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  • Author: Gerhard Braunitzer x
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Durch Versuche an verschiedenen Peptiden und Eiweißstoffen wird bestätigt, daß das von Akabori angegebene Verfahren zur Bestimmung der carbonyl-endständigen Aminosäure durch Spaltung mit Hydrazin sehr zuverlässige Werte liefert. Beim nativen Tabakmosaikvirus und ebenso bei dem nucleinsäure-freien Virusprotein ergab die Hydrazinolyse Threonin als einzige Carboxy-Endgruppe. Die Zahl der Endgruppen betrug 2700 je Mol. TMV, was die Ergebnisse der Spaltung mit Carboxypeptidase bestätigt. Da die Zahl der Amino-End-gruppen etwa gleich groß ist, steht nunmehr fest, daß ein Mol. TMV etwa 2500 Peptidketten enthält, die in ihren Anfangs- und Endgliedern übereinstimmen.

Das nucleinsäurefreie Protein des Tabakmosaikvirus wurde mit Dinitrofluorbenzol umgesetzt und hydrolysiert. Bei vollständiger Hydrolyse ist kein α-Dinitrophenyl-Derivat einer Aminosäure faßbar, sondern im wesentlichen nur Dinitrophenol. Untersuchungen über die Beständigkeit einer Anzahl von Dinitrophenyl-aminosäuren ergaben, daß das Dinitrophenol durch Zersetzung des Dinitrophenyl-prolins entsteht. Der direkte Nachweis der Dinitrophenyl-prolyl-Gruppe gelang durch partielle Hydrolyse. Hierbei entsteht Dinitrophenyl-prolin, das abgetrennt und eindeutig identifiziert werden konnte, und Dinitrophenyl-propyl-peptide. Prolin ist demnach die einzige endständige Aminosäure mit freier α-Aminogruppe im Tabakmosaikvirus. Aus der Menge des erhaltenen Dinitrophenols wurde die Zahl der im Tabakmosaikvirus vorhandenen Peptidketten zu etwa 2300 bestimmt. Sie scheinen alle unter sich gleich zu sein. Die zum Vergleich durchgeführte Endgruppenbestimmung im Pferdehämoglobin bestätigte die Angaben von Sanger und Porter.

Am Beispiel des β-Lactoglobulins und des Proteins des Tabakmosaikvirus wird gezeigt, daß die Gruppentrennung der Aminosäuren nach Schramm und Primosigh auch bei Eiweißstoffen reproduzierbare Ergebnisse liefert, wenn die richtigen Hydrolysebedingungen eingehalten werden. Die Genauigkeit des Verfahrens liegt bei Anwendung von etwa 10 mg Protein-N bei etwa 2%. Die Analysenergebnisse stimmen mit denen anderer Autoren überein. Das Verfahren ist geeignet, die optimalen Hydrolysebedingungen festzulegen, da sich die Anwesenheit von nicht hydrolysierten Peptiden und von Zersetzungsprodukten der Aminosäuren, die bei zu langer Hydrolyse entstehen, deutlich bemerkbar macht. Die Störungen, die bei der Proteinhydrolyse durch den Zerfall der Aminosäuren eintreten, wurden durch Modellversuche weiter geklärt. Es erscheint notwendig, diese Einflüsse bei allen genaueren Proteinanalysen zu berücksichtigen.

Die Aminosäure-Zusammensetzung der Fibroine von Nephila madagascariensis und Bombyx mori wurde vergleichend untersucht. Weiterhin wurden bei beiden Fibroinen die Endgruppen nach der Dinitrophenyl-Methode bestimmt. Beim Bombyx-Fibroin ergibt sich im festen Faden und nach Lösung in LiJ-Lösung ein durchschnittliches Mol.-Gew. von max. 200 000—300 000. In Cupriäthylendiamin-Lösung findet ein Abbau zu einem Mol.-Gew. von etwa 60 000 statt. Beim Faden aus Nephila-Fibroin, bei dem keine Entbastung notwendig ist, ergibt sich ebenfalls ein durchschnittliches Mol.-Gew. von max. 200 000—300 000. In der Spinndrüse hat das Fibroin jedoch ein Mol.-Gew. von nur 30 000. Es wird daher angenommen, daß beim Ausscheiden des Fadens neue Peptidbindungen geknüpft werden. Die Fibroine von Nephila und Bombyx sind hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung und des Mol.-Gew. sowie auf dem elektronenmikroskopischen Bild einander sehr ähnlich.

Abstract

The primary structure of the dimeric hemoglobin (erythro­cruorin) CTT-IX from the insect larva Chironomus thummi thummi (Insecta Diptera) is given. The sequence was deter­mined automatically. The primary structure is compared with human α-chains.