Open Access Published by De Gruyter October 29, 2020

Peter Klotz. 2019. Werten. Zur Praxis mentaler, pragmatischer und sprachlicher Orientierung. Berlin: Erich Schmidt Verlag. 230 S.

Ramona Plitt

Diese Monographie verspricht nichts, was sie nicht halten kann. Gleich zu Beginn verweist der Autor auf den „mäeutischen“ (S. 7) Charakter der Studie, die als „Entdeckungsweg“ (S. 7) angelegt ist. Vor diesem Hintergrund erscheinen der unkonventionelle Aufbau des Buches sowie die zuweilen schwer nachvollziehbaren Herleitungen und Hinführungen in einem etwas weniger kritischen Licht.

Wertender Sprachgebrauch und wertende Sprachhandlungen sind im Alltag omnipräsent. Die anfangs definitorisch ausgerichtete linguistische Auseinandersetzung mit dem Bewerten reicht in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück (vgl. Hare 1952) und wurde in den letzten Jahrzehnten peu à peu um pragmatische Betrachtungen angereichert (vgl. Błachut 2014: 11–16). Klotz reichert seine Arbeit mit pragmatischen Betrachtungen nicht nur an, sondern macht sie zum Hauptgegenstand seiner Untersuchungen. Im Vorwort hält er fest, dass in diesem Buch „Werten in seinen Erscheinungsweisen, in seinen Zielen und Wirkungen überwiegend unter pragmatischer Perspektive“ (S. 7) untersucht wird – definitorische Betrachtungen rücken indessen in den Hintergrund. In diesem Punkt zeigt sich eine erste Kontinuität zu Klotz‘ beiden Vorgängerwerken Beschreiben: Grundzüge einer Deskriptologie und Modifizieren: Aspekte pragmatischer und sprachlicher Textgestaltung. Wie auch in diesen Arbeiten möchte der Autor hier sprachwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Betrachtungen aus „integrativer philologischer“ (S. 7) Perspektive zusammenführen. Sein ausschließliches Interesse gilt dabei literarischen und publizistischen Texten und nicht Einzeläußerungen. Flankiert wird dieser Ansatz von dem Ziel, mit diesem Buch zu einem „verantworteten und selbstbewussten Sprachgebrauch“ (S. 7) beizutragen.

Das einleitende Kapitel mit der Überschrift „Einführung: Allgemeine und systematische Aspekte“ ist in vier Unterkapitel unterteilt, in denen das weitläufige Feld des „Wertens“ umrissen werden soll. Das erste Unterkapitel, „Kontexte des Wertens“, ist – wie die anderen Kapitel auch – wiederum in mehrere Teilabschnitte gegliedert, die mit eigenen Überschriften versehen sind. Zur Bestimmung der Kontexte des Wertens springt der Autor von historisch‑philosophischen und etymologischen Betrachtungen zu kognitiven Vorgängen wie „Wahrnehmen und Gewichten“ (S. 11), die er als eng verflochten mit dem Prozess des Wertens sieht. Werten wird von ihm als vertikales Tun – im Sinne eines „Einordnens in eine Art Skala“ (S. 13) – zwischen Einschätzen und Urteilen (vgl. S. 12–13) beschrieben, das in Bereichen wie Technik und Wirtschaft unabdingbar ist und in persönlich-psychologische Bereiche der Selbstreflexion ausstrahlt. Dieses „Werten im Selbstbezug“ entspringt laut Klotz dem Bedürfnis, eigene Anstrengungen und Leistungen einem Tauschwert zuzuordnen (S. 13), wie er in einem essayistischen Exkurs festhält.

