Search Results

You are looking at 1 - 10 of 101 items

  • Author: Volker Schmidt x
Clear All Modify Search

Zusammenfassung

Der Beitrag stellt das Konzept der „lokalen Gerechtigkeit“ vor, das einer Reihe von Forschungsprojekten in verschiedenen Ländern als gemeinsamer konzeptueller Bezugsrahmen für die Analyse von Allokationsregeln dient, die in intermediären Institutionen bei der Verteilung begehrter Güter oder notwendiger Lasten zur Anwendung kommen. Es wird gezeigt, daß dieses Konzept geeignet ist, der Soziologie eine eigenständige Perspektive auf Gerechtigkeitsfragen zu eröffnen und sie zugleich vor den komplementären Defiziten des Empirismus und des Normativismus zu bewahren. Nach einer begrifflichen Klärung der Semantik von lokaler (im Unterschied zu globaler) Gerechtigkeit und der Benennung einiger zentraler Problemfelder derselben, sowie nach einer knappen Erörterung des Verhältnisses von sozialphilosophischer und empirischer Gerechtigkeitsforschung, werden drei Dimensionen soziologischer Gerechtigkeitsanalyse aufgezeigt, in denen sich lohnende Forschungsperspektiven ergeben.

Zusammenfassung

Dieser Aufsatz behandelt die Problematik der Empfängerauswahl für medizinische Güter und Dienstleistungen, die nicht in bedarfsdeckender Menge zur Verfügung stehen. Er verwendet dafür den aus der Kriegs-und Katastrophenmedizin bekannten Begriff der Triage, der eine für die Medizin ebenso beunruhigende wie seltene Notwendigkeit beschreibt: die Notwendigkeit, unter Bedingungen temporärer Ressourcenknappheit einen Teil der Kranken von der medizinischen Versorgung auszuschließen. Unter Bezugnahme auf aktuelle Diskussionen über eine drohende Rationierung im Gesundheitswesen wird die These vertreten, daß diese Notwendigkeit, die bislang als ein auf extreme Ausnahmesituationen beschränktes Randphänomen galt, in Zukunft vermehrt zu einem Bestandteil des medizinischen „Normalbetriebs“ werden dürfte. Wie damit in der Praxis umgegangen wird, wird am Beispiel dreier Versorgungsbereiche, in denen das Problem sich schon heute verbreitet stellt, illustriert.

Zusammenfassung

Der Beitrag unterzieht die im einschlägigen sozialphilosophischen und sozialwissenschaftlichen Schrifttum verbreitete Behauptung einer strikten Disjunktion zwischen Fragen der distributiven und prozeduralen Gerechtigkeit sowie der empirischen und normativen Vorrangstellung der letzteren gegenüber der ersteren einer Überprüfung. Im Mittelpunkt steht die These, daß bei Ratlosigkeit über materiale Gerechtigkeitskriterien nur dem Anschein nach auf Verfahren ausgewichen werden kann. Verfahren sind nicht „unschuldig“. Sie präjudizieren die Art und Weise, in der materiale Fragen behandelt werden und damit letztlich auch die Akzeptabilität der durch sie generierten Ergebnisse; der Verweis auf das korrekte Zustandekommen von Entscheidungen genügt nicht, um die gewünschte Bindungswirkung zu erzielen. Sie müssen deshalb von vornherein selbst so eingerichtet sein, daß die aus ihnen hervorgehenden Entscheidungen auch einer substantiellen Adäquanzprüfung standhalten. Zu suchen ist demnach nach entsprechenden Gütekriterien von Verfahren. Dazu macht der Beitrag einen Diskussionsvorschlag.

Test Cover Image of:
Jahrbuch des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster