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  • Author: Deborah Vietor-Engländer x
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„Der alte Literat Georg Hermann, der Autor von Jettchen Gebert, geht steif wie ein Brett herum, allerdings in Strandkleidung, mit Mütze und Spazierstock und fragt jeden: ‚Na, mein Freund, gibts Neues? Sie wissen doch so viel.‘ Und dann erzählt er unterhaltsame Anekdoten, so wie im Jettchen.“ Kurz darauf wurden Hermann und der Autor dieses Tagebucheintrags nach dem Osten deportiert. So verliefen die letzten Lebenstage Hermanns im Lager Westerbork in Holland; er wurde nach der Ankunft in Auschwitz sofort vergast. Ein von Godela Weiß-Sussex herausgegebener Band präsentiert nun die Ergebnisse einer Londoner Tagung 2001 über diesen damals ermordeten und heute marginalisierten Autor, den „jüdischen Fontane“. Die Beiträge haben eine große Bandbreite und wollen dabei auch gegen seinen ‚Verschollenenstatus‘ ankämpfen. An diesem Status hat sich, wie die Herausgeber der Neuausgabe seiner Werke, Gert und Gundel Mattenklott, realistisch einschätzen, bisher wenig geändert, obwohl es „in der deutschen Literaturgeschichte kein zweites Beispiel eines historisch und soziologisch derart tief und breit ausdifferenzierten Romans aus jüdischem Milieu“ gibt (S. 103).