BY 4.0 license Open Access Published by De Gruyter December 2, 2021

Gerd Antos, Thomas Niehr, Jürgen Spitzmüller (Hg.). 2019. Handbuch Sprache im Urteil der Öffentlichkeit (Sprache und Wissen 10). Berlin, Boston: De Gruyter. 471 S.

Toke Hoffmeister

Das zu besprechende Handbuch stellt den zehnten Band der von Ekkehard Felder und Andreas Gardt herausgegebenen Handbuchreihe „Handbücher Sprachwissen“ dar. Es nimmt sich eines Themas mit hoher gesellschaftlicher wie auch fachwissenschaftlicher Relevanz an: Gesellschaftlich relevant ist das Thema, weil die Reflexion über Sprache mit Sprache einen großen Anteil innerhalb der alltäglichen Lebenswelten der Sprecher:innen einnimmt; Sprachreflexion zeichnet den Menschen (neben anderen Dingen) als Menschen aus und bestimmt über seine Position innerhalb der Sprecher:innengemeinschaft. Auf der anderen Seite ist das Thema fachwissenschaftlich relevant, weil die Linguistik einerseits nicht in einem Elfenbeinturm verharren darf und sich als mit Sprache beschäftigende Disziplin immer auch mit den die Sprache verwendenden Sprecher:innen beschäftigen muss, um nicht dem Widerspruch des Realitätsverlustes ausgesetzt zu werden. Darüber hinaus vermag die theoretische wie empirische Beschäftigung mit Sprachreflexion auch dabei helfen, das Verhältnis zwischen der Linguistik und der Öffentlichkeit näher zu bestimmen. Auch wenn über die thematische Relevanz sicherlich noch ausführlicher gesprochen werden könnte, sollen diese schematischen Ausführungen an dieser Stelle genügen – sie können hoffentlich zeigen, welchen Stellenwert das Handbuch schon jetzt kurz nach Erscheinen einnimmt.

Insgesamt gliedert sich das Handbuch in vier große Themenbereiche: I. Lokalisierung des Gegenstandsbereichs (drei Beiträge), II. Theoretische und methodische Zugänge (vier Beiträge), III. Historische Perspektiven (vier Beiträge) sowie IV. Themen gegenwärtiger Sprachreflexion (acht Beiträge). Schließlich steht am Ende des Bandes ein kurzes Sachverzeichnis. Aufgrund der Vielzahl der Beiträge (19 zzgl. Einleitung) ist es hier nicht möglich, alle Beiträge in extenso zu besprechen. Es sollen deshalb einige Beiträge exemplarisch diskutiert werden, um so einen Eindruck von dem Sammelband zu vermitteln und anschließend zu einer Gesamteinschätzung kommen zu können.

Gleich zu Beginn ihrer Einleitung halten die Herausgeber, Gerd Antos, Thomas Niehr und JürgenSpitzmüller, fest, dass „Urteile über ‚richtigen‘, ‚guten‘ oder ‚schlechten‘ Sprachgebrauch [...] zum ganz selbstverständlich erscheinenden Wissen über Sprache [gehören]“ (S. 1). Allerdings ist dieses Wissen keinesfalls trivial, weil es sowohl strukturell wie auch semantisch heterogen ist. Dies gilt es für alle theoretisch wie methodologisch fundierten Ansätze, die sich mit Urteilen über Sprache beschäftigen immer zu berücksichtigen. Vor allem ein Punkt der Herausgeber ist kritisch zu hinterfragen: „[D]er vorliegende Band [rückt] die ‚wissenschaftlich begründbare‘ Beurteilung von Urteilen über Sprache ins Zentrum“ (S. 2). Hierbei bleibt offen, inwiefern die Linguistik als wissenschaftlich begründende Disziplin Urteile über Sprache überhaupt fällen kann und soll. Versteht man die Beurteilung als Analyse, Perspektivierung oder auch Kontrastierung, so wird der Kerngedanke klar. Wenn Beurteilung allerdings mit einer (Be-)Wertung einhergeht, so verfehlt dies gerade den Kern einer wissenschaftlich fundierten Herangehensweise an Urteile der Öffentlichkeit, weil die Wissenschaft ihre eigenen Maßstäbe nicht an Laien ansetzen sollte, um der Relevanz der Öffentlichkeitsurteile gerecht zu werden. Insofern sollte die Linguistik ihre eigenen Methoden und Herangehensweisen für öffentlich wirksame Urteile über Sprache nutzen und die laikalen Sichten als Alternativen mit eigenen Deutungsschemata akzeptieren. Diesem Punkt trägt auch das Handbuch grundsätzlich Rechnung. So stellen schon Antos, Niehr und Spitzmüller in ihrer Einleitung die Frage, worauf die Urteile der Öffentlichkeit über Sprache beruhen (S. 1) und nehmen auch die Metaebene in den Blick, in dem „unsere Urteile über solche Urteile“ (S. 1) hervorgehoben werden. Mit den den Urteilen zugrundeliegenden Strukturen beschäftigen sich im weiteren Verlauf viele Beiträge mehr oder weniger ausführlich, sodass dies als ein thematischer Schwerpunkt des Handbuches bezeichnet werden kann.

