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  • Author: Axel Pichler x
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Zusammenfassung

Bei Nietzsches Nachlass handelt es sich um handschriftliche Aufzeichnungen, die komplexe Schreibprozesse dokumentieren. Die Spezifika dieser Schreibprozesse sind für ihre philosophische Deutung von hoher Relevanz. Der Aufsatz zeichnet sie anhand von zwei Aufzeichnungskomplexen nach. Das Notat N VII 1.141 f. belegt, dass Nietzsches Schreib-Denk-Praxis sich durch einen Prozess der performativen Durchdringung der eigenen Ideen charakterisiert. Diese Ideen können jedoch nicht ohne weiteres auf die veröffentlichten Schriften projiziert werden. Das Notat W I 4.34 f., eine Vorstufe von JGB 44, demonstriert, dass Nietzsches nachgelassene Aufzeichnungen eine andere Reflexionsform realisieren als die veröffentlichten Schriften: Als Handschriften besitzen sie eine topologisch-semantische Dimension, die wesentlich ihren philosophischen Gehalt bestimmt. Beide Aufzeichnungen dokumentieren einen Schreib-Denk-Prozess, der sich durch seine Offenheit zur Weiterverarbeitung charakterisiert. Aufgrund dieser Spezifika bedürfen Nietzsches nachgelassene Aufzeichnungen einer anderen Hermeneutik als die veröffentlichten Schriften. Eine solche erlaubt es, Nietzsches philosophische Entscheidungsprozesse in ihrer Genese nachzuvollziehen, was ein vertieft es Verständnis seines Philosophierens ermöglicht.

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