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102 ZfM 17, 2/2017 Geister werden insbesondere dann Teil der Zukunft sein, je mehr sich die Zukunft telekommunikativ aufrüsten würde, wie Jacques Derrida es in dem Film Ghost Dance (1983) von Ken McMullen formulierte. Übertragen auf die gegenwärtige Situation heißt das, danach zu fragen, welche Verschiebungen, Verdrängungen und / oder Auslassungen zu beobachten sind, wenn die psychoanalytische Theorie in der Film- und Medienwissenschaft mehr und mehr aus ihrer zentralen Position, die sie einmal eingenommen hatte, verschwindet. Sind die Begriffe der

Wissensfragmenten werden als Flucht «vor der eigentlichen wissenschaftlichen Produktion»4 gewertet, wobei Embden entgeht, 1  Heinrich Embden: Anamnese Warburg, in: Ludwig Binswanger, Aby Moritz Warburg: Die unendliche Heilung: Aby Warburgs Krankenge- schichte, hg. v. Chantal Marazia, Davide Stimilli, Zürich 2007, 260 – 262, hier 261. 2  Im Anschluss an Jacques Derridas Lektüre von Platos Phaidros: «Pharmakeia ist auch ein allgemeiner Name, der die Verwaltung des pharmakon, der Droge bedeutet: des Heilmittels und / oder des Giftes.» Jacques Derrida: Dissemination

41SCHWERPUNKT R E I N H O L D G Ö R L I N G SZENISCHE VERFASSTHEIT DER SUBJEKTIVITÄT, MEDIENÖKOLOGIE DER PSYCHE — Es gibt zwei medientheoretische Urszenen der Psychoanalyse im Werk Sigmund Freuds. Die eine ist die Notiz über den Wunderblock. Sie ist von Jacques Derrida als scène de l’écriture, als Schreibszene, kommentiert worden und wird gemeinhin als Beitrag der Psychoanalyse zur Medientheorie anerkannt, worauf etwa ihre Aufnahme in einschlägige Reader hindeutet.1 Die andere Szene ist nicht minder prominent, aber sie wird viel seltener nach den in ihr

zu ei­ nem Paradigma und einer historischen Epoche umgedeutet wird. So scheint es, als benutze Hörl das Konzept einer PREKÄRE ÖKOLOGIEN BESPRECHUNGEN 186 ZfM 20, 1/2019 allgemeinen Ökologie genau andersherum, als Jacques Derrida es in seinem Bataille­Aufsatz zu dessen allge­ meiner Ökonomie getan hatte. Überbordet dort die «ir­ reversible Verausgabung» das Konzept der Negativität im Hegel’schen System,10 so sieht es mitunter so aus, als ob Hörls Projekt gerade in der Historisierung und Syste­ matisierung einer wilden, partialen, technonatürlichen

Jacques Derrida und Michel Foucault beziehen, aus denen in den 1980er Jahren auch die Medienwis- senschaft entstanden ist. Dass technische Apparate nicht Mittel oder Vermittler sind, sondern Subjektpositionen verändern, sich in Fantasien und Phantasmen niederschlagen, daran erinnert auch MAI WEGENER mit Verweis auf die Be- deutung, die die Psychoanalyse für Friedrich Kittler hatte. Das Unheimliche der Maschine, das technologische Unbewusste, der mediale Wiedergänger – all das sind Topoi, die aus einer auch psychoanalytisch orientierten Theoriebildung mit ihrem

. Les enjeux de l’ethnopsychiatrie, Paris 2001, 111 – 152, hier 112 ff. 5 Vgl. Sándor Ferenczi: Das klini­ sche Tagebuch, hg. v. Judith Dupont, Gießen 2013. 6 Vgl. Georges Devereux: De l’angoisse à la méthode, dans les sciences du comportement, Paris 2012, 424. 7 Zum Platonismus Freuds vgl. Jacques Derrida: Spéculer – sur «Freud», in: ders: La carte postale de Socrate à Freud, Paris 1980, 275 – 437; Jacques Van Rillaer: La mythologie de la thérapie en profondeur, in: Meyer (Hg.): Le livre noir de la psych­ analyse, 260 – 281. 8 Vgl. Simondon: Form, Informa

Jacques Derrida folgend, von Iterierbarkeit und geteilten Grundlagen ab.14 Vor allem Butler hat die inhärente Veränderlichkeit von anscheinend unveränderlichen, stabilen Kategorien auf- gezeigt. Im Hinblick auf die Kategorie ‹Gender› hat sie auf dessen performa- tives Potenzial verwiesen: «It is real only to the extent that it is performed».15 Was wir als ‹natürlich› oder ‹essentiell› verstehen, ist tatsächlich hergestellt. Wiederholte Gesten und Handlungen machen sich insofern als solche un- sichtbar, als sie in eine ‹bequeme› fixe Identität gerinnen. Sara Ahmed

auch von einem «non-closed mix of self / s and others».29 Dass wir uns(erer selbst) nicht sicher sein können, hat auch Konsequenzen dafür, was wir wissen können: «I is the open set of the trances of an I by definition changing, mobile, because living-speaking-thinking-dreaming. This truth should moreover make us prudent and modest in our judgements and our defi- nitions.»30 Ihre und Jacques Derridas Konsequenz daraus ist, eine Haltung der Demut gegenüber dem Schreiben zu entwickeln: «[L]et us not be the dupe of logocentric authority».31 Ein jedes Sprechen und