Den Anspruch des Handbuches formulieren die Herausgeber schließlich wie folgt:

„Neben einem Überblick über (alte und neue) Gegenstände und Kontroversen alltagsweltlicher Sprachreflexion bietet das Handbuch auch einen Überblick über linguistische Zugänge zu solcher Sprachreflexion. Als Leserinnen und Leser sollen Sie also nicht nur erfahren, wie Sprache historisch und gegenwärtig alltagsweltlich beurteilt wurde und wird, sondern auch, wie die heutige Linguistik mit divergierenden Deutungsansprüchen über Sprache umgeht und welche unterschiedlichen Theorien, Methoden und Konzepte sie heranzieht, um ‚wissenschaftlich begründete‘ Aussagen über Urteile zu Sprache und Sprachgebrauch in der Öffentlichkeit zu machen.“ (S. 3)

Im Folgenden soll überprüft werden, ob dieser Anspruch als erfüllt angesehen werden kann. Im ersten Abschnitt des Handbuches („Lokalisierung und Problematisierung des Gegenstandsbereichs“) steht die Frage nach den theoretischen Grundlagen im Vordergrund.[1] Insbesondere der Beitrag von Bettina M.Bock & Gerd Antos sei hier hervorgehoben, da er einen substanziellen Beitrag zur Diskussion des Laien-Konzeptes liefern kann. Die Laienlinguistik ist sich ihres wohl wichtigsten Gegenstandes, des Laien, noch immer nicht abschließend bewusst, eine wirklich nutzbare und konventionalisierte Definition steht nach wie vor aus. Auch wenn die Beiträge von Antos (i. E.), Hoffmeister (2019, 2021a) und Spitzmüller (i. E.) die Diskussion belebt und vorangebracht haben, hat sich bisher kein Vorschlag als maßgeblich etabliert. Gerade deshalb ist eine Diskussion innerhalb der wissenschaftlichen Diskurse erforderlich, um das Desiderat zu schließen. Der Beitrag von Bock & Antos liefert einen wichtigen Beitrag dazu. Die Autor:innen postulieren, dies wird schon im Titel deutlich, einen Strukturwandel zwischen Expert:innen und Laien. Sie nehmen sich des Problems der konzeptuellen Differenzierung spezifischer Akteur:innenrollen an und werfen einen differenzierten Blick auf die Öffentlichkeit sowie deren Akteur:innen ‚Laien‘ und ‚Expert:innen‘. Demnach gebe es, so die Autor:innen, einen Strukturwandel zwischen ‚Laien‘ und ‚Expert:innen‘, der durch eine (inszenierte) Betroffenheit zustande käme. Insgesamt stelle die Kategorisierung in ‚Laien‘ und ‚Expert:innen‘ eine mediale und soziale Inszenierung dar (vgl. dazu auch Spitzmüller i. E.). Auch wenn es primär um eine Rehabilitierung des linguistischen Laien geht (v. a. in Abschnitt 1.2), zeigt der Beitrag darüber hinaus eindringlich, dass auch die Rolle der Expert:innen nicht vernachlässigt werden darf. Bock und Antos kommen zu dem Schluss, dass die „Ausdifferenzierung der Positionen [...] also in diesem Fall [hier: der Diskurse über Leichte Sprache, TH] untrennbar mit einer (politischen) Instrumentalisierung von Experten- und Laienzuschreibungen verbunden“ ist (S. 75). Der Aspekt der Fremd- wie Selbstzuschreibungen von Rollen ist dabei ein zentraler Gedanke, dessen nähere Beschreibung die durchaus schwierige Fassbarkeit des Laien- aber auch Expertenkonzeptes sicherlich voranzubringen vermag.

