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Licensed Unlicensed Requires Authentication Published by De Gruyter Oldenbourg February 2, 2011

"The Sound of Silence". Von der Unhörbarkeit der Vergangenheit zur Geschichte des Hörens

"The Sound of Silence". From the Inaudibilty of the Past towards a History of Listening
Jürgen Müller
From the journal

Zusammenfassung

Historikerinnen und Historiker eignen sich seit jeher die Vergangenheit über das Studium von Texten sowie in jüngerer Zeit verstärkt auch durch das Analysieren von bildlichen Quellen an. Daß wir den weitaus größten Teil der Vergangenheit nicht hören können – nur für die Zeit ab etwa 1900 existieren authentische akustische Quellen –, hat dazu geführt, daß die Geschichtswissenschaft bei der Recherche und Deutung der Geschichte lange Zeit fast vollständig darauf verzichtet hat, das menschliche Gehör einzusetzen. Sie hat sich mit dem Klang der Stille begnügt. Bis heute gibt es relativ wenige historische Studien, die sich mit dem Hören in der Vergangenheit, den Geräuschkulissen und Klangbildern verflossener Epochen und der Bedeutung von akustischen Signalen befassen. Der Aufsatz skizziert, was "Hören" in sozialer und kultureller Hinsicht bedeutet und wie das Wahrnehmen von Geräuschen die menschliche Auffassung von der Welt beeinflußt. Sodann wird die Frage erörtert, was Historikerinnen und Historiker von der Vergangenheit hören können und was nicht. Im Anschluß daran wird dargelegt, was es für die historische Erkenntnis bedeutet, daß wir große Teile der vergangenen Geschichte akustisch nicht mehr authentisch wahrnehmen können. Schließlich werden neuere Forschungsansätze vorgestellt, die sich mit der Geschichte des Hörens, mit historischen Klangkulissen und ihrer Bedeutung befassen. Damit verbunden sind einige Bemerkungen darüber, was die Geschichte des Hörens leisten kann und will.

Abstract

Historians have always reconstructed the past mainly by the study of texts, and only recently have they turned their attention to the analysis of images. They have almost entirely abstained, however, from using their ears when exploring the past: they have been content with the sound of silence. This can be partly explained by the scarcity of authentic acoustic sources which exist only for the time since about 1900. To the present day there exist only a few historical studies which focus on the function of listening in the past, the soundscapes of earlier epochs and the significance of acoustic signals. This paper attempts to sketch the social and cultural meaning of listening and the impact of our perception of sounds on our view of the world; it shows what historians can hear of the past and what remains inaudible; it discusses the effects of the inaudibility of the past on our historical understanding; and finally it presents some new perspectives of historical research dealing with the history of listening, with historical sound scapes and their meaning. The paper closes with some remarks about the possible benefits of a history of listening for our understanding of the past.

Published Online: 2011-02-02
Published in Print: 2011-02

© by Oldenbourg Wissenschaftsverlag, Frankfurt am Main, Germany

Downloaded on 5.12.2022 from frontend.live.degruyter.dgbricks.com/document/doi/10.1524/hzhz.2011.0001/html
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