Open Access Published by De Gruyter December 3, 2020

Elke Hentschel (Hg.). 2016. Wortbildung im Deutschen. Aktuelle Perspektiven. Tübingen: Narr/Francke/Attempto. 339 S.

Sascha Michel

„Der vorliegende Sammelband möchte einen Überblick über den Stand der Forschung zur deutschen Wortbildung und damit in einem Bereich der deutschen Grammatik geben, der in den letzten Jahren eher wenig Beachtung gefunden hat.“ (S. 7)

Dieser Satz leitet den Sammelband ein und weckt im ersten Teil Erwartungen, die man an ein Lehrbuch bzw. Handbuch stellen würde. Der zweite, eher pauschalisierend formulierte Teil ruft dagegen Verwunderung hervor, da er die jüngeren, durchaus regen Forschungstätigkeiten zur Wortbildung des Deutschen ignoriert und auch im Folgenden keine weitere Einordnung des Bandes in die aktuelle Forschung vorgenommen wird. Dabei – und dies spiegelt das Inhaltsverzeichnis des Bandes auch gut wider – hat der Paradigmenwechsel der vergangenen Jahre zu einer verstärkten Hinwendung zu sprachgebrauchsbezogenen und empirischen Fragestellungen, Theorien und Methoden der Wortbildung geführt, nicht nur aus synchroner Sicht (vgl. z. B. Elsen & Michel 2011), sondern auch aus diachroner (vgl. z. B. Scherer 2005) sowie kontrastiver Perspektive (vgl. z. B. Schlücker 2014).

Der Band ist in fünf thematisch gebundene Abschnitte unterteilt, gefolgt von einem Verzeichnis der Autorinnen und Autoren (S. 334–336) und einem Stichwortverzeichnis (S. 337–339).

Abschnitt A: Allgemeines

Den Auftakt macht die Herausgeberin des Bandes, Elke Hentschel, mit ihrem Beitrag „Zwischen Verbalparadigma und Wortbildung“ (S. 11–28). Sie untersucht den Status von Belegen wie beim Pornos gucken, die zwischen substantiviertem und verbalem Gebrauch oszillieren. Vor allem Linksverzweigungen wie beim heimlich Pornos gucken sprechen für eine verbale Interpretation, da Linkserweiterungen bei Nomen nicht möglich sind. Hentschel schlägt zur Bezeichnung solcher Konstruktionen, die verbale, aber auch hybride (d. h. sowohl nominale als auch verbale) Eigenschaften aufweisen, den Begriff Konverb vor. Leider geht sie auf den Unterschied zwischen geschriebener und gesprochener Sprache, der maßgeblich die Substantiv- bzw. Verblesart beeinflussen dürfte, nur am Rande ein. Hier wären weitere Korpusuntersuchungen wünschenswert.

Roland Hofer zeigt in seinem Beitrag „Der Einfluss von Sprachkontakt und Silbenstruktur auf die Wortbildung“ (S. 29–39) am Beispiel des Schweizerdeutschen zum einen, wie Suffixe, zum anderen, wie Wortbildungsmuster durch Entlehnung entstehen. Anhand der walserischen Diminutivsuffixe weist er nach, dass die Silbenstruktur von Sprachen Einfluss auf die Entstehung neuer Suffixe hat. Der Beitrag von Hofer ist zwar als theoretischer Beitrag gedacht, allerdings bleibt manches spekulativ – ein Umstand, der durch eine empirische Basis hätte abgemildert werden können.

In dem Beitrag „AQ + IS. Über Akronyme zur Benennung terroristischer Organisationen“ (S. 40–59) zeichnet Jan‑Henning Kromminga anhand einer Korpusuntersuchung empirisch nach, wie sich die Fremd- und Selbstbezeichnung der Terrororganisation Al‑Quaida durch Kurzwörter (vor allem Akronyme) im Zeitraum zwischen 1993 und 2011 entwickelt. Die Untersuchung liefert so auch einen Beitrag zur diskursbezogenen Kurzwortforschung, die – erfreulicherweise – als Erweiterung des textlinguistischen Schwerpunktes weitgehend Neuland betritt. Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung sind: Das Akronym AQ wird reihenbildend zur Bezeichnung regionaler Varianten (z. B. AQAP, AQMI) herangezogen, Al‑Quaida wird in Berichterstattungen häufig als Franchise-Unternehmen metaphorisiert und die Selbstbezeichnung IS (Islamischer Staat) wird von vielen deutschen Medien übernommen. Schließlich schlägt der Verf. zur Bezeichnung dieser semantischen Akronymsubklasse den Begriff Organisationsakronyme vor.