In seinen Ausführungen zu den Aspekten des wertenden Sprachhandelns (Kapitel 1.2.) reißt Klotz die konkret sprachliche Ausgestaltung des Wertens in Form von Adjektiven, Adjektivsteigerungen sowie Modal- und Kausaladverbialien an. Zu seinen textlinguistischen Beobachtungsfeldern zählt Klotz Wortwahl, Attribuierungen und prädikative Zuschreibungen, jedoch soll der Fokus der Arbeit auf großflächigeren Komponenten des Wertens – darunter Thematisierungsweisen, Kontextbezüge und Metaphorisierungen – liegen (vgl. S. 17). Das impliziert ein kinetisches Textverständnis, das der Autor aus einer „auf Texte angepasste[n] Übernahme der Wortfeldtheorie“ (S. 20) ableitet. Diese Herangehensweise wird an anderer Stelle näher expliziert: Knapp 130 Seiten später greift Klotz den Punkt wieder auf, indem er einen einführenden Textabschnitt zur Wortfeld- und Isotopietheorie wiedergibt, der aus seinem Vorgängerwerk Modifizieren (2017: 117 f.) stammt (S. 148–149). Es sind solche Inkonsistenzen und Verzweigungen, die es schwer machen, dem Autor zu folgen. Erst in Kapitel 1.4., das den Aufbau des Buches erläutert, wird klar, dass es nicht sein Anspruch ist, seine Reflexionen in Beziehung zur bisherigen Forschung zu setzen. Ein Kapitel zum Forschungsstand hätte aber den häufig intuitiv wirkenden Überlegungen die nötige Struktur verliehen, Forschungslücken aufgezeigt und zur terminologischen und methodischen Trennschärfe beigetragen.

Zu Beginn des zweiten Kapitels, das die Überschrift „Konstellationen und Funktionen“ trägt, verweist Klotz wiederholt auf den ubiquitären Charakter des Wertens. Dann folgt ein Abschnitt zu den Ursprüngen und Kontexten von Wertorientierungen. Laut Klotz hängen diese mit Orientierungsweisen zusammen, die sich sowohl aus bereits manifesten Werten wie auch dynamisch aus Ereignissen und Erfahrungen speisen. Auffällig ist, dass der Autor mehrfach Gedanken aufwirft und diese im nächsten Satz wieder relativiert (vgl. S. 27), was den Lesefluss hin und wieder erschwert. Das trifft auch auf den darauffolgenden philosophischen Exkurs zum Wertsubjektivismus und Wertobjektivismus zu, den Klotz selbst als „wenig weiterführend“ (S. 27) betrachtet. Was Funktionen und Konstellationen des Wertens sind, benennt er hier lediglich vage. Man bekommt den Eindruck, dass der Autor eine exhaustive Definition anstrebt, um die Weitläufigkeit des Themas zu illustrieren. Das steht aber dem Leserbedürfnis nach Eingrenzung und Struktur entgegen. Vor diesem Hintergrund wirken das Zitat von Hillmann (S. 32) zur spontanen Entstehung von Werten und Steinfaths Anmerkungen zum wertenden Verhalten (S. 33) klärend und orientierungsgebend.

Im nächsten Teilkapitel (2.2) wendet sich Klotz dem im Vorwort erwähnten Vorhaben einer „metatextuellen Reflexion“ (S. 22) zu, das von nun an das Buch durchzieht. Um die „informationellen Belange des Wertens“ (S. 35) zu demonstrieren, bespricht er vier Zeitungsartikel, die die Mechanismen des „gerichteten Informierens“ (S. 38), „sprachhandelnden Wertens“ (S. 40) und „konventionellen, expliziten Wertens“ (S. 42) illustrieren sollen. Sein Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Wertungen einer textuellen Binnendynamik unterliegen, die sich nicht ausschließlich an Wörtern oder Metaphern ausmachen lässt. Laut Klotz gilt es, den „Blick auf Ausdrucks­ensembles zu richten“ (S. 45), auf Wörter beispielsweise, die „andere dazu passende nach sich ziehen“ (S. 45). Klotz beginnt die textlinguistischen Untersuchungen mit einem Zeitungsartikel von Daniel Mohr, der den Aktienkurs der Deutschen Telekom zum Gegenstand hat (S. 38) und von ihm als ein Beispiel für „gerichtetes Informieren“ herangezogen wird. Er arbeitet explizit und weniger explizit wertende Textsignale heraus und verweist darauf, dass Wertungen auch über den Textaufbau transportiert werden. Zwar legt er dies nachvollziehbar dar. Dass ein im Wirtschaftsteil erscheinender Artikel zu Aktienkursen Wertungen vornimmt, ist jedoch wenig überraschend. Die Textauswahl und der thematische Startpunkt („gerichtetes Informieren“) seiner metatextuellen Überlegungen wirken deshalb beliebig und folgen einer ganz eigenen, arbiträren Argumentationsweise, die auch in den fehlenden Bezügen zur bisherigen Forschung zum Ausdruck kommt.

