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  • Author: Eric Achermann x
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Philosophie, Poetik und Wissenschaft
Series: Werkprofile, 4
Geld und Sprache bei Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Georg Hamann und Adam Müller

Die Arbeit des Wissenschaftlers besteht wesentlich im Nachweis von Beziehungen zwischen Dingen und Ereignissen, deren Zusammenhang nicht (oder nicht mehr) unmittelbar einsichtig ist. Je unvermuteter und gleichzeitig je nachvollziehbarer diese Beziehungen, um so mehr vermag eine Untersuchung dem Vorwurf der Banalität beziehungsweise Absurdität entgegenzusetzen. Sowohl der Eindruck, daß nichts geht, als auch der Verdacht, daß alles geht, lassen befürchten, daß die Lektüre nicht Erkenntnis, sondern Langeweile bewirken werde. Die drei folgenden Untersuchungen fordern das Urteil des Lesers hinsichtlich des Verhältnisses von Neuheit und Plausibilität heraus, behaupten sie doch, die Beziehung zwischen Ökonomie und Wissens- beziehungsweise Literaturgeschichte in einem neuen Licht erscheinen zu lassen.

Ganz zu Recht hält Eberhard Lämmert im „Geleitwort“ zu Masse und Medium fest, daß der Titel des Bandes „zwei Begriffe mit einem jeweils weiten Spektrum von Bedeutung“ (S. IX) verbinde, um anschließend gleich selbst die Weite dieses Spektrums mit einigen Definitionsversuchen und Aperçus zu durchmessen. Dabei formuliert er einen kritischen Gedanken, der aufhorchen läßt, daß nämlich „selbst angesichts solcher Überlegungen Literaturwissenschaftler immer noch allen Grund zur Reserve [hätten], ein ganzes Colloquium einem Zweiergespann von Begriffen zu überantworten, in dem Literatur überhaupt nicht mehr ausdrücklich vorkommt“ (S. X). Das „allen Grund zur Reserve“ scheint mehr als nur eine bloße Konzession an die Bedenken skrupulöser Literaturwissenschafter anzuzeigen, nämlich geradezu die vollkommene Berechtigung dieser Bedenken.

Nicht bloß metaphorisch will Martin Huber seinen Titel „Der Text als Bühne“ verstanden wissen. Vielmehr soll das Zusammentreffen von körperlicher Repräsentation, emotiver Interaktion und gedoppelter Beobachtung, das die Bühne als einen Raum sui generis konstituiert, literaturwissenschaftlich nutzbar gemacht werden. Nicht um das konkrete Theaterereignis also geht es hier, sondern um ein Theatermodell, das einerseits transgenerisch eine allgemeine Qualität von literarischen Texten hervortreten lasse, andererseits transdisziplinär ein spezifisches Kulturmodell darstelle. In der Theatralität nämlich gründe zum einen ein genuin literarisches Darstellungsverfahren, das – wie kein anderes – die Kommunikabilität von Gefühlen zu erklären vermöge; zum andern eröffne ein solches Modell die Sicht auf Bereiche, die von einer traditionellen Literaturwissenschaft ignoriert würden: Körperlichkeit, Emotionalität sowie Selbstgefühl und Selbstbewußtsein – Bereiche, die zusammen den Ort von Literatur in einer allgemeinen Kulturtheorie ausmachten.