Skip to content
Publicly Available Published by De Gruyter Oldenbourg May 20, 2016

Der Gebrauch der Geschlechterunterscheidung in der Schulklasse

Georg Breidenstein

Zusammenfassung

Welcher Art sind die Verwendungsweisen der Geschlechterunterscheidung in dem spezifischen sozialen Zusammenhang der Schulklasse? Welche Bedeutung hat die Unterscheidung von Kindern in „Mädchen“ und „Jungen“ für diese selbst? Dieser Aufsatz zeichnet anhand der Präsentation und Analyse ethnographischen Materials die situative Pragmatik der Geschlechterunterscheidung innerhalb verschiedener interaktiver Kontexte nach. Es zeigt sich, daß die Unterscheidung der Geschlechter im Vergleich mit anderen Formen sozialer Differenzierung in der Schulklasse, wie etwa Freundschaft oder Beliebtheit, durch ein Merkmal gekennzeichnet ist, das viele ihrer Verwendungsformen bestimmt: ihr Charakter der ‘Abstraktheit’, das heißt ihre Unabhängigkeit von Verhalten, Stellung oder Ansehen der einzelnen Personen. Geschlecht ist in gewisser Hinsicht ‘neutral’ gegenüber allen anderen sozialen Distinktionen. Das macht seine Bedeutung in einem durch große Dichte persönlicher Beziehungen und kaum zu begrenzende Intimität gekennzeichneten Feld aus.

Online erschienen: 2016-5-20
Erschienen im Druck: 1997-10-1

© 1997 by Lucius & Lucius, Stuttgart

Scroll Up Arrow