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  • Author: Bernhard Badura x
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Zusammenfassung

Zwischenmenschliche Prozesse bilden eine wichtige Ursache für Streß insbesondere im Bereich personenbezogener Dienstleistungsarbeit. Bei Anbietern dieser Leistungen in Krankenhäusern, Schulen oder in der Sozialarbeit besteht das Risiko emotionaler Überforderung bedingt durch die Notwendigkeit, permanent auf Kosten eigener auf Gefühle anderer eingehen zu müssen. Interaktionsstreß kann, insbesondere bei seiner Chronifizierung, das seelische und körperliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen mit entsprechenden negativen Folgen für Leistungsfähigkeit, Arbeitszufriedenheit und Gesundheit. Der Aufsatz argumentiert für ein ganzheitliches Menschenbild in der Soziologie und skizziert Ansätze für eine Makro- und Mikrosoziologie der Gefühle. Er legt nahe, daß zukünftig in der Streßforschung und bei der Beschäftigung mit den sozialen Bedingungen und Folgen positiver und negativer Gefühle Soziologen und Psychologen stärker Zusammenarbeiten sollten.

Zusammenfassung

Einer medizinisch-naturwissenschaftlichen Betrachtung der Krankheitsbewältigung wird eine sozialwissenschaftlich-handlungstheoretische gegenübergestellt. Nicht alleine Art und Grad einer Erkrankung sind ausschlaggebend für Lebensqualität und Genesungsverlauf, sondern die persönlichen und sozialen Voraussetzungen, unter denen diese Erkrankung erlebt und verarbeitet wird. Das Erleben einer Krankheit wird als psychosozialer Streßprozeß begriffen. Die Verarbeitung negativer Emotionen und Selbstbildmanagement sind wichtige Aspekte der Krankheitsbewältigung. Auf der Grundlage einer Longitudinalstudie mit 1000 Herzinfarktpatienten entwickelt der Aufsatz die Idee eines allgemeinen soziopsychosomatischen Bewältigungsmechanismus, dessen angemessenes Verständnis dadurch erschwert wird, daß affektuelles Handeln und Emotionen die bisher am wenigsten durchdachten Elemente soziologischer Handlungstheorie bilden. Das hier umrissene mikrosoziologische Streßmodell verweist zugleich auf neue Möglichkeiten einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Soziologen, Psychologen und Physiologen.