinspolitik liegt zweifelsfrei in einer Umverteilung vom privaten Sektor an den Staat. Die Tragfähigkeit der öffentlichen Schulden verbessert sich und die Regierungen können höhere Ausgaben realisieren. Nichts anderes wäre bei einer Steuererhöhung der Fall. Dass es sich in der Tat um eine - für den privaten Sektor unerfreuliche - Steuererhöhung handelt, ist bei der Verteidigung der Zinspolitik aber nicht erwähnt worden. Entscheidend ist das Budgetargument für die hoch verschuldeten Länder der Euro-Zone, deren Staatshaushalte im Falle einer Normalisierung der Zinsen in massive Schwierigkeiten gerieten.

4 Reaktionen der Kreditgenossenschaften

Seitens der Kreditgenossenschaften ist nur verhaltene Kritik an der Zinspolitik der EZB zu vernehmen. So weist beispielsweise der BVR zwar auf die negativen Effekte hin und spricht sogar von einem "Grenzbereich zur verbotenen Staatsfinanzierung11, es wird aber lediglich gefordert, einen "Ausweg aus Negativzinsen" aufzuzeigen.[21] Vertreter von Primärbanken und Genossenschaftsverbänden äußern sich mitunter deutlich kritischer, wie beispielsweise die Vorstände zweier bayerischer Institute.[22]

"Viel schlimmer ist, dass die Sparer durch das Handeln der Zentralbank um ihr Geld gebracht werden und im schlimmsten Fall sogar um ihre Altersvorsorge."

(Gerhard Walther, VR Bank Mittelfranken-West)

"Trotzdem sehe ich die Niedrigzinspolitik der EZB äußerst kritisch. Der Spargedanke wird ad absurdum geführt, Schuldenmachen wird dagegen belohnt. Die Politik finanziert sich auf Kosten der Sparer mit billigem Geld von den Zentralbanken."

(Joachim Hausner, VR Bank Bamberg-Forchheim)

Eine breite Protestbewegung hat sich bisher allerdings nicht formiert, obwohl mehr als 18 Millionen Mitglieder und noch mehr Kunden unter den Niedrig- und Negativzinsen leiden. Welche Gründe gibt es hierfür?

Genossenschaftsbanken haben sich in den über 150 Jahren ihres Bestehens um politische Neutralität bemüht. Auf diese könnte man sich auch gegenwärtig wieder berufen und die Organisation von Protestaktionen ablehnen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Organisation von Mitglieder- und Kundenprotesten eine Art öffentliches Gut ist, dessen Erstellung an der Finanzierung scheitert. Da es keine Möglichkeit einer "Steuerfinanzierung11 gibt, dürfte Freifahrerverhalten die Folge sein, was wiederum die Organisation solcher Aktivitäten aus der Sicht einer einzelnen Bank unattraktiv macht. Anders liegen die Dinge beim BVR. Dieser könnte als Interessenvertreter zwar durchaus tätig werden, er muss aber beachten, dass die Mitgliedsbanken selbstständige Institute sind, denen man schlecht eine Kampagne aufzwingen kann.

Ein anderes Argument könnte in der Förderung von Provisionserträgen liegen. Werden traditionelle Anlageformen wie Termin- und Spareinlagen unattraktiv, gewinnen Anlagen in riskantere Alternativen an Attraktivität. Diese wiederum generieren Provisionserträge. Bei Kreditgenossenschaften machen diese Provisionserträge etwa 0,57 Prozent der Bilanzsumme aus, wobei der An­teil seit Jahren stagniert.[23] Eine signifikante Erhöhung könnte sich indes als Wunschdenken heraussteilen, wenn die deutsche Präferenz für sichere Anlagen ungebrochen bleibt. Danach sieht es zurzeit aus und die Corona-Pandemie hat diese Präferenz bisher nicht verändert. Deutlich wird das am Koeffizienten "Anteil von Sichteinlagen und Bargeld am gesamten privaten Geldvermögen". Dieser betrug vor Ausbruch der Finanzkrise ca. 13,5 Prozent und war relativ konstant. Seit 2009 ist er kontinuierlich auf über 28 Prozent (2020) gestiegen. Im Corona-Jahr 2020 war keine Bremsung des Anstiegs erkennbar.[24] Wollte man trotzdem höhere Provisionserträge realisieren, müsste man zu einer Strategie des aggressiven Produktverkaufs übergehen. Eine solche war im genossenschaftlichen Sektor bisher nicht üblich, weil sie genossenschaftlichen Werten widerspricht.

