Skip to content
Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter Oldenbourg May 1, 2016

Industrie 4.0: Wirkungen auf den Arbeitsmarkt und politische Herausforderungen

Enzo Weber

Abstract:

The term Industry 4.0 addresses the interconnection of the virtual-digital and physical world as well as machine learning in production. In this process, on the one hand the German economy can use its strengths, on the other hand though it also faces new challenges regarding technologies, organisation and flexibility. In a comprehensive scenario, we model the effects of Industry 4.0 on the economy and the labour market. Thereby, major shifts and changes on the level of occupations and qualifications emerge. For politics, education and training are decisive fields of action. In this context, a focus on universities is as important as developing further the strengths of the system of vocational training. Industrial policy must most notably support the adaptability of the mittelstand. Labour market policy may face stronger dynamics as well as higher needs of qualification. In the light of new forms of labour, also the concept of social security should be widened.

Zusammenfassung:

Industrie 4.0 beschreibt die Vernetzung der virtuell-digitalen und physischen Welt sowie maschinelles Lernen in der Produktion. In der Umsetzung kann die deutsche Wirtschaft einerseits ihre Stärken ausspielen, steht andererseits aber auch vor neuartigen Herausforderungen in Bezug auf Technologien, Organisation und Flexibilität. In einem umfassenden Szenario modellieren wir die Wirkungen von Industrie 4.0 auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Dabei ergeben sich erhebliche Umwälzungen bei Berufen und Qualifikationen. Auf politischer Ebene sind Bildung und Ausbildung entscheidende Handlungsfelder. Der universitäre Fokus ist dabei ebenso wichtig wie eine gezielte Weiterentwicklung der Stärken der beruflichen Bildung. Industriepolitisch ist vor allem die Anpassungsfähigkeit des Mittelstands zu unterstützen. Die Arbeitsmarktpolitik dürfte sich einem stärkeren Umschlag und höheren Qualifizierungsbedarfen gegenüber sehen. Angesichts neuer Formen der Arbeit sollte eine Ausweitung des Gedankens der sozialen Sicherung ins Auge gefasst werden.

Die „Industrie 4.0“ erlebt in der öffentlichen Diskussion einen gigantischen Hype. Neben allen Modeerscheinungen liegen in dem Phänomen aber auch substantielle Neuerungen, möglicherweise gar Umwälzungen, begründet. Nach den bisherigen industriellen Revolutionen geht es dabei um die Vernetzung der virtuell-digitalen und physischen Welt sowie maschinelles Lernen in der Produktion. Einbezogen werden Maschinen, Produkte, Informations- und Kommunikationssysteme sowie der Mensch. Ziel ist, dass die Wertschöpfungskette, auch über Betriebsgrenzen hinaus, vollständig digital gesteuert werden beziehungsweise sich selbstorganisiert steuern kann. Eine effizientere, flexiblere und individuellere Produktion soll das Ergebnis sein.

Literatur

Autor, David H. (2015), „Why Are There Still So Many Jobs? The History and Future of Workplace Automation“, Journal of Economic Perspectives, 29, 3, 3–30.Search in Google Scholar

Dengler, Katharina und Britta Matthes (2015), „Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt: Substituierbarkeitspotenziale von Berufen in Deutschland“, IAB-Forschungsbericht Nr. 11.Search in Google Scholar

Frey, Carl B. und Michael A. Osborne (2013), „The Future of Employment: How Susceptible Are Jobs To Computerisation? “, Oxford Martin School.Search in Google Scholar

Weber, Enzo (2015), „Industrie 4.0 – Wirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt“, Wirtschaftsdienst, 95, 11, 722–723. Der vorliegende Artikel orientiert sich in Teilen an dieser Veröffentlichung.Search in Google Scholar

Wolter, Marc Ingo und Anke Mönnig, Markus Hummel, Christian Schneemann, Enzo Weber, Gerd Zika, Tobias Maier; Caroline Neuber-Pohl, Robert Helmrich (2015), „Industrie 4.0 und die Folgen für Arbeitsmarkt und Wirtschaft“, Szenariorechnungen im Rahmen der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen, IAB-Forschungsbericht Nr. 8.Search in Google Scholar

Online erschienen: 2016-5-1
Erschienen im Druck: 2016-5-1

© 2016 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston