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2. Schweben im schweren Stil. gravitas als Denk- und Tanzfigur Begriffsbestimmung und Kontext der gravitas Sören Kierkegaard beschrieb Mitte des 19. Jahrhunderts in Die Krise und eine Krise im Leben einer Schauspielerin die bürgerliche (Theater-)Praxis, mit der die Illusion von Leichtigkeit und Grazie in Körper-Haltungen einer Verschleierung von An- strengung und Anspannung entgegenwirken sollten: »Jede Spannung vermag, (dies  ist die eigentümliche Dialektik des Dialektischen)  auf zweifache Weise zu wirken; sie kann die Anstrengung offenbar machen, aber

Qualitäten der gravitas in Pina Bauschs Orpheus und Eurydike
Series: TanzScripte, 53
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Bauschs aplomb in den USA .........................................................................77 2. Schweben im schweren Stil. gravitas als Denk- und Tanzfigur ................................................... 85 Begriffsbestimmung und Kontext der gravitas ................................................... 85 gravitas in der Rhetorik. Denken der Schwere im Schweben ...................... 86 gravitas in der Musik. Schweben zwischen Tradition & Reform .................. 96 Choré-grafien des Schwebens im Klassischen Akademischen Tanz ................. 105 pas

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wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Tanzwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Univer- sität Berlin. In ihrer Forschung widmet sie sich den Re-Lektüren der Tanz- geschichtsschreibung mit Fokus auf Diversität und Ethnizität, sowie den dar- aus entstehenden ästhetischen und ethischen Zusammenhängen in Tanz und Theater der Gegenwart. Mariama Diagne Schweres Schweben Qualitäten der gravitas in Pina Bauschs Orpheus und Eurydike Gedruckt mit Unterstützung des Förderungsfonds Wissenschaft der VG Wort Das vorliegende Buch wurde als Dissertation im Fach

nachrüstete, München: Carl Hanser 2017, S. 83-88. Schweres Schweben10 Schweben. Gegenstand und Thema Im Schweben von Körpern wirken Kräfteverhältnisse, die von schwer bis leicht hin zum Schwerelosen reichen. Die Studie »Schweres Schweben. Qualitäten der gravitas in Pina Bauschs Orpheus und Eurydike (1975)«2 widmet sich den Darstel- lungen von Schwebenden und rückt dazu Körper ins Zentrum, die sich in euk- lidischen wie imaginären Räumen befinden und den Eindruck der Schwere im Schwerelosen oder des Schwerelosen im Schweren vermitteln. Imaginäre Räume und assoziative

im Umkehrschluss auch dann generiert, wenn Virtuosität und Grazie, wie im Ballett, im Vordergrund stehen. Darauf verweist allein der Umstand, dass der Mensch ohne Hebetechniken nicht schwerelos ist. Die wiederholt festgehaltenen Posen der Tänzerinnen auf den Fotografien verweisen stattdessen auf eine andere Form der Grazie und Anmut, die nicht dem Kodex des Balletts, sondern anderen, eige- nen Techniken folgt. Um die Eigenheit der Körper- und Geistes-Haltung, also der gravitas, in dem Gestenspektrum57 des Ausdruckstanzes und von dort aus für das Tanztheater

- liard Archives. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Juilli- ard School durch Jeni Dahmus Farah und Jane Gottlieb. Mit besonderem Dank an Rachel Straus. Kapitel II – Schweben im schweren Stil. Zur gravitas als Denk- und Tanzfigur Abb. 4: Tems de courante En avant, aus: Feuillet, Raoul Auger: Chorégraphie, ou l’art de décrire la danse par caractères, figures et signes démonstratifs, Paris 1701, S. 47 Abb. 5: Sarabande, Stichfigur aus: Lambranzi, Gregorio: Neue und curieuse theat- ralische Tantz-Schul, Nürnberg 1716. Bildzitat aus: Schroedter

physikalische Dy- namik ausarbeitete. Vor allem indem er den Begriff der Gravita- tion im Rahmen seiner physikalischen Theorie diskutierte, kam er zu dem Resultat, dass die Körper nicht an sich, sondern nur gegeneinander schwer sind. Newton bestimmte daher die Gravita- tion und andere physikalische Kräfte bzw. dynamische Wechsel- wirkungen als aktive Prinzipien. In der Konsequenz erkannte er, dass die Physik zwar passiver Prinzipien (als primäre Atomeigen- schaften denkbare) bedarf, dass sie aber nur auf diesen nicht er- richtet werden kann, sondern auch aktive, also

vielmehr die instabile Umlaufbahn, die verschwindende Gravita- tion selbst, die temporale Irritationen oder Schwankungen verursacht. 3 | Jean Baudrillard: Das Jahr 2000 fi ndet nicht statt, a.a.O., S. 11ff . 30 | Duf t der Zeit Zu diesen gehört nicht nur die Beschleunigung, sondern auch die Verlang- samung. Die Dinge beschleunigen sich, weil sie keinen Halt haben, weil nichts sie auf einer stabilen Umlaufbahn hält. Die Besonderheit der Umlaufbahn besteht darin, daß sie selektierend wirkt, daß nur bestimmte Dinge von ihr erfaßt werden können, denn sie ist schmal

Fazit und Ausblick Als Choreografin hinterließ Pina Bausch ein Repertoire aus rund 40 Stücken. »Pina Bauschs aplomb« (1), wie das erste Kapitel der Studie lautet, vermittelt da- rüber hinaus tänzerische Qualitäten und Feinstufen des Schweren im Schwe- relosen – der gravitas. Ein Beobachten und Beschreiben von Bauschs Haltung, ihrer spezifischen Gestaltung des aplomb, der leichten, Spannung verdichtenden Körperpositionierung, bringt verschiedene Aspekte der Tanz-, Kunst- sowie Kul- turgeschichte zum Vorschein: In Schriften von Tanztheoretikern wie Raoul Au- ger