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Accessible Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter September 8, 2020

Atsushi Koyanagi: Liberal Protestantism and Christian Studies at Kyoto University: A Case Study of Seiichi Hatano

Atsushi Koyanagi

Abstract

Der Lehrstuhl für Christentumswissenschaft (Kirisutokyōgaku) an der Kaiserlichen Universität Kyoto wurde 1922 als Stiftungslehrstuhl gegründet. Die Gründung der Christentumswissenschaft in Kyoto erfolgte in einer spezifischen bildungspolitischen Konstellation: Es ging um die spannungsreichen Beziehung zwischen staatlichen Hochschulen und den Religionsgemeinschaften sowie um die Ansprüche einer dezidiert nationalen Politik. Der erste Inhaber des Lehrstuhls war einer der prominentesten japanischen Ideenhistoriker und Philosophen, Seiichi Hatano (1877–1950). Für Hatano gab es keinen Unterschied zwischen Theologie und Christentumswissenschaft. Er wandte die historische Methode auf die Forschung zum frühen Christentum an, die er von deutschen Theologen gelernt hatte. Besonders stark hatte ihn die Religionsgeschichtliche Schule beeinflusst. Als Philosoph entwickelte Hatano eine Religionsphilosophie, die auf der Idee der Persönlichkeit basierte. Das starke Interesse am Thema “Persönlichkeit” hatte er auch mit den deutschen Theologen gemeinsam. Andererseits kritisierte Hatano den liberalen Protestantismus in Deutschland scharf. Dennoch wurde seine Haltung, mit der er die Vorgänger und Zeitgenossen “voraussetzungslos” kritisiert hatte, von führenden Vertretern des liberalen Protestantismus in Deutschland angenommen.

Published Online: 2020-09-08
Published in Print: 2020-05-26

© 2020 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston