Accessible Requires Authentication Published by De Gruyter Oldenbourg October 18, 2016

Umwelt- und sozialverträgliches Wirtschaften im vereinten Europaeine Einführung in die Problemstellung

Dorothea Jansen and Helmut Voelzkow

Zusammenfassung

In ihrer Einleitung ordnen die Autoren die Beiträge des Sonderheftes in den Globalisierungsdiskurs ein. Es geht um die Suche nach einem Ausweg aus der Globalisierungsfalle und insbesondere um die Frage, unter welchen Bedingungen, in welchen Politikbereichen und mit welchen Instrumenten die Europäische Union als eine supranationale Staatlichkeit in der Lage sein könnte, einer ungehinderten Standortkonkurrenz zu begegnen. Die hier versammelten Beiträge resümierend kommen die Autoren zu dem Schluß, daß insbesondere im Bereich einer regulativen, die Wettbewerbsbedingungen durch Umweltund Sozialstandards vereinheitlichenden Politik durchaus Chancen auf der europäischen Ebene bestehen. Verteilungs- und insbesondere Umverteilungspolitik überfordert dagegen zumeist die Handlungsfähigkeit der europäischen Akteure und die Integrationskraft der europäischen Kollektividentität. Sofern es gelingt, die europäische Ebene zu einer handlungsfähigen Einheit im Sinne der Überwindung der Kollektivgutdilemmata in der Umwelt-, Verbraucher-, Arbeits- und Sozialpolitik zu gestalten, wird aber das Demokratiedefizit der Europäischen Union zu einem Engpaß. Die schwache Kollektividentität Europas läßt den Aufbau einer Mehrheitsdemokratie auf europäischer Ebene aber unwahrscheinlich erscheinen. Will man weder den Anspruch auf Demokratie noch auf Handlungsfähigkeit der Europäischen Union aufgeben, so gilt es, ein post-nationales und damit auch post-parlamentarisches Demokratiemodell für die Europäische Union zu entwickeln .

Summary

In the introduction the authors place the articles of this thematical issue into the context of the discourse on the globalization and its consequences. Searching for a way out of the globalization trap the potential of the European Union to avoid an unregulated competition of national states is put under scrutiny. Summing up the papers, the authors come to the conclusion that in certain policy fields, especially regulative policies aiming at similar standards for the protection of the environment, health and safety issues or workplace participation do have chances of overcoming the dilemmata of collective action by the European Union. Distributive and particularly redistributive social policies are much more demanding and tend to overstrain the solidarity of a European collective identity. Changing their perspective from the potential for action and problem solving to input-legitimation of collective political decision processes, the authors point out the democratic deficit of the European Union. Exactly when it is possible to design the European actors in such a way, that they will be able to handle public good problems effectively and efficiently, democratic legitimation becomes a bottleneck. Therefore a more sober quest for a post-national and post-parliamentary design of democratic institutions for the European Union is demanded.

Online erschienen: 2016-10-18
Erschienen im Druck: 1999-11-1

© 1999 by Lucius & Lucius, Stuttgart