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  • Author: MISCHA MEIER x
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Zusammenfassung

Gegenstand der Untersuchung sind die athenischen Hektemoroi, denen in der Forschung eine Schlüsselstellung für die Analyse der sogenannten vorsolonischen Krise zugemessen wird, über deren Identität, Herkunft und Funktion aber weiterhin Unklarheit herrscht. Im 1. Teil des Aufsatzes werden die zentralen Belegstellen für Hektemoroi (Ath. Pol. 2,1–2 und Plut. Sol. 13,3–5) noch einmal analysiert, um zu zeigen, daß die Hektemoroi schon im 4. Jahrhundert v. Chr. erklärungsbedürftig waren. Der 2. Teil stellt neuere Thesen der Forschung zu den Hektemoroi vor und zeigt auf, daß diese sämtlich in Aporien münden, weil die Hektemoroi sich nicht in ein plausibles Gesamtbild der ‘vorsolonischen Krise’ einfügen lassen. Im 3. Teil wird demgegenüber ein neuer Lösungsansatz präsentiert und die These vertreten, daß in Athen zu keinem Zeitpunkt eine gesellschaftliche Gruppe mit der Bezeichnung ‘Hektemoroi’ existiert hat, sondern daß es sich dabei vielmehr um das Resultat eines Lesefehlers handelt, der entweder dem Verfasser der Athenaion Politeia oder seiner Quelle im 4. Jahrhundert v. Chr. unterlaufen ist. Bei den Hektemoroi handelt es sich demnach – so die These – keineswegs um eine Gruppe unterprivilegierter athenischer Bauern oder Schuldner, sondern um eine versehentliche Erfindung. Zukünftige Untersuchungen der ‘vorsolonischen Krise’ Athens können also ohne diese Personenkategorie auskommen, die sich ohnehin in keine Deutungsvariante widerspruchsfrei fügt.

Zusammenfassung

Nero bleibt ein Rätsel. Der römische Kaiser (54–68 n. Chr.), der seine Mutter ermordete, der angeblich Rom in Brand gesteckt hat, der zum ersten Mal in größerem Stile Christen verfolgte, der als Wagenlenker, Dichter und Bühnenschauspieler öffentlich auftrat und sich schließlich einsam das Leben nehmen mußte, bereitet der Forschung noch immer erhebliche Probleme. In der vorliegenden Studie soll ein neuer Zugang zu diesem Princeps eröffnet werden: Ausgehend von seiner Griechenlandreise im Jahr 66/67 werden die Zeugnisse für das Wirken Neros mit den Rahmenbedingungen und Handlungsspielräumen eines Princeps der frühen römischen Kaiserzeit in Relation gesetzt. Dabei werden insbesondere die vielfach belächelten (allerdings durch archäologisches und numismatisches Material bestätigten) Hinweise in der antiken Historiographie auf Neros singuläres Selbstverständnis als Künstler konsequent ausgewertet und weitergedacht. Das Ergebnis zeigt einen Herrscher, der sich weniger als Princeps denn als Künstler definierte, der in dieser Rolle eine geradezu mythische Qualität erstrebt und die Umsetzung dieses Vorhabens letztlich nur deshalb nicht erreicht hat, weil er am Ende seiner Herrschaft nicht mehr imstande war, mit der zunehmenden Eigendynamik der Entwicklungen um ihn herum mitzuhalten.