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  • Author: Philipp Dreesen x
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Typen und Funktionen sprachlichen Widerstands auf den Straßen der DDR

Abstract

Der Beitrag behandelt das Verhältnis von Diskurslinguistik und Ethnographie. Ausgehend von der Feststellung, dass die germanistische Diskurslinguistik fast ausschließlich thematische Diskurse in Massenmedien untersucht, wird aufgezeigt, dass ethnographische Vorgehensweisen die sprachwissenschaftliche Diskursforschung wesentlich erweitern können. In der Diskussion über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den theoretischen Prämissen und Ausrichtungen von Diskursanalyse und Ethnographie zeigt sich insbesondere, dass sich beide u. a. durch methodische Offenheit auszeichnen und mit den Begriffen Sprachfunktion, Muster und Kontext operieren. Als mitunter problematisch in der Beziehung zueinander werden Rekonstruktion von Intentionalität und Kritische Wissenschaft benannt. Der Beitrag stellt dar, dass ethnographisch vorgehende Diskurslinguistik sowohl synchron die Kommunikation von Einzelpersonen und Gruppen in privaten bis öffentlichen Alltagsräumen analysieren als auch diachron sprachlich vollzogene Wissens- und Machtordnungen als Alltagsgeschichte rekonstruieren kann. Die Möglichkeit mikroanalytischer Untersuchungen situativer Generierungen und Praktiken sprachgebundenen Wissens ergänzt die bestehende makroanalytisch ausgerichtete Diskurslinguistik.

Abstract

Dieses Kapitel umreißt die Entstehung von öffentlichen Sprachurteilen vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zu deren Etablierung während der Befreiungskriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Dieser lange Zeitraum umfasst sowohl den Beginn der Reflexionen über die deutsche Sprache auf Deutsch wie auch die in Urteilen implizit und explizit erwähnten unterschiedlichen Funktionalisierungen der Sprache, z. B. als Mittel der Erkenntnis oder zur Verwirklichung politischer Ideale. Kernaussage des Kapitels ist, dass die schriftlich tradierten Ideale der ‚reinen Sprache‘ und der ‚klaren Sprache‘ sich von den Sprachgesellschaften des Barock über die Aufklärung bis zum (Sprach-)Nationalismus in Deutschland in einem Punkt verändern: Die ‚Reinheit der Sprache‘ ist ein früher Versuch der v. a. sprachstrukturellen, diachronen Begründung der Ursprünglichkeit des Deutschen, während die ‚Klarheit der Sprache‘ wesentlich stärker die kommunikative und damit gesellschaftliche Funktion der Sprache im Blick hat.

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