Ein weiteres Argument zur Erklärung der Duldsamkeit der Anleger bei Kreditgenossenschaften kann auf eine Überlegung zurückgeführt werden, die von Neumann 1985 formuliert wurde. Neumann verweist auf den schwindenden Einfluss der Einleger auf den Willensbildungsprozess bei Kreditgenossenschaften. Diese seien zwar traditionell passivlastig, aber diese Passivlastigkeit nehme im Zeitverlauf ab. Deshalb schwinde der Einfluss der "Einleger-Mitglieder", während der Einfluss der "Kreditnehmer-Mitglieder" zunehme.[25] Letzte wiederum haben ein Interesse an niedrigen Sollzinsen, während sie negativen Habenzinsen gleichgültig gegenüberstehen. Empirisch erfährt diese These insofern Unterstützung, als die Passivlastigkeit der genossenschaftlichen Institute in der Tat abgenommen hat. Lag der Anteil der Einlagen an der Bilanzsumme im Durchschnitt aller Institute Anfang der 1970er Jahre noch bei 84 Prozent, so liegt er gegenwärtig nur noch bei 74 Prozent.[26] Inwieweit das Handeln der Bankvorstände durch solche "Machtverschiebungen" im Mitglieder- bzw. Kundenkreis beeinflusst wird, ist indes noch unerforscht.

Schließlich könnte die relative Passivität der Kreditgenossenschaften mit den Ertragsrisiken einer Zinserhöhung erklärt werden. Nach einer längeren Periode niedriger Zinsen führen Zinserhöhungen zunächst zu einer weiteren Kompression der Zinsspanne, da ein erheblicher Teil der Erträge aus der Fristentransformation stammt. Dann stehen niedrig verzinste langfristige Kreditengagements steigenden Zinsen auf der Passivseite bei kurzfristiger Zinsbildung der Einlagen gegenüber. Erst mittelfristig stellt sich wieder der positive Zusammenhang zwischen Zinsspanne und Zinsniveau ein. Es kann angenommen werden, dass die Kreditinstitute einen zu schnellen Leitzinsanstieg fürchten. Allerdings scheint das Argument zumindest übertrieben, denn die EZB wird - falls es überhaupt zu einem Zinsanstieg kommt - diesen sicherlich nicht ruckartig in die Wege leiten.

5 Zusammenfassung

Die Coronakrise hat viele Entwicklungen beschleunigt oder verschärft, beispielsweise den Trend zur Digitalisierung. Verschärft wurde auch das Problem der Belastung von Bankeinlagen durch Negativzinsen durch das pandemiebedingt starke Anschwellen der Sichtguthaben. Daneben gerät auch die Ertragslage der Kreditinstitute unter weiteren Druck, da die Geldpolitik der EZB angesichts der Epidemie auf einem äußerst expansiven Kurs bleibt, einschließlich einer möglichen weiteren Verschärfung bei der Erhebung von Negativzinsen. Damit lässt sich eine Interessenkongruenz zwischen Banken und Bankkunden als Geschädigte feststellen. Bei Kreditgenossenschaften besteht diese Kongruenz in besonderem Maße, da einerseits das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken passivlastig ist und andererseits die genossenschaftliche Identität von Mitglied und Kunde besonders zu berücksichtigen ist.


Telefon: 0911/20555925


Published Online: 2021-09-22
Published in Print: 2021-09-27

© 2021 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Downloaded on 3.2.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/zfgg-2021-0010/html
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