Gleiches gilt auch für das nächste Unterkapitel (2.3), in dem der Autor Perspektivierungen in ritualisierten Kontexten nachzeichnet. Um Wertungen qua Perspektivierung in „verdeckten Ritualen“ (S. 49) zu illustrieren, bedient sich Klotz eines Kabarettstücks von Loriot („Die Bundestagsrede“). Mit diesem geschickt gewählten Beispiel ist er in der Lage, subtile Steuerungsfunktionen von „Sprachschablonen“ zu demonstrieren (S. 50). Was Klotz konkret unter dem Begriff „Sprachschablonen“ versteht, erläutert er jedoch nicht. Man kann vermuten, dass damit auf ritualisierte Sprachmuster verwiesen werden soll, die eine bestimmte Perspektive auf die Situation nahelegen. Hier hätte insbesondere der Begriff der „Perspektivierung“ zu kognitionslinguistischen Überlegungen eingeladen, die den Leser:innen womöglich eine verständniserweiternde Einbettung des Themas erlaubt hätten.

Weiter diskutiert Klotz in diesem Kapitel die Funktion des Wertens in sozialen Beziehungen. Den Prozess des Wertens und Umwertens und die damit zusammenhängende „soziale und individuelle Verortung durch Wertung“ (S. 57) beschreibt er anhand von Textpassagen aus Kleists „Die Marquise von O...“ (S. 55–56). Hierbei schließt er von fiktionalen Beziehungen auf reale soziale Gefüge. Anschließend möchte er zeigen, wie Werte mit mentaler Macht- und Gewaltausübung zusammenhängen, und zieht hierfür mehrere literarische Texte (u. a. von Bertolt Brecht und Franz Kafka) heran. So gelingt es ihm, auf textstrukturelle Aspekte des Wertens hinzuweisen; jedoch fehlt ein größerer Rahmen, in den die Beobachtungen gebettet werden könnten.

Im dritten Kapitel differenziert Klotz die Trias aus Einschätzen, Werten und Urteilen. Vergleichsprozesse, die sich in diesen drei (Sprach-) Handlungen wiederfinden, werden als konstitutiv für eine grundlegende Orientierung in der Begegnung mit Welt angesehen. Folgerichtig widmet sich Klotz Beispielen, die die sprachlichen Marker von Unsicherheitsfaktoren im Prozess des Einschätzens offenlegen. Anhand eines Wetterberichts (S. 81) zeigt er auf, wie „modifizierende Hinweise und modalisierende Zeichen wie Konjunktiv II, Suprasätze, modales Satzadverbiale“ (S. 93) auf Prozesse des Einschätzens verweisen. Wertungen und Urteile, sofern sie nicht expliziert werden, sind seiner Ansicht nach nicht ganz so offensichtlich und lassen sich demnach auch sprachlich nicht „dingfest“ machen (S. 93). Das Kapitel schließt mit einem Exkurs zum Thema Wertewandel, den der Autor mit einem wenig originellen „Algorithmus“ (S. 114) beschreibt: Auf den Zweifel an Werten folgt entweder deren Bestätigung, deren Veränderung oder die Suche nach Orientierungsalternativen (vgl. S. 114).