Der zweite Abschnitt („Theoretische und methodische Zugänge“) gibt einen Überblick über zentrale Ansätze der Laienlinguistik. Es werden Theorien und Methoden der Spracheinstellungs- bzw. Sprachideologieforschung diskutiert (Barbara Soukup, Brigitta Busch) sowie die Felder der Wahrnehmungsdialektologie (Dennis Preston) und der linguistischen Sprachkritik (Thomas Niehr) dargestellt.

Barbara Soukup legt einen Artikel über die zentralen Methoden und Theorien der Spracheinstellungsforschung vor (S. 83). Diese Formulierung des Anspruches schon im Abstract evoziert häufig schon einen Kritikpunkt, der auf die Bewertung der Auswahl als ‚zentral‘ abzielt. So ist es Soukup sicherlich gelungen, viele zentrale Methoden und Theorien zu versammeln, ob es sich allerdings um die zentralen Methoden und insb. Theorien handelt, sei dahingestellt. Insbesondere der AToL-Ansatz (vgl. Schoel et al. 2012) sowie der handlungspraktische Ansatz von Purschke (2014, 2015) fehlen in dem Überblick und hätten aufgrund der forschungspraktischen Relevanz und Rezeption Berücksichtigung finden sollen. Der Artikel eignet sich insbesondere für einen ersten Einstieg in das Thema, weil er die sozialpsychologischen Grundlagen von Einstellungen erörtert (vgl. S. 85–93) und daraus relevante Erkenntnisse der Spracheinstellungsforschung (vgl. z. B. Preston 2017; Tophinke & Ziegler 2006) abzuleiten vermag. Schließlich stellt die Autorin ein von ihr selbst (vgl. Soukup 2014, 2015) entwickeltes Modell von Spracheinstellungen dar, das diese als „Human Epistemological Constructs“ (HECs, vgl. Scollon 2003) versteht. Auch wenn dem Modell zugute gehalten werden muss, die Relevanz von Spracheinstellungen für alltägliche Lebenswelten bestimmen zu können, so bleibt der Faktor der Kognition hier einmal mehr theoretisch hinsichtlich der wirkenden kognitiven Prozesse unbestimmt, was für einen Beitrag, in dessen Titel die Kognition so prominent hervorgehoben wird, durchaus problematisch ist. Allerdings bietet das Modell viel Potenzial, Spracheinstellungen „als zentrales, zwischen Kontext und Kognition mediierendes Element“ zu bestimmen. Um das Potenzial vollständig abrufen zu können, ist jedoch eine genaue Definition dessen notwendig, was unter ‚Kontext‘ und ‚Kognition‘ verstanden werden soll (vgl. Hoffmeister 2021). Am Ende steht jedoch ein Überblicksartikel, der viele geeignete Ansatzpunkte für eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema bietet.

Dieser zweite Teil des Handbuches ist vor allem deshalb so zentral, da eine gemeinsame theoretische wie empirische Basis insbesondere für die Laienlinguistik bisher noch nicht vorliegt und die Überblicksartikel somit zu einer Konsensualisierung bzw. Kanonisierung beitragen können und hoffentlich auch beitragen, um die Vergleichbarkeit der einzelnen Studien untereinander zu erhöhen. Es bleibt zu hoffen, dass die Laienlinguistik von den Impulsen der Beiträge profitieren kann.

