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  • Author: Gesa Lindemann x
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Abstract

The living body (Leib) in the phenomenological tradition tends to be thought of as the living body of the acting and perceiving subject, which is then analyzed by way of subjective self-reflection. Plessner′s concept of the living body differs in two ways from this view predominant in phenomenology. First, Plessner does not approach the living body in terms of a reflection of subjective experience, but rather he seeks to understand from the outside the fact that there is an ego that experiences his or her living body. Second, Plessner′s theory of excentric positionality regards the structure of bodily experience from the perspective of the Shared world (Mitwelt), i.e., the relationship to the other. Thus the starting point of his analysis of experience is not the living body, but the living body as shaped by the Shared world (Mitwelt). Plessner′s theoretical program can serve as a foundation for integrating social theory and the analysis of the history of the living body, as developed in Hermann Schmitz′ work on the history of bodily experience as well as in Barbara Duden and Thomas Laqueur′s work on the history of the body.

Zusammenfassung

Innerhalb der Soziologie wird auf zwei anthropologische Annahmen zurückgegriffen, die sich als Antworten auf zwei Fragen verstehen lassen: „Wer ist ein Mensch?“ und „Was ist der Mensch?“ Die Antwort auf die zweite Frage zielt auf eine Wesensbestimmung, die aber immer nur in konkreten sozialen Prozessen erfolgt. Die Antwort auf die Frage danach, wer ein Mensch ist, wird dagegen als bekannt vorausgesetzt. In dem Aufsatz wird der Vorschlag gemacht, auch diese Frage in einer vergleichbaren Weise zu behandeln, wie die nach der Wesensbestimmung. „Mensch“ wäre demnach nicht i.S. des Gattungswesens zu verstehen, sondern muß als Chiffre für „Personsein“ bzw. für Sozialität im Sinne „doppelter Kontingenz“ begriffen werden. Die Antwort auf die Frage, wer in diesem Sinne ein „Mensch“ ist, könnte dann ebenfalls als historisch variabel aufgefaßt werden. Im Zentrum der Argumentation steht eine Neuinterpretation von Plessners Theorie der „exzentrischen Positionalität“, die aufzeigt, daß Plessner das Anliegen der Anthropologie, die Besonderheit des Menschen zu begründen, reflexiv wendet. Auf diese Weise gerät in den Blick, daß Anthropologie nur eine mögliche Form darstellt, den Kreis sozial existierender Individuen zu schließen. Wer ein sozialer Akteur ist, ist eine Frage, deren Antwort nicht von vornherein feststeht, sondern deren Beantwortung empirisch rekonstruiert werden muß.