Im darauffolgende Kapitel (Kapitel 4) beleuchtet Klotz die textuellen Mikro-, Meso- und Makrohandlungen, um den wertenden Sprachgebrauch näher zu spezifizieren. Dies schließt sowohl lexikalische, morphologische und syntaktische Aspekte wie auch eigenständige Textsegmente (vgl. S. 119–120) ein. Klotz präsentiert zunächst Beispieltexte, die er in den folgenden Teilkapiteln sukzessive unter pragmatischen, lexikalischen und textuellen, syntaktischen wie auch medialen und inszenatorischen Gesichtspunkten reflektiert. Anhand eines Zeitungstexts, der vom Diskurs über das bedingungslose Grundeinkommen handelt, macht Klotz die pragmatisch-mentale Steuerung sichtbar, die durch bestimmte Zeichenensembles erwirkt wird (vgl. S. 144–145). So zeigt er auf, dass die kritische Haltung zum Grundeinkommen über den Gebrauch des Konjunktiv I transportiert wird, während Aussagen von Befürworter:innen des regulären Arbeitslosengeldes im Indikativ sprachlich verhandelt werden (vgl. S. 145). Klotz regt dazu an, zu reflektieren, ob solche subtilen und steuernden Textgestaltungen das Nachdenken über Alternativen erschweren (S. 145). Im nächsten Teilkapitel (4.3) stellt Klotz, wie eingangs erwähnt, die Wortfeld- und Isotopietheorie vor, um damit die sich in Textverläufen ändernden lexikalischen Binnenbezüge aufzuzeigen. Dafür nutzt er den Zeitungsartikel „Denkpause“ aus der NZZ, in dem der Autor des Zeitungsbeitrags selbstreflexiv einen „Freud’schen Verhörer“ thematisiert (S. 126). Statt des Wortes „Volksverräter“ hat dieser das Wort „Volksvertreter“ als Unwort des Jahres 2016 vernommen. Klotz zeigt auf, durch welche Begriffe (wie. z. B. politischer Diskurs, demokratische Eliten oder rechtspopulistisch) eine lexikalische Konsistenz im Text entsteht, die es ermöglicht, beide „Felder“ miteinander in Beziehung zu setzen und eine „wertende Reflexion über politisch-mentale Gegenwartsströme“ (S. 150) anzuregen. An dieser Stelle hätte sich abermals die Anknüpfung an die Kognitive Linguistik gelohnt.

Im Kapitel zu „syntaktischen Gewichten“ (Kapitel 4.4) sichtet Klotz die Beispieltexte mit Fokus auf der Wort- bzw. Satzgliedfolge, Adverbialsyntax und Verbsyntax, denen er wertendes Potenzial zuschreibt. Anhand eines Berichts über den Sieg des Biathleten Simon Schempp (FAZ 2017) illustriert er, wie die Abfolge elliptischer Kurzsätze und Hypotaxen mit dem Gebrauch des Konjunktiv II und einem Modalverb im Plusquamperfekt eine „Höchstwertung“ (S. 127), also eine möglichst positive Darstellung des Biathleten, erzeugt (vgl. S. 163–164). Das Kapitel schließt mit einigen Überlegungen zur „Medialität und Inszenierung von Wert-Zeichen“ (S. 165), die konsequent auf alle Beispieltexte angewendet werden. Zu den nicht-sprachlich verorteten Aspekten wertenden Handelns eines Textes zählt Klotz hier beispielsweise die Reflexivität und die Platzierung („Seite 1 des Feuilletons“, S. 169) in einer Zeitung.

