Search Results

You are looking at 1 - 10 of 32,104 items :

Clear All

Kunst BERNHARD JUSSEN Kenntnis der Gegenwartskunst gehört nicht zum erwarteten Wissens- bestand von Historikern. Die documenta ist kein Erkenntniswerkzeug der Geschichtswissenschaft, und Gegenwartskunst selbstredend keine ihrer Hilfswissenschaften. Obgleich eine Nähe zur Kunst die Ge- schichtswissenschaft seit ihren Anfängen (mit gutem Grund) begleitet hat, hält sich die geschichtswissenschaftliche Diskussion völlig fern von dem, was Gegenwartskünstler beschäftigt. Diese Abstinenz ist in verschiedener Hinsicht ein Verlust – in epistemologischer etwa, in

(Hg.), Gesellschaft und Tiere, Wiesbaden, S. 97-119. Zum Weiterlesen: Maurizi, M. (2012): »The Dia- lectical Animal«, in: Journal for Critical Animal Studies 10, S. 67-104. • Mütherich, B. (2004): Die Problematik der Mensch-Tier-Beziehung in der So- ziologie, Münster. • Sanbonmatsu, J. (Hg.) (2011): Critical Theory and Animal Liberation, Plymouth. • Witt-Stahl, S. (Hg.) (2007): Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen, Aschaffenburg. • Zu- ckermann, M. (2005): »Dem blutigen Zweck der Herrschaft ist die Kreatur nur Material«, Hamburg. Kunst Aufgrund des

2. Mit Kunst feiern In einer unter dem Titel »Die Aktualität des Schönen« veröffentlichten Sammlung von Vorlesungen arbeitet Hans-Georg Gadamer »Spiel«, »Symbol« und »Fest« als »die anthropologische Basis unserer Erfahrung von Kunst« bestimmende Begriffe heraus1. Mit dem Topos des Festes, der u.a. auch von Huizinga und Dewey mehr- fach ins Spiel gebracht, dabei aber nicht eingehender präzisiert wird, trifft Gada- mer einen für das Verstehen der Praxis Kunst äußerst produktiven Topos – um ihn sogleich erneut fragwürdig zu ästhetisieren und zu idealisieren. Hierin

84 Ästhetisches Sorgen. Eine Theorie der Kunst über sich hinaus verweisenden Präsenz des Ästhetischen100 (hier der Musik), die schon bei Fischer-Lichte zu einem widersprüchlichen Changieren zwischen sol- cher Präsenz und einer konstitutiven Zukunftsbezogenheit der Performance führt, lässt sich nur auflösen, wenn die Dimension diesesWoraufhin in den Blick kommt: Präsenz ist dann der konkrete, hier im Konzert erfahrene Moment, in dem durch aufgeführte Musik Energie entbunden und als sie beeinflussende in die Welt ent- sandt wird. Anders gesagt: Reine Präsenz wird

Kunst, Kultur und Stadt1 Berlin nach 1989. Eine Skizze Susanne Hauser Berlin – Bedingungen nach 1989 Nach dem Einigungsvertrag vom 31. August 1990 wurde Berlin am 3. Okto- ber 1990 zur Hauptstadt Deutschlands. Mit dem Hauptstadtbeschluss vom 20. Juni 1991 entschied der Bundestag, dass Berlin auch Parlaments- und Re- gierungssitz werden sollte. Singulär war der Umstand, dass in einer Stadt zwei Gesellschaftssysteme mit zwei unterschiedlichen Geschichten zusam- mengefügt und marktwirtschaftlichen Strukturen unterworfen wurden. Im Westen der Stadt, der nach

Die dunkle Kunst Ein Gespräch über Thomas Mann und die Musik Marco Gutjahr und Heinz-Jürgen Staszak / / Thomas Mann und die Musik – für jeden, der im Dunstkreis der deutschen bürgerlichen Kultur aufgewachsen ist, hat die Kombination »Thomas Mann und die Musik« mehr Konsequenz und Folgerichtigkeit als durch das bloße »und« ausgedrückt wird. Diese Verbindung ist weitaus inniger und intensiver als es die nüchterne Konjunktion markieren kann; man ist fast versucht, dieses »und« durch ein Gleichheitszeichen zu ersetzen. — In der Tat, man kann nicht gut über

148 Ästhetisches Sorgen. Eine Theorie der Kunst reine Besonderheit exemplifizierend auf ein Allgemeines, Exemplifiziertes hin zu überschreiten, findet das (ursprünglich kultische) Insistieren des einzelnen ästhe- tischen Produkts auf seine übergeordnete Bedeutsamkeit Nachklang. (Wie kann eine exemplifizierende Intensität der Kunst überhaupt plausibilisiert werden?) Be- zeichnend ist, dass Goodmans analytisches wie Hegels idealistisches Kunstdenken das Allgemeine des Ästhetischen jeweils in einem (erkenntnis-)theoretischen Kon- text lokalisieren, ihm jedoch nicht

6. Ästhetisches Sorgen 161 6.8. Kunst und Leben »Sie ist unerläßlich, aber ich weiß nicht genau, wofür« soll Jean Cocteau über die Poesie gesagt haben. DieseWorte bringen auf den Punkt, was für Kunst generell zu gelten scheint: Ihrer immer wieder beschworenen fundamentalen Bedeutsamkeit steht paradox die Schwierigkeit gegenüber, den Grund dafür angeben zu können. Auch der feuilletonistische Diskurs thematisiert Artefakte als eigenartig enthobene und doch zugleich unbedingt relevante Phänomene, Kunst als eine ebenso exklusi- ve wie existenzielle Sphäre

1. Was machen Menschen mit Kunst? Die hier formulierte Frage zielt keineswegs auf eine Kritik des funktionalistischen Missbrauchs von Kunst, sondern auf ein Verständnis eben der spezifischen Praxis, die Menschen vollführen, wenn sie Artefakte oder Performances produzieren oder rezipieren. Und diese Frage hat, so die Ausgangsthese der folgenden Überlegun- gen, Ästhetik bislang wenig interessiert. Mit ihrer Profilierung als eigenständiger philosophischer Disziplin im 18. Jahrhundert konstituiert sich zugleich der ihr zu- geordnete Gegenstand »Kunst«. Diese

ausbalancierte Zustand eines nichtentfremdeten Seins fortlaufend äs- thetisch reformuliert wird. Sie sind immer darauf aus, sich dieser »Resonanzen« bis zu einem gewissen Grad zu bemächtigen, um sie sorgend nutzbar zu machen. Das »Allgemeine«, das noch die radikalste künstlerische Provokation als kunstvolle Provokation dabei zugleich ästhetisch »exemplifiziert«, ist die (kultische) Verbind- lichkeit einer durch sie vollzogenen Geste existenziellen Sorgens. 6.4. »Hohe« und »populäre« Kunst In der Praxis ästhetisch kultivierten kultischen Sorgens wird dabei auch die Diffe- renz