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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter Oldenbourg October 18, 2016

Die Ehe für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften

  • Jörg Wegner

Zusammenfassung

Von der homosexuellen Bevölkerung beiderlei Geschlechts lebt ein beträchtlicher Teil auch in dauerhaften Lebensgemeinschaften, die sich von heterosexuellen nichtehelichen und ehelichen Lebensgemeinschaften kaum unterscheiden. Lesben und Schwule haben insbesondere durch ihre „Standesamtsaktion“ im Jahre 1992 deutlich gemacht, daß es bei ihnen einen Willen zur Ehe gibt. Daher kann man ihre Lebensgemeinschaften nicht ohne weiteres als nichtehelich qualifizieren. Das BVerfG hat die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Partner abgelehnt. Diese Entscheidung wird hier kritisiert, da ihre Argumentation weder soziologische Erkenntnisse über gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften noch den stattgefundenen Wandel in der Beurteilung der Homosexualität ausreichend würdigt. Nach dieser Meinung wäre die Eheschließung für Homosexuelle auch schon nach geltendem Recht möglich.

Summary

A considerable part of the homosexual population of both sexes Jives also in permanent partnerships. There is hardly no difference between heterosexual – married and unmarried – and homosexual partnerships. In 1992, gay people in Germany went to the registrar’s office to show that they are willing to be married. Permanent homosexual partnerships can’t be qualified as cohabitation further more. In 1993, the German Federal Constitutional Court decided that homosexual partners can’t marry. This decision is to critizise here because the grounds of the judgement aren’t sufficient. Neither sociological knowledge about homosexual lifestyle nor the change in the valuation of homosexuality that took place are considered enough. In this opinion marriage of homosexual partners is possible by law in force.

Online erschienen: 2016-10-18
Erschienen im Druck: 1995-11-1

© 1995 by Lucius & Lucius, Stuttgart

Downloaded on 26.3.2023 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/zfrs-1995-0203/html
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