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Textkritische Edition der Handschrift AFSt/H J 84

Abstract

: Im Artikel „Sprache und Geschichte“ geht es um die Komplexität aller Relationen zwischen den beiden im Titel genannten anthropologischen Grundphänomenen, also um die Sprachlichkeit des Menschen wie um seine Historizität, die sich nicht einfach ereignet, sondern im Aushandlungsprozess der Generationen in und durch Sprache konstituiert wird.

Abstract

: Gegenstand des Artikels ist der dauerhafte Wechsel einer Sprache durch gesellschaftliche Gruppen als kollektiver Vorgang. Eine Voraussetzung fur das Makroereignis des Sprachwechsels bildet das individuelle, punktuelle Codeswitching im Diskurs. Nachgezeichnet wird der Weg einer Veranderung vom Individuum zur Gesellschaft. Der Artikel konzentriert sich auf eine Auswahl von Sprachwechseln in geschichtlicher Zeit innerhalb der ‚deutschen‘ Tradition und beschreibt verschiedene Typen von Wechseln (‚Vom Lateinischen zum Deutschen‘, ‚Vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen‘, im ‚Niederrheinischen‘, im ‚Ripuarischen‘ und im ‚Hochdeutschen‘). Unterschieden werden die Ubernahme einer Schriftsprache, die Schaffung einer Schriftsprache und der Wechsel der Schriftsprache. Der Sprachenwechsel vollzieht sich oft als lautliches oder morphologisches ‚Einpassen‘ in die eigene Varietat oder durch ein ‚Entlehnen‘ der fremden Elemente in die eigene Varietat. Abschliesend wird die Ideologisierung des Sprachwechsels vor allem im 19. Jahrhundert betont.

Abstract

: Wenn Sprechen das Sprechen und Handeln von Menschen im individuellen wie gesellschaftlichen Miteinander zu einem bestimmten kooperativen Zweck ist, dann muss auch die Sprachgeschichte als eine Geschichte von menschlichen Beziehungen geschrieben werden und zwar sprachsystem-, sprachkontakt-, sprachbewusstseins- und sprachgebrauchsgeschichtlich. Wie dies aussehen könnte, wird im folgenden Artikel angedacht.

Abstract

: In der Sprachwissenschaft taucht das Stichwort Kommunikationsgeschichte seit den 1980er Jahren im Kontext von Forderungen nach einer soziopragmatisch orientierten Sprachgeschichtsforschung und in jüngerer Zeit zunehmend auch in empirischen Untersuchungen auf. Dennoch ist Kommunikationsgeschichte bisher keine wohldefinierte Forschungsrichtung. Der Artikel schlägt deshalb eine Definition vor, nach der Kommunikationsgeschichte a) die historischen Veränderungen der zeichengebundenen Interaktion menschlicher Akteure in soziokulturellen Gemeinschaften bezeichnet und b) diejenige Richtung der Sprachgeschichtsforschung benennt, die sich mit Kommunikationsgeschichte im Sinn von a) beschäftigt. Der Artikel erläutert diese Definition, stellt exemplarische kommunikationsgeschichtliche Studien vor und erörtert die vielfältigen Gegenstände der Kommunikationsgeschichte. Schließlich umreißt er auch wünschenswerte Weiterentwicklungen der Kommunikationsgeschichte, die deren methodische Standards, Analysekonzepte und deren Verhältnis zu anderen Richtungen der Sprachgeschichtsforschung betreffen.

Abstract

: Gemeinhin trennt man Mündlichkeit und Schriftlichkeit nach den ‚Medialitäten‘, nämlich einmal nach der Verlautbarung und zum anderen nach der Graphematisierung. Die Sprachwissenschaft spricht deshalb von gesprochener und geschriebener Sprache. Aber die gesprochene Sprache bezieht sich auf den schriftinduzierten Laut, der aus dem Lautkontinuum heraussegmentiert worden ist. Mündlichkeit steht deshalb vor aller Lautierung, nämlich im Lautkontinuum, das bedingt, dass der Mensch in der Sprache ist und das eine Präsenz-Kultur voraussetzt. (Alphabet-) Schrift hinwiederum bedarf der Lautsegmentierung, um aus den Lauten die Buchstaben in der Sprache zu bestimmen und zu einer Graphematisierung zu kommen. Diese Lautsegmentierung hebt die Sprache aus dem Lautkontinuum heraus und vergegenständlicht sie, Sprache wird zum Objekt. Das gibt uns das Bewusstsein, dass Sprache uns gegenübersteht und wir über sie als ein Mittel verfügen. Für die Sprachgeschichtsschreibung ergibt sich daraus eine interessante, bislang nicht genutzte Perspektive: die Mündlichkeit der Präsenzkultur mit ihrem erweiterten Personal (Adel bis Poeten), ihr Rückgang und die wachsende Funktionalisierung der Schriftlichkeit, die dann eben auch vom Adel und den Poeten (Schriftstellern) ergriffen wird und schließlich, mit der ‚Hochlautung‘, zu einer totalen, alles erfassenden Schriftlichkeit wird.