Das Kapitel „Spezifisches Werten“ (Kapitel 5) geht auf die wertenden Darstellungsweisen in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst sowie innerhalb sozialer Konstellationen und bei menschlicher Nähe ein. Wieder sind Klotz’ Ausführungen reich an intertextuellen Bezügen, ein stringenter Faden und eine wissenschaftliche Kontextualisierung fehlen indessen auch hier. Im Bereich der Wirtschaft und Technik zeigt der Autor, wie eng Wertzuschreibungen an den Begriff der Fortschrittlichkeit geknüpft sind. In den Domänen Kunst und Wissenschaft geht er von einem multifunktionalen Werten aus, da das Sprechen über Kunst sowohl objektbezogen ist als auch – und hier zeigt sich eine diskussionswürdige subjektive Einschätzung – der Profilierung des Eigenwertes diene (S. 181). In sozialen Konstellationen thematisiert er den Begriff des Respekts und der Politeness und plädiert dabei wiederholt für Sprachaufmerk­samkeit und Sprachgebrauchskritik. Zu dem Bereich „menschliche Nähe“ führt er aus, dass das Werten selbst in intimsten sozialen Gefügen eine entscheidende Bedeutung hat. Laut Klotz kann das Werten des Gegenübers zu zwischenmenschlicher Nähe bzw. Ferne führen (vgl. S. 190). Diese selbstverständliche Erkenntnis illustriert Klotz u. a. anhand der für den Minnesang typischen Schwärmerei. Dafür zieht er das Gedicht „Si wunder wol gemachet wîp“ von Walther von der Vogelweide heran. Die Beibehaltung des Wertes der Nähe bei gleichzeitigem Verlust anderer Werte beschreibt er anhand des Gedichts „Sachliche Romanze“ von Erich Kästner. Hier sieht Klotz die „alltagssprachliche Redeweise“ (S. 194) als zentral an, da sie das allmähliche „Abhandenkommen“ der Liebesbeziehung beschreibt. Dies mag zwar zutreffen, beleuchtet aber Werte an sich und nicht den Prozess des Wertens, den der Autor zum Gegenstand seines Buches gewählt hat.

Im sechsten und letzten Kapitel gibt Klotz einen Überblick über alle besprochenen Texte und die damit zusammenhängenden Werte (S. 199). Rückblickend trägt diese Übersicht zu etwas mehr Kohärenz bei, zu Beginn des Buches hätte eine solche Übersicht jedoch mehr Sinn ergeben. Auch die Prinzipien mentalen Wertens listet der Autor „wie nach einem Algorithmus“ (S. 203) abschließend auf. Das letzte Teilkapitel (6.3) bietet jedoch kein zusammenfassendes Ende, sondern einen „textpragmatische[n] Schluss“, in den wiederum neue Überlegungen einfließen und ein weiterer Text eingeführt wird (Bertolt Brechts „Gerechtigkeitsgefühl“). Hier bricht der Autor endgültig mit den herkömmlichen Erwartungen an eine wissenschaftliche Studie und zeichnet ein Bild von einer fortwährenden Mäeutik.

Klotz hat mit Werten. Zur Praxis mentaler, pragmatischer und sprachlicher Orientierung eine Arbeit vorgelegt, die durchaus mit Gewinn gelesen werden kann. Wer sich auf den eigenwilligen Argumentationsduktus einlässt und sich von Wiederholungen und Exkursionen nicht beirren lässt, wird an die subtilen Formen und Funktionen des Wertens anhand intertextueller Fülle herangeführt. Ob Klotz sein Ziel, die Sprachaufmerksamkeit zu erhöhen, erreicht, hängt stark von den Rezipient:innen ab. Wer einen wissenschaftlichen Beitrag mit neuen Erkenntnissen erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht. Der fehlende Bezug zum Forschungsstand und die unzulängliche thematische Eingrenzung erwecken eher den Eindruck eines rund 200 Seiten langen Essays, der oftmals Offenkundiges vermittelt. Eine Anknüpfung an die Kognitions- und Psycholinguistik hätte sich mehrmals angeboten; der Verzicht auf diese kann als verpasste Chance gewertet werden. Die Frage nach dem von Klotz anvisierten Adressatenkreis ist somit nicht zu beantworten. Eine Festlegung auf eine bestimmte Zielgruppe wäre dem gesamten Textaufbau aber zweifellos zuträglich gewesen.

Literatur

Błachut, Edyta. 2014. Bewerten – Semantische und pragmatische Aspekte einer Sprachhandlung. Hamburg: Verlag Dr. Kovač. Search in Google Scholar

Hare, Richard M. 1952. The Language of Morals. Oxford: Clarendon Press. Search in Google Scholar

Klotz, Peter. 2017. Modifizieren. Aspekte pragmatischer und sprachlicher Textgestaltung. Berlin: Erich Schmidt Verlag. Search in Google Scholar

Online erschienen: 2020-10-29
Erschienen im Druck: 2020-12-01

© 2020 Ramona Plitt, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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