Im dritten Teil („Historische Perspektiven“) wird ein kulturhistorischer Blick auf Spracheinstellungen und -ideologien eingenommen. Der Beitrag von Hans-Joachim Solms behandelt den Einfluss von Sprechreflexion und -bewertung auf die gesellschaftspolitische Identitätsbildung. Jürgen Schiewe nimmt die gesellschaftliche Demokratisierung in den Blick und zeigt, dass Sprachreflexion und -bewertung notwendige Bedingungen und Einflussfaktoren sind. Im Zentrum seines Beitrages steht die Prämisse, „Sprachreflexion könne zum Zwecke der Aufklärung eingesetzt werden und Sprachbewertung diene der gesellschaftlichen Demokratisierung“ (S. 218). Dies illustriert Schiewe an ausgewählten Beispielen. Dem Beitrag kommt dabei das Verdienst zu, die „Politisierung der Sprache“ (S. 234, Abschnitt 5), die auch in gegenwärtigen Diskursen zu beobachten ist (vgl. Lobin 2021), kulturhistorisch herzuleiten und nachzuweisen. Gerade aus dieser Perspektive ist die eingangs referierte Prämisse zu modifizieren, da Sprache allgemein Gegenstand politisch-ideologischer Instrumentalisierung ist und sich bspw. ideologisch rückwärtsgewandte Tendenzen auch in spezifischen Sprachideologien bzw. -gebräuchen manifestieren. Der Beitrag hat also unmittelbare Relevanz und bietet einen Überblick über die philologischen Grundzüge des Zusammenhangs von Sprachreflexion und -bewertung sowie Politik. Ohne en detail auf die von Schiewe angeführten Beispiele (sittliche Vervollkommnung in Fortführung der chinesischen Philosophie; Spracherhalt- und Sprachverbesserungsziele durch die Sprachgesellschaften; bildungspolitische Intentionen) eingehen zu können, die eindrücklich die Relevanz der Sprachreflexion für selbstbestimmtes, d. h. aufgeklärtes Handeln zu zeigen vermögen, lässt sich festhalten, dass die „Allgemeinverständlichkeit der Sprache“ (S. 238) eine notwendige Bedingung für Sprachreflexion und selbstbestimmtes Handeln darstellt. Daraus entsteht schließlich auch das Verhältnis von Sprache und Öffentlichkeit: „Beides, eine gemeinverständliche Sprache und Öffentlichkeit, sind miteinander verschränkt – das eine befördert [oder behindert, TH] das andere“ (S. 238). Sprachliche Teilhabe ist also „eine wesentliche Voraussetzung für die Bedingung der Möglichkeit gesellschaftlicher Demokratisierung“ (S. 238). Dieser von Schiewe historisch hergeleitete Umstand ist an Aktualität kaum zu überbieten (vgl. die Diskussion der Leichte-Sprache-Rezeption im Beitrag von Bock & Antos, s. o.). Damit stellt der Beitrag von Schiewe einen für das gesamte Handbuch grundlegenden Ansatz dar, der die Relevanz der Beschäftigung des Zusammenhanges von Sprache und Öffentlichkeit in überaus anschaulicher Weise expliziert.

Der dritte Teil wird schließlich von den Beiträgen von Dreesen und Roth komplettiert. Philipp Dreesen beschreibt circa 200 Jahre der Entstehungsgeschichte von Urteilen über Sprache, beginnend mit dem dreißigjährigen Krieg, und geht dabei auf den Unterschied von ‚reiner‘ und ‚klarer‘ Sprache ein, die unterschiedliche Perspektiven einnähmen. Der Ausdruck ‚rein‘ fokussiere die „Ursprünglichkeit des Deutschen“ (S. 243), ‚klar‘ nehme vor allem „die kommunikative und damit [die] gesellschaftliche Funktion“ (S. 243) in den Blick. Kersten Sven Roth untersucht den Zusammenhang von Vereinheitlichung und Verständigung und postuliert, dass Vereinheitlichungsprozesse die notwendige Bedingung für kollektive Verständigungen sind. Dies stelle eine übergreifende ‚metasprachliche Diskursfigur‘ dar, die sich vor allem in den Diskursen um eine deutsche Nationalsprache zeige.

