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  • Author: Sarah Ihden x
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Abstract

Der vorliegende Aufsatz widmet sich der diachronen Entwicklung der Verbstellung im mittelniederdeutschen Relativsatz und setzt damit an einem noch immer bestehenden Desiderat im Bereich der mittelniederdeutschen Syntax an. Auf der Basis eines Korpus aus sechs nordniedersächsischen Rechtstexten aus der Zeit vom 13. bis zum 16. Jahrhundert werden zunächst verschiedene Verbstellungstypen im Relativsatz ermittelt. Anschließend werden mit der Folge Finitum vor Infinitum im Verbalkomplex, der Nachfeldbesetzung sowie den afiniten Konstruktionen drei Phänomene genauer in den Blick genommen, die eine absolute Verbletztstellung im mittelniederdeutschen Relativsatz verhindern. Im Aufsatz soll das Vorkommen dieser Phänomene in Rechtstexten verschiedener Entstehungszeiten präsentiert und auf dieser Basis die Frage beantwortet werden, ob eine diachrone Zunahme der absoluten Verbletztstellung im mittelniederdeutschen Relativsatz festzustellen ist.

Abstract

Das Referenzkorpus Mittelniederdeutsch / Niederrheinisch (1200–1650) (kurz: ReN) enthält mittelniederdeutsche und niederrheinische Handschriften, Drucke und Inschriften, die diplomatisch transkribiert, lemmatisiert und grammatisch annotiert sind und unter anderem über das Such- und Visualisierungstool ANNIS genutzt werden können. Das ReN bietet mit diesen Daten die Grundlage für Analysen auf unterschiedlichen Sprachebenen und liefert damit einen entscheidenden Beitrag für die Erarbeitung einer neuen wissenschaftlichen mittelniederdeutschen Grammatik. Um Einblicke in die tatsächlichen sprachlichen Gegebenheiten und die Verbreitung syntaktischer Phänomene zu erhalten, sind Analysen in einem umfangreichen und strukturierten Korpus wie dem ReN unabdingbar. Anhand zweier Beispiele, der wēsen-Periphrase und dem -Infinitiv, soll gezeigt werden, wie das ReN mithilfe von Suchabfragen in ANNIS für syntaktische Analysen genutzt werden kann.