Mit Partikelverben wie z. B. kennenlernen oder bloßstellen beschäftigt sich Peter Öhl in seinem Beitrag „Ist die Nominalisierung von Partikelverben im Deutschen Argument für deren lexikalische Bildung? Eine Diskussion unter besonderer Berücksichtigung von +KOMM und +KUNFT“ (S. 60–85). Zunächst diskutiert er die Kategorisierungsproblematik und stellt fest, dass Partikelverben als Köpfe in komplexen Prädikaten fungieren. Als Wortglieder weisen sie dabei ähnliche Eigenschaften wie Präfixverben vom Typ bekleiden, erwärmen auf. In einem weiteren Schritt kann Öhl nachweisen, dass Bildungen wie Übereinkunft oder Rückgabe keine Nominalisierungen von übereinkommen und rückgeben darstellen, sondern Nominalkomposita (da hier auf Allomorphe im Lexikon zurückgegriffen wird). Bei Infinitivbildungen wie Wiederaufkommen nimmt er die Wortbildungsart Zusammenrückung an. Zwar klingt diese Interpretation vor allem für lexikalisierte Bildungen plausibel, es wäre aber empirisch zu überprüfen, ob bei zweigliedrigen Ad‑hoc Bildungen oder Neologismen die Konversion Partikelverb > Nomen nicht doch die naheliegendere Erklärung liefert.

Abschnitt B: Historisches

Der zweite Abschnitt behandelt Aspekte der diachronen Wortbildung. Dabei verknüpft der erste Beitrag über „Wissensvermittlung durch Substantivkomposita im frühmittelalterlichen Kloster“ (S. 89–110) von Nicolaus Janos Raag diachrone mit kulturlinguistischen Fragestellungen. Basierend auf einem Notker-Korpus von Substantivkomposita arbeitet Raag heraus, dass die Substantivkomposition hier auf dem Zusammenspiel zwischen Vorwissen der Rezipienten sowie intra- und intertextuellen Referenzen beruht. So gelingt es Notker, durch Substantivkomposition Wissen kulturell zu prägen, etwa wenn es um die Rekontextualisierung von theologischem Wissen geht oder um die Ausdifferenzierung von lateinischen Fachtermini zur Kategorienbildung. Dieser Beitrag erweist sich in mehrfacher Hinsicht als innovativ: Der Verf. nimmt eine kulturlinguistische Rahmung diachroner Wortbildung vor und zeigt, dass auch die Wortbildung in früheren Sprachstufen stets kontextuell geprägt, d. h. in komplexe Zusammenhänge eingebunden ist.

Mit „Wortbildung und Syntax von Abstrakta bei Friedrich Schiller“ (S. 111–134) beschäftigt sich Rosemarie Lühr. Die Verf. wertet das Schillerwörterbuch, das den gesamten Wortschatz Schillers umfasst, mit Bezug auf ung‑Ableitungen und die jeweils konkurrierenden substantivierten Infinitive aus. So haben beispielsweise bestimmte Präpositionen Einfluss auf die Wortbildung, wie die Präposition nach, mit der nur ung‑Abstrakta von perfektiven Verben erscheinen (z. B. nach geschehener Erkennung). Auch Adjektive in Adjektivkomposita zeigen eine unterschiedliche Verteilung: Während Adjektivkomposita auf –würdig und –wert sowohl ung‑Ableitungen als auch substantivierte Infinitive involvieren, sind Bildungen auf –voll nicht mit substantivierten Infinitiven möglich. Laut Lühr ist der Rückgang der ung-Ableitungen mit ihrer Funktion in Funktionsverbgefügen zu erklären, wo sie sich bis heute halten: Da sie hier vornehmlich mit perfektiver Bedeutung erscheinen, wurde der Weg frei für substantivierte Infinitive, die die Verbalität stärker betonen.