Abstract

: Der Beitrag beleuchtet den Gegenstandsbereich ‚metasprachliche Äußerungen‘ in historischer Sicht. Nach einer allgemeinen theoretischen Erörterung, was unter Sprachreflexion zu verstehen und wie sie kategorial zu untergliedern sei, kommen drei ausgewählte Themenkomplexe zur Sprache: die historische Diskussion um die Einheit und Einheitlichkeit der Sprache ‚Deutsch‘, spezifische Qualitäten und Charakteristika, die dieser Sprache im Laufe der Geschichte zugeschrieben wurden, und die Auseinandersetzung um Normierung. Zum Schluss steht ein Blick auf die Interdependenz von Sprachreflexion und Sprachgebrauch.

Abstract

: Sprache ist nicht nur ein prinzipiell dialogisches und zunächst symmetrisches Medium der Kognition und Kommunikation, sondern kann auch zur Etablierung und Stabilisierung von Herrschaft eingesetzt werden. Entsprechend ist Sprachgeschichte auch immer Herrschaftsgeschichte. Dies zeigt sich in der Tradition der Rhetorik, die seit der Antike ein ausdifferenziertes Lehrgebäude des persuasiven Sprachgebrauchs entwickelt hat, gleichsam als Kontinuum mit Konjunkturen, das die wechselvolle Herrschaftsgeschichte grundiert. Nicht zufällig ist eine ihrer zentralen Fragen die ethische; sie spiegelt die fundamentale Ambivalenz persuasiven Sprachgebrauchs, als kommunikatives Potenzial und Bedrohung, die beide dem Zusammenhang von Herrschaft und Sprache zugrunde liegen. In der Sprachgeschichtsschreibung ist dieser Zusammenhang (neben sprachenpolitischen Fragen, die hier ausgeklammert werden) Gegenstand der Semantik, zunächst auf der Ebene des Lexikons; später kommen pragmatische, satzsemantische, text- und diskurssemantische Fragestellungen hinzu, heute Teilgebiete einer umfassenden ‚Politolinguistik‘. In der historischen Perspektive geht es immer um die Dialektik von Dynamik und Verfestigungen, die das ‚Wuchern der Diskurse‘ und den ‚Wirbel der Zeichen‘ konstituiert. Zur Sprachgeschichte gehört auch die Geschichte der Medialität, die keinen geringen Anteil an der Wirkmächtigkeit von Sprache hat und deshalb als integraler Bestandteil von ‚Sprachgeschichte als Herrschaftsgeschichte‘ gelten muss; in der multimodalen Einbettung von Sprache in andere, vor allem Bildzeichen kommt die ungeheure Vielfalt und Reichweite der modernen Medienwelt in den Blick.

Abstract

: Die Spuren, die die Christianisierung in der Geschichte der deutschen Sprache hinterlässt, lassen sich am besten in den Schriften entdecken, die christlich orientierte Autoren seit dem 8. Jahrhundert verfasst haben. Sie reichen von frühen Versuchen der Bibelübersetzung bis zur Publizistik des 20. Jahrhunderts. An ihrer Auswertung wird deutlich, dass die reichhaltige christliche Textproduktion im Verlauf von rund 1000 Jahren zuerst zur Verschriftlichung und später zur Vereinheitlichung der deutschen Sprache beigetragen hat. Unter christlichem Einfluss erfolgte zunächst der sprachliche ‚Ausbau‘ der deutschen Schreibdialekte, später der Schriftsprache vorwiegend in den Bereichen des Wortschatzes und der Wortbedeutungen, der Syntax, Rhythmik und Strophik sowie auf der Ebene der Texte und der Ausbildung von Textsorten. Er führte letztlich zur Ausbildung einer christlichen deutschen Sakralsprache und bereicherte die Kultursprache deutsch um das Merkmal der Sakralität.