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  • Author: Almut Höfert x
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Zusammenfassung

In der komparativen Debatte der letzten Jahre waren Beiträge aus der Vormoderne verhältnismäßig wenig vertreten, obgleich Perspektiven aus der Zeit vor 1800 gewinnbringend mit einbezogen werden können. Als ein „transkultureller Vergleich“ wird hier ein Vergleich verstanden, der über die historiographisch gesetzten Zivilisationsgrenzen hinausgeht. Diese Definition ergibt sich aus der herausragenden Rolle, die das Zivilisationsparadigma in der Forschung spielt. Das daraus resultierende historiographische Erbe stellt einem transkulturellen Vergleich, der die von den Zivilisationsgrenzen postulierten Ähnlichkeiten und Unterschiede durch seine Fallstudien kritisch überprüfen möchte, konzeptionelle Hindernisse entgegen. Im folgenden werden die Probleme thematisiert, die allgemeine Wissenskategorien betreffen, die in den Kultur- und Sozialwissenschaften am europäischen Beispiel entwickelt wurden, inzwischen aber global angewandt werden, wobei hier zwischen einem konzeptionellen und einem institutionellen Eurozentrismus unterschieden wird. Der nächste Abschnitt befaßt sich mit den Meistererzählungen über den Islam, deren Kenntnis für einen europäisch-nahöstlichen Vergleich gleichfalls unabdingbar ist, und schlägt vor, als Oberbegriff nicht mehr von einer islamischen, sondern einer nahöstlichen Geschichte zu sprechen – genauso wie zwischen einer europäischen und einer christlichen Geschichte unterschieden wird. Aus diesen Darlegungen ergibt sich schließlich für den transkulturellen Vergleich, daß dessen Kategorien auf mögliche Präfigurationen des Zivilisationsparadigmas überprüft werden sollten, um einen ergebnisoffenen Vergleich zu ermöglichen.