Abschnitt C: Toponomastisches

Der dritte Abschnitt thematisiert die Wortbildung von Namen. This Fetzer geht in seinem Beitrag „Toponymische Komposita in einem schweizerdeutschen Dialekt: vom nichttoponymischen Sprachgebrauch abweichende Wortakzentverhältnisse“ (S. 137–165) der Frage nach, wieso toponymische Komposita in schweizerdeutschen Dialekten häufig auf dem Grundwort betont werden, obwohl die Betonung des Bestimmungswortes bei Komposita im Schweizerdeutschen eigentlich vorherrschend ist. Auf der Basis des Namenmaterials des Berner Ortsnamenbuchs analysiert der Verf. die zweitgliedbetonten Komposita, die immerhin einen Anteil von 32,8 % ausmachen. Er gelangt zu dem Ergebnis, dass Zweitgliedbetonung bei toponymischen Komposita vor allem dann vorkommt, wenn (1) das Erstglied einen Personennamen umfasst (z. B. Madiswil), (2) es sich um linksverzweigte, komplexe Komposita handelt (z. B. Schwarz­waldalp), (3) die Übertragung der Finalbetonung auf typisch toponymische Appellative (so genannte Topofixe) wie Egg (z. B. Sunnegg, Schönegg) geschieht und (4) die Finalbetonung als verallgemeinerter Marker der Toponymizität fungiert, also keine der unter (1) bis (3) genannten Beobachtungen zutreffen (z. B. Rewag).

Mit Flurnamen beschäftigt sich der Beitrag „Neue Wörter als Grundlage für hessische Flurnamen? Ergebnisse aus dem südlichen Gladenbacher Bergland“ (S. 166–188) von David Gerhardt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Flurnamen von jeweils sechs Gewährspersonen in einem Ort genannt werden und welche von diesen neu sind, d. h. nach 1800 gebildet wurden. Neben Belegen, die „vielleicht neu“ sind, da ihr Alter nicht eindeutig bestimmbar ist, gibt es einige, die „sicher bis wahrscheinlich neu“ sind, da sie durch Mehrfachnennung belegt sind. Hierzu gehören z. B. die Belege Bahnhof, Dschungel, Sportplatz, die lediglich Referenzfunktion haben und deren namengebendes Motiv nicht im Vordergrund steht (Bahnhof etwa referiert auf Acker, Wiese, Wald). Wiewohl Gerhardts aufwändige Untersuchung einen verdienstvollen Beitrag zur Flurnamenforschung liefert, stellt sich die Frage, was sie zur Erforschung der Bildung von Flurnamen beisteuert. Gegenstand des Beitrags ist nämlich in erster Linie die Etymologie und Semantik von Flurnamen und weniger die Wortbildung. Aus Wortbildungsperspektive wäre indes die Klassifizierung aller Flurnamen des Korpus mit Blick auf Wortbildungseinheit und -art interessant, unabhängig von der Frage des Alters der Bildungen.

Abschnitt D: Dialektologisches

In Abschnitt D geht es um die Wortbildung in Dialekten. Der erste Beitrag „Von Blätterchen und Bäumchen: Die Entwicklung der Plural-Diminutive und Diminutiv Plurale im Deutschen und Luxemburgischen“ (S. 191–213) stammt von Maike Edelhoff. Nach einem kurzen Abriss der historischen Entwicklung der Pluraldiminutivbildung im Deutschen geht die Verf. auf die heutige Pluralbildung von Diminutiven im Deutschen, Moselfränkischen und Luxemburgischen ein. Dabei zeigt sich, dass das Deutsche als Wortsprache nur noch fakultativ von der –erchen‑Plural­bildung (Blättchen vs. Blätterchen) Gebrauch macht. Auch die moselfränkischen Dialekte weisen nur selten Bildungen mit ‑ercher auf (z. B. Kännercher ‘Kinderchen’), orientieren sich also am Standarddeutschen. Das Luxemburgische dagegen hat die Pluraldiminutivbildung mit ‑ercher und ‑erchen konsequent ausgebaut und durch Reanalyse auf sämtliche Genera ausgeweitet (z. B. Geschichtercher). Edelhoff sieht dies darin begründet, dass das Luxemburgische als Silbensprache eine Silbenoptimierung anstrebe.

