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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter August 25, 2017

Menschenrechtsklagen gegen deutsche Unternehmen*

Marc-Philippe Weller and Chris Thomale

Die Implementierung internationaler Menschenrechtsbindung von Wirtschaftsunternehmen stellt das Privatrecht vor bedeutende, bislang weitgehend unbewältigte Herausforderungen. Der Beitrag umreißt zunächst die zentrale Rolle, die dem Privatrecht bei der Menschenrechtsdurchsetzung zukommt. Darauf aufbauend stellt er die wesentlichen existierenden Durchsetzungsmechanismen vor und setzt sich für eine Kombination aus Deliktsorganisationshaftung und Deliktsdurchgriffshaftung ein. Flankierend befürwortet er für ein Bestimmungsrecht des Geschädigten, bei Menschenrechtsklagen am Sitz einer Obergesellschaft das Recht des Handlungsortes als anwendbares Deliktsrecht zu wählen.

The implementation of international human rights obligations incumbent upon business corporations puts private law to a hitherto widely unmastered challenge. The paper starts by sketching out the role of private law within the context human rights enforcement. It then moves on to discuss the main private legal enforcement mechanisms, arguing for a two-tiered approach combining tort liability for malorganization of a corporate group and veil-piercing for corporate torts. On complementary note, it proposes an alleged tort creditor’s unilateral right to choose the lex loci delicti commissi over the lex loci damni.


Anmerkung

Der Aufsatz entwickelt Thesen fort, welche die Verf. u. a. vor dem Law & Society Institute der HU Berlin (Mai 2017), der Juristischen Studiengesellschaft in Karlsruhe (Juni 2017) sowie in AcP 216 (2016), 387 ff. und in JZ 2017, 385 ff. zur Diskussion gestellt haben. Der Beitrag ist Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Hommelhoff herzlich zum 75. Geburtstag gewidmet.


Online erschienen: 2017-8-25
Erschienen im Druck: 2017-8-14

© 2017 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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