Der vierte Teil des Handbuches („Themen gegenwärtiger Sprachreflexion“) ist zugleich auch der umfassendste (acht Beiträge). Dass dieser Teil den größten Umfang einnimmt, vergegenwärtigt nochmals eine gewisse Theoriescheu der Laienlinguistik, die zu der bereits oben bemängelten gemeinsamen theoretischen Basis führt. Dies ist aber kein grundlegendes Monitum am hier rezensierten Band, sondern an der Disziplin als solche. Der Rezensent würde sich für die Zukunft eine umfassende Diskussion theoretischer Konzepte wünschen, für die das vorliegende Handbuch sicherlich einen guten Ausgangspunkt bietet.

Im letzten Teil finden sich Beiträge zu Anglizismendiskursen (Falco Pfalrzgraf), zur Reflexion des geschriebenen Deutsch (Christa Dürscheid & Sarah Brommer), zur Bewertung von Regionalsprachen (am Beispiel des Niederdeutschen) (Birte Arendt), zu Ethnolekten und deren sozialer Registrierung (Jannis Androutsopoulos), zum Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und emanzipatorischer Sprachpolitik (Jana Tereick), zur Frage, was als gutes bzw. richtiges Deutsch gelten kann und gilt (Paul Rössler), zum Zusammenhang von Sprache und Moral (Nina Janich) sowie zum Einfluss von Medienkonsum und -gebrauch auf die Sprachkompetenz (Jana Kiesendahl). Alle hier versammelten Beiträge geben einen ausgezeichneten Einblick in aktuelle Sprachreflexionsdiskurse. Insbesondere der Beitrag von Christa Dürscheid und Sarah Brommer ist hier zu nennen, da er ein grundlegendes Bewertungsschema alltagsweltlicher Sprachreflexion hervorhebt: die Dichotomie von gut und schlecht. Die Autorinnen zeigen, „dass solche Wertungen immer relativ sind“ (S. 327) und damit vor dem Hintergrund der Bezugsnorm sowie der Erwartungen zu betrachten sind. Dies gilt für alle laienlinguistische Diskurse, in denen Bewertungen vorgenommen werden. Laienäußerungen sind immer relativ und nie absolut, wenngleich oftmals Allgemeingültigkeitsansprüche erhoben werden

Das vorliegende Handbuch löst ein häufig genanntes Desideratum ein. Die einzelnen Beiträge geben einen ausführlichen Überblick über aktuelle Diskussionen innerhalb der Laienlinguistik. Für einen ersten Einstieg in das Thema und für die Rezeption aktueller Diskussionen sei das Handbuch also empfohlen. Die Literaturverzeichnisse der Beiträge eignen sich darüber hinaus zur weiterführenden Lektüre. Wünschenswert wäre eine stärkere Fokussierung auf Desiderata in den einzelnen Beiträgen gewesen, um so neue Impulse für eine am Urteil der Öffentlichkeit ausgerichtete Linguistik geben zu können. Insbesondere die Stärkung theoretischer Fragestellungen sollte für zukünftige Projekte im Vordergrund stehen. Insgesamt handelt es sich aber um einen Band, der dem Anspruch eines Handbuches, den gegenwärtigen Stand der Forschung zusammenzufassen, in vorbildlicher Weise gerecht wird und die laienlinguistische Forschungslandschaft damit bereichert. Das Buch sei all jenen empfohlen, die sich für laienlinguistische und darüber hinausgehende, Urteile der Öffentlichkeit fokussierende Fragestellungen interessieren, ob Anfänger:innen oder etablierte Forscher:innen, es bietet auf sämtlichen Ebenen einen Mehrwert.

Literatur

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Online erschienen: 2021-12-02
Erschienen im Druck: 2021-12-31

© 2021 Toke Hoffmeister, publiziert von Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston

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