Mit einem weitgehend unerforschten Bereich, nämlich der Diatopik von Fugenelementen, beschäftigt sich Grit Nickel in ihrem Beitrag „Von Gäul‑s‑bauer, April‑s‑narr und Getreid‑s‑gabel. Die Verwendung und Verbreitung des Fugen‑s im Ostfränkischen“ (S. 214–243). Zunächst geht die Verf. ausführlich auf die Funktionalität von Fugenelementen ein, wobei sie hier hauptsächlich die sprachsystematischen Funktionen behandelt, während sozio-pragmatische Ansätze (vgl. Michel 2009, 2011) nicht erwähnt werden. In ihrer aufwändig, mittels Kartenmaterial angelegten Untersuchung stellt sie die Verteilung unterschiedlicher Kompositionsstamm­formen im ostfränkischen Sprachraum dar. Die Ergebnisse belegen, dass zu den untersuchten Lexemen nicht nur unterschiedliche Kompositionsstammformen vorliegen, sondern diese darüber hinaus Fugenelemente aufweisen können, die es im Standarddeutschen nicht gibt. Hierzu gehören etwa vokalische Fugenelemente (z. B. April‑a), aber auch die Umlautung des Erstglieds (Vögel‑s, Gäul‑s) sowie Kontraktionen und Assimilationen (z. B. Stum- [Stube], Erpfl- [Erdapfel]). So lassen sich schließlich Präferenzen im Untersuchungsgebiet für bestimmte Fugenelemente mit Blick auf die Komplexität der Kompositionsstammform ableiten.

Abschnitt E: Sprachvergleichendes

Der letzte Abschnitt widmet sich der kontrastiven Wortbildung. Von „Reduplikationen im Thailändischen und ihre Entsprechungen im Deutschen“ (S. 247–279) handelt der Beitrag von Korakoch Attaviriyanupap. Mithilfe eines Korpus von 13 thailändischen und deutschen Kurzgeschichten und deren Übersetzungen in die jeweils andere Sprache arbeitet sie die Unterschiede beider Sprachen hinsichtlich der Bildung und Verwendung von Reduplikationen heraus. Dabei zeigt sich, dass das Thailändische als isolierende Sprache die Reduplikation für eine Vielzahl an Funktionen einsetzt: Pluralbildung, Iteration, Intensivierung, Abschwächung, neue Bedeutung etc. Im Deutschen dagegen spielt die Reduplikation nur eine untergeordnete Rolle, weshalb die genannten Funktionen anders realisiert werden – und zwar durch Wortarten, grammatische Kategorien, reduplikationsähnliche Konstruktionen sowie Wortbildungsarten. Für Letztere kommt neben der Komposition vor allem die Derivation in Betracht. Der Beitrag zeigt eindrücklich, welchen Einfluss die Sprachtypologie auf die Wortbildung hat.

Malte Battefeld, Torsten Leuschner und Gudrun Rawoens stellen die Wortbildungseinheit Top(-)/top(-) ins Zentrum ihres Beitrags über „Konstruktionsmorphologie – echt top? Neue Perspektiven auf den kategorialen Status einer entlehnten Wortbildungseinheit“ (S. 280–308). Basierend auf Korpusdaten aus den COW-Korpora (Corpora from the Web) stellen die Verf. heraus, dass sich neben einem nativen, fachsprachlich geprägten Topp (‘Spitze eines Mastes’) vor allem ein aus dem Englischen entlehntes top(-) nachweisen lässt, das häufig in Kombination mit Substantiven auftritt. Es haben sich hier drei Lesarten herausgebildet: 1. Spitze bzw. Oberseite (z. B. Topcase), 2. qualitativ‑absolut (z. B. Topveranstaltung), 2. hierarchisch‑relativ (z. B. Topflop). Da diese Lesarten nur in Kombination mit einem bestimmten Zweitglied auftreten, schlagen die Verf. vor, hier von teilspezifizierten Konstruktionen auszugehen. Der Blick auf das Niederländische und Schwedische zeigt, dass dort die Bildungen mit top(p) stärker ausgebaut sind und auch adjektivische Verwendungen eine N > A-Konversion nahelegen.

