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  • Author: Joachim Matthes x
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Theoretical Basis and Methodological Implications

Zusammenfassung

Die Organisation des Forschungshandelns ist in den Sozialwissenschaften heute weithin auf das Handlungsschema des ,Projekts‘ festgelegt, - in Deutschland mehr noch als in den angelsächsischen Ländern. Über dieses Schema wird der Such-Charakter des Forschens in den Bann der Vorhersagbarkeit des Forschens und seiner Ergebnisse gezogen. Das verbreitete Unbehagen, das sich aus der belastenden Erfahrung mit diesem Umstand speist, äußert sich zumeist nur verstohlen; das Bestreben, Zugang zu den über dieses Schema vermittelten Förderungsmöglichkeiten zu gewinnen und zu erhalten, und die Vorstellung, dieses Handlungsschema entspräche der Methodik sozialwissenschaftlicher Forschung, behindern eine offene Diskussion dieses Unbehagens. Zu einer solchen Diskussion will dieser Beitrag anregen. Es wird versucht, den Handlungscharakter projektförmig organisierter Forschung genauer darzustellen, seine Wirkungen auf die Entwicklung von Forschungsideen zu untersuchen und die Bedingungen zu analysieren, unter denen sich dieses Handlungsschema durchsetzen konnte. Als Quintessenz dieser Überlegungen werden eine Eingrenzung des Geltungs- und Anwendungsbereiches der ‚Projektförmigkeit‘ auf bestimmte Typen von Forschungsvorhaben und eine Rücknahme des Projekt-Prinzips auf die Spätphasen des ,Lebenslaufs‘ eines Forschungsvorhabens vorgeschlagen.

Zusammenfassung

Die 1980 veröffentlichten, bislang unbekannten Arbeiten von Karl Mannheim zur Methodologie einer Kultursoziologie geben Anlaß, seine klassische Studie zum Problem der Generationen noch einmal neu zu lesen. In der kritischen Anwendung des „Denksozsiologen“ Mannheim auf den „Generationentheoretiker“ Mannheim erschließt sich ein Zugang zur Generationenproblematik, den sich Mannheim selber noch nicht öffnete und der heute in Parallelität zu Entwicklungen in der Sozialisations- und Lebenslaufforschung eher sichtbar wird. Zwei Gedankenwege führen zu diesem Zugang. Zum einen weist Mannheims „Denksoziologie“ den Weg zu einer Analyse der gesellschaftlichen Verbegrifflichung von sozio-kulturellen Prozessen und Konstellationen als generationellen, - vor aller wissenschaftlichen Konzeptualisierung des Generationenproblems, der Mannheim trotz seiner wissenssoziologischen Orientierung noch verhaftet bleibt und die anders ausfällt, wenn sie sich auf eine „denksoziologische“ Vorab-Analyse gesellschaftlicher Verbegrifflichung von generationellen Phänomenen beziehen kann. Zum anderen zeigt eben ein solches Vorgehen, wie sehr auch Mannheims Analyse des Generationenproblems - trotz all seiner eigenen gegenteiligen Absichten und Bekundungen - der Vorstellung vom gruppenhaften Charakter von Generationen verhaftet bleibt, - einer Vorstellung, die mit der Neigung zur Verräumlichung gesellschaftlicher Phänomene im soziologischen Denken zusammenhängt. Die Aufdeckung von Widersprüchen und Aporien in Mannheims Analyse des Generationenproblems führt in Parallelität zur neueren Sozialisations- und Lebenslaufforschung zu einer anderen, in Mannheims Analyse zwar angelegten, aber nicht konsequent ausgearbeiteten Sicht auf das Generationenproblem: generationelle Verhältnisse erscheinen dann als eine Modalität der gesellschaftlichen Regelung von Zeitlichkeit, in der es um die Verarbeitung der Erfahrung von Ungleichzeitigkeit in Erfahrungs- und Erinnerungsbeständen geht, die je für sich Konsistenz und Plausibilität aus dem Umstand ihrer Gleichzeitigkeit gewinnen, - auch und gerade dann, wie Mannheim betont hat, wenn sie im Blick auf geteilte Erfahrungen polare Typisierungen in sich enthalten. Der Blick wird damit von Generationen als Altersgruppen mit je in sich gemeinsamen, unter sich verschiedenen Orientierungen weg auf kulturelle Typisierungen und Regelungen von Zeitlichkeit gerichtet, für die generationell ausgeprägte Altersgruppen als gesellschaftliche Indikatoren stehen.