Search Results

You are looking at 1 - 6 of 6 items

  • Author: Prof. Dr. Jens Koch x
Clear All Modify Search

Um den Zusammenschluss Linde/Praxair durchzuführen, wurde auf Seiten der Praxair Inc. ein Beschluss der Hauptversammlung gefasst. Auf Seiten der Linde AG wurden die Aktionäre dagegen nicht in diesem formalisierten Kontext der Hauptversammlung um ihre Zustimmung gebeten, sondern ihnen wurde lediglich von der neu gegründeten Tochtergesellschaft Linde plc ein Umtauschangebot unterbreitet. Auf dieser Grundlage konnten sie eine individuelle Entscheidung darüber treffen, ob sie künftig Aktionäre der Linde plc sein wollten oder in der von dieser dann beherrschten Linde AG verbleiben wollten. Der folgende Beitrag geht der Frage nach, ob ein solches individuelles Entscheidungsrecht tatsächlich genügen kann, um die schutzwürdigen Aktionärsbelange zu gewährleisten, oder ob es nicht auch auf deutscher Seite einer Kollektiventscheidung der Hauptversammlung bedurft hätte, um eine derart weitgehende Neustrukturierung zu legitimieren.

Charakteristisch für das Gesellschaftsrecht ist das arbeitsteilige Zusammenwirken einer Vielzahl von Personen, die miteinander durch ein dicht gewebtes Netz von Rechten und Pflichten verbunden sind. Rechte kann aber nur derjenige sinnvoll ausüben, der die tatsächlichen Rahmenbedingungen dieser Rechtsausübung kennt und eben diese Kenntnisse benötigt er auch, um zu überwachen, ob andere ihren Pflichten nachkommen. Deshalb ist der Abbau von Informationsasymmetrien durch die Weitergabe von Informationen in vielerlei Hinsicht ein zentrales Thema des Gesellschaftsrechts. Der folgende Beitrag soll zeigen, mit welchen Mechanismen das Gesellschaftsrecht solchen Informationsasymmetrien entgegenwirkt. Zugleich soll er aber auch deutlich machen, dass die Weiterleitung von Informationen stets nur mit viel Augenmaß angeordnet werden darf, weil jede Weiterleitungspflicht auch Kosten und Nachteile erzeugen kann, die in einzelnen Fällen die Vorteile der Weitergabe überwiegen können.