Mit der Wortbildung des Verbs im Deutschen und Albanischen beschäftigt sich Vjosa Hamiti in seinem Beitrag „Das Vollverb fahren mit seinen möglichen Kombinationen mit trennbaren und untrennbaren Präfixen und die Äquivalente im Albanischen“ (S. 309–322). Hamiti zeigt anhand unterschiedlicher Wortbildungsarten, dass das Deutsche bei der Verbwortbildung zur Linkserweiterung neigt, während das Albanische die Rechtserweiterung (vornehmlich durch Suffigierung) präferiert. Der Beitrag fällt qualitativ leider aus dem Band heraus, da er nicht nur sachliche Fehler enthält (beispielsweise wurden in Tabelle 2 auf S. 318 Präfix- und Partikelverben vertauscht), sondern auch eine Korpusanalyse vorgibt, die keine ist. Weder erfährt man etwas über die genaue Zusammensetzung des Korpus (lediglich: „besteht aus deutschen literarischen Texten, die ins Albanische übersetzt worden sind.“, S. 318), noch geht die „Analyse“ über die alphabetische Auflistung einzelner Belege hinaus.

Den Abschluss bildet der Beitrag „Deutsche Substantivkomposita und ihre Entsprechungen im Albanischen“ (S. 323–333) von Milote Sadiku und Sadije Rexhepi. Die Verf. stützen ihre Beobachtungen auf ein Korpus, das aus einem deutschen literarischen Text (der Roman Die Mittagsfrau) und seiner Übersetzung ins Albanische besteht. Demnach werden deutsche Substantivkomposita im Albanischen am häufigsten durch Wortgruppen ersetzt, während Komposita mit 3 % nur einen verschwindend geringen Anteil ausmachen. Auch die Ersetzung durch Simplex/Derivat ist mit 22 % verbreitet. Allerdings wäre wohl eine breitere Datenbasis nötig, um hier verlässliche Aussagen treffen zu können.

Fazit

Was den Inhalt betrifft, so weist der Band insgesamt eine Fülle an interessanten Untersuchungen zur ganzen Bandbreite der Wortbildung auf und gibt zwar keinen „Überblick über den Stand der Forschung“, aber einen guten Einblick in unterschiedliche Forschungsansätze und -ergebnisse. Besonders erfreulich ist, dass Themen, die bislang eher unterrepräsentiert waren (z. B. Wortbildung im Dialekt), oder Sprachen, die für kontrastive Phänomene üblicherweise eher seltener herangezogen werden (z. B. Thailändisch, Albanisch), viel Platz eingeräumt wird.

Formal ist der Band klar gegliedert, wobei Bezüge zwischen thematisch verwandten Beiträgen wünschenswert gewesen wären. Das Stichwortverzeichnis erleichtert die gezielte, lemmabasierte Suche.

Somit bleibt zu wünschen, dass der Band Anstoß zu weiteren Untersuchungen zu diesem dynamischen Teilgebiet der Grammatik gibt.

Literatur

Elsen, Hilke & Sascha Michel (Hg.). 2011. Wortbildung im Deutschen zwischen Sprachsystem und Sprachgebrauch. Perspektiven – Analysen – Anwendun­gen. Stuttgart: ibidem. Search in Google Scholar

Michel, Sascha. 2009. Schaden-0-ersatz vs. Schaden-s-ersatz. Ein Erklärungsansatz synchroner Schwankungsfälle bei der Fugenbildung von N+N‑Kompo­sita. In: Deutsche Sprache 3/09, 334–351. Search in Google Scholar

Michel, Sascha. 2011. Zur Systematik der Kompositionsstammformbildung bei N+N-Komposita – Implikationen für den DaF-Unterricht. In: Deutsch als Fremdsprache, 4/2011, 221–231. Search in Google Scholar

Scherer, Carmen. 2005. Wortbildungswandel und Produktivität. Eine empirische Studie zur nominalen -er‑Derivation im Deutschen. Tübingen: Niemeyer. Search in Google Scholar

Schlücker, Barbara. 2011. Grammatik im Lexikon. Adjektiv‑Nomen‑Verbindun­gen im Deutschen und Niederländischen. Berlin, Boston: de Gruyter. Search in Google Scholar

Online erschienen: 2020-12-03
Erschienen im Druck: 2020-12-01

© 2020 